In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit den Theorien zweier Klassiker der Sozialpädagogik beschäftigen und zeigen, wie sehr diese Theorien noch heute in der Sozialen Arbeit Anwendung finden. Ich habe mich für den Systemischen Theorieansatz von Silvia Staub-Bernasconi und die lebensweltorientierte Soziale Arbeit von Hans Thiersch entschieden, da ich der Meinung bin, dass dies zwei zeitlose Theorien sind, soziale Probleme, deren Entstehung und deren Lösung bzw. Minderung, zu beschreiben.
Ich habe meinen Schwerpunkt auf die Theorie und das Handlungsmodell von Silvia Staub-Bernasconi gelegt, da dieses für mich eine gute Basis liefert, wie man soziale Probleme angehen sollte. Es liefert Erklärungen, Deutungen und Lösungsschritte für soziale Probleme. Der Lebensweltorientierte Ansatz von Hans Thiersch ist dazu eine gute Ergänzung, da er die Bearbeitung der sozialen Probleme in dem Umfeld der KlientInnen behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Biographie Silvia Staub-Bernasconi
3 Biographie Hans Thiersch
4 Wissenschaftsverständnis von Staub-Bernasconi
5 Prozess und Systemtheorie
6 Lebensweltorientierte Soziale Arbeit
7 Professionelles Sozialarbeiterisches Handeln
8 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den Theorien von Silvia Staub-Bernasconi und Hans Thiersch auseinander, um deren zeitlose Relevanz für die Soziale Arbeit aufzuzeigen. Dabei wird analysiert, wie der systemische Theorieansatz und das Konzept der Lebensweltorientierung als wissenschaftliche Fundierung und praktischer Leitfaden für die Bewältigung sozialer Probleme dienen können.
- Systemischer Theorieansatz nach Staub-Bernasconi
- Lebensweltorientierung nach Hans Thiersch
- Wissenschaftsverständnis und Handlungsmodelle
- Prozessual-systemisches Paradigma
- Professionalisierung in der Sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
5 Prozess und Systemtheorie
S. Staub-B. legt ihrer Theorie die Annahme eines prozessual-systemischen Paradigmas voraus (vgl. Staub-B. 1999, S. 450). Der Systemismus, welchem das prozessual-systemische Paradigma zugrunde liegt, geht davon aus, dass der Mensch Autonomie, Eigensinnigkeit und Würde besitzt, sowie der Annahme, dass der Mensch gesellschaftlich auf Systeme angewiesen ist. In diesen Annahmen überschneidet sich der Systemismus mit den zwei anderen Paradigmen, dem Individualismus und dem Holismus (vgl. Staub-B. 2005, S. 447).
Der Individualismus betrachtet das Individuum und dessen Merkmale, wobei er davon ausgeht, dass zwischen den einzelnen Individuen keine Verbindung besteht. Der Holismus wiederum analysiert das System und dessen Funktionswiese an sich, das heißt, er geht von einem Ganzen ohne Einzelteile aus (vgl. Staub-B. 2005, S. 447).
Der Systemismus ist der Auffassung dass alles Existente ein System darstellt oder Teil eines Systems ist. Er geht also von einem Ganzen, welches sich aus vielen Teilen zusammensetzt, aus. Jedes Individuum ist ebenfalls Teil eines Systems, zum Beispiel eines sozialen Systems wie eines Freundeskreises oder Ähnlichem. Diese Systeme werden durch die Handlungen ihrer Mitglieder verändert und beeinflusst. Die einzelnen Individuen eines Systems bewegen sich zwischen vielen Systemen hin und her und handeln den jeweiligen Systemen entsprechend (vgl. Staub-B. 2005,S 247f). So weichen die Handlungen eines Individuums in einem Familiensystem von dem Handeln innerhalb eines Freundschaftssystems ab. Die Systeme unterscheiden sich nicht nur in Zusammensetzung und Handlungsstruktur, sondern auch in ihrer Position in der Umwelt. Durch die abweichenden Handlungen entwickeln sich systemspezifische Prozesse. Diese sind, neben der Struktur, und der Umwelt, Untersuchungsgegenstand von SystemikerInnen (vgl. Staub-B. 2005, S. 448).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Theorien von Staub-Bernasconi und Thiersch ein und skizziert die methodische Ausrichtung der Analyse.
2 Biographie Silvia Staub-Bernasconi: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg und die akademische Prägung von Silvia Staub-Bernasconi nach.
3 Biographie Hans Thiersch: Es werden die wesentlichen Stationen und Arbeitsschwerpunkte des Erziehungswissenschaftlers Hans Thiersch dargestellt.
4 Wissenschaftsverständnis von Staub-Bernasconi: Das Kapitel erläutert das Ziel einer auf Theorie basierenden Sozialen Arbeit und definiert die fünf Wissensebenen der Handlungstheorie.
5 Prozess und Systemtheorie: Hier wird das prozessual-systemische Paradigma erklärt, welches den Menschen als Teil komplexer sozialer Systeme begreift.
6 Lebensweltorientierte Soziale Arbeit: Diese Sektion behandelt die Entstehung und die Strukturparadigmen des Konzepts der Lebensweltorientierung nach Thiersch.
7 Professionelles Sozialarbeiterisches Handeln: Es wird das Handlungsmodell von Staub-Bernasconi als praktischer Leitfaden für die sozialarbeiterische Intervention analysiert.
8 Fazit: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der Gegenüberstellung und betont die Notwendigkeit theoretischen Wissens für eine professionelle Praxis.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Silvia Staub-Bernasconi, Hans Thiersch, Systemtheorie, Lebensweltorientierung, Handlungstheorie, Handlungsmodell, Sozialpädagogik, Professionalität, soziale Probleme, prozessuales Paradigma, Gegenstandswissen, Alltagsnähe, Integration, Bedürfnisbefriedigung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Ansätzen zweier einflussreicher Klassiker der Sozialpädagogik, Silvia Staub-Bernasconi und Hans Thiersch, und deren Anwendung in der modernen Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind das prozessual-systemische Paradigma, die Lebensweltorientierung, die Professionalisierung sozialarbeiterischen Handelns sowie die theoretische Fundierung der Praxis.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Theorien von Staub-Bernasconi und Thiersch auch heute noch als Basis dienen können, um soziale Probleme zu deuten, zu analysieren und professionelle Lösungswege zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, um die Ansätze der beiden Klassiker gegenüberzustellen und auf ihre praktische Anwendbarkeit hin zu prüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Biographien, die Erläuterung des Wissenschaftsverständnisses, die theoretische Einordnung (Systemtheorie und Lebensweltorientierung) sowie die konkrete Anwendung eines Handlungsmodells in der Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Soziale Arbeit, Systemtheorie, Lebensweltorientierung, Handlungstheorie, Professionalität und soziale Probleme.
Wie unterscheidet sich der Ansatz von Thiersch von dem von Staub-Bernasconi?
Während Staub-Bernasconi einen systemisch-theoretischen Rahmen liefert, der Soziale Arbeit als eigenständige Profession mit wissenschaftlichen Methoden begründet, legt Thiersch den Fokus stärker auf die Lebenswelt der Adressaten und die Alltagsorientierung.
Warum betont die Autorin die Bedeutung des Handlungsmodells?
Das Handlungsmodell dient als praktischer Leitfaden, der den Sozialarbeitern hilft, komplexe Probleme zu strukturieren, Ursachen zu identifizieren und reflektierte Schritte zur Problemlösung zu gehen.
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- Hendrik Lang (Autor), 2013, Klassische Theorien der Sozialen Arbeit. Silvia Staub-Bernasconi und Hans Thiersch, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298513