Das Ausbildungskonzept des dm-Marktes ist wahrlich gelungen. Doch knüpft das Weiterbildungsangebot an dieses erfolgreiche Konzept an? Zieht sich ein roter Faden durch die Unternehmensphilosophie?
Die Arbeit bei dm steht unter dem Motto: „Einer für alle und alle für einen“. Der Einzelne soll durch Teamwork vom Wissen der anderen profitieren. Dem dm-Internetauftritt kann man die Aussage „Stillstand gibt es nicht“ entnehmen. Jeder erhält bei „dm“ die Chance, seine Erfahrungen zu erweitern, denn das LidA-Konzept gilt nicht nur für die Ausbildung, sondern lebenslang. Die ganzheitliche und individuelle Entwicklung des Einzelnen steht im Mittelpunkt. Es werden stetig neue Aufgaben gestellt, die herausfordern. Der „Impuls Weiterbildung“ bietet eine Weiterbildung besonderer Art. Sie finden in dm-Werkstätten und Seminaren statt, die interaktiv gestaltet sind und statt Monologen auf Mitarbeit setzen. Dm bietet umfassende Weiterbildungen zu den Inhalten des drogistischen Sortiments sowie zur Organisation und Führung. Diese richten sich ganz nach den Leitlinien der Erwachsenenbildung. Sie setzen auf Erfahrungs- und Teilnehmerorientierung, wobei die Bedürfnisse der Teilnehmer im Vordergrund stehen. Um die Lernmotivation zu steigern ist bei jedem Weiterbildungsangebot ein konkreter Sinn für die Umsetzung erkennbar. Inwiefern die Teilnahmebedingungen
an einer Weiterbildungsmaßnahme geregelt sind, ob tatsächlich weder ältere noch Frauen mit Kind benachteiligt werden, wird aus dem Internetauftritt jedoch nicht ersichtlich. Da keine ausreichenden Statistiken offengelegt sind kann bei dieser Betrachtung kein endgültiges Urteil über die Qualität des Weiterbildungsangebotes getroffen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärungen
2.1 Definition von Menschenbildern
2.2 Weiterbildung
2.3 Ausbildung
3. Untersuchung der Unternehmensphilosophie bei „dm“
3.1 Allgemeines zum Drogeriemarkt „dm“
3.2 Das Ausbildungskonzept bei „dm“
3.3 Das von „dm“ implizierte Menschenbild
4. Fazit – Stringenz des Konzepts in Bezug auf die „dm“-Weiterbildungsmöglichkeiten
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit dem pädagogischen Ausbildungskonzept des Drogeriemarktes dm auseinander, um zu untersuchen, inwieweit das in der Unternehmensphilosophie propagierte Menschenbild der Menschlichkeit tatsächlich im betrieblichen Bildungsalltag gelebt wird.
- Analyse theoretischer Grundlagen zu Menschenbildern und betrieblicher Bildung
- Untersuchung der Unternehmensphilosophie und des Ausbildungskonzepts von dm
- Kritische Reflexion des dm-spezifischen Menschenbildes im Spannungsfeld zwischen ökonomischem Profitstreben und humanistischen Werten
- Bewertung der Stringenz des Ausbildungskonzepts in Bezug auf weiterführende Weiterbildungsmöglichkeiten
Auszug aus dem Buch
3.2 Das Ausbildungskonzept bei „dm“
Die Ausbildung bei dm soll mehr als nur der Weg zum Berufsabschluss sein. Dm hat ein umfassendes Ausbildungskonzept entwickelt, das auf eine gründliche und allseitige Ausbildung setzt. Dm hat sich bewusst für die Drogisten Ausbildung entschieden, um in den Filialen eine kompetente Beratung zur gesamten Produktpalette zu ermöglichen. Man beschäftigt sich in der Ausbildung mit den Produkten, ihren Inhaltsstoffen und deren Wirkweisen, aber auch mit der Betriebsorganisation und der Buchführung. Deshalb beruht die Ausbildung auf drei Säulen. „Lernen in der Arbeit“ (LidA), „Abenteuer Kultur“ und „Forum Schule“. Für die gestellten Aufgaben werden keine universal-Lösungen vorgegeben, die Lehrlinge (bei dm auch „Lernlinge“ genannt) sollen durch entdeckendes Lernen kreativ Lösungswege finden. Fehler sind dabei durchaus erlaubt, an ihnen kann man wachsen. Durch diese Art des Lernens setzt man sich viel intensiver mit der Problemstellung auseinander.
Die zweite Säule „Abenteuer Kultur“ bietet einige Besonderheiten, die die Ausbildung an Kreativität bereichern. Die Auszubildenden nehmen zweimal an je achttägigen Theaterworkshops teil, mit dem Ziel ein Stück auf die Bühne zu bringen. Dieses wird dann vor den anderen Lehrlingen, Kollegen, Familienmitgliedern und Freunden aufgeführt. Durch Applaus und viel positives Feedback wird deren Leistung wertgeschätzt. Gemeinsam mit Künstlern (2013 waren es 170 erfahrene Theaterschaffende, wie Schauspieler, Regisseure und Theaterpädagogen) wird ein eigenes Stück entworfen, an den Rollen gearbeitet und das Bühnenbild und die Kostüme selbst gestaltet. Durch Improvisation und andere Übungen wird die Konzentrationsfähigkeit und Sprache trainiert. Die dort gewonnenen Erfahrungen sind natürlich sehr individuell und unterschiedlich. Aber man hat in der Gruppe etwas geschafft und geleistet, was man sich zunächst nicht zugetraut hätte. Durch das freie Sprechen werden Ängste überwunden und neue Fähigkeiten, wie Flexibilität und Offenheit, entdeckt, welche man im Anschluss individuell einsetzen kann, beruflich als auch privat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Menschenbildern als normativen Entscheidungsgrundlagen in der Gesellschaft und in pädagogischen Kontexten.
2. Begriffsklärungen: Dieses Kapitel definiert die zentralen theoretischen Begriffe Menschenbild, Weiterbildung und Ausbildung als Basis für die weitere Untersuchung.
3. Untersuchung der Unternehmensphilosophie bei „dm“: Hier werden das dm-Unternehmensmodell, das spezifische Ausbildungskonzept mit seinen drei Säulen sowie das implizierte Menschenbild kritisch analysiert.
4. Fazit – Stringenz des Konzepts in Bezug auf die „dm“-Weiterbildungsmöglichkeiten: Das Fazit bewertet die Kohärenz zwischen der Unternehmensphilosophie und den realen Weiterbildungsangeboten für Mitarbeiter.
Schlüsselwörter
Menschenbild, Betriebliche Ausbildung, Weiterbildung, dm-Drogeriemarkt, Unternehmensphilosophie, LidA-Konzept, Abenteuer Kultur, Forum Schule, Handlungskompetenz, Wertschätzung, Selbstständigkeit, Menschlichkeit, Berufliche Bildung, Didaktik, Personalentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verknüpfung von pädagogischen Konzepten und betrieblicher Praxis am Beispiel des Ausbildungskonzepts der Drogeriekette dm.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Bedeutung von Menschenbildern für Bildungsprozesse sowie der kritischen Analyse von Ausbildungsinhalten und Unternehmenskultur bei dm.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die in der Unternehmensphilosophie von dm propagierten Werte wie Menschlichkeit und Selbstständigkeit konsequent in der Ausbildung umgesetzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur zu Menschenbildern und Bildung, kombiniert mit einer Analyse der Unternehmensdokumente und des Internetauftritts von dm.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsklärung, die Vorstellung des Ausbildungskonzepts von dm (mit den Säulen LidA, Abenteuer Kultur und Forum Schule) sowie eine kritische Auseinandersetzung mit dem implizierten Menschenbild.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Menschenbild, betriebliche Weiterbildung, Ausbildungskonzept, Wertschätzung und die Analyse der Unternehmensphilosophie.
Welche besondere Rolle spielen die "Lernlinge" im Ausbildungskonzept von dm?
Als sogenannte "Lernlinge" sollen die Auszubildenden durch entdeckendes Lernen eigenverantwortlich Lösungswege finden, wobei Fehler als Lernchance begriffen werden.
Wie bewertet die Autorin die Glaubwürdigkeit des dm-Menschenbildes?
Die Autorin sieht einen gelungenen Mittelweg zwischen Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit, weist jedoch kritisch darauf hin, dass die positive Außenwirkung und Marketingaktionen gelegentlich als Fassade für rein ökonomische Interessen wirken können.
- Quote paper
- Sonja Trenker (Author), 2013, Wertschätzung, Selbstständigkeit, Menschlichkeit. Eine Auseinandersetzung mit dem pädagogischen Ausbildungskonzept des dm-Drogerie-Marktes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298538