Controlling lässt sich bis in das 15. Jahrhundert zurückverfolgen. An den Königshöfen England und Frankreich wurden erste Controlling Aufgaben in Form der Überprüfung von Aufzeichnungen über den Geld- und Güterverkehr durchgeführt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war das Controlling auf staatliche Einsatzbereiche vorwiegend im angloamerikanischen Wirtschaftsraum beschränkt. Seit den 1920´er Jahren erfährt es zunehmende Verbreitung in privatwirtschaftlichen Unternehmen. In Deutschland kam das Controlling zunächst bei Tochterunternehmen von US-amerikanischen Konzernen zum Einsatz. Seit den 1970´er Jahren erfährt es eine sehr schnelle und weite Verbreitung, verbunden mit einer eingehenden wissenschaftlichen Durchdringung. In zukunftsorientierten Unternehmen ist das Produktionscontrolling von besonderer Bedeutung. Insbesondere der schnelle Technologiewandel und damit angestrebte Produktivitätsverbesserung erfordern das Controlling im Bereich der Produktion.
Im Rahmen dieser Seminararbeit sollen dem Leser zunächst in Kapitel 2 erste Einblicke in das Produktionscontrolling und die Aufgaben und Ziele des Controllers in dem Produktionscontrolling ermöglicht werden. Darauf aufbauend soll in den nachfolgenden Kapiteln die Verbindung zur Aufgaben und Instrumente des Produktionscontrolling veranschaulicht und ihr Nutzen für die Ziele des Unternehmens verdeutlicht werden. Der Schwerpunkt wird hierbei auf die unterschiedlichen Instrumente gelegt, die auch für den Controller im Unternehmen von Bedeutung sind. Die Instrumente des Produktionscontrollings, insbesondere Kennzahlen, Kennzahlensysteme und Prozesscontrolling werden in dem 3. Kapitel vertieft verdeutlicht. Des Weiteren wird im Kapitel 4 am Praxisbeispiel von dem Technologieunternehmen Giesecke & Devrient die Einführung eines des Prozesscontrollings, ein Instrument des Produktionscontrollings, dargestellt. Wie effektivere und effizientere Prozesse durch eine transparentere Unternehmenssteuerung mithilfe von Kennzahlen umgesetzt werden können, wird detailiert erklärt. Ein abschließendes Fazit rundet letztendlich diese Seminararbeit zu einem kompletten Ganzen ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Produktionscontrolling
2.1. Bedeutung des Produktionscontrollings
2.2. Aufgaben und Ziele des Produktionscontrollings
2.3. Der Controller in der Produktion
2.3.1. Aufgaben des Controllers
2.3.2. Strategien und Ziele des Controllers
3. Instrumente des Produktionscontrollings
3.1. Planungsinstrumente
3.2. Kontrollinstrumente
3.3. Informationsinstrumente
3.3.1. Kennzahlen
3.3.2. Kennzahlensysteme
3.3.2.1. Du Pont Kennzahlensystem
3.3.2.2. ZVEI- Kennzahlensystem
3.3.2.3. RL Kennzahlensystem
3.3.2.4. Balanced Scorecard
3.3.3. Prozesse
3.3.3.1. Einführung des Prozesscontrollings
3.3.2.1. Unternehmenssteuerung mit Prozessen
4. Prozessumsetzung mithilfe von Kennzahlen in der Praxis
Giesecke & Devrient GmbH
4.1. Das Unternehmen
4.2. Prozesscontrolling zur Umsetzung der Prozesse
bei Giesecke& Devrient
4.3. Prozessabteilung und Prozesssteuerung
bei Giesecke & Devrient
4.3.1. Festlegung der Prozesse zur Leistungsmessung
4.3.2. Einarbeitung der Prozesskennzahlen
4.3.3. Prozesskennzahlen innerhalb einer Prozess-Scorecard festlegen
4.3.4. Entwicklung der Prozess-Scorecard bei G&D
4.3.5. Aufbau der Prozess-Scorecard bei G&D
4.3.6. Integration in die Unternehmensstrategie des G&D
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung des Produktionscontrollings als Instrument zur Steigerung der Unternehmenseffizienz und analysiert, wie durch die Implementierung eines prozessorientierten Controllings und den Einsatz von Kennzahlensystemen – konkret am Beispiel der Giesecke & Devrient GmbH – eine zielgerichtete Unternehmenssteuerung realisiert werden kann.
- Grundlagen des Produktionscontrollings und Rollenbild des Controllers
- Methodische Instrumente (Planung, Kontrolle, Kennzahlen, Prozessorientierung)
- Analyse von Kennzahlensystemen (Du Pont, ZVEI, RL, Balanced Scorecard)
- Praxisbeispiel: Einführung eines Prozesscontrollings bei Giesecke & Devrient
- Strategische Verknüpfung von Prozess-Scorecards und Unternehmenszielen
Auszug aus dem Buch
3.3.1. Kennzahlen
„Kennzahlen sind hoch verdichtete Maßgrößen, die als Verhältniszahlen oder absolute Zahlen in einer konzentrierten Form über einen zahlenmäßig erfassbaren Sachverhalt berichten“20. Sie sind
beschreibend, wenn sie Sachverhalte lediglich aufzeigen
erklärend, wenn versucht wird, Ursache, -Wirkungs-Beziehungen herauszufinden, qualitativ zu erfassen und darzustellen
vorhersagend, wenn sie sich auf künftige Sachverhalte bzw. Ereignisse beziehen. 21
Wenn zwei oder mehrere Kennzahlen in einer sachlich sinnvollen Beziehungen zueinander stehen, sich gegenseitig ergänzen oder erklären und auf ein übergeordnetes Ziel ausgerichtet sind, miteinander kombiniert werden, entsteht ein Kennzahlensystem.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des Controllings ein und erläutert die zentrale Bedeutung des Produktionscontrollings sowie den Aufbau der vorliegenden Arbeit.
2. Produktionscontrolling: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung, Aufgaben und Ziele des Produktionscontrollings sowie die spezifische Rolle und strategische Ausrichtung des Controllers in der Produktion.
3. Instrumente des Produktionscontrollings: Es werden die verschiedenen Planungs-, Kontroll- und Informationsinstrumente, insbesondere Kennzahlen und Kennzahlensysteme, detailliert vorgestellt und analysiert.
4. Prozessumsetzung mithilfe von Kennzahlen in der Praxis: Dieses Hauptkapitel beleuchtet am Beispiel der Giesecke & Devrient GmbH, wie Prozesscontrolling und Prozess-Scorecards in die Praxis integriert werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer klaren Struktur und passender Kennzahlen für eine effiziente Unternehmensplanung und -steuerung.
Schlüsselwörter
Produktionscontrolling, Kennzahlen, Kennzahlensysteme, Prozesscontrolling, Prozess-Scorecard, Unternehmenssteuerung, Effizienz, Effektivität, Giesecke & Devrient, Prozessmanagement, Wertschöpfungskette, Balanced Scorecard, Unternehmenserfolg, Leistungsindikatoren, Strategieimplementierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und den Instrumenten des Produktionscontrollings sowie der praktischen Anwendung von Prozesscontrolling zur Steigerung der Unternehmenseffizienz.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen des Produktionscontrollings, der Einsatz von Kennzahlen und Kennzahlensystemen sowie die prozessorientierte Unternehmenssteuerung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch Kennzahlen und ein effektives Prozesscontrolling die Effizienz und Transparenz von Geschäftsprozessen gesteigert und an strategischen Unternehmenszielen ausgerichtet werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und die deskriptive Darstellung eines Praxisbeispiels zur Prozessimplementierung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung verschiedener Controlling-Instrumente und eine praxisnahe Fallstudie bei der Giesecke & Devrient GmbH.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Produktionscontrolling, Prozesskennzahlen, Balanced Scorecard und Wertschöpfung.
Welche Rolle spielt die "Prozess-Scorecard" bei G&D?
Sie dient als strategisches Steuerungsinstrument, um prozessuale Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge messbar zu machen und die Prozesse direkt mit der Unternehmensstrategie zu verknüpfen.
Warum ist eine "Top-down-Identifizierung" der Prozesse für G&D wichtig?
Dies ist notwendig, um sicherzustellen, dass nur relevante Geschäftsprozesse, die direkt zur Wertschöpfung und zum strategischen Unternehmenserfolg beitragen, in das Prozesscontrolling einbezogen werden.
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- Hilal Koc (Autor), 2014, Produktionscontrolling. Prozessumsetzung mithilfe von Kennzahlen in der Praxis bei Giesecke & Devrient GmbH, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298573