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Die Institution Schule im Dilemma der Bildungsarmut. Notwendigkeit des Bildungsziels Mehrsprachigkeit

Titel: Die Institution Schule im Dilemma der Bildungsarmut. Notwendigkeit des Bildungsziels Mehrsprachigkeit

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 17 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Marc-André Seemann (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Portfolio ist im Rahmen des Moduls "Pädagogische und psychologische Fragestellungen in Einrichtungen des Elementar- und Primarbereiches" entstanden. Wie bereits an dem Modultitel zu erkennen ist, werden grundlegende Aufgaben des Unterrichtens und entwicklungsbezogene Besonderheiten der Kinder thematisiert. In diesem Portfolio werden zwei Thematiken behandelt, die sich nicht direkt aufeinander beziehen, aber essentiell für die Bekämpfung von Ungleichheit innerhalb der Gesellschaft sind.

In Anlehnung an die Vorlesung Soziokulturelle Bedingungen des Aufwachsens III wird zunächst der Frage nachgegangen, inwiefern Bildung vor Armut schützt respektive wie die Institution Schule verhindern kann, dass Bildungsarmut vererbt wird.

Dabei wird aufgezeigt, warum die Schule Schuld am Dilemma der Vererbung von Bildungsarmut hat und wie die Institution Schule dort gegen intervenieren kann. Die zweite Thematik soll aufzeigen, weshalb die Schule das Bildungsziel Mehrsprachigkeit vor Augen haben muss und weshalb es so wichtig ist, dass Lehrkräfte die mitgebrachte Sprache der Schüler und Schülerinnen anerkennen und fördern.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 ARMUT

2.1 EINLEITUNG UND RELEVANZ DES THEMENSCHWERPUNKTES

2.2 KONZEPTIONELLE GRUNDLAGE

2.3 BILDUNG ALS SCHÜTZENDER INDIKATOR GEGEN ARMUT?

2.4 BILDUNGSARMUT DURCH SCHULE

2.5 SCHULE ALS SCHUTZINDIKATOR VOR ARMUT

3 MEHRSPRACHIGKEIT

3.1 EINLEITUNG UND RELEVANZ DES THEMENSCHWERPUNKTES

3.2 KONZEPTIONELLE GRUNDLAGE

3.3 BILDUNGSZIEL MEHRSPRACHIGKEIT

4 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Dieses Portfolio analysiert die Rolle des deutschen Bildungssystems in Bezug auf die Reproduktion von Bildungsarmut und die Bedeutung der Förderung von Mehrsprachigkeit als Bildungsziel. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern Bildung vor Armut schützt und wie die Institution Schule soziokulturelle Ungleichheit aktiv mindern kann.

  • Die Entstehung und Perpetuierung von Bildungsarmut durch das selektive Schulsystem.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der These, dass Bildung das alleinige „Wundermittel“ gegen Armut ist.
  • Die pädagogische Notwendigkeit der Anerkennung und Förderung von Herkunftssprachen bei Schülern mit Migrationshintergrund.
  • Strategien zur Entkoppelung von Bildungserfolg und sozialem Status.
  • Die Bedeutung von individueller Förderung, Zeit und pädagogischer Unterstützung im schulischen Kontext.

Auszug aus dem Buch

Bildungsarmut durch Schule

Ein Indikator für die Bildungsarmut ist die Zertifikationsarmut, die in erster Linie irreguläre beendete Schullaufbahnen. Damit ist zum einen die Beendigung der Hauptschule ohne Schulabschuss als auch der Abbruch der Schule nach der Pflichtschulzeit gemeint (vgl. Edelstein, 2006, S. 126). Selbst der erfolgreiche Besuch der Hauptschule bringt im Wettbewerb einen Nachteil, da im Allgemeinen bekannt ist, Qualifizierte, die in ihrem Sektor in Übermaßen vorhanden sind, den gering Qualifizierten in den deutschen Niedriglohnsektor verdrängen (vgl. Bosch/Kalina, 2007, S. 97). Dies zeigt, die Zertifikationsarmut trägt wiederum zur „Perpetuierung und intergenerationellen Weitergabe der Armut bei.“ (Edelstein, 2006, S. 123f.)

Ein weiterer Bestandteil der Bildungsarmut ist die Kompetenzarmut, die seit geraumer Zeit in der Armutsdiskussion eine essentielle Rolle spielt. So wurde mithilfe von PISA-Tests eindrucksvoll und zugleich schockierend bewiesen, inwiefern bei dem Großteil der deutschen Schüler und Schülerinnen ein Kompetenzdefizit vorliegt. Besonders im Bereich „Lesefertigkeit“ wurde folgendes aufgezeigt: Rund ein 25% aller 15-jährigen SuS besitzen nur eine „sehr beschränkte Lesekompetenz“ und nur rund 10% aller 15jährigen SuS erreichen die höchste Kompetenzstufe (vgl. ebd., S. 126f.). Noch erschreckender sind die Zahlen, wenn es um die mathematischen Komepetenzen geht, so erreichte nur etwa 1% die höchste Kompetenzstufe im gemessenen PISA-Test. Ein ähnliches erschütterndes Bild findet sich bei den fächerubergreifenden natürlichen Kompetenzen (vgl. Edelstein, 2006, S. 127). Interessant und zugleich erwartbar ist die Tatsache, dass die sogenannten „Risikogruppe“ überpropoitonal an Haupt- und Sonderschulen vertreten ist, die zugleich auch „Unterschicht- und Migrantenkinder“ besteht. Es zeigt auf, inwiefern das Schulsytem versagt, „in Bezug auf die Akkulturation und die Integration der Benachteiligten.“ (ebd.)

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einleitung in die Themenfelder Bildungsarmut und Mehrsprachigkeit als essenzielle Aspekte der gesellschaftlichen Ungleichheitsbekämpfung im Kontext der institutionellen Schule.

2 ARMUT: Analyse der Zusammenhänge zwischen dem selektiven deutschen Schulsystem und der intergenerationellen Weitergabe von Armut sowie der möglichen Rolle der Schule als Präventionsinstanz.

3 MEHRSPRACHIGKEIT: Erläuterung begrifflicher Grundlagen und die theoretische Fundierung der Notwendigkeit, Mehrsprachigkeit als wertvolles Potenzial im schulischen Bildungskontext zu fördern.

4 FAZIT: Zusammenfassende Reflexion über die Verantwortung des Bildungssystems bei der Armutsreproduktion und das Plädoyer für eine wertschätzende Behandlung der Mehrsprachigkeit.

Schlüsselwörter

Bildungsarmut, Mehrsprachigkeit, Armut, soziales Kapital, Kompetenzarmut, selektives Schulsystem, Zertifikationsarmut, Bildungschancen, Integration, Inklusion, pädagogische Förderung, Bildungsungleichheit, Migrationshintergrund, Spracherwerb, soziale Reproduktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Wechselwirkungen zwischen dem deutschen Bildungssystem und der Entstehung sowie Vererbung von Bildungsarmut sowie die Bedeutung der Mehrsprachigkeitsförderung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die soziokulturelle Reproduktion von Armut durch das Schulsystem und die Anerkennung von sprachlicher Diversität als Bildungsziel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Institutionen wie Schulen einerseits zur Vererbung von Bildungsarmut beitragen und andererseits als Schutzfaktor gegen soziale Ausgrenzung wirken können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit soziologischen und erziehungswissenschaftlichen Fachliteraturen und Analysen, etwa zu PISA-Ergebnissen und Diskriminierungsmechanismen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Armutsbegriffen, der Rolle der Schule bei der Kompetenzvermittlung sowie der theoretischen Einbettung von Erst- und Zweitspracherwerb.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Bildungsarmut, institutionelle Diskriminierung, Kompetenzarmut, Mehrsprachigkeit und soziale Ungleichheit.

Wie bewertet der Autor das deutsche Schulsystem?

Der Autor sieht im mehrgliedrigen, selektiven deutschen Schulsystem eine Gefahr für die Chancengleichheit, da dieses System soziale Herkunft oft in Bildungserfolg (oder dessen Ausbleiben) übersetzt.

Warum wird die Muttersprache als wichtig erachtet?

Der Autor argumentiert, dass die Anerkennung der Muttersprache den Erwerb der Zweitsprache erleichtert und die kognitive Entwicklung sowie Identitätsbildung von Schülern unterstützt.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Institution Schule im Dilemma der Bildungsarmut. Notwendigkeit des Bildungsziels Mehrsprachigkeit
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Veranstaltung
Umgang mit sprachlicher und kultureller Diversität im schulischen Kontext
Note
2,3
Autor
Marc-André Seemann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
17
Katalognummer
V298581
ISBN (eBook)
9783656951698
ISBN (Buch)
9783656951704
Sprache
Deutsch
Schlagworte
institution schule dilemma bildungsarmut notwendigkeit bildungsziels mehrsprachigkeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marc-André Seemann (Autor:in), 2015, Die Institution Schule im Dilemma der Bildungsarmut. Notwendigkeit des Bildungsziels Mehrsprachigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298581
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Leseprobe aus  17  Seiten
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