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Adjektiv oder Adverb? Zur Kategorisierungsproblematik prozessbezogener Modaladverbiale

Titre: Adjektiv oder Adverb? Zur Kategorisierungsproblematik prozessbezogener Modaladverbiale

Thèse de Bachelor , 2010 , 52 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Niels Kindl (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Résumé Extrait Résumé des informations

In der vorliegenden Arbeit gehe ich der Frage "Adjektiv oder Adverb" bei der Kategorisierung prozessbezogener Modaladverbiale in Sätzen des Typs "Niels läuft schnell" nach und konzentriere mich hierbei besonders auf fünf ausgewählte Gebrauchsgrammatiken des Deutschen. Neben EISENBERGS (2004) Standardwerk "Grundriss der Deutschen Grammatik", der insbesondere für die Lehrerausbildung empfohlenen "Deutschen Grammatik" von GALLMANN und SITTA (2007) und der traditionellen "Deutschen Grammatik – Ein Handbuch für den Ausländerunterricht" von HELBIG und BUSCHA (2005) werde ich auch die vor allem an der Ruhr-Universität Bochum verwendeten Grammatiken von BOETTCHER (2009) und PITTNER / BERMAN (2008) in meine Analyse einbeziehen.

Hierzu zeige ich zunächst die unter den Grammatiken bestehende Terminologie-Problematik auf, die gerade aus didaktischer Sicht von Relevanz ist. Anschließend skizziere ich die historische Entwicklung der Adjektiv/Adverb-Problematik im Alt-, Mittel- und Neuhochdeutschen und gebe einen Überblick über Adverbendungen in anderen europäischen Sprachen. Darauf basierend demonstriere ich Vorschläge, wie die genannten einschlägigen Gebrauchsgrammatiken des heutigen Deutsch "schnell" aus dem Beispielsatz hinsichtlich seiner Wortart klassifizieren, um nachfolgend die bei den jeweiligen Kategorisierungs-„Strategien“ angewendeten fünf Klassifikationskriterien (I) "Flektierbarkeit", (II) "Komparierbarkeit", (III) "Distribution", (IV) "syntaktische Funktion" und (V) "Bedeutung im Satz" hinsichtlich ihrer Eignung in Bezug auf die Fragestellung "Adjektiv oder Adverb" zu evaluieren und kritisch miteinander zu vergleichen.

Daran anknüpfend werde ich den Begriff der ‚Wortart‘ definieren, ausgehend von dieser Definition für eine homogene Wortarteneinteilung plädieren und einen eigenen syntaktisch-motivierten Lösungsansatz vorstellen, der den Distributionsgedanken von HELBIG / BUSCHA (2005) aufgreift und "schnell" als Adverb klassifiziert. Bei dieser Klassifikation orientiere ich mich insbesondere an der strukturalistischen Ausrichtung DE SAUSSURES (2001: 132ff) bezüglich des Wertes sprachlicher Zeichen (valeur) und an der Distributionsanalyse des Amerikanischen Strukturalismus (vgl. HARRIS 1951, 1962). Des Weiteren adaptiere ich BORERS (2005a, 2005b) Konzept einer exo-skeletalen Syntax und argumentiere dafür, dass Wortarten kein Bestandteil des mentalen Lexikons sind, sondern erst durch die syntaktische Struktur des Satzes induziert werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Kind beim rechten Namen nennen — zur Terminologie

2.1 Adverbiale Adjektive

2.2 Adjektivadverb

2.3 Das terminologische Adjektiv-Adverb-Kontinuum

3 Historische Entwicklung der Adjektiv/Adverb-Problematik

3.1 Althochdeutsch

3.2 Mittelhochdeutsch und Neuhochdeutsch

4 Adverbendungen in anderen europäischen Sprachen

5 Die Verortung im Adjektiv-Adverb-Kontinuum: Argumentationsgänge in Grammatiken des Deutschen

5.1 Grammatik verstehen  Wort (BOETTCHER)

5.2 Deutsche Syntax (PITTNER / BERMAN)

5.3 Deutsche Grammatik (GALLMANN / SITTA)

5.4 Grundriss der deutschen Grammatik (EISENBERG)

5.5 Deutsche Grammatik: Ein Handbuch für den Ausländerunterricht (HELBIG / BUSCHA)

6 Ein kritischer Vergleich zwischen den Wortarteneinteilungen zugrundeliegenden Kriterien

6.1 Das morphologische Kriterium der Flektierbarkeit

6.2 Das morphologische Kriterium der Komparierbarkeit

6.3 Das syntaktische Kriterium der Distribution

6.4 Das syntaktische Kriterium der Funktion im Satz

6.5 Das semantische Kriterium der Bedeutung im Satz

7 Adjektiv oder Adverb? Eine syntaktisch motivierte Antwort!

7.1 Wie grammatisch sind Wörter?

7.2 Wortarten: strukturelle Kategorien — syntaktisch gesteuert

8 Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Kategorisierungsproblematik prozessbezogener Modaladverbiale im Deutschen und analysiert, warum die Zuordnung zu Wortarten wie Adjektiv oder Adverb in der linguistischen Literatur so uneinheitlich gehandhabt wird. Ziel ist es, die Schwachstellen gängiger morphologischer und syntaktischer Klassifikationskriterien aufzudecken und einen alternativen, syntaktisch motivierten Lösungsansatz zu formulieren.

  • Terminologische Wirrungen um Adverbiale Adjektive und Adjektivadverbien.
  • Historische diachrone Entwicklung der Adjektiv/Adverb-Problematik.
  • Kritische Evaluation von Argumentationsgängen in ausgewählten Standardgrammatiken.
  • Analyse der Klassifikationskriterien: Flektierbarkeit, Komparierbarkeit, Distribution und syntaktische Funktion.
  • Entwurf einer strukturalistisch fundierten, syntaktischen Wortartenbestimmung.

Auszug aus dem Buch

Die Verortung im Adjektiv-Adverb-Kontinuum: Argumentationsgänge in Grammatiken des Deutschen

Nachdem Kap. 2 gezeigt hat, dass in jedem Fall auf terminologischer Ebene ein Adjektiv-Adverb-Kontinuum vorliegt, soll Kap. 5 nun veranschaulichen, wie einschlägige Gebrauchsgrammatiken des Deutschen schnell in Beispiel (1)  hier zitiert als (28)  im Hinblick auf seine Wortart klassifizieren, ergo in diesem Kontinuum verorten.

(28) Niels läuft schnell.

Hierzu werden die Argumentationsgänge der einzelnen Grammatiken in puncto Wortartenklassifikation lediglich referiert, ohne dabei mögliche „Schwachstellen“ der angeführten Kriterien besonders hervorzuheben und zu diskutieren; dies wird in Kap. 6 ausführlich geschehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Wortartenklassifikation bei prozessbezogenen Modaladverbialen ein und stellt die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen vor.

2 Das Kind beim rechten Namen nennen — zur Terminologie: Dieses Kapitel problematisiert die verwirrende und inkonsequente Terminologie wie "Adverbiales Adjektiv" oder "Adjektivadverb".

3 Historische Entwicklung der Adjektiv/Adverb-Problematik: Es wird dargelegt, wie morphologische Sprachwandelprozesse vom Althochdeutschen zum Neuhochdeutschen die heutige Konfusion verursachten.

4 Adverbendungen in anderen europäischen Sprachen: Ein Exkurs zeigt, dass andere Sprachen explizite Adverbmarkierungen etablieren konnten, was das Deutsche im Vergleich als Sonderfall erscheinen lässt.

5 Die Verortung im Adjektiv-Adverb-Kontinuum: Argumentationsgänge in Grammatiken des Deutschen: Dieses Kapitel analysiert detailliert, wie fünf ausgewählte Grammatiken die Wortartbestimmung in ihren Werken handhaben.

6 Ein kritischer Vergleich zwischen den Wortarteneinteilungen zugrundeliegenden Kriterien: Die zentralen Kriterien Flektierbarkeit, Komparierbarkeit, Distribution, syntaktische Funktion und semantische Bedeutung werden kritisch auf ihre Validität geprüft.

7 Adjektiv oder Adverb? Eine syntaktisch motivierte Antwort!: Der Autor präsentiert einen eigenen Lösungsansatz, der die Wortart als syntaktisch induzierte strukturelle Kategorie versteht.

8 Konklusion: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bekräftigt die Notwendigkeit eines distributionell-motivierten Ansatzes in der Grammatik.

Schlüsselwörter

Adjektiv, Adverb, Modaladverbiale, Wortartenklassifikation, Distribution, Flektierbarkeit, Syntax, Sprachwandel, strukturelle Kategorie, Grammatik, Linguistik, syntaktische Funktion, Komparierbarkeit, Sprachsystem, Theoriebildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Schwierigkeiten bei der eindeutigen Zuordnung von Wörtern wie "schnell" zu den Wortarten Adjektiv oder Adverb in der deutschen Sprache.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Das Werk deckt die Terminologie, die historische Sprachentwicklung, den Vergleich mit anderen europäischen Sprachen sowie die theoretischen Argumentationslinien moderner Standardgrammatiken ab.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie prozessbezogene Modaladverbiale korrekt kategorisiert werden können und warum bestehende Klassifikationssysteme dabei oft an ihre Grenzen stoßen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Es erfolgt eine deskriptive Analyse sowie ein kritischer Vergleich linguistischer Konzepte, ergänzt durch einen eigenen theoretischen Entwurf, der auf strukturalistischen und generativen Prinzipien basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil evaluiert die gängigen Kriterien der Wortarteneinteilung – namentlich Flektierbarkeit, Komparierbarkeit, Distribution und syntaktische Funktion – und deckt dabei theoretische Inkonsistenzen in den untersuchten Grammatiken auf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Zu den prägenden Begriffen zählen Adjektiv-Adverb-Problematik, Distribution, syntaktische Kategorie und der Streit um lexikalisch inhärente vs. syntaktisch induzierte Wortarten.

Warum hält der Autor die übliche "Form-Funktions-Vermischung" für problematisch?

Er argumentiert, dass die Kombination dieser beiden Ebenen (z.B. in Begriffen wie "adverbiales Adjektiv") didaktisch und linguistisch inadäquat ist, da sie die strukturellen Gegebenheiten der deutschen Syntax verkennt.

Welchen neuen Lösungsansatz schlägt die Arbeit vor?

Der Autor schlägt vor, Wortarten als "strukturelle Kategorien" zu begreifen, die nicht lexikalisch im mentalen Lexikon verankert sind, sondern erst durch die spezifische syntaktische Konfiguration eines Satzes induziert werden.

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Résumé des informations

Titre
Adjektiv oder Adverb? Zur Kategorisierungsproblematik prozessbezogener Modaladverbiale
Université
Ruhr-University of Bochum  (Germanistisches Institut)
Note
1,0
Auteur
Niels Kindl (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
52
N° de catalogue
V298682
ISBN (ebook)
9783656951773
ISBN (Livre)
9783656951780
Langue
allemand
mots-clé
adjektiv adverb kategorisierungsproblematik modaladverbiale sätzen typs niels
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Niels Kindl (Auteur), 2010, Adjektiv oder Adverb? Zur Kategorisierungsproblematik prozessbezogener Modaladverbiale, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298682
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Extrait de  52  pages
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