In meinem sechswöchigen Fachpraktikum habe ich in zwei 7. Hauptschulklassen die Unterrichtseinheit „Französische Revolution“ unterrichtet.
Die Französische Revolution ist in der Sekundarstufe I nach den curricularen Vorgaben für Niedersachsen in der Jahrgangsstufe 7/8 vorgesehen. Die Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen dieser Unterrichtseinheit erkennen, dass als Folge von Unterdrückung durch ein absolutistisches System, die Menschen nach politischer Teilhabe auf der Basis von Gewaltenteilung und Menschenrechten streben. Darüber hinaus sollen die Schülerinnen und Schüler die Einsicht gewinnen, dass ungerechte Lebensverhältnisse unterschiedliche Formen von Gewalt hervorrufen können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Bedeutung der Menschenrechtserklärung in der Französischen Revolution vom 26. August 1789 in der Unterrichtseinheit „Die Französische Revolution“
2.1. Sachanalyse
2.2. Tabellarischer Unterrichtsverlauf für den 21.02.2012
2.3. Reflexion der Unterrichtsstunde am 21.02.2012
3. Die Hinrichtung König Ludwigs XVI. – Der Wandel von der konstitutionellen Monarchie zur Republik in der Unterrichtseinheit: „Die Französische Revolution“
3.1. Sachanalyse
3.2. Tabellarischer Unterrichtsverlauf für den 13.03.2012
3.3. Reflexion der Unterrichtsstunde am 13.0302012
4. „Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder“ – Die Zeit der Schreckensherrschaft unter den Jakobinern in der Unterrichtseinheit: „Die Französische Revolution“
4.1. Sachanalyse
4.2. Tabellarische Unterrichtsverlauf für den 06.03.2012
4.3. Reflexion der Unterrichtsstunde am 06.03.2012
5. Beobachtung zum Thema: „Das Krisenjahr 1923“- Didaktische Reduktion im Geschichtsunterricht
5.1. Sachanalyse: Die Weimarer Republik - Das Krisenjahr 1923
5.2. „Das Krisenjahr 1923“: Umsetzung der Thematik im Geschichtsunterricht
5.3. „Das Krisenjahr 1923“: Didaktische Analyse
5.4. Bewertung: Die didaktische Reduktion
6. Auswertung des Fachpraktikums
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Reflexion und methodisch-didaktische Analyse von eigenständig durchgeführten Unterrichtseinheiten während eines sechswöchigen Fachpraktikums, mit dem Schwerpunkt auf Ereignissen der Französischen Revolution und der deutschen Geschichte des Krisenjahres 1923.
- Unterrichtsgestaltung im Fach Geschichte in Hauptschulklassen.
- Vermittlung komplexer historischer Themen wie Menschenrechte und Schreckensherrschaft.
- Reflexion des Lehrerhandelns und der Schülerinteraktion.
- Anwendung des Prinzips der didaktischen Reduktion im Geschichtsunterricht.
- Auswertung der praktischen Erfahrungen im Kontext des universitären Studiums.
Auszug aus dem Buch
3.1. Sachanalyse
Die königlichen Machtbefugnisse wurden zum Einen durch die Menschenrechtserklärung des Jahres 1789, die unter anderem ein Recht auf Widerstand festsetze, dass sich explizit gegen das absolutistische Herrschaftsprinzip richtete, und zum Anderen durch die Verfassung von 1791, in welcher der König als ausführende Gewalt von der Nationalversammlung kontrolliert wurde, eingeschränkt. In dieser für ihn deutlich nachteiligen Situation, in der er auch von seinem Vetorecht kaum Gebrauch machen konnte, weil dies zu erheblichen Unruhen in Paris führte, plante Ludwig XVI. seine Flucht in die österreichische Niederlande.
Die Stimmung innerhalb der französischen Bevölkerung war in den Jahren 1790/1791 durch Misstrauen gegenüber der Aristokratie und dem König geprägt. Zudem entstanden zu dieser Zeit viele politische Klubs, wie beispielsweise der Klub der Jakobiner, der im Januar 1790 gegründet wurde und die Verfassung mit allen Mitteln durchsetzen wollte sowie der Klub der Cordeliers, der einen Hass gegen die Kirche und die Reichen schürte. Frankreich spaltete sich nach 1790 in Revolutionsgegner und -befürworter, es herrschte eine Freund-Feind-Mentalität. In diesem gesellschaftlichen Kontext misslang die Flucht der königlichen Familie nach Varennes. Die Kutsche des Königs wurde gestoppt und der König von einem Postmeister erkannt. Die königliche Familie wurde unter Kontrolle der Nationalgarde nach Paris zurückgeführt. Der gescheiterte Fluchtversuch sowie die demütigende Rückführung nach Paris leiteten das Ende der Monarchie in Frankreich ein. Die Nachricht vom Fluchtversuch der königlichen Familie bewirkte einen erneuten Radikalisierungsschub. König Ludwig XVI. hatte ein Manifest hinterlassen, das die Gründe für diese Entscheidung aufzeigte: der politische Machtverlust, der geringe Einfluss auf Armee und Regierung sowie die allgemeine Unordnung innerhalb des französischen Staates.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung des Schulumfelds der X-Schule und der Rahmenbedingungen des sechswöchigen Fachpraktikums.
2. Die Bedeutung der Menschenrechtserklärung in der Französischen Revolution vom 26. August 1789 in der Unterrichtseinheit „Die Französische Revolution“: Analyse der Unterrichtsreihe zu Menschenrechten inklusive Sachanalyse, Verlauf und Reflexion.
3. Die Hinrichtung König Ludwigs XVI. – Der Wandel von der konstitutionellen Monarchie zur Republik in der Unterrichtseinheit: „Die Französische Revolution“: Untersuchung der Unterrichtsstunden zum Ende der Monarchie, eingebettet in historische Hintergründe und methodische Reflexionen.
4. „Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder“ – Die Zeit der Schreckensherrschaft unter den Jakobinern in der Unterrichtseinheit: „Die Französische Revolution“: Aufarbeitung der Terrorherrschaft als Höhepunkt der Gewalt, ergänzt durch Sachanalysen und Unterrichtsreflexion.
5. Beobachtung zum Thema: „Das Krisenjahr 1923“- Didaktische Reduktion im Geschichtsunterricht: Exemplarische Analyse der didaktischen Reduktion anhand des Themas Inflation und Krisenjahr 1923 in einer 8. Realschulklasse.
6. Auswertung des Fachpraktikums: Zusammenfassendes Fazit über die im Praktikum gewonnenen praktischen Erfahrungen und die persönliche professionelle Entwicklung als Lehrkraft.
Schlüsselwörter
Französische Revolution, Menschenrechte, Unterrichtsplanung, Fachpraktikum, Didaktische Reduktion, Geschichtsunterricht, Schreckensherrschaft, Jakobiner, Ludwig XVI., Weimarer Republik, Inflation, Krisenjahr 1923, Lehrerreflexion, Schulpraxis, Multiperspektivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert und reflektiert die Erfahrungen einer Studierenden während eines sechswöchigen Fachpraktikums an einer Schule, wobei der Fokus auf der Gestaltung von Geschichtsunterricht liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Vermittlung der Französischen Revolution (Menschenrechte, Hinrichtung Ludwigs XVI., Schreckensherrschaft der Jakobiner) sowie eine didaktische Analyse zum Thema „Krisenjahr 1923“.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Planung und Umsetzung von Unterrichtsstunden zu analysieren, dabei auftretende Schwierigkeiten zu reflektieren und die eigene Entwicklung als Lehrkraft kritisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine praxisorientierte Reflexionsarbeit, die durch Sachanalysen, didaktische Begründungen und Hospitationsbeobachtungen gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Unterrichtsplanungen, Verlaufsbeschreibungen und Reflexionen zu spezifischen Themenblöcken der französischen und deutschen Geschichte sowie eine theoretische Einordnung der didaktischen Reduktion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Fachpraktikum, didaktische Reduktion, Reflexion, Geschichtsunterricht und Multiperspektivität.
Wie unterscheidet sich die Arbeit in der 8. Realschulklasse von den 7. Hauptschulklassen?
Während in den Hauptschulklassen eigene Unterrichtsversuche zur Französischen Revolution im Fokus standen, diente die 8. Realschulklasse als Hospitationsmodell für die didaktische Reduktion am Thema Weimarer Republik.
Warum wurde bei der Behandlung der Jakobiner die Rolle des Nationalkonvents didaktisch reduziert?
Da der Nationalkonvent als verfassungsgebende Versammlung für Hauptschulen in der Unterrichtseinheit nicht explizit vorgesehen war, wurde dieser Begriff aus Gründen der didaktischen Vereinfachung weggelassen.
Welche Bedeutung kommt der „Münze“ in der Stunde zum 13.03.2012 zu?
Die Münze diente als motivierender, spontaner Einstieg, um das Interesse der Schüler an der Zeit der Französischen Revolution zu wecken und Fragen zur Jahreszahl und zum Wandel der Staatsform aufzuwerfen.
Was zieht der Autor aus dem Fachpraktikum für sein weiteres Berufsleben als Lehrkraft?
Der Autor erkennt, dass die Anwendung theoretischen Wissens in der Praxis, auch durch den Umgang mit Fehlern und Reflexion, essentiell für die persönliche Entwicklung und Professionalisierung als Lehrkraft ist.
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- Lena Lindemann (Autor), 2012, Die Französische Revolution in der 7. Klasse (Hauptschule). Bericht zum Fachpraktikum in Geschichte, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298780