Hintergrund der Arbeit waren die Ergebnisse verschiedener Studien, nach denen der Fachkräftemangel in der Medizin bis 2012 eine Dimension erreichte, dass in Deutschland bei Krankenhausärzten 67% der Stellen „eher schwer“ und „sehr schwer“ zu besetzen waren. Ostdeutschland war dabei mit 74% stärker als Westdeutschland (66%) belastet.
Trotz steigender Arztzahlen wird in Deutschland eine Zunahme des Mangels an Ärzten im ambulanten und stationären Sektor vorhergesagt. Die kurz-, mittel- und langfristigen Ursachen dafür werden von den verschiedenen Untersuchern unterschiedlich argumentiert.
Entsprechend beschreibt eine zunehmende Zahl von Studien in ihren Ergebnissen die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen für erfolgreiche Klinik-Unternehmen in Deutschland. Interessant war dabei für die eigene Arbeit die Frage, wie die verschiedenen Problembereiche regional eingeschätzt werden und in welche Umgebung aus Möglichkeiten und Erfordernissen, aber auch Hindernissen, vorhandene Lösungsansätze eingebettet sind.
Ziel der Arbeit war es daher, auf der Grundlage vorliegender Studien abzubilden, wie sich für die Geschäftsführungen von Kliniken in Sachsen die jeweilige Situation zu ausgewählten Themen im Bereich Personal und Führung darstellt und wie relevant diese Themen, die Prioritäten und die Möglichkeiten dazu vor Ort eingeschätzt werden.
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
1. Einleitung
1.1. Hintergrund der Arbeit
1.2. Zielsetzung der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Neue Qualität der Arbeit
2.2. Auswahl an Studien und deren Ergebnisse
2.2.1. PricewaterhouseCoopers-Studie „112 - und niemand hilft“
2.2.2. Die Deloitte-Studien
2.2.3. Delphi-Studie Personalentwicklung 2020
2.2.4. Global Workforce Study
2.3. Weitere Einflussfaktoren auf die Personalsituation
2.3.1. Feminisierung
2.3.2. Generation Y
2.3.3. Führung
2.4. Persönliche Meinungen
3. Methode
3.1. Erstellen des Interview-Leitfadens
3.2. Auswertung
4. Durchführung und Ergebnisse
4.1. Strukturdaten der Krankenhäuser
4.2. Daten zu den Interview-Partnern
4.3. Aktuelle Herausforderungen
4.4. Personal
4.5. Führung
4.6. Persönliche Meinungen
5. Diskussion
5.1. Aktuelle Herausforderungen
5.2. Personal
5.3. Führung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die aktuelle Situation im Bereich Personal und Führung in sächsischen Krankenhäusern aus der Perspektive der Geschäftsführungen. Das Ziel ist es, auf Basis bestehender Studien abzubilden, wie regional mit den Herausforderungen wie Fachkräftemangel, demografischem Wandel und veränderten Mitarbeiteransprüchen umgegangen wird und welche Prioritäten gesetzt werden.
- Fachkräftemangel in der Medizin und Kompensationsstrategien
- Personalbindung und Arbeitgeberattraktivität in Kliniken
- Auswirkungen der Feminisierung und der Generation Y
- Führungskultur und Führungskräfteentwicklung im Krankenhaussektor
- Konflikt zwischen Ökonomie und Medizin in der Krankenhausführung
Auszug aus dem Buch
4.4. Personal
Hier werden die Themen Stärken und Schwächen im Personalmanagement, Personalgewinnung, Personalbindung, Möglichkeit alternativer Karrieremöglichkeiten, Feminisierung, Generation Y, Stellenwert von Personalentwicklung/Personalmanagement, Mitarbeiterzufriedenheit und Zielorientierung und Aktivitäten im Bereich Personal und Führung im Vergleich zur Deloitte-Strategiestudie 2013 betrachtet.
Die Ergebnisse zu den Stärken und Schwächen im Personalmanagement siehe Anhang VI. In der Personalgewinnung wird der aktuelle Fachkräftemangel von den Befragten insgesamt zumeist als unerheblich eingeschätzt, wobei sich der Mangel im ärztlichen Bereich deutlicher gegenüber dem nicht-ärztlichen Bereich darstellt. In der Tendenz allerdings wird der Mangel nach der Mehrzahl der Befragten zunehmen, im ärztlichen Bereich deutlich zunehmen. Alle sechs der Befragten schätzen den aktuellen Mangel an Fachkräften gegenwärtig als kompensierbar ein. Die mittel- und langfristige Kompensationsfähigkeit des Fachkräftemangels dagegen wird uneinheitlich bewertet. Ursachen für den aktuellen und kommenden Fachkräftemangel sowie aktuelle und zukünftig geplante Maßnahmen bzw. Strategien im Recruiting siehe Anhang VI.
In Bereich der Personalbindung liegt die Fluktuationsbereitschaft bei Ärzten für die Befragten hauptsächlich in individuellen Gründen vor betrieblichen Gründen und Bedingungen der Infrastruktur begründet. Aktuelle und zukünftig geplante Maßnahmen bzw. Strategien in der Personalbindung siehe Anhang VI.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel legt den Hintergrund der Untersuchung dar und erläutert die Relevanz des Fachkräftemangels sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Studien und theoretische Konzepte zur Personalpolitik, Führung und demografischen Herausforderungen im Krankenhaus zusammengefasst.
3. Methode: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, insbesondere die Erstellung des halbstandardisierten Leitfadens für die Experteninterviews mit Geschäftsführungen.
4. Durchführung und Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die empirischen Befunde der Befragung zu den Themenblöcken Herausforderungen, Personal und Führung.
5. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt, mit bestehender Literatur abgeglichen und in den Kontext der klinischen Praxis eingeordnet.
6. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer strategisch verankerten Personalentwicklung.
Schlüsselwörter
Krankenhausmanagement, Personalmangel, Führungskultur, Fachkräftemangel, Personalentwicklung, Generation Y, Feminisierung, Arbeitgeberattraktivität, Strategische Planung, Kliniksführung, Mitarbeiterbindung, Gesundheitswesen, Personalgewinnung, Ökonomisierung, Führungsstile
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Geschäftsführungen sächsischer Krankenhäuser mit den aktuellen Herausforderungen im Bereich Personal und Führung umgehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Schwerpunkte liegen auf der Personalgewinnung, der Personalbindung, der Führungskräfteentwicklung sowie dem Umgang mit dem demografischen Wandel und neuen Generationen am Arbeitsmarkt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die regionale Einschätzung aktueller Problembereiche abzubilden und aufzuzeigen, wie Lösungsansätze in die Praxis der Kliniken eingebettet sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine Befragung mittels halbstandardisierter Leitfaden-Interviews bei Geschäftsführungen durchgeführt und qualitativ ausgewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die methodische Vorgehensweise, die Darstellung der Ergebnisse aus den Interviews sowie deren detaillierte Diskussion.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Krankenhausmanagement, Personalgewinnung, Führungskräfteentwicklung und Arbeitgeberattraktivität.
Wie schätzen die Geschäftsführungen den Fachkräftemangel ein?
Der aktuelle Fachkräftemangel wird zumeist als noch kompensierbar eingestuft, jedoch wird eine deutliche Zunahme, insbesondere im ärztlichen Bereich, antizipiert.
Welche Bedeutung hat die Unternehmenskultur für die Befragten?
Die Unternehmenskultur und das Arbeitsklima werden als wesentliche Faktoren für die Attraktivität als Arbeitgeber erkannt, weisen jedoch oft Defizite in der systematischen Verankerung auf.
Gibt es einen Konflikt zwischen Medizin und Ökonomie?
Die Befragten bewerten dies unterschiedlich; einige sehen keinen generellen Konflikt, betonen aber die Notwendigkeit von Kommunikation und Partnerschaft zwischen medizinischen und ökonomischen Bereichen.
Was wünschen sich die Geschäftsführungen für ihre Kliniken?
Die Wünsche konzentrieren sich unter anderem auf eine gesicherte Auslastung, zufriedene Mitarbeiter und eine nachhaltige Investitionssicherheit.
- Quote paper
- Jürgen Sonntag (Author), 2013, Aktuelle Herausforderungen im Bereich Personal und Führung. Befragung von Geschäftsführungen sächsischer Krankenhäuser, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298808