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Globalisierung auf Mexikanisch - Bilanz der neoliberalen Entwicklungsstrategie am Länderbeispiel Mexiko

Titel: Globalisierung auf Mexikanisch - Bilanz der neoliberalen Entwicklungsstrategie am Länderbeispiel Mexiko

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 30 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Michael Nienaber (Autor:in)

Politik - Thema: Globalisierung, pol. Ökonomie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die neoliberale Entwicklungsstrategie von Weltbank und Internationalen
Währungsfonds (IWF) steht in der Kritik. Neben zahlreichen Non-Governmental
Organisations (NGOs) wie der globalisierungskritischen ATTAC und diversen
Einzelpersonen wie der weltweit viel beachteten Autorin Naomi Klein prangern in
zunehmenden Maße auch die Vereinten Nationen (UN) das Modell von Globalisierung,
Liberalisierung, Privatisierung und Deregulierung an. In seinem aktuellen „Human
Development Report“ übt das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP)
scharfe Kritik an der neoliberalen Entwicklungsstrategie. „Für viele Länder waren die
neunziger Jahre ein Jahrzehnt der Verzweiflung“, bilanziert UNDP-Leiter Mark Malloch
Brown.1 Dem Entwicklungsbericht zufolge hat sich in den vergangenen zehn Jahren die
Armut in mehr als 50 Ländern vergrößert, die Zahl der Hungernden ist in rund 20
Staaten gestiegen. Malloch Brown spricht sich daher für einen „Guerilla-Angriff“ auf den
Washington Consensus aus, in dem die Richtlinien für Entwicklungsprogramme der beiden
Weltfinanzorganisationen festgehalten sind.2 Die Zeit, in der diese Reformagenda ihre
Berechtigung gehabt hätte, sei überholt. In Zukunft sollten IWF und Weltbank die
reichen Staaten zu verstärkter Hilfe drängen, anstatt die Regierungen der
Entwicklungsländer zu Kürzungen der Staatsausgaben zu zwingen.
Im Rahmen des Politikhauptseminars „Lateinamerika in der Weltwirtschaft“ geht
diese Seminararbeit der Frage auf den Grund, inwieweit das Urteil des UNDP auf das
Fallbeispiel Mexiko zutrifft. Wie viele Entwicklungsländer in Lateinamerika schlug auch
Mexiko ab den 1980er Jahren den Kurs ein, dessen Kernprinzipien der Wirtschaftswissenschaftler
und Weltbankökonom John Williamson im Washington Consensus festgehalten
hat. Am Beispiel Mexiko soll aufgezeigt werden, welche Auswirkungen das neoliberale
Entwicklungsmodell auf Wirtschaft und Gesellschaft in Mexiko hatte, inwieweit die
Strategie erfolgreich gewesen ist und auf welchen Gebieten das Konzept nicht gegriffen
hat. Im ersten Teil der Arbeit wird hierzu auf die Begriffe Globalisierung und Neoliberalismus
eingegangen, um anschließend die Kernaussagen des Washington Consensus
darzustellen. [...]
1 Human Development Report 2003, S.2.
2 Süddeutsche Zeitung, 09. Juli 2003, S.8.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlegende Begriffe der Weltwirtschaft

2.1. Globalisierung – wer nicht mitmacht, verliert

2.2. Neoliberalismus – alte Theorien, neues Gewand

2.3. Washington Consensus – die makroökonomische Brille

3. Mexikos Weg in die Weltwirtschaft

3.1 Von der Importsubstitution zur Marktöffnung

3.2 Paradigmenwechsel in der Wirtschaftspolitik

3.3 Auswirkung auf Wirtschaft und Gesellschaft

4. Mexikos Stand in der Weltwirtschaft

5. Fazit

6. Literatur- und Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Anwendung der neoliberalen Entwicklungsstrategie des "Washington Consensus" auf das Fallbeispiel Mexiko, um zu bilanzieren, welche sozioökonomischen Auswirkungen dieses Modell hatte und inwieweit die Kritik internationaler Organisationen an diesen Reformen berechtigt ist.

  • Analyse der theoretischen Grundlagen von Globalisierung und Neoliberalismus.
  • Darstellung der Kernaussagen des "Washington Consensus" als Reformagenda.
  • Untersuchung des wirtschaftspolitischen Paradigmenwechsels in Mexiko ab den 1980er Jahren.
  • Bewertung der Auswirkungen der neoliberalen Politik auf die mexikanische Wirtschaft und Gesellschaft.
  • Diskussion von Schwachstellen und zukünftigen Herausforderungen für Mexikos Integration in die Weltwirtschaft.

Auszug aus dem Buch

3.1 Von der Importsubstitution zur Marktöffnung

Nach dem Theorieteil soll nun gezeigt werden, welche Auswirkungen die neoliberale Entwicklungsstrategie auf die mexikanische Wirtschaft und Gesellschaft hatte. Dazu soll zunächst der Weg Mexikos von der Importsubstitution in die Weltwirtschaft skizziert und anschließend die sozioökonomischen Konsequenzen aufgezeigt werden. Für eine Überprüfung des neoliberalen Entwicklungsmodells ist Mexiko dabei aus wissenschaftlicher Hinsicht besonders interessant, weil es sich im Gegensatz zu anderen lateinamerikanischen Ländern - wie dem als makroökonomisch relativ stabil geltenden Chile oder dem Krisen geschüttelten Argentinien - nicht klar in eine Kategorie zuordnen lässt. Es wird sich zeigen, dass Mexiko in bestimmten makroökonomischen Bereichen Erfolge aufweisen kann, während auf anderen wichtigen Ebenen Strukturdefizite auftreten. Es wird sich daher ein gemischtes Bild ergeben, dem ein differenziertes Urteil über die Entwicklungsstrategie von Weltbank und IWF folgen wird.

Mexiko verfolgte wie viele Entwicklungsländer bis Anfang der 1980er Jahre eine binnenmarktorientierte Entwicklungsstrategie, bei der eine Industrialisierung durch die Substitution von Importen (ISI) erreicht werden sollte. Durch das Abschotten von der Weltwirtschaft mittels strenger Einfuhrquoten und hoher Handelszölle sollte die einheimische Industrie vor der ausländischen, weiter entwickelten Konkurrenz geschützt werden. Die Wirtschaft war von einem hohen Staatsanteil geprägt. Vor allem wegen der Erdölexporte bescherte das ISI-Modell der mexikanischen Volkswirtschaft in den 1960er und 70er Jahren Wachstumsraten von durchschnittlich 6,6 Prozent. Mexiko war damit auch einer der Wachstumsmotoren im lateinamerikanischen Raum. Ende der 60er Jahre hatte das Land einen Anteil am gesamtlateinamerikanischen Sozialprodukt von rund 25 Prozent.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Kritik an neoliberalen Entwicklungsmodellen ein und stellt die Forschungsfrage, inwieweit diese auf das Fallbeispiel Mexiko zutrifft.

2. Grundlegende Begriffe der Weltwirtschaft: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Globalisierung und Neoliberalismus und erläutert die Entstehung des "Washington Consensus" als makroökonomisches Reformprogramm.

3. Mexikos Weg in die Weltwirtschaft: Es wird der historische Wandel Mexikos von einer importsubstituierenden Politik hin zur marktorientierten Öffnung sowie die damit verbundenen strukturellen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft analysiert.

4. Mexikos Stand in der Weltwirtschaft: Hier werden die Schwachstellen des mexikanischen Wirtschaftssystems identifiziert, insbesondere die Abhängigkeit vom US-Markt und die unzureichende soziale und infrastrukturelle Entwicklung.

5. Fazit: Die Arbeit bilanziert, dass die neoliberale Strategie ambivalente Ergebnisse brachte und fordert eine Erweiterung des Entwicklungskonzepts um soziale und institutionelle Aspekte.

6. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten akademischen Literatur sowie der genutzten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Neoliberalismus, Washington Consensus, Mexiko, Importsubstitution, Marktöffnung, Wirtschaftsentwicklung, Strukturdefizite, Handelsliberalisierung, soziale Polarisierung, Maquiladora, Auslandsverschuldung, Wirtschaftswachstum, Humankapital, Global Governance.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die neoliberale Entwicklungsstrategie von Weltbank und IWF am konkreten Beispiel von Mexiko und bewertet deren Erfolg sowie die damit einhergehenden sozialen und wirtschaftlichen Folgen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Definition von Globalisierung und Neoliberalismus, der Analyse des "Washington Consensus" und der Untersuchung der mexikanischen Wirtschaftspolitik von der Importsubstitution zur Liberalisierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu prüfen, inwieweit das Urteil des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) über das Scheitern neoliberaler Entwicklungsmodelle auf Mexiko zutrifft und welche positiven sowie negativen Auswirkungen dieses Modell im Land hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und ökonomische Analyse basierend auf einer Auswertung von Fachliteratur, Wirtschaftsdaten und aktuellen Berichten zur wirtschaftlichen Entwicklung Mexikos.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird der Paradigmenwechsel in der mexikanischen Wirtschaftspolitik nachgezeichnet, die Auswirkungen der Privatisierung und Deregulierung analysiert und die Rolle Mexikos innerhalb der globalen Weltwirtschaft kritisch hinterfragt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Globalisierung, Washington Consensus, Neoliberalismus, Mexiko, strukturelle Transformation und soziale Polarisierung charakterisiert.

Welche spezifische Rolle spielt die Maquiladora-Industrie für Mexiko?

Die Maquiladora-Industrie fungiert als arbeitsintensive Exportbranche, die zwar Devisen einbringt und Arbeitsplätze schafft, jedoch gleichzeitig aufgrund niedriger Sozialstandards und starker Abhängigkeit von ausländischem Kapital die soziale und geografische Spaltung des Landes verschärft hat.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der US-amerikanischen Wirtschaft?

Der Autor sieht die extrem hohe Abhängigkeit Mexikos von der US-Konjunktur – insbesondere durch das NAFTA-Abkommen – als ein zentrales strukturelles Risiko, da Mexiko dadurch anfällig für externe Schocks und Absatzschwankungen wird.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Globalisierung auf Mexikanisch - Bilanz der neoliberalen Entwicklungsstrategie am Länderbeispiel Mexiko
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft)
Veranstaltung
Hauptseminar im Hauptstudium
Note
1,3
Autor
Michael Nienaber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
30
Katalognummer
V29892
ISBN (eBook)
9783638312950
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Globalisierung Mexikanisch Bilanz Entwicklungsstrategie Länderbeispiel Mexiko Hauptseminar Hauptstudium
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Nienaber (Autor:in), 2003, Globalisierung auf Mexikanisch - Bilanz der neoliberalen Entwicklungsstrategie am Länderbeispiel Mexiko, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29892
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Leseprobe aus  30  Seiten
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