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Sexueller Missbrauch im Kindheitsalter und die traumatischen Folgen

Titel: Sexueller Missbrauch im Kindheitsalter und die traumatischen Folgen

Bachelorarbeit , 2015 , 80 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sarah Proske (Autor:in)

Psychologie - Beratung und Therapie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Aufgrund meiner Erfahrungen in der Arbeit mit psychisch kranken Adoleszenten und Erwachsenen musste ich oftmals erfahren, wie schrecklich und folgenschwer sexueller Missbrauch in der Kindheit sein kann. Viele der Menschen, mit denen ich arbeitete, waren dadurch komplex traumatisiert, ihre Vergangenheit ließ sie nicht los; ihr Lebenslauf wurde von ihrer Vergangenheit determiniert. Daraus entstand meine Motivation, mich mit dem Thema des sexuellen Missbrauchs und seinen Folgen zu beschäftigen. Dabei war es ein großes Anliegen, herauszufinden, was bereits im Kindheitsalter gegen eine Lebenslaufdeterminierung durch das Trauma getan werden kann, wobei ich auf die Fachdisziplin Traumapädagogik stieß.
In der folgenden Arbeit wird das Thema des sexuellen Missbrauchs im Kindheits-alter, basierend auf aktueller Literatur, bearbeitet und Definitionskriterien für seine Definition und sein Geschehen aufgeführt. Dabei steht als eine gravierende Folge dessen die Posttraumatische Belastungsstörung im Fokus und die Frage wird beantwortet, welche Möglichkeiten es zu einer Bearbeitung dieser Störung gibt. Durch die Selbstbemächtigung als Kernstück der Traumapädagogik, zu der die positive, transparente und wertschätzende Haltung der Fachkräfte enorm beiträgt, werden Kindern neue Möglichkeiten eröffnet, sich selbst wiederzufinden und ein eigenständiges Leben führen zu können, indem sie vielfältige Methoden zur Integration ihres Traumas erlernen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Sexueller Missbrauch

Eingrenzung der Zielgruppe

1.1 Missbrauch bedeutet Gewalt

1.2 Sexuelle Gewalt

1.2.1 Sexueller Missbrauch - Definitionskriterien nach Bange und Deegener

1.2.2 Definition des sexuellen Missbrauchs in dieser Arbeit

1.3 Der sexuelle Missbrauch aus juristischer Sicht - Strafrechtsbestimmung nach dem StGB

1.4 Formen von sexuellem Missbrauch

1.5 (Bewertungs-) Dimensionen

1.6 TäterInnen und Täterstrategien

2. Traumatisierungen

2.1 Was ist ein Trauma/Kindheitstrauma?

2.2 Traumatisierungsfaktoren bei sexuellem Missbrauch

2.2.1 Primäre Traumatisierungsfaktoren

2.2.2 Sekundäre Traumatisierungsfaktoren

2.2.3 Traumatogene Dynamiken nach Finkelhor

2.3 Trauma als Folge von sexuellem Missbrauch – Vergangenheit und Lebenslaufdeterminierung

2.4 Risiko- und Schutzfaktoren bei Kindern

3. Traumapädagogik als Fachdisziplin im Rahmen der Heimerziehung

3.1 Gesetzliche Grundlagen bei einer Fremdunterbringung

3.2 Das Arbeitsfeld Heimerziehung

3.3 Was ist Traumapädagogik? Geschichtliche Entwicklung und Definition

3.4 Elementare Aufträge traumapädagogischer Konzepte

4. Möglichkeiten der Traumabearbeitung durch traumapädagogi-sches Handeln

4.1 Standards für traumapädagogische Konzepte in der stationären Kinder- und Jugendhilfe

4.2 Traumapädagogische Ziele

4.3 Kompetenzen der Fachkräfte und ihre traumapädagogische Grundhaltung und als wesentlicher Wirkfaktor traumapädagogischer Methoden

4.4 Soziale Teilhabe der Kinder

4.4.1 Bindungspädagogik und Bindungssicherheit

4.4.2 Elternarbeit

4.5 Selbstbemächtigung als Methode und zentraler Bestandteil von Traumabearbeitung in der Traumapädagogik

4.5.1 Sich gegenseitig Kraft geben – Selbstbemächtigung in der Gruppe

4.5.2 Aufbau des ‚Selbst‘ des Kindes – Voraussetzungen für eine Selbstbemächtigung

4.5.3 Selbstbemächtigung – Wieder Subjekt des eigenen Lebens werden

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von sexuellem Kindesmissbrauch und die Möglichkeiten, diese durch traumapädagogische Interventionen innerhalb der stationären Jugendhilfe zu bearbeiten, mit dem primären Ziel, dem betroffenen Kind durch Selbstbemächtigung eine autonome Lebensführung zu ermöglichen.

  • Traumatisierung durch sexuellen Missbrauch im Kindheitsalter
  • Dynamik und Folgen für die kindliche Persönlichkeitsentwicklung
  • Traumapädagogik als professioneller Handlungsansatz in der Heimerziehung
  • Bedeutung der Grundhaltung der Fachkräfte und Selbstbemächtigung als zentrale Methode
  • Integration traumatischer Erfahrungen zur Vermeidung einer Lebenslaufdeterminierung

Auszug aus dem Buch

1.1 Missbrauch bedeutet Gewalt

Sexueller Missbrauch ist eine Form der Gewalt gegen Kinder. Dabei stellt sich die Frage, was genau den Gewaltbegriff auszeichnet. Um auf den Begriff des Missbrauchs eingehen zu können, soll allem voran ein einheitliches Verständnis von Gewalt gewährleistet werden.

Noch vor einigen Jahren war Gewalt nicht strikt verboten, sondern eine gesetzlich geduldete Erziehungsform in der Familie und in Schulen. Erst durch die seit November 2000 geltende Fassung des Bürgerlichen Gesetzbuches haben Kinder das Recht auf eine absolut gewaltfreie Erziehung; die Anwendung von körperlicher und seelischer Gewalt gegen Kinder wurde somit komplett verboten. (Weltgesundheitsorganisation 2003: 5; § 1631 Abs. 2 BGB)

Eine exakte Definition von Gewalt darzustellen erweist sich als schwierig, da sie weder im Alltag noch wissenschaftlich eindeutig definiert wird und sich ihr Verständnis im Wandel der Zeit stets verändert hat. (Imbusch 2002: 34) Um in dieser Arbeit jedoch ein einheitliches Verständnis von Gewalt zu gewährleisten, soll vom Gewaltverständnis der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgegangen werden. Demnach ist Gewalt „[d]er absichtliche Gebrauch von angedrohtem oder tatsächlichem körperlichen Zwang oder physischer Macht gegen […] eine andere Person, […] die entweder konkret oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen, Tod, psychischen Schäden, Fehlentwicklungen oder Deprivation führt.“ (Weltgesundheitsorganisation 2003: 6)

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Relevanz der Thematik für die Soziale Arbeit und Darlegung des Forschungsinteresses bezüglich der Traumabearbeitung bei missbrauchten Kindern.

1. Sexueller Missbrauch: Definition von sexuellem Missbrauch aus fachlicher und juristischer Sicht sowie Differenzierung der Formen und Täterstrategien.

2. Traumatisierungen: Analyse der Folgen für das Kind, inklusive der Bedeutung von Traumatisierungsfaktoren und der langfristigen Auswirkungen auf den Lebenslauf.

3. Traumapädagogik als Fachdisziplin im Rahmen der Heimerziehung: Einordnung der Traumapädagogik in den Kontext der Heimerziehung und Erläuterung der gesetzlichen und fachlichen Rahmenbedingungen.

4. Möglichkeiten der Traumabearbeitung durch traumapädagogi-sches Handeln: Detaillierte Darstellung der therapeutischen Ziele, der Bedeutung der Fachkräfte-Grundhaltung und der zentralen Methode der Selbstbemächtigung.

5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Notwendigkeit traumapädagogischer Konzepte zur Heilung und zur Ermöglichung eines positiven Lebensweges nach traumatischen Erfahrungen.

Schlüsselwörter

Sexueller Kindesmissbrauch, Traumapädagogik, Heimerziehung, Trauma, Posttraumatische Belastungsstörung, Selbstbemächtigung, Schutzfaktoren, Resilienz, Traumatisierungsfaktoren, Kindeswohlgefährdung, Sozialpädagogik, Lebenslaufdeterminierung, Bindungspädagogik, Interventionskonzepte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den traumatischen Folgen von sexuellem Missbrauch im Kindheitsalter und wie betroffene Kinder in der stationären Jugendhilfe durch traumapädagogisches Handeln unterstützt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Definition sexuellen Missbrauchs, die psychischen Folgen wie Traumatisierungen und die Implementierung traumapädagogischer Konzepte in Heimeinrichtungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kinder durch traumapädagogische Methoden ihre traumatischen Erlebnisse verarbeiten und durch Selbstbemächtigung wieder zum Subjekt ihres eigenen Lebens werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis aktueller Fachliteratur, psychotraumatologischer Erkenntnisse und rechtlicher Rahmenbedingungen eine theoretische Fundierung für das Handeln in der Traumapädagogik erarbeitet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Formen von Missbrauch, die Analyse der Traumatisierung sowie die Vorstellung traumapädagogischer Ansätze, Methoden und Ziele im stationären Rahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Traumapädagogik, sexueller Kindesmissbrauch, Selbstbemächtigung, Resilienz und Traumafolgen.

Wie unterscheidet sich die traumapädagogische Arbeit von herkömmlicher Heimerziehung?

Die Traumapädagogik setzt explizit bei der Heilung traumatischer Erfahrungen an und nutzt spezifische Methoden, um durch Sicherheit und Bindungsarbeit die kindliche Selbstregulation und Selbstbemächtigung zu fördern, was über die Standardbetreuung hinausgeht.

Warum ist die „Annahme des guten Grundes“ für Fachkräfte so wichtig?

Dieses Prinzip hilft Fachkräften, auch schwierige oder deviante Verhaltensweisen der Kinder als notwendige Anpassungsleistung an ihre traumatische Vergangenheit zu verstehen, statt sie nur als störend zu bewerten, was eine wertschätzende Beziehungsarbeit erst ermöglicht.

Ende der Leseprobe aus 80 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sexueller Missbrauch im Kindheitsalter und die traumatischen Folgen
Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Note
1,7
Autor
Sarah Proske (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
80
Katalognummer
V298961
ISBN (eBook)
9783656953470
ISBN (Buch)
9783656953487
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Trauma Traumapädagogik Sexueller Missbrauch Kindesmissbrauch Kindesmisshandlung Selbstbemächtigung Selbstermächtigung Heimerziehung Lebenslaufdeterminierung Sexuelle Gewalt Sexualisierte Gewalt Posttraumatische Belastungsstörung Traumabearbeitung Folgen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Proske (Autor:in), 2015, Sexueller Missbrauch im Kindheitsalter und die traumatischen Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298961
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  80  Seiten
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