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Der Kölner Aufstand von 1074 und die Erhebung für Heinrich IV. im Jahre 1106

Titel: Der Kölner Aufstand von 1074 und die Erhebung für Heinrich IV. im Jahre 1106

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 24 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Huzeyfe Tok (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Um die Jahrhundertwende vom 11. Jahrhundert zum 12. Jahrhundert hat sich die Kölner Bürgerschaft offenbar aus ihren Fesseln befreit und einen wichtigen Schritt gewagt. Dieser Schritt formte sie zu einer wichtigen sozio-politischen Einheit, die sich nun gegen die stadtherrliche Regierung durchsetzte und den Grundstein für die Kommunenbildung legte. Die Frage nach der sozialen Entwicklung und dem Prozess der Gemeindebildung der Stadt Köln im 11. und 12. Jahrhundert wurden in der Forschung vielfältig untersucht und ausführlich diskutiert.

In Studien der älteren Forschung wird dieses Thema vor allem im Hinblick auf die Verfassungsstruktur und ihre Entwicklung behandelt, wie etwa bei Koebner und Beyerle Neben diesem rechtshistorisch orientierten Ansatz liegen auch weitere Arbeiten zu diesem Themengebiet vor, in denen das Augenmerk vielmehr auf sozialgeschichtliche Aspekte gelegt wird oder Beiträge, die beide Herangehensweisen vereinen Die Lösung des Problems der städtischen Gemeinde ist außerdem für die Entstehung der deutschen Stadt von großer Bedeutung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Soziale und politische Strukturen in der Stadt im 11. Jahrhundert

1. Die „Ersten“ der Bürgerschaft und ihre Rolle in der Gesellschaft

2. Der Bischof als Stadtherr

III. Der Aufstand von 1074 – Resultat eines gesamtstädtischen Handelns?

1. Aufstand von 1074

2. Mögliche Beweggründe für den Aufstand

3. Die Gruppe der Aufrührer - Konfliktpartei in der Quelle

IV. Die Erhebung für Heinrich IV. im Jahre 1106

1. Schwurgemeinschaft als Vorstufe der Kommune

2. Der Konflikt des Jahres 1106

3. Kontrastive Gegenüberstellung der Ereignisse von 1074 und 1106

V. Auf dem Weg zu einer Kommune

VI. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Entstehungsprozess der kommunalen Bewegung im mittelalterlichen Köln, indem sie zwei zentrale Konflikte des 11. und beginnenden 12. Jahrhunderts vergleichend analysiert. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit sich die Bürgerschaft in diesen Auseinandersetzungen als organisierte und einheitliche politische Kraft gegen die erzbischöfliche Stadtherrschaft behaupten konnte und welche Rückschlüsse dies auf die Entwicklung städtischer Selbstverwaltung zulässt.

  • Soziale Schichtung und politisches Machtgefüge im Köln des 11. Jahrhunderts
  • Analyse des Aufstands gegen Erzbischof Anno im Jahr 1074
  • Untersuchung der Erhebung für Kaiser Heinrich IV. im Jahr 1106
  • Kontrastiver Vergleich von Organisationsgrad und politischem Selbstbewusstsein
  • Entwicklung des städtischen Gemeinschaftsgefühls als Vorstufe der Kommune

Auszug aus dem Buch

Die Gruppe der Aufrührer - Konfliktpartei in der Quelle

In der Darstellung Lamperts wird eindeutig zwischen den primores, den „Vornehmen“ oder „Ersten“ der Bürgerschaft, die sich zum Pläne Besprechen treffen, und dem vulgus unterschieden.49 Außer diesen Begriffen verwendet Lampert auch den Begriff Colonienses, um die Partei der Aufständischen zu beschreiben.50 Inwieweit dieser Begriff die Kölner als communis oder als eine Einheit beschreibt, ist fraglich. Anhand des Konfliktablaufs und des -ausgangs wird deutlich, dass es keine kommunal organisierte Institution gibt, die den Verlauf des Aufstands koordiniert.

Einzig und allein geht die Initiative von den primores aus und sie sind die Taktgeber in dem Konflikt. Durch den Versuch der Beschlagnahme des beladenen Kaufmannsschiffes fühlen sie sich vielleicht in ihren Rechten verletzt und schließen sich anschließend zu einer Einheit zusammen, die gewaltsam versucht, den Erzbischof zu vertreiben, da gerade dieser den Befehl zur Beschlagnahmung erteilt hat. Der Begriff Colonienses ist in diesem Kontext wohl nichts Weiteres als eine Herkunftsbezeichnung und bezieht sich in dieser Beschreibung des Konfliktes beim Chronisten Lampert nicht auf die gesamte Einwohnerschaft Kölns.

Anders ausgedrückt sollte der Begriff nicht den Eindruck erwecken, dass alle Einwohner der Stadt sich an dem Aufstand gegen ihren Erzbischof beteiligen. Ein Teil von ihnen ist aber anscheinend dazu bereit, unter der Führung der primores gegen den Stadtherrn vorzugehen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Forschungsstand zur Kölner Stadtgeschichte und definiert das Ziel der Arbeit, den Entstehungsprozess kommunaler Selbstverwaltung anhand von zwei zentralen Konflikten zu analysieren.

II. Soziale und politische Strukturen in der Stadt im 11. Jahrhundert: Dieses Kapitel beschreibt die heterogene soziale Zusammensetzung Kölns und die dominierende erzbischöfliche Stadtherrschaft als Rahmenbedingung für die spätere Kommunebildung.

III. Der Aufstand von 1074 – Resultat eines gesamtstädtischen Handelns?: Das Kapitel untersucht den Aufstand von 1074 und kommt zu dem Schluss, dass dieser spontan und unorganisiert verlief, ohne auf eine etablierte kommunale Struktur schließen zu lassen.

IV. Die Erhebung für Heinrich IV. im Jahre 1106: Hier wird der Konflikt von 1106 als Wendepunkt analysiert, bei dem die Bürgerschaft durch solidarisches Handeln und Schwurgemeinschaften erstmals als politisch ernstzunehmender Akteur auftritt.

V. Auf dem Weg zu einer Kommune: Das Kapitel reflektiert den Prozess der Institutionalisierung und zeigt auf, wie städtische Aufgaben und wirtschaftliches Wachstum die Entwicklung zum kommunalen Bewusstsein begünstigten.

VI. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass sich zwischen 1074 und 1106 ein entscheidender Wandel in der Selbstorganisation der Bürgerschaft vollzog, der das Fundament für die spätere Entstehung der Stadtgemeinde legte.

Schlüsselwörter

Kommune, Kommunebewegung, Köln, Mittelalter, Erzbischof, Bürgerschaft, primores, Coniuratio, 1074, 1106, Stadtgemeinde, Selbstverwaltung, politisches Handeln, Heinrich IV., Aufstand

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der städtischen Selbstverwaltung in Köln vom 11. bis zum beginnenden 12. Jahrhundert anhand von zwei spezifischen Aufständen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die soziale Schichtung der Stadtbevölkerung, die erzbischöfliche Stadtherrschaft sowie die Entstehung kollektiver Handlungsstrukturen der Bürger.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Es wird untersucht, inwieweit die Kölner Bürger in den Konflikten von 1074 und 1106 als organisierte und geeinte Bürgerschaft agierten, die sich auf dem Weg zur kommunalen Selbstverwaltung befand.

Welche methodische Herangehensweise wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen kontrastiven Vergleich der Ereignisse von 1074 und 1106, um die evolutionäre Entwicklung des städtischen Selbstbewusstseins zu verdeutlichen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der sozialen Strukturen, die detaillierte Untersuchung der beiden Aufstände und deren Einordnung in den Prozess der Kommunebildung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?

Zentrale Begriffe sind neben der Kommune und der Schwurgemeinschaft (Coniuratio) insbesondere die primores als Führungsschicht und das sich wandelnde Verhältnis zum Stadtherrn.

Warum wird der Aufstand von 1074 als spontan und unorganisiert eingestuft?

Der Aufstand richtete sich radikal gegen die Person des Erzbischofs, ohne politische Ziele oder eine tragfähige organisatorische Basis für die gesamte Bürgerschaft aufzuweisen.

Was unterscheidet die Erhebung von 1106 qualitativ vom Aufstand des Jahres 1074?

Im Jahr 1106 agierten die Bürger im Gegensatz zu 1074 als geschlossene Einheit, die gemeinsam Verteidigungsmaßnahmen koordinierte und damit eine neue Qualität politischen Handelns bewies.

Welche Rolle spielten die sogenannten primores in diesem Entwicklungsprozess?

Die primores, eine reiche Führungsschicht aus Kaufleuten und Ministerialen, fungierten in beiden Konflikten als treibende Kraft und Initiatoren des organisierten Handelns.

Welches Fazit zieht der Autor zur kommunalen Entwicklung in Köln?

Der Autor konstatiert, dass sich das Gemeinschaftsbewusstsein der Bürger im betrachteten Zeitraum signifikant entwickelte und das Fundament für die spätere ratgebundene Stadtregierung des 13. Jahrhunderts legte.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Kölner Aufstand von 1074 und die Erhebung für Heinrich IV. im Jahre 1106
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Innerstädtische Konflikte
Note
2,7
Autor
Huzeyfe Tok (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
24
Katalognummer
V298988
ISBN (eBook)
9783656954422
ISBN (Buch)
9783656954439
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kölner aufstand erhebung heinrich jahre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Huzeyfe Tok (Autor:in), 2014, Der Kölner Aufstand von 1074 und die Erhebung für Heinrich IV. im Jahre 1106, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/298988
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  24  Seiten
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