Event-Driven Architecture (EDA), P2P und Electronical Data Interchange (EDI). Klausurfragen zur Prüfungsvorbereitung


Prüfungsvorbereitung, 2010
11 Seiten

Leseprobe

EDA (Event-Driven-Architecture)

1. Nennen Sie Beispiele von Ereignissen im betriebswirtschaftlichen Kontext, die für den Einsatz einer EDA sinnvoll wäre? (4)

Logistik: Eingang eines Werkstücks, Beenden eines Fertigungsschrittes oder Auftreten eines Fehlers, Lokalisierung und Identifizierung von Waren bspw. mit RFID

Sonstiges: Eingang von Bestellungen, Aufträgen, Buchungen, Rechnungen etc., Kursänderung an der Börse,

2. Was versteht man unter BAM? (2)

Business Activity Monitoring - bezeichnet die Sammlung von Analysen und Präsentationen über zeitrelevante Geschäftsprozesse in Organisationen (Visualisierung von Ereignissen -> Dashboard, Cockpit)

3. Was bedeutet SOA 2.0/Advanced SOA? (1)

Kombination von SOA und EDA wurde von Gartner als SOA 2.0 postuliert

4. Erläutern Sie kurz Ereignisorientierung und den daraus sich ergebenen impliziten Eigenschaften! (6)

Ereignisse werden in Form von Nachrichten an eine Middleware gesendet. Diese leitet diese Nachricht weiter, d.h. sie macht diese allen Softwarekomponenten bekannt, die sich für diese Nachricht interessieren.

- Die Middleware dient also als Mediator, d.h. die ereigniserzeugende Komponente weiß nicht, wer die Nachricht erhält bzw. wie sie weiterverarbeitet wird.
- Die Komponenten die über Ereignisse kommunizieren kennen sich nicht, müssen aber die Semantik der Nachrichten verstehen.
- Kommunikation ist asynchron d.h. lose Kopplung.
- Komponenten sind autonom und entscheiden selbst was sie mit den Nachrichten machen.
- Komponentenübergreifende Prozesse sind nicht als Ganzes beschrieben.
- Prozessbeschreibung ist in Form von Ereignisbehandlungsroutinen in div. Komponenten verteilt d.h. komponentenübergreifende Geschäftsprozesse sind nicht gut voneinander abzugrenzen, somit schlecht änder- und wartbarer.

5. Warum wird bei B2B-Anwendungen ereignisgesteuerter Datenaustausch präferiert? (2)

- Die lose Kopplung welche redundante Daten- und Funktionshaltung zur Folge hat.
- Wenn im Geschäftsfeld eine große Menge von Ereignissen auftreten für deren Verarbeitung kein definierter Ablauf existiert.

6. Erläutern Sie CEP (Complex Event Processing)! (6)

CEP hat das Ziel das Erkennen von Mustern (event patterns) innerhalb der „Ereigniswolke“. Dafür ist das Verarbeiten großer Ereignisströme notwendig. Die Ereignisse werden nicht nur unabhängig voneinander betrachtet, sondern auch deren Abhängigkeiten und Korrelationen. Erst die Betrachtung der Ereignisse über einen längeren Zeitraum lässt entsprechende Schlussfolgerungen zu. Deswegen sind die Ereignisströme (event streams) mit den aktuellen und vergangenen Ereignissen zu betrachten. Beispiele: System für den Aktienhandel, das Millionen von Ereignissen verarbeitet

7. Nennen Sie Beispiele für die Informationen die innerhalb eines Ereignisses festgehalten werden sollten. (2)

Metadaten, Ereignistyp, Ereignisquelle, Auftrittszeitpunkt, eindeutige ID, Nutzdaten

- Flugdaten einer Flugbuchung, Geldbetrag und Konten für Geldtransaktion, Ware und Empfänger einer Warenlieferung

8. Nennen Sie die Komponenten einer CEP Architektur und erläutern sie die Aufgaben bzw. Funktion der Elemente. (12)

- präzise Definition notwendig, damit Ereignisse verarbeitet werden können; Beschreibung von Ereignistypen, Abhängigkeiten und Wechselwirkungen; oft wird Ereignishierarchie gebildet: vom abstrakten Ereignistyp (ID, Zeitstempel…) zum spez. Domainereignis; Implementierung meist durch Key-Value-Paare, POJOs und XML; Semantik der Ereignisse sollte genau definiert sein, damit die Komponenten diese korrekt interpretieren können

Daten: beschreiben die in der realen Welt aufgetretenen Daten (Exemplar einer Spezifikation)

- Definition von Regeln auf Basis der Ereignisspezifikation (Transformation, Filtern, Aggregieren, Erzeugen neuer Ereignisse); Regeln definieren Aktionen, wenn best. Muster im Ereignisfluss erkannt wird; Regeln können bestehen aus einem Trigger, der aus ein oder mehreren Mustern besteht und einer Aktion, die ausgeführt wird; Beziehungstypen von Ereignissen und Mustern (Zeitliche, Ursächliche, Aggregation von Ereignissen)

- Regelmaschine, lädt und verarbeitet (wendet die Regeln an) auf die Ereignisse; beim Pattern-Matching werden auch Vergangenheitsdaten berücksichtigt; Daten der Vergangenheit müssen vorgehalten werden, jedoch impraktikabel (Bsp. Aktienkurse); pragmatisch werden vergangenheitsbezogenen Ereignisse in einem Zeit oder Längenfenster gespeichert; wenn diese überschritten sind, dann wird das Ereignis gelöscht

9. Was ist ein EPA und was macht dieser? (2)

EPA steht für Event-Processing-Agents. Diese übernehmen die Erkennung und Verarbeitung von relevanten Ereignismustern. Außerdem können EPA Ereignisse modifizieren, bspw. Umwandlung in ein anderes Format (Event Transformation).

- das Filtern relevanter Ereignisse aus einer großen Menge
- die Aggregation gemäß fachlicher Zusammenhänge zu komplexen Ereignissen
- die Überwachung hinsichtlich des Fehlens bestimmter Ereignisse

10. Welche Muster der Ereignisverarbeitung kennen Sie? Beschreiben Sie diese? (5)

Event Filtering: um mit der Menge an Ereignissen umgehen zu können, werden diese gefiltert, bspw. nach best. Typ oder Ereignisse mit best. Inhalt; Filtern reduziert die Menge der zu betrachtenden Ereignisse (effiziente Verarbeitung)

Content-based Routing: Ereignistyp oder Inhalt entscheiden darüber, wohin ein Ereignis weitergeleitet wird;

Event Splitting and Event Aggregation: manchmal muss ein Ereignis in Bestandteile aufgeteilt werden (Bestellung in Bestellpositionen) oder aber auch zusammengefasst (um Gesamtzahl der Ereignisse zu reduzieren);

Event Transformation: Nach der Umwandlung in ein anderes Format (event transformation) durch die EPA können die Inhalte erweitert (content enrichment) werden bspw. enthält ein Ereignis eine Personalnummer und nach der Verarbeitung durch EPA alle personenbezogenen Daten;

Synthesis of Complex Events: Erzeugung komplexer Events aus mehreren einfachen Ereignissen bspw. Wertpapierhandel;

11. Was sind EPN? (2)

EPN steht für Event Processing Networks. Dieses dient zur grafischen Darstellung der Ereignisverarbeitung in einer CEP.

12. Skizzieren und Erläutern Sie die EDA Referenzarchitektur? (12)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Event Creation: in dieser Schicht befinden sich die Ereignisquellen; ausgelöst durch externe Geräte wie RFID-Lesegeräte, Änderungen v. Systemzuständen, Eintreffen einer Email, Änderung eines Datensatzes; auftretende Ereignisse werden hier ggf. in ein Standarddatenformat transformiert (bspw. XML o. Java);

- zentrale Steuerungseinheit; enthält das EPN zur Ereignisverarbeitung, welches entsprechende EPA enthält;

Enterprise Integration Backbone: stellt Schnittstelle bzw. Facade zur Verfügung, damit CEP-Einheit auf die Anwendungssysteme zugreifen kann; ist bspw. notwendig, wenn Nachrichten (Ereignisse) mit zusätzlichen Informationen angereichert werden müssen; Kommunikation ist unidirektional, d.h. die Anwendungskomponenten kennen die CEP-Komponente nicht;

Event-Monitoring-Komponente: optional; enthält Repository zur Speicherung der Ereignisse; Dauer hängt vom jeweiligen Typ ab; i.d.R. werden komplexe Ereignisse gespeichert; ist die einzige Komponente, die von Anwendungssystemen gesehen werden kann; kann von den AS verwendet werden, um Ereignisse anzuzeigen, auszuwerten oder in einer BAM-Komponente zu visualisieren;

13. Erläutern Sie den Status Quo bei den EDA. (5)

- es fehlen allg. Standards insbesondere für Event Processing Languages zur Beschreibung von Mustern und Regeln
- keine etablierten Methoden für die Entwicklung von EDA-Anwendungen vorhanden
- es fehlen Guidelines, Entwurfsmuster oder wiederverwendbare EPA
- keine etablierten Produkte auf dem CEP-Markt
- mangelnde Werkzeugunterstützung (bspw. Debugging von Regelsystemen)
- wenig Erfahrung mit wirklich komplexen EDA-Systemen, komplexe Regelsysteme sind für viele Unternehmen absolutes Neuland

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Event-Driven Architecture (EDA), P2P und Electronical Data Interchange (EDI). Klausurfragen zur Prüfungsvorbereitung
Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
Autor
Jahr
2010
Seiten
11
Katalognummer
V299093
ISBN (eBook)
9783656971627
ISBN (Buch)
9783656971634
Dateigröße
729 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
EDA, P2P, EDI
Arbeit zitieren
Martin Schlesier (Autor), 2010, Event-Driven Architecture (EDA), P2P und Electronical Data Interchange (EDI). Klausurfragen zur Prüfungsvorbereitung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299093

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