Die Pränataldiagnostik (PND) unter dem Blickwinkel humangenetischer, elterlicher und ethischer Aspekte


Hausarbeit, 2004
21 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition

3. Die umstrittene Pränataldiagnostik

4. Die Pränataldiagnostik als ethisches Problem

5. Krankheiten/Behinderungen und ihre Diagnosemethoden
a) Fruchtwasserentnahme (Amniozentese)
b) Entnahme von Mutterkuchengewebe (Chorionzottenbiopsie)
c) Ultraschall

6. Rechtliches

7. Der Embryozid/Fetozid

8. Pränataldiagnostik aus der Sicht des Gynäkologen und Humangenetikers

9. Pränataldiagnostik aus der Sicht von Eltern

10. Der ethische Aspekt

11. Conclusio

12. Literaturverzeichnis

1 Einleitung

In dieser Hausarbeit soll das Thema Pränataldiagnostik etwas eingehender betrachtet werden. Handelt es sich bei ihr um einen noch gar nicht so alten Wissenschaftsstrang, so haben sich seit ihrer Entwicklung doch mehr und mehr Gegner und Kritiker gefunden, die besonders auf ethische Aspekte hinweisen und sowohl Untersuchungsmöglichkeiten als auch Konsequenzen aus dem enormen Wissenszuwachs in Frage stellen.

Das Erstellen dieser Seiten über die Pränataldiagnostik haben nicht nur Zeit in Anspruch genommen; sie haben mich dem Thema ein ganzes Stück näher gebracht. Viele Dinge waren mir neu und mussten erarbeitet werden, aber am Ende stand das Gefühl ein Stück Wissen dazu gewonnen zu haben. Dieses Wissen soll an den Leser weitergegeben werden damit auch er sich zum Thema eine festere Meinung bilde, werden doch wichtige Bereiche gestreift: Schwangerschaft, Kinderwunsch und Behinderung. Bereiche, die in unserer sich mehr und mehr individualisierenden Gesellschaft kaum noch Gehör finden.

In Deutschland sind Menschen rar geworden, die einen Kinderwunsch äußern und ihn verwirklichen; die wenigsten von ihnen wären dann auch noch bereit ein behindertes Kind groß zu ziehen. Trotzdem gibt es diese Menschen und sind auch mir begegnet, und so sollen auch die Gedanken der Mutter eines behinderten Kindes mit in diese Hausarbeit einfließen.

Vielleicht täten sich dem einen oder anderen eine neue Sichtweise auf, würde er/sie sich mehr mit diesem Themenbereich befassen, um den eigenen Horizont zu erweitern, diese Problematik kritischer zu betrachten und Menschen mit Behinderungen oder deren Angehörigen beizustehen, unter die Arme greifen oder als Freund einfach nur da zu sein.

2 Definition

„(engl.) prenatal diagnostics, prenatal screenig; Untersuchung des ungeborenen Kindes; Meth. U. Ind.: 1. Ultraschalldiagnostik [...] Routineverfahren, nach den Mutterschaftsrichtlinien mind. dreimal während jeder Schwangerschaft, gestattet neben deren Nachweis die Plazentalokalisation, Bestimmung der Kindsgröße u. –form, Nachw. Von Mehrlingen sowie Beurteilung einzelner Organe (Fehlbildungen) [...]“[1]

Unter Pränataldiagnostik versteht man die medizinischen Untersuchungen, die während der Schwangerschaft durchgeführt werden können, um eine mögliche Komplikation oder Erkrankung des ungeborenen Kindes erkennen zu lassen. Zu den Untersuchungsmethoden gehören sowohl bildgebende Verfahren wie Ultraschall als auch die Fruchtwasseruntersuchung und andere Arten von Gewebeentnahme.

3. Die umstrittene Pränataldiagnostik

Anfang der 80er Jahre fanden die ersten Untersuchungen dieser Art statt. Mithilfe der Pränataldiagnostik (im weiteren als „PND“ abgekürzt) in Verbindung mit invasiven, also chirurgischen Maßnahmen, können heute gravierende Entwicklungsschäden am und in der Umgebung des Kindes behoben werden und eine Schwangerschaft in vielen Fällen problemlos zuende geführt werden. Trotzdem ist die PND nicht unumstritten, da sie die werdenden Eltern vor gravierende Entscheidungen stellen kann, nämlich ob ihr Kind weiter leben soll oder nicht.

Als selektierende Methode lehnen viele Menschen, die Pränataldiagnostik ab. Da bei einem auffälligen Befund oftmals eine Abtreibung die Folge ist, sind auch die Kirchen, v.a. die katholische, gegen derartige Untersuchungen, wenn sie denn die Abtötung der Leibesfrucht zur Konsequenz hätten. Es sei außerdem darauf hingewiesen, dass viele Frauen sich jahrelang oft sogar ein ganzes Leben lang mit Vorwürfen und Selbstzweifeln wegen einer Abtreibung herumquälen. Auf diese beiden Punkte soll im folgenden vertiefter hingewiesen werden.

Nicht alle Kinder mit genetischen Defekten kommen zur Welt. Bei Vielen kann ihre Fehlentwicklung erst gar nicht mithilfe einer PND diagnostiziert werden: „Oft läuft ein Abort spontan ab, d.h. dass nach der Befruchtung der Eizelle in den ersten Tagen und Wochen ca. 80 % der Schwangerschaften mit genetischen Defekten durch einen Spontanabgang vom Körper selbst beendet werden. Oft wird dies von den betroffenen Frauen gar nicht bemerkt, weil es in den ersten Tagen oder Wochen der Schwangerschaft passiert.“[2]

4. Die Pränataldiagnostik als ethisches Problem

So einfach die Frage gestellt ist, so komplex ist ihre Antwort: Ist die Pränataldiagnostik ethisch vertretbar? Kann man werdenden Eltern raten oder gar Mut machen die werdende Mutter einer PND zu unterziehen? Sind sich die werdenden Eltern über Tragweite und Konsequenzen bewusst, wenn sie über Leben oder Tod des werdenden Kindes entscheiden? Ist es sinnvoll werdende Eltern über eine möglichen Erkrankung ihres Kindes zu informieren wenn es für diese noch gar keine Behandlungsmöglichkeiten gibt?

Einerseits ist es wichtig ein wenig vom Schrecken zu nehmen den der Begriff PND immer wieder verbreitet, laufen doch die meisten Schwangerschaften völlig normal ab. Andererseits muss aber darauf aufmerksam gemacht werden, dass die PND auch nicht das Maß aller Dinge ist und es auch niemals sein wird und eben nicht nur diagnostizieren und therapieren sondern auch zerstören und verletzen kann.

Hierbei muss mehr als eine Sichtweise angestrengt werden werden, sind doch Meinung und Ausübung der PND in unseren Breiten, in denen mehr oder weniger gebildete und selbstbewusste Menschen leben, eine Sache, weit weg von uns jedoch eine ganz andere. Als Beispiel dien die Abtreibung von weiblichen Föten in China. Auf diese Problematik wird noch eingegangen.

Bevor der Versuch einer Bewertung der PND in hilfreich, gut oder gar schädlich unternommen werden kann, sollen nun einige Grundbegrifflichkeiten zum besseren allgemeinen Verständnis dargestellt werden.

5. Krankheiten/Behinderungen und ihre Diagnosemethoden

Welchen Frauen rät die Schulmedizin zu einer PND?

denjenigen, die älter als 35 Jahre sind

die bereits Schwangerschaften mit Chromosomenstörungen hatten

bei denen Chromosomentranslationen[3] erkannt sind bzw. vermutet werden

eine familiäre Disposition besteht für pränatal diagnostizierbare Erkrankungen

ein Familienmitglied einen Neuraldefekt hat, z.B. einen offenen Rücken (Spina bifida)

a) Fruchtwasserentnahme (Amniozentese)

Feststellung von:

Chromosomenveränderungen, z.B. das Down-Syndrom („Mongolismus“)

Neuraldefekte wie der offene Rücken (Spina bifida)

erbliche Stoffwechselerkrankungen

Durchführung ab 14. Schwangerschaftswoche

Absaugen von 15-20 ml Fruchtwasser

Untersuchung von abgeschilferten Hautzellen des Fötus sowie Zellen des umgebenen Fruchtwassersacks (Amnion)

Vermehrung dieser Zellen im Labor und anschließende Untersuchung der sich darin befindlichen Chromosomen

Ergebnisse liegen 2-3 Wochen nach Fruchtwasserentnahme vor

Diagnostische Genauigkeit liegt um 90 %

Gefahr einen durch Fruchtwasserentnahme Abort auszulösen liegt bei 0,5-1 %

Methode wird etwa 100mal öfter vorgenommen als die im folgenden erwähnte Chorionzottenbiopsie – Abb.[4]

[...]


[1] Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, 259. Auflage, Walter de Gruyter, S. 1350

[2] Vorgeburtliche Untersuchungen im Überblick, Medicine worldwide, Mai 2004

[3] Chromosomentranslation: Veränderung des Erbgutes eines Kindes mit welcher gravierende Gesundheitsschäden an Mutter und Kind einhergehen können.

[4] http://m.i4o.de/amnio.gif

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Die Pränataldiagnostik (PND) unter dem Blickwinkel humangenetischer, elterlicher und ethischer Aspekte
Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin  (Pflege / Pflegemanagement)
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
21
Katalognummer
V29913
ISBN (eBook)
9783638313094
ISBN (Buch)
9783638748537
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand
Schlagworte
Pränataldiagnostik, Blickwinkel, Aspekte
Arbeit zitieren
Alexander Weber (Autor), 2004, Die Pränataldiagnostik (PND) unter dem Blickwinkel humangenetischer, elterlicher und ethischer Aspekte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29913

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