Unter dem Eindruck der steigenden Zahlen von in Deutschland durchgeführten Schwangerschaftsabbrüchen soll die Problematik der Pränataldiagnostik (PND) näher betrachtet werden. Bei der PND handelt es sich um einen noch gar nicht so alten Wissenschaftsstrang. Mit ihr hat sich neben begeisterten Befürwortern eine Gemeinde von Kritikern entwickelt, die besonders auf ethische Aspekte hinzuweisen versucht und sowohl Untersuchungsmöglichkeiten als auch Konsequenzen aus dem enormen Wissenszuwachs der PND in Frage stellen.
Dem Leser soll dieses Wissen zur persönlichen Meinungsbildung weitergegeben werden, werden doch Bereiche wie Schwangerschaft, Kinderwunsch und Behinderung angesprochen, die in unserer sich mehr und mehr individualisierenden Gesellschaft kaum noch Interesse finden.
In Deutschland sind Männer und Frauen rar geworden, die einen Kinderwunsch äußern und ihn verwirklichen; die wenigsten von ihnen wären dann auch noch bereit ein behindertes Kind groß zu ziehen. Trotzdem gibt es diese Menschen, und so sollen auch die Gedanken der Mutter eines behinderten Kindes mit in diese Hausarbeit einfließen.
Vielleicht gewinnt der/die eine oder andere LeserIn eine neue Sichtweise auf die PND, mit der - wenn auch ungewollt - nichts anderes als der Gedanke der Eugenik, der Rassenhygiene, auf eine diskretere Weise weitergesponnen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition
3. Die umstrittene Pränataldiagnostik
4. Die Pränataldiagnostik als ethisches Problem
5. Krankheiten/Behinderungen und ihre Diagnosemethoden
a) Fruchtwasserentnahme (Amniozentese)
b) Entnahme von Mutterkuchengewebe (Chorionzottenbiopsie)
c) Ultraschall
6. Rechtliches
7. Der Embryozid/Fetozid
8. Pränataldiagnostik aus der Sicht des Gynäkologen und Humangenetikers
9. Pränataldiagnostik aus der Sicht von Eltern
10. Der ethische Aspekt
11. Conclusio
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Pränataldiagnostik (PND) in ihrem wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext. Ziel ist es, die medizinischen Möglichkeiten der Diagnostik den elterlichen Entscheidungsprozessen sowie ethischen Fragestellungen gegenüberzustellen und dabei insbesondere den Umgang mit Behinderungen im Kontext der Pränataldiagnostik kritisch zu beleuchten.
- Medizinische Diagnosemethoden der Pränataldiagnostik.
- Rechtliche Rahmenbedingungen des Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland.
- Die Perspektiven von Eltern und medizinischen Fachkräften auf die PND.
- Ethische Bewertung durch christliche Kirchen und gesellschaftliche Einflüsse.
- Auswirkungen der Pränataldiagnostik auf die Bindung zwischen Mutter und Kind.
Auszug aus dem Buch
Die Pränataldiagnostik als ethisches Problem
So einfach die Frage gestellt ist, so komplex ist ihre Antwort: Ist die Pränataldiagnostik ethisch vertretbar? Kann man werdenden Eltern raten oder gar Mut machen die werdende Mutter einer PND zu unterziehen? Sind sich die werdenden Eltern über Tragweite und Konsequenzen bewusst, wenn sie über Leben oder Tod des werdenden Kindes entscheiden? Ist es sinnvoll werdende Eltern über eine möglichen Erkrankung ihres Kindes zu informieren wenn es für diese noch gar keine Behandlungsmöglichkeiten gibt?
Einerseits ist es wichtig ein wenig vom Schrecken zu nehmen den der Begriff PND immer wieder verbreitet, laufen doch die meisten Schwangerschaften völlig normal ab. Andererseits muss aber darauf aufmerksam gemacht werden, dass die PND auch nicht das Maß aller Dinge ist und es auch niemals sein wird und eben nicht nur diagnostizieren und therapieren sondern auch zerstören und verletzen kann.
Hierbei muss mehr als eine Sichtweise angestrengt werden werden, sind doch Meinung und Ausübung der PND in unseren Breiten, in denen mehr oder weniger gebildete und selbstbewusste Menschen leben, eine Sache, weit weg von uns jedoch eine ganz andere. Als Beispiel dien die Abtreibung von weiblichen Föten in China. Auf diese Problematik wird noch eingegangen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema PND und Darlegung der Motivation für die Auseinandersetzung mit Schwangerschaft, Kinderwunsch und Behinderung.
2. Definition: Medizinische Begriffsklärung der Pränataldiagnostik anhand des klinischen Wörterbuchs und allgemeiner Definitionen.
3. Die umstrittene Pränataldiagnostik: Diskussion der Entwicklung der PND und deren kritische Betrachtung durch Gegner aufgrund der ethischen Konsequenzen.
4. Die Pränataldiagnostik als ethisches Problem: Hinterfragung der ethischen Vertretbarkeit der PND und der damit verbundenen komplexen elterlichen Entscheidungssituation.
5. Krankheiten/Behinderungen und ihre Diagnosemethoden: Überblick über medizinische Indikationen für eine PND und die gängigen Verfahren wie Amniozentese und Ultraschall.
6. Rechtliches: Analyse des § 218 StGB und dessen Bedeutung für den Schwangerschaftsabbruch bei medizinischer Indikation.
7. Der Embryozid/Fetozid: Erläuterung der Methoden zur Beendigung einer Schwangerschaft nach pränatalen Befunden.
8. Pränataldiagnostik aus der Sicht des Gynäkologen und Humangenetikers: Darstellung der diagnostischen Möglichkeiten und der medizinischen Sicht auf die Risikominimierung.
9. Pränataldiagnostik aus der Sicht von Eltern: Analyse elterlicher Einstellungen und der psychologischen Auswirkungen der „Schwangerschaft auf Probe“.
10. Der ethische Aspekt: Ethische Reflexion unter Einbeziehung christlicher Positionen zu Leben, Leiden und Verantwortung.
11. Conclusio: Zusammenführende Betrachtung der Problematik, der Wichtigkeit von Beratung und dem notwendigen gesellschaftlichen Umgang mit behinderten Menschen.
Schlüsselwörter
Pränataldiagnostik, PND, Ethik, Schwangerschaftsabbruch, Behinderung, Humangenetik, Gynäkologie, Embryozid, Fetozid, Elternschaft, Beratung, christliche Ethik, Medizin, Fehlbildung, Lebensqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Pränataldiagnostik und deren Auswirkungen auf die ethische Urteilsbildung von Eltern und Gesellschaft im Umgang mit behinderten Kindern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind medizinische Diagnoseverfahren, die rechtliche Situation in Deutschland, der elterliche Entscheidungsprozess sowie ethische und christliche Perspektiven.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte Auseinandersetzung mit der PND, um werdenden Eltern und Interessierten ein differenzierteres Verständnis für die Entscheidungshilfen und ethischen Konflikte zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Einbeziehung von Expertenmeinungen und einem persönlichen Interview mit einer betroffenen Mutter.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in medizinische Grundlagen, rechtliche Aspekte nach dem Strafgesetzbuch, die Sichtweisen von Ärzten und Eltern sowie eine umfassende ethische Bewertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind PND, Ethik, Schwangerschaftsabbruch, behindertes Kind, Lebensentscheidung und ärztliche Verantwortung.
Wie bewerten die Kirchen den Einsatz der Pränataldiagnostik?
Die Kirchen befürworten die PND dort, wo sie Mutter und Kind hilft, lehnen aber eine eugenische Sichtweise ab, die behindertes Leben als minderwertig diskreditiert.
Warum wird die PND als „Schwangerschaft auf Probe“ bezeichnet?
Diese Bezeichnung verdeutlicht, dass Eltern oft erst nach einem unauffälligen Befund die Schwangerschaft mental annehmen und eine emotionale Bindung zum Kind aufbauen, aus Angst vor einem Abbruch.
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- Alexander Weber (Author), 2004, Die Pränataldiagnostik (PND) unter dem Blickwinkel humangenetischer, elterlicher und ethischer Aspekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29913