Es gibt viele verschiedene Lehrerbilder: Der Lehrer kann Belehrender, distanzierter Dogmatiker, der ernste und strenge Schulmeister sein oder aber Freund, Vorbild, Wegbegleiter, Bezugsperson etc.
Dieser Hausarbeit versucht, einen Wandel des Lehrerbildes in den USA der 1950er Jahre anhand zweier thematisch ähnlicher Filme („Der Club der toten Dichter“ und „Mona Lisas Lächeln“) aufzuzeigen. In beiden Filmen treten Protagonisten in den Rollen eines Lehrers/einer Lehrerin auf, die sich strikten Traditionen und altmodischen Lehrplänen ihrer jeweiligen Schule widersetzen und den Schülern stattdessen Werte der Aufklärung wie Emanzipation und selbstständiges Denken vermitteln wollen.
Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Wandel anhand zweier Aspekte zu verdeutlichen: 1) der Lehrerpersönlichkeit und 2) der Lehrerkompetenz. Beide Facetten der Lehrerprofession werden sowohl im aktuellen bildungswissenschaftlichen Diskurs dargestellt, als auch mit ausgewählten Filmszenen geprüft: Inwieweit treten die Protagonisten Keating und Watson als kompetente Lehrer auf? Wo lassen sich Aspekte einer präsenten und „starken“ Lehrerpersönlichkeit in ihrem Handeln wiederfinden? Wo nicht?
Zunächst wird ein kurzer Überblick über den Status des Lehrers in den 1950er Jahren gegeben und dieser vor dem Hintergrund der beiden Filme reflektiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die 50er Jahre
3. Lehrerpersönlichkeit
4. Lehrerkompeztenzen
5. Fazit
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des Lehrerbildes in den USA der 1950er Jahre anhand der Spielfilme „Der Club der toten Dichter“ und „Mona Lisas Lächeln“, wobei analysiert wird, wie sich veränderte Rollenbilder und pädagogische Kompetenzen in den filmischen Protagonisten widerspiegeln.
- Analyse des historischen Wandels von Erziehungszielen und Lehrerbildern
- Untersuchung der Lehrerpersönlichkeit als Erfolgsfaktor
- Evaluierung lehrerbezogener Kompetenzen in der Filmrezeption
- Gegenüberstellung von traditionellem Frontalunterricht und emanzipatorischen Lehrmethoden
Auszug aus dem Buch
Aspekte der Lehrerpersönlichkeit in „Der Club der toten Dichter“
Humor: Szene ab Minute 41:23. John Keating fragt nach dem Zweck der Sprachentwicklung. Ein Schüler antwortet, sie diene der Kommunikation. „Nein! Um Frauen zu umwerben!“, lautet Keatings Antwort. Es folgt erheiterndes Gelächter auf Seiten der Schüler. Ein harter Schnitt folgt. Die Figuren befinden sich in einer anderen Englischstunde, zu sehen an Keatings Kleidung, die eine andere ist, als vor dem harten Schnitt. Der Lehrer erwähnt das Unterrichtsvorhaben (Thema: „Shakespeare“), woraufhin lustloses Gestöhne im Klassenraum zu vernehmen ist. Keating nimmt dieses wahr und rezitiert in einer Parodie den Dichter auf Marlon Brando und John Wayne Art. Erneutes erheiterndes Gelächter. Auffallend ist, dass das Lachen – erneut durch einen harten Schnitt initiiert – quasi als Überleitung mit in die nächste Englischunterrichtsstunde (erneut zu sehen an Keatings wechselnder Bekleidung) genommen wird. Die traditionelle Sitzform ist hier aufgelöst und die Schüler sitzen locker und ungezwungen vor dem Lehrer, hören ihm zu und lachen.
Keating beweist hier Humor. Diese Szene steht im Kontrast zu den Szenen, in denen die anderen Lehrer ihren traditionellen Unterricht abhalten, in dem Lachen verboten scheint.
Engagement: Dieselbe Szene zeigt auch das Engagement, das Keating beim Unterrichten aufweist. Die Kommunikation mit den Schülern ist sehr lebendig, der Lehrer wechselt häufig seinen Standpunkt auf der „Bühne“ und hält Blickkontakt zu den Schülern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die zentrale Forschungsfrage zum Wandel des Lehrerbildes in den USA der 1950er Jahre vor und erläutert die methodische Vorgehensweise anhand der Filmanalyse.
2. Die 50er Jahre: Dieses Kapitel skizziert das pädagogische Klima und das traditionelle Rollenverständnis der Lehrerschaft in den 1950er Jahren.
3. Lehrerpersönlichkeit: Hier werden theoretische Grundlagen der Lehrerpersönlichkeit erläutert und auf die Protagonisten der Filme angewandt.
4. Lehrerkompeztenzen: Dieses Kapitel analysiert fachliche, didaktische, diagnostische und Klassenführungskompetenzen im Kontext der filmischen Beispiele.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert den Wandel vom strengen Schulmeister hin zum emanzipatorischen Wegbegleiter.
6. Literatur: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Internetrecherchen.
Schlüsselwörter
Lehrerbild, Lehrerpersönlichkeit, Lehrerkompetenz, 50er Jahre, Emanzipation, Der Club der toten Dichter, Mona Lisas Lächeln, Filmanalyse, Erziehung, Schulalltag, Fachkompetenz, didaktische Kompetenz, Schulpädagogik, Filmrezeption, Aufklärung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Wandel von Lehrerrollenbildern und Kompetenzanforderungen im historischen Kontext der 1950er Jahre anhand von Spielfilmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Lehrerpersönlichkeit, der Wandel von Erziehungszielen und die Gegenüberstellung von traditioneller und moderner Didaktik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Wandel des Lehrerberufs anhand der Aspekte Lehrerpersönlichkeit und Lehrerkompetenz in zwei spezifischen Filmbeispielen nachzuzeichnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Filmanalyse, bei der Filmszenen mit bildungswissenschaftlichen Theorien, unter anderem nach Helmke, abgeglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Persönlichkeitsmerkmale der Lehrkräfte und deren didaktische Kompetenzen in „Der Club der toten Dichter“ und „Mona Lisas Lächeln“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind Lehrerbild, Lehrerpersönlichkeit, Lehrerkompetenz, Emanzipation, Filmanalyse und Schulpädagogik.
Wie unterscheidet sich das Lehrerbild in den beiden Filmen?
Während Keating in „Der Club der toten Dichter“ als bereits gefestigte, wenn auch rebellische Persönlichkeit auftritt, zeigt sich Watson in „Mona Lisas Lächeln“ in einem fortlaufenden Entwicklungsprozess.
Welche Bedeutung hat der „berufliche Idealismus“ für die analysierten Lehrkräfte?
Der berufliche Idealismus fungiert in beiden Fällen als treibende Kraft, die es den Lehrpersonen ermöglicht, sich gegen konservative Traditionen zu stellen und eigene pädagogische Wege zu gehen.
- Arbeit zitieren
- Laura Endrizzi (Autor:in), 2013, Lehrerbilder und Lehrerkompetenzen im Wandel. Analysen der Filme "Der Club der toten Dichter" und "Mona Lisas Lächeln", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299150