Zielsetzung dieser Studienarbeit ist die Darstellung und Untersuchung von Inklusion beeinträchtigter Kinder im Schulsport.
Eingangs erfolgt eine Einführung in das Thema Behinderung mit besonderer Ausrichtung auf die unterschiedlichen Ausprägungen von Behinderungen. Im Anschluss wird die Inklusion im Allgemeinen betrachtet. Dazu werden verschiedene Definitionen auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede untersucht. Zudem werden die Entwicklungen von der Exklusion bis zur Inklusion historisch eingeordnet. Zusätzlich wird die Idee der Inklusion anhand von unterschiedlichen Meinungen und Ansätzen kritisch betrachtet.
Anschließend wird die gesetzliche Grundlage dargestellt, angefangen bei der Salamanca-Erklärung über die UN-Behindertenrechtskonvention bis hin zum deutschen Schulrecht.
Im weiteren Verlauf erfolgt die Thematisierung des inklusiven Sportunterrichts. In diesem Zuge wird umfangreich auf die Ziele des inklusiven Sportunterrichts, sowie die damit einhergehende Problematik eingegangen. Darüber hinaus werden unterschiedliche Lösungsstrategien zur optimalen Umsetzung der Inklusion im Sportunterricht dargestellt.
Im Fazit der Studienarbeit werden die wichtigsten Inhalte und die daraus resultierenden Erkenntnisse abschließend zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Behinderung
2.1 Definition
2.2 Unterschiedliche Ausprägungen von Behinderungen
3 Inklusion
3.1 Definition
3.2 Ursprung und Entwicklung
3.3 Kritik
4 Gesetzliche Grundlage
4.1 Salamanca-Erklärung
4.2 UN-Behindertenrechtskonvention
4.3 Deutsches Schulrecht
5 Inklusion im Sportunterricht
5.1 Funktion und Zielsetzung des Sportunterrichts
5.2 Problematik
5.3 Lösungsstrategien
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Inklusion von Kindern mit Beeinträchtigungen im Kontext des Schulsports, analysiert dabei die theoretischen Grundlagen sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen und erörtert die Herausforderungen sowie Lösungsansätze für eine gelingende inklusive Sportpraxis.
- Grundlagen und Definitionen zu Behinderungen und Inklusion
- Historische Entwicklung von der Exklusion zur Inklusion
- Gesetzliche Verankerung und schulrechtliche Anforderungen in Deutschland
- Funktionen und Zielstellungen eines inklusiven Sportunterrichts
- Herausforderungen, Problematiken und Lösungsstrategien für die Praxis
Auszug aus dem Buch
5.2 Problematik
Inklusion ist in den Schulen nicht einfach umzusetzen, da es mit einigen Aufgaben verbunden ist. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, dass gerade im Sportunterricht die Inklusion leicht umsetzbar sei, stellt dies eine große Herausforderung dar. Im Sport kommt es beispielsweise häufig zu Körperkontakt oder anderer direkter Kontaktaufnahme, was viele Kinder überfordert.
Lehrkräfte sind im Umgang mit gemischten Gruppen geübt. Es kommt selten zu einer Differenzierung nach Leistung, auch nicht im Fach Sport. Heterogenität wird von Sportlehrern jedoch nicht gewünscht, da sie selbst zumeist aus dem Sport homogene Gruppen gewöhnt sind. Diesbezüglich sagt Olga Graumann: „Obgleich alle Lehrenden heute unter der Belastung leiden, die aus Heterogenität der SchülerInnen in jeder Schulform zu resultieren scheinen, haben die wenigsten gelernt, (…) sie als Potential und nicht als Belastung zu sehen.“ (Graumann, 2002, S. 29). Diese Erkenntnis muss verinnerlicht werden, um einen vernünftigen Sportunterricht realisieren zu können.
In der Definition des Sports von Tiedemann wird die Problematik der Inklusion im Schulsport deutlich. Für ihn ist der Sport ein „(…) kulturelles Tätigkeitsfeld, in dem Menschen sich freiwillig in eine Beziehung zu anderen Menschen begeben mit der bewussten Absicht, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten insbesondere im Gebiet der Bewegungskunst zu entwickeln und sich mit diesen anderen Menschen auf Grundlage der gesellschaftlich akzeptierten ethischen Werte nach selbstgesetzten oder übernommenen Regeln zu vergleichen.“ (Haupt, 2014, S. 171). In dieser Definition werden zum einen die Bewegungsentwicklung und zum anderen der Vergleich zu anderen Menschen hervorgehoben.
Die Bewegungsentwicklung wird durch den schulischen Sportunterricht insofern gefördert, dass er für viele Kinder die einzige Möglichkeit des Sporttreibens und somit auch der Entwicklung ihrer motorischen Fähigkeiten darstellt. Kinder mit einer Behinderung können teilweise nur eingeschränkt am Sportunterricht teilnehmen. Sportlehrer müssen genauestens über den gesundheitlichen Stand ihrer Schüler informiert sein, um den Unterricht so zu koordinieren, dass er für alle Kinder gleichermaßen durchführbar ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Inklusion beeinträchtigter Kinder im Schulsport ein und skizziert den Aufbau sowie die Zielsetzung der Studienarbeit.
2 Behinderung: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Behinderung anhand verschiedener Definitionen und stellt unterschiedliche Ausprägungen wie Lern-, geistige, körperliche sowie Hör- und Sehbehinderungen vor.
3 Inklusion: Hier werden Definitionen und die historische Entwicklung der Inklusion von der Exklusion bis hin zur heutigen Inklusionsidee dargestellt und kritisch betrachtet.
4 Gesetzliche Grundlage: Dieses Kapitel behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen für Inklusion, insbesondere die Salamanca-Erklärung, die UN-Behindertenrechtskonvention sowie Beispiele aus dem deutschen Schulrecht.
5 Inklusion im Sportunterricht: Der Hauptteil analysiert die Funktionen des Sportunterrichts, die speziellen Probleme der Inklusion in der Sporthalle und zeigt konkrete Lösungsstrategien für die Umsetzung auf.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit, Lehrerausbildung und gesetzliche Rahmenbedingungen an die Anforderungen der Inklusion anzupassen.
Schlüsselwörter
Inklusion, Schulsport, Behinderung, Sonderpädagogik, UN-Behindertenrechtskonvention, Heterogenität, Sportunterricht, Körperliche Beeinträchtigung, Geistige Behinderung, Didaktik, Chancengleichheit, Bildungsauftrag, Sportpädagogik, Lernstörung, Partizipation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Auseinandersetzung der Inklusion von Kindern mit Behinderungen im deutschen Schulsport.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinitionen von Behinderung, die Konzepte der Inklusion, gesetzliche Grundlagen auf internationaler und nationaler Ebene sowie die spezifischen Herausforderungen im inklusiven Sportunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Darstellung und Untersuchung der Inklusion beeinträchtigter Kinder im Schulsport, um Wege für eine optimale Umsetzung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Grundlagen werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf aktuelle Definitionen der WHO (ICF), pädagogische Fachliteratur zur Inklusion, rechtliche Dokumente wie die Salamanca-Erklärung und sportpädagogische Analysen zur Bedeutung des Schulsports.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Inklusion, die Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und die detaillierte Betrachtung des Sportunterrichts unter Aspekten der Funktion, der Problematik und möglicher Lösungsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Inklusion, Schulsport, Heterogenität, Chancengleichheit und sonderpädagogischer Förderbedarf charakterisieren.
Warum stellt der Sportunterricht eine besondere Herausforderung für Inklusion dar?
Anders als in anderen Fächern gibt es im Sport oft hohen Körperkontakt und Leistungsvergleiche, die Kinder mit Behinderungen überfordern können; zudem gibt es organisatorische Zeitverluste beim Auf- und Umbau.
Was ist mit dem Begriff der "erstbesten Lösungen" gemeint?
Damit sind einfache, oft oberflächliche Ansätze der Inklusion gemeint, die zwar die Zusammenlegung von Schülern bewirken, aber keine wirkliche Förderung von Eigenständigkeit oder Mobilität beinhalten.
Welche Rolle spielt das Partnerprogramm im inklusiven Sportunterricht?
Es fungiert als eine der Lösungsstrategien, bei der Schüler sich gegenseitig unterstützen, was zu einer wechselseitigen Förderung und einer besseren Integration führt.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2015, Inklusion von Kindern mit körperlicher Beeinträchtigung im Schulsport, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299235