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Die Entwicklung der Selbstidentität Migrantenjugendlicher. Die Bedeutung des sozialen Umfeldes

Title: Die Entwicklung der Selbstidentität Migrantenjugendlicher. Die Bedeutung des sozialen Umfeldes

Thesis (M.A.) , 2008 , 97 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Renate Leeb-Brandstetter (Author)

Cultural Studies - Miscellaneous
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Migration bedeutet für die Betroffenen einen Bruch mit der bisherigen Lebensgeschichte, durch die Trennung von der Herkunftsfamilie, der neu zu erlernenden Sprache und der Kultur. Jede Migration kann als ein krisenhafter Prozess verstanden werden, der noch Auswirkungen auf die neuen Generationen, die in dem Aufnahmeland nachwachsen, hat.
Der kulturellen Verschiedenheit der einzelnen Nationen ist ein Spannungspotential inhärent. So wird als vorherrschende Reaktion die Angst der Bevölkerung gegenüber dem Fremden geschürt und die Abschottung einzelner Gruppen durch die mediale Berichterstattung gefördert. Ethnizität kann sowohl als eine Ressource und somit identitätsgebend, aber auch als Konfliktpotential betrachtet werden. Identitätsfindung wird in einer Gesellschaft, die keine ganzheitlichen und sinnvollen Lebensmodelle für die Individuen bereitstellt, zunehmend schwieriger. Es ist eher der Fall, dass einzelne Lebenswelten ein Patchwork von Sinnfindungsmöglichkeiten bilden. Identitätsbildung wird dadurch flexibler, offener, aber es wird auch schwieriger, die Frage zu beantworten "wer bin ich", oder "wo komm ich her". Die eigene Identität wird nur in Krisenzeiten in Frage gestellt, dann jedoch werden die bestehenden Fundamente auf ihre Haltbarkeit heftig überprüft.
Migrantenjugendliche können nicht als eine homogene Gruppe hingestellt werden, die unabänderlich mit Problemen konfrontiert sind. Der soziale Kontext und die Lebensumstände ihrer gesamten Umwelt müssen immer in die Betrachtung miteinbezogen werden, denn es gibt durchaus Migranten, die ihren Platz in der Aufnahmegesellschaft gefunden haben bzw. finden. Gelungene Lebensbiographien hängen von den verschiedensten Faktoren ab, die strukturellen Rahmenbedingungen sind jedoch immer in Betracht zu ziehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1. Zielsetzung

1.2. Aufbau der Arbeit

2. THEORETISCHER HINTERGRUND

2.1. Definition: Migration

2.2. Migrationsgeschichte – Ein Abriss

3. WANDERUNGSTHEORETISCHER ANSATZ NACH ESSER

3.1. Begriffsdefinitionen

3.1.1. Akkulturation

3.1.2. Assimilation

3.1.3. Integration

3.1.4. Allgemeine und spezifische Variable

3.1.5. Zusammenfassung

4. IDENTITÄTSFORSCHUNG

4.1. Erikson: Grundzüge der Identität im Lebenszyklus

4.1.1. Phasen der Identitätsbildung

4.1.1.1. Die Phase der Adoleszenz

4.2. Goffmans Ansatz der Identitätsbildung

4.2.1. Soziale Identität, persönliche Identität und Ich-Identität

4.2.2. Stigma und Identität

4.2.2.1. Bewältigungstechniken

4.3. Synthetisierung der Theorien von Esser, Erikson und Goffman

4.3.1. Identität im Kontext dieser Arbeit

5. DAS SOZIALE UMFELD MIGRANTENJUGENDLICHER

5.1. Definition: MigrantIn

5.2. Definition: Das soziale Umfeld

5.2.1. Die demographische Entwicklung in Österreich

5.2.1.1. Demographische Situation in Oberösterreich

5.3. Lebenssituation jugendlicher MigrantInnen

5.3.1. Die familiäre Situation

5.3.1.1. Die Rolle der Mädchen

5.3.2. Die Wohnsituation

5.3.3. Die soziale Situation

5.3.4. Die Bildungssituation

5.3.4.1. Die Bedeutung der Sprache

5.3.5. Die Ausbildungs- und die Arbeitssituation

5.3.6. Freizeit und Freundschaften

5.4. Die Bedeutung der Religion

6. EMPIRISCHER TEIL

6.1. Forschungsdesign

6.1.1. Der Fragebogen

6.2. Untersuchungsgegenstand

6.2.1. Die Zweite Generation

6.2.2. Die Dritte Generation

6.3. Hypothesenstellung

6.4. Verwendete statistische Verfahren

6.5. Stichprobenanalyse

6.6. Das soziale Umfeld

6.6.1. Sozioökonomischer Hintergrund

6.6.2. Wohnsituation

6.6.3. Schulbildung und Sprachkompetenz

6.6.4. Arbeits- bzw. Schulsituation

6.6.5. Religion

6.6.6. Freizeit und Freundschaften

6.6.7. Der Umgang mit Diskriminierungen

6.7. Überprüfung der Hypothesen

6.8. Fazit

6.9. Ausblick

7. RESÜMEE

8. INTERNETQUELLEN

9. LITERATURLISTE

10. ANHANG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausbildung der Selbstidentität von türkischen Migrantenjugendlichen der zweiten und dritten Generation unter Berücksichtigung ihres sozialen Umfeldes in Österreich. Dabei wird analysiert, wie Migrationserfahrungen, soziale Ausgrenzung und die Auseinandersetzung mit der Aufnahmegesellschaft sowie der Herkunftskultur die Identitätsfindung beeinflussen.

  • Identitätsentwicklung im Kontext von Migration und Sozialisation
  • Einfluss des sozialen Umfelds, der Familie und Bildung auf Migrantenjugendliche
  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen Herkunftskultur und Aufnahmegesellschaft
  • Empirische Untersuchung zur Lebenssituation und Identitätsdarstellung
  • Integrationsansätze und die Rolle von interkultureller Kompetenz

Auszug aus dem Buch

4.1. Erikson: Grundzüge der Identität im Lebenszyklus

Erschwert durch die sozial-rechliche Statusunsicherheit potenzieren sich bei vielen Migrantenjugendlichen die problemhaft besetzten Fragen wie "Was ist das Leben?" - "Wer/Was bin ich?" – "Woher komme ich?"- "Wo ist mein Platz in dieser Welt?" Die zufrieden stellende Beantwortung dieser und ähnlicher Fragen sind eine notwendige Voraussetzung für ein selbstbewusstes Auftreten in der Gesellschaft.

"Migrantenjugendliche bewegen sich zwischen zwei Polen, zwischen der Welt ihrer Eltern und der Welt der Aufnahmegesellschaft. Das Ringen um eine Identität in dieser Phase, dient vor allem dazu, Voraussetzungen für eine Verknüpfung zwischen beiden Polen zu schaffen" (Viehböck, Brati 1994, S.106).

Erik H. Erikson (1902-1994) wurde in seiner Ausbildung durch die Analyse von Anna Freud geprägt, entwickelte jedoch später, nach seiner Auswanderung in die USA, eine eigenständige Theorie, in der er davon ausgeht, dass die Persönlichkeit und damit verbunden die Identität des Menschen in einer lebenslangen Entwicklung, kulturell sowie sozial durch Familie und Gesellschaft geprägt, heranreift. Erikson kombiniert eine Identitätstheorie mit einer Sozialisationstheorie (vgl. Abels 2007, S.367).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Definiert das Thema Migration, die Zielsetzung der Arbeit und den Aufbau der Untersuchung.

2. THEORETISCHER HINTERGRUND: Bietet einen theoretischen Rahmen durch die Vorstellung verschiedener Ansätze aus der Migrations-, Akkulturations- und Assimilationsforschung.

3. WANDERUNGSTHEORETISCHER ANSATZ NACH ESSER: Erläutert Essers Modell der Wanderungssoziologie, um zu verstehen, wie Migranten ihre Position in der Wirtsgesellschaft gestalten.

4. IDENTITÄTSFORSCHUNG: Analysiert Identitätsentwicklung mittels Eriksons Phasenmodell und Goffmans Ansatz zur Identitätsbildung und Stigmatisierung.

5. DAS SOZIALE UMFELD MIGRANTENJUGENDLICHER: Beleuchtet die demographische Situation und die konkreten Lebensbedingungen (Familie, Bildung, Sprache, Arbeit, Freizeit) türkischer Migranten in Österreich.

6. EMPIRISCHER TEIL: Präsentiert das Forschungsdesign, die Stichprobenanalyse und die Ergebnisse der Befragung zur Lebenssituation und Identität.

7. RESÜMEE: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und reflektiert die Integrationsprozesse sowie die Bedeutung der Identitätsfindung.

8. INTERNETQUELLEN: Listet die verwendeten Online-Ressourcen auf.

9. LITERATURLISTE: Verzeichnet die für die Arbeit herangezogene wissenschaftliche Literatur.

10. ANHANG: Enthält die verwendeten Fragebögen und Begleitmaterialien.

Schlüsselwörter

Migration, türkische Jugendliche, Identitätsentwicklung, Integration, Assimilation, Soziales Umfeld, Erikson, Goffman, Esser, Österreich, Identitätsdiffusion, Akkulturation, Migrationshintergrund, Bildungsbenachteiligung, Sozialisation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Selbstidentität von türkischen Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Österreich und untersucht die Bedeutung ihres sozialen Umfeldes.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind Identitätstheorien (Erikson, Goffman), Migrationssoziologie (Esser), die Lebenssituation von Migranten in Österreich (Familie, Schule, Arbeit, Religion) sowie Integrationsprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Identitätsentwicklung türkischer Jugendlicher zu verstehen und zu analysieren, ob es geschlechtsimmanente Kriterien oder Transformationsprozesse zwischen den Generationen gibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine quantitative und explorative Sozialforschung durchgeführt, basierend auf Fragebögen (mit geschlossenen und offenen Fragen) unter Jugendlichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Migrationstheorien, Identitätsforschung) und den empirischen Teil, der die tatsächliche Lebenssituation der Befragten untersucht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Studie?

Die Studie wird durch Begriffe wie Identitätsentwicklung, Assimilation, soziale Integration, Migrationshintergrund, sowie durch die soziologischen Ansätze von Esser, Erikson und Goffman charakterisiert.

Inwieweit spielt die Religion eine Rolle in der Identität der Jugendlichen?

Religion ist für die Mehrheit der befragten Jugendlichen sehr wichtig und kraftgebend, wird jedoch zumeist innerhalb der Familie praktiziert.

Welche Bedeutung hat das Schulwesen für die befragten Jugendlichen?

Das Schulwesen wird als eine Herausforderung beschrieben, wobei Sprachdefizite und soziale Zuschreibungen oft zu Schwierigkeiten im schulischen Erfolg und einer empfundenen Benachteiligung führen.

Wie unterscheidet sich die Situation der zweiten von der dritten Generation?

Die dritte Generation zeigt ein verstärktes Interesse an der Herkunftskultur, betrachtet Österreich jedoch stärker als Zentrum ihrer Interessen.

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Details

Title
Die Entwicklung der Selbstidentität Migrantenjugendlicher. Die Bedeutung des sozialen Umfeldes
College
University of Hagen  (Soziologie)
Grade
sehr gut
Author
Renate Leeb-Brandstetter (Author)
Publication Year
2008
Pages
97
Catalog Number
V299469
ISBN (eBook)
9783656958932
ISBN (Book)
9783656958949
Language
German
Tags
entwicklung selbstidentität migrantenjugendlicher bedeutung umfeldes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Renate Leeb-Brandstetter (Author), 2008, Die Entwicklung der Selbstidentität Migrantenjugendlicher. Die Bedeutung des sozialen Umfeldes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299469
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