Die Entdeckungen und Herrschaftssysteme der Spanier während der Conquista


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entdeckung Amerikas und der Vertrag von Tordesillas
2.1 Die Entdeckungsreisen des Kolumbus
2.1.1 Die erste Entdeckungsreise
2.1.2 Die zweite Entdeckungsreise
2.1.3 Die dritte Entdeckungsreise
2.1.4 Die vierte Entdeckungsreise

3. Die gestaltenden Kräfte der Conquista
3.1 Ziele und Motive der Krone
3.2 Ziele und Motive der Konquistadoren
3.3 Ziele und Motive der Kirche

4. Die Dezimierung der Indios und das System der Encomienda
4.1 Die Widerstandsbereitschaft der indianischen Ureinwohner

5. Zusammenfassung

6. Bibliografie
6.1 Literaturverzeichnis
6.2 Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Im Rahmen des Seminars „Das Bild des Indio in der spanischen Literatur“ werde ich in meiner Hausarbeit die relevanten Aspekte der Eroberung und Kolonisation des amerikanischen Kontinents durch die Spanier darstellen. Dazu werde ich zunächst einen kurzen historischen Überblick über das Zeitalter der Entdeckungen und Eroberungen geben, das mit den Entdeckungsreisen des Christoph Kolumbus einsetzt. Im Folgenden erläutere ich die wichtigen Akteure der spanischen Kolonialpolitik, wobei ich genauer auf deren Ziele und Motive eingehen werde. Abschließend schildere ich das Aufeinandertreffen der Spanier mit den Indios und den daraus resultierenden Bevölkerungsverlust der Ureinwohner, der nicht ohne Widerstand der Indianer vonstatten ging.

Spanien konnte erst nach der Niederschlagung der maurischen Herrschaft und der Einnahme Granadas am 2. Januar 1492 die Reconquista endgültig beenden und sich von nun an atlantischen Expansionen widmen.

Das bedeutendste politische Ereignis in der Regierungszeit der Katholischen Könige Isabella I. von Kastilien (1474 - 1504) und Ferdinand II. von Aragón (1479 - 1516) ist die Wiederentdeckung Amerikas am 14. Oktober 1492 durch den genuesischen Seefahrer Christoph Kolumbus. Der daraus folgende Eroberungs- und Kolonisationsprozess führte zum Aufbau des spanischen Kolonialreichs in der Neuen Welt.

Im Zeitalter der Entdeckungen (15./16. Jahrhundert) zählte Spanien, dessen Hauptanliegen in der Errichtung von Kolonien außerhalb Europas lag, neben den Portugiesen zur führenden Seemacht. Mit der militärischen Sicherung, der verkehrsmäßigen Erschließung, der wirtschaftlichen Beherrschung sowie der rechtlichen Anbindung an die Kolonialmacht entwickelten sich meist unter Anwendung politischer und militärischer Gewalt seit dem 16. Jahrhundert die Kolonialreiche. Eng verbunden mit dem Kolonialismus war die Idee der christlichen Missionierung, die von den Spanier größtenteils unter Zwang erreicht wurde.

Das Zeitalter des Kolonialismus war geprägt von Gewalt und Unterdrückung gegenüber den indigenen Völkern der eroberten Gebiete. Eine besondere Rolle spielte dabei das System der Encomienda, durch welches die autochthone Bevölkerung zur Arbeit und zur Bekehrung zum Christentum gezwungen wurde. Dies führte zwangsläufig zur Ausbeutung und Versklavung der Indios.

2. Die Entdeckung Amerikas und der Vertrag von Tordesillas

Am 17. April 1492 schlossen die Katholischen Könige1 einen Vertrag mit dem italienischen Seefahrer Christoph Kolumbus, die sogenannten Capitulaciones2 von Santa Fé (Granada)3. Nachdem Portugal den Plan des Kolumbus, die Suche nach einem westlichen Seeweg nach Asien, abgelehnt hatte, landete dieser am 12. Oktober 1492 im Auftrag der spanischen Krone auf der Insel Guanahani in der Bahama-Gruppe, der heutigen Watlingsinsel4, und betrat zum ersten Mal den amerikanischen Kontinent.5 „Nach der Erkundung der Nordostküste Kubas und der Nordküste Haitis kehrte er in stürmischer Überfahrt über die Azoren und Portugal zurück“.6 Kurz nach der Rückkehr von Kolumbus versuchten die Könige die Portugiesen mit Hilfe des Papstes auszumanövrieren und ihre eigene Monopolstellung aufzubauen.7 Der Papst sanktionierte die spanischen Entdeckungsfahrten über das traditionelle Recht der Erstentdeckung und verlieh der kastilischen Krone im Mai 1493 die entsprechenden Besitzrechte über Inseln und Länder, die jenseits einer hundert Meilen westlich der Azoren und Kapverdischen Inseln in Nordsüdrichtung verlaufenden Linie liegen würden.8 Die Verleihung der Besitzrechte wurde mit dem bereits in Granada bewiesenen Missionseifer gerechtfertigt. „Damit erhielt das ursprünglich wirtschafts- und handelspolitisch motivierte Entdeckungs- und Eroberungsunternehmen Kastiliens nachträglich und zusätzlich eine religiöse Motivierung.“9

Im Juni 1494 einigten sich Spanien und Portugal im Vertrag von Tordesillas auf den 46. Grad westlicher Länge, 370 Meilen westliche der Kapverdischen Inseln, als Trennungslinie ihrer überseeischen Interessengebiete.10 „Die westlich dieser Grenze liegenden Weiten des Ozeans und die - noch unbekannten - Regionen sollten spanisches, die östlich liegenden portugiesisches Einflussgebiet sein.“11

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2. (Pietschmann 1992: 237)

2.1 Die Entdeckungsreisen des Kolumbus

2.1.1 Die erste Entdeckungsreise

Kolumbus stach am Morgen des 3. August 1492 von Palos (Andalusien)12 aus mit einer Mannschaft von 90-120 Seeleuten in See. „Über die Kanarischen Inseln wandte sich Kolumbus nach Westen und stieß mit seinen drei Schiffen in der Nacht des 11./12. Okt. 1492 auf eine der Bahama- oder der Lucaya-Inseln, Guanahani, von Kolumbus nach dem Erlöser San Salvador genannt […].“13 Von dort aus entdeckte er am 6. Dezember die Insel Haiti (Española) und am 28.10.1492 die Insel Kuba, von Kolumbus Juana genannt.14 Dort gründete er am 25.12.1492 die erste spanisch-europäische Niederlassung, das Fort La Navidad.15 Am 16. Januar 1493 trat er die Rückreise an und wurde Ende April 1493 am Hof der Könige in Barcelona empfangen.16 „Kolumbus war und blieb bis zu seinem Tod überzeugt, Asien vorgelagerte Inseln entdeckt zu haben.“17

2.1.2 Die zwei Entdeckungsreise

„Am 25. September 1493 lief Kolumbus mit 17 Schiffen aus dem Hafen von Cádiz zu seiner zweiten Fahrt nach Amerika aus […]. Mit einer Teilnehmerzahl von ca. 1400 - 1500 Personen war diese zweite Expedition des Kolumbus die größte bis dahin durchgeführte Unternehmung im Prozeß der atlantischen Expansion. Am 22. November 1493 erreichten die Schiffe Hispaniola (span. „La Española“- Haiti), das nun zum Zentrum der spanischen Kolonisationsversuche wurde.“18 Er gründete auf Hispaniola „La Isabela“ und entdeckte San Juan de Puerto Rico, die Südküste Kubas und die Nordküste Jamaicas.19 „Im Juni 1496 kehrte Kolumbus […] nach Cádiz zurück.“20

2.1.3 Die dritte Entdeckungsreise

Das Ziel der dritte Expedition am 30.05.1498 war die Verbesserung der Versorgung auf Hispaniola. Dafür hatte man Bauern, Handwerker und sogar Frauen angeworben. Bei der Ankunft fand Kolumbus „die Kolonie in offener Rebellion vor“.21 „Die Aufständischen forderten, die Eingeborenen der Insel zur Zwangsarbeit einzusetzen […].“22 Auf dieser Reise entdeckte Kolumbus Trinidad, den Golf von Paria und die Orinoko-Mündung.23

2.1.4 Die vierte Entdeckungsreise

Die letzte Expedition begann im Jahre 1502 von Cádiz aus und verlief entlang der Karibikküste Zentralamerikas. Während dieser zweijährigen Fahrt entdeckte Kolumbus das Kap de Honduras, Kap Gracias a Dios, Moskitoküste, Chiriquí-Lagune sowie Portobelo. Außerdem gründete er den Stützpunkt Santa Maria de Belén, Kap Tiburón, Kuba und Jamaika.24

[...]


1 1469: Vereinigung der Macht durch die Heirat von Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón

2 König 2006: 13.

3 Meyn et al. 1984: 108-109.

4 König 2006: 13.

5 Bernecker 2006: 213, Janik/Lustig 1989: 15-16.

6 Reinhard 2008: 22.

7 Pietschmann 1991: 18, König 2006: 18.

8 König 2006: 18.

9 König 2006: 19.

10 König 2006: 13, Höffner 1972: 153.

11 König 2006: 20.

12 Meyn et al. 1984: 110.

13 Pietschmann 1992: 229.

14 Höffner 1972: 152.

15 König 2006: 17, Höffner 1972: 152.

16 Pietschmann 1992: 230.

17 Pietschmann 1992: 229, Uerlings 1992/1993: 2.

18 Pietschmann 1992: 239, Höffner 1972: 153.

19 Pietschmann 1992: 262.

20 Pietschmann 1992: 240.

21 Pietschmann 1992: 240.

22 Pietschmann 1992: 241.

23 Pietschmann 1992: 262, Höffner 1972: 154.

24 Pietschmann 1992: 263.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Die Entdeckungen und Herrschaftssysteme der Spanier während der Conquista
Hochschule
Universität Trier
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V299473
ISBN (eBook)
9783656960454
ISBN (Buch)
9783656960461
Dateigröße
7545 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entdeckungen, herrschaftssysteme, spanier, conquista
Arbeit zitieren
Julia Wagner (Autor), 2013, Die Entdeckungen und Herrschaftssysteme der Spanier während der Conquista, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299473

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