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Strukturalistische Erzähltextanalyse der kinderliterarischen Bilderzählung „Das Traumfresserchen“

Title: Strukturalistische Erzähltextanalyse der kinderliterarischen Bilderzählung  „Das Traumfresserchen“

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Luisa Jahnke (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Analyse des Bilderbuches „Das Traumfresserchen“ von Michael Ende (Text) und Annegret Fuchshuber (Illustration). Der Primärtext erschien erstmalig im Jahre 1978 im K. Thienemanns Verlag Stuttgart in annähernd quadratischem Format (24 x 22 cm). Er besteht aus insgesamt 32 Seiten inklusive zwei äußeren, sowie jeweils zwei inneren Umschlagseiten am Anfang und Ende des Buches.

Bereits beim ersten Lesen des Buches ist direkt die außergewöhnliche Gestalt des Traumfresserchens bemerkenswert. Sie mutet seltsam und ambivalent an, da sie sich weder als eindeutig „gut“ noch „böse“ charakterisieren lässt, und hinterlässt einen eher angsteinflößenden Eindruck. Demgegenüber erscheinen die phantastisch-bunten Alpträume eigentlich als weniger unheimlich. Der erste Eindruck ist, dass das Buch typische Muster der Kinderliteratur bedient und gleichermaßen untypische, weil „dunkle“, Aspekte einbindet. Die Frage entsteht mit welchem Zweck der Autor diese Form gewählt hat.

Aufgrund der Altersempfehlung ab 4 Jahren (vgl. Internetquelle 1) ist anzunehmen, dass es sich eher nicht um selbstgesteuertes Rezeptionsverhalten und somit nicht um KJ-Lektüre nach Jesch (vgl. 2006: 226) handelt, sondern um intentionale und spezifische KJL . Dafür spricht, dass das Buch im Handel in der KJL-Sektion platziert ist (intentional) und vom Autor (spezifisch) für kindliche Leser geschrieben wurde.

Obwohl die vorliegende kinderliterarische Erzählung aus den 70er Jahren stammt und ausschließlich im Medium Buch veröffentlich wurde, soll für die Handlungs- und Figurenanalyse sowie für ausgewählte Aspekte der Darstellungsanalyse primär das intermedial anwendbare Modell von Leubner und Saupe (Leubner/Saupe, 2009) genutzt werden, um Vergleichbarkeit zu ermöglichen (vgl. Nünning/Nünning, 2002a: 10ff.). Letztere wird durch von Thiele (vgl. 2004: 70ff.) und Blei (vgl. 1997: 177ff.) vorgeschlagene Inhalte zur Analyse von bildgestalterischen Elementen im Bilderbuch vervollständigt. Hiermit soll ein intersubjektiv nachvollziehbarer Zugang zu diesem Werk ermöglicht werden. Das genaue Vorgehen wird innerhalb der einzelnen Abschnitte näher erläutert. Die Analyseergebnisse werden abschließend im Resümee zueinander in Bezug gestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Handlungsanalyse

3. Figurenanalyse

3.1 „Schlafittchen”

3.2 „Der König”

3.3 „Das Traumfresserchen”

3.4 „Die Alpträume“

3.5 Exkurs: Phantastische Kinderliteratur

3.6 Fazit Figurenanalyse

4. Darstellungsanalyse

4.1 Zeitliche Gestaltung

4.2 Präsentation der Handlung durch einen Erzähler und Perspektivierung

4.3 Bildspezifische Darstellung

4.3.1 Bildeinstellungen und Perspektiven

4.3.2 Bildästhetischen Gestaltung

4.3.3 Bild-Text-Verhältnis

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Bilderbuch „Das Traumfresserchen“ von Michael Ende und Annegret Fuchshuber mithilfe strukturalistischer Erzähltextanalyse. Ziel ist es, die intermediale Gestaltung, die Figurenentwicklung und die Bild-Text-Beziehungen zu untersuchen, um zu ergründen, wie das Werk kindliche Ängste thematisiert und durch ästhetische Kontraste reflektierbar macht.

  • Strukturalistische Handlungs- und Figurenanalyse nach Leubner und Saupe
  • Darstellungsanalyse von Zeit, Erzählerinstanz und Perspektivierung
  • Bildspezifische Untersuchung: Bildeinstellungen, Perspektiven und Bildästhetik
  • Analyse des Bild-Text-Verhältnisses und der Bedeutungsträger
  • Intermediale Untersuchung von Phantastik in der Kinderliteratur

Auszug aus dem Buch

3.1 „Schlafittchen”

Da die übergeordnete Komplikation sich auf die Alptraumproblematik Schlafittchens bezieht, die ausschlaggebend für die weiteren Ereignisse der Handlung ist, kann diese nach LS als Heldin der gesamten Erzählung angesehen werden. Ihre sozialen Beziehungen zeichnet der Erzähler als „Tochter des Königpaares“ (5: 11-13) und somit hohen Standes aus. Sie wird von ihm in ihren stabilen äußeren Merkmalen als kleines, weibliches, hübsches Kind (5: 13-15) mit runden roten Wangen (29: 12-14) beschrieben. Ihre Angst vor Alpträumen und resultierender schlechter Schlaf (7: 1-7) führen zu der vorübergehenden äußeren Besonderheit, dass sie „immer blasser und magerer [wurde]“ (7: 17). Dieser Zustand revidiert sich jedoch nach der Auflösung ihrer Komplikation (29: 12-14).

Dieselben Faktoren (Angst vor Alpträumen und Furcht vor dem Schlafen) sind als vorübergehende Innenzustände auszumachen, welche nach LS oft indirekte Hinweise für stabile Figureneigenschaften darstellen (vgl. 2009: 58) und somit andeuten, dass Schlafittchen zu Ängstlichkeit neigt. Darüber hinaus sind der Erzählung jedoch keine Hinweise auf weitere stabile innere Eigenschaften zu entnehmen. Die Heldin bleibt ein relativ „unbeschriebenes Blatt“, mit nur wenigen genannten Merkmalen und ohne widersprüchliche Merkmale, was sie nach LS zu einer eindimensionalen Figur macht (vgl. ebd.: 63).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Bilderbuch „Das Traumfresserchen“ vor, erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit und formuliert die grundlegenden Forschungsfragen zur Erzählstruktur.

2. Handlungsanalyse: In diesem Kapitel wird die Geschichte in Episoden unterteilt und nach dem Modell von Leubner und Saupe als Folge von Komplikationen und Auflösungen untersucht.

3. Figurenanalyse: Hier werden die zentralen Charaktere Schlafittchen, der König, das Traumfresserchen sowie die Alpträume hinsichtlich ihrer Funktionen und Merkmale analysiert.

4. Darstellungsanalyse: Das Kapitel widmet sich der zeitlichen Gestaltung, der Rolle des Erzählers sowie der bildspezifischen Analyse von Einstellungen, Perspektiven und dem Bild-Text-Verhältnis.

5. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt auf, wie das Werk durch Kontraste und die Darstellung des „Fremden“ Reflexionsprozesse beim Leser anregen kann.

Schlüsselwörter

Traumfresserchen, Kinderliteratur, Erzähltextanalyse, Leubner und Saupe, Figurenanalyse, Darstellungsanalyse, Bild-Text-Verhältnis, Alpträume, phantastische Literatur, Narrativ, Schlummerland, Struktur, Ästhetik, Intermedialität, Kinderbuchanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Bilderbuch „Das Traumfresserchen“ von Michael Ende und Annegret Fuchshuber mithilfe wissenschaftlicher Methoden der Erzähltextanalyse.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Handlungslogik, der Charakterisierung der Figuren sowie der intermedialen Analyse von Text und Illustration.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu verstehen, wie das Buch mit dem Thema „Fremdes“ und „Angst“ umgeht und welche Funktion die ästhetische Gestaltung für den kindlichen Leser erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird primär das Modell der Handlungs- und Figurenanalyse nach Leubner und Saupe angewandt, ergänzt durch bildwissenschaftliche Analysetools von Thiele und Blei.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Handlungsanalyse, eine Figurenanalyse sowie eine umfassende Untersuchung der darstellerischen Mittel, inklusive Zeitstruktur und Bild-Text-Verhältnissen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Traumfresserchen, Erzähltextanalyse, Figurenanalyse, Bild-Text-Verhältnis, Phantastik und Kinderliteratur.

Inwiefern spielt der „Fremdheits“-Aspekt eine Rolle für die Figuren?

Die Analyse zeigt, dass das Traumfresserchen und die Alpträume zwar als fremd und zunächst unheimlich wahrgenommen werden, sich jedoch im Handlungsverlauf als konstruktive Hilfe erweisen.

Warum ist die Unterscheidung zwischen „eindimensionalen“ und „mehrdimensionalen“ Figuren wichtig?

Sie hilft zu bestimmen, ob Charaktere als Projektionsfläche für kindliche Identifikationsprozesse dienen oder eine komplexe interne Entwicklung durchlaufen.

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Details

Title
Strukturalistische Erzähltextanalyse der kinderliterarischen Bilderzählung „Das Traumfresserchen“
College
Leuphana Universität Lüneburg  (Institut für Deutsche Sprache, Literatur und ihre Didaktik (IDD))
Course
Literarische Textanalyse und Textualität
Grade
1,0
Author
Luisa Jahnke (Author)
Publication Year
2014
Pages
23
Catalog Number
V299534
ISBN (eBook)
9783656960621
ISBN (Book)
9783656960638
Language
German
Tags
Erzähltextanalyse kinderliterarische Bilderzählung Bilderzählung Textanalyse strukturalistische Erzähltextanalyse Traumfresserchen Handlungsanalyse Figurenanalyse Darstellungsanalyse phantastische Kinderliteratur kinderliterarische Phantastik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Luisa Jahnke (Author), 2014, Strukturalistische Erzähltextanalyse der kinderliterarischen Bilderzählung „Das Traumfresserchen“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299534
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