Unternehmen stehen regelmäßig vor dem Problem, dass es neben umfangreichen gesetzlichen und sonstigen Anforderungen auch eine nahezu undurchdringbare
Kommentierung zu den steuerlichen Verrechnungspreisen gibt, die sich im ständigen Wandel befindet. Ziel der Arbeit ist daher eine kompakte, aufschlussreiche und auf dem aktuellen Stand des Gesetzes und der OECDVerrechnungspreisleitlinien
befindliche Ausarbeitung über das Thema der steuerlichen Verrechnungspreise. Sie lehnt sich im Wesentlichen an die
Anforderungen der Praxis an und dient als Entscheidungshilfe für die korrekte Bildung steuerlicher Verrechnungspreise. Gleichwohl kann und soll die Thesis nicht die weitere Sichtung von Kommentierungen, insbesondere für Spezialfälle, ersetzen, sondern vorwiegend einen ersten Überblick verschaffen.
Strukturiert ist die Arbeit daher auch nach der Hierarchie bzw. Vorgehensweise, die in der Praxis regelmäßig anzuwenden ist. Dabei soll neben den Grundlagen der Verrechnungspreise eine Darstellung der wesentlichen aktuellen Gesetze und Normen sowohl auf nationaler als auch auf OECD-Ebene erfolgen, da diese für deutsche Unternehmen die ausschlaggebenden Vorschriften darstellen. Im Besonderen wird der Fremdvergleichsgrundsatz behandelt, der die zentrale Maxime für die Bildung der Verrechnungspreise aus steuerlicher Sicht in nahezu allen Jurisdiktionen darstellt. Explizit ausgenommen sind dabei die umfangreichen Dokumentationsanforderungen, auf die nur am Rande verwiesen wird.
Basierend auf dem Fremdvergleichsgrundsatz ist die Funktions- und Risikoanalyse durchzuführen, die als Vorermittlung für die tatsächliche Wahl der Verrechnungspreismethode fungiert und den Fremdvergleich praktisch umsetzt. Deren maßgeblicher Relevanz wird in ausführlichem Umfang Rechnung getragen.
Schlussendlich sollen die aus der Funktions- und Risikoanalyse gewonnenen Erkenntnisse auf die Wahl der anzuwendenden Verrechnungspreismethode transferiert werden. Dabei findet neben der Charakterisierung der jeweiligen Verrechnungspreismethode auch eine Würdigung statt und deren Eignung für die Praxis, unterteilt nach jeweiligen Geschäftsvorfällen, wird kritisch abgeschätzt. Im letzten Kapitel werden abschließend eine Zusammenfassung und ein Ausblick gegeben.
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Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Einleitung
1.2 Problemstellung und Gang der Untersuchung
2 Grundlagen der Verrechnungspreise
2.1 Definitionen und Arten von Verrechnungspreisen
2.2 Zweck und Risiken steuerlicher Verrechnungspreise
3 Anzuwendende Vorschriften und aktuelle Entwicklungen
3.1 Nationale Vorschriften
3.1.1 Außensteuergesetz
3.1.2 Weitere Korrekturnormen
3.2 OECD-Richtlinien
3.2.1 Verrechnungspreisleitlinien
3.2.2 BEPS und BEPS-Aktionsplanung
3.3 Fremdvergleichsgrundsatz
3.3.1 Direkter Fremdvergleich (§ 1 Abs. 3 S. 1 AStG)
3.3.2 Indirekter Fremdvergleich (§ 1 Abs. 3 S. 2–4 AStG)
3.3.3 Hypothetischer Fremdvergleich (§ 1 Abs. 3 S. 5–12 AStG)
3.3.4 OECD-Vergleichbarkeitsanalyse
4 Konstruktionsmerkmale steuerrechtlicher Verrechnungspreise
4.1 Funktions- und Risikoanalyse als Ausgangspunkt
4.1.1 Identifikation der jeweiligen Transaktion
4.1.2 Funktionsanalyse
4.1.2.1 Forschung und Entwicklung
4.1.2.2 Produktion
4.1.2.3 Vertrieb
4.1.3 Risikoanalyse
4.1.4 Unternehmenscharakterisierung
4.1.4.1 Routineunternehmen
4.1.4.2 Mittelunternehmen
4.1.4.3 Strategieträger
4.2 Verrechnungspreismethoden
4.2.1 Standardmethoden
4.2.1.1 Preisvergleichsmethode
4.2.1.2 Wiederverkaufspreismethode
4.2.1.3 Kostenaufschlagsmethode
4.2.2 Gewinnmethoden
4.2.2.1 Transaktionsbezogene Nettomargenmethode
4.2.2.2 Geschäftsfallbezogene Gewinnaufteilungsmethode
4.2.3 Andere Methoden
4.2.4 Würdigung
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, eine fundierte Ausarbeitung der wesentlichen aktuellen Gesetze und OECD-Verrechnungspreisleitlinien zu erstellen, um für Unternehmen eine Entscheidungshilfe bei der korrekten Bildung steuerlicher Verrechnungspreise zu bieten. Dabei wird der Schwerpunkt auf die funktionale Analyse und die daraus abgeleitete Methodenwahl gelegt.
- Grundlagen und Definitionen von Verrechnungspreisen
- Nationale und internationale regulatorische Rahmenbedingungen (AStG, OECD-Richtlinien)
- Die zentrale Bedeutung des Fremdvergleichsgrundsatzes
- Durchführung von Funktions- und Risikoanalysen zur Unternehmenscharakterisierung
- Kritische Analyse und Anwendung verschiedener Verrechnungspreismethoden
Auszug aus dem Buch
1.1 Einleitung
Verrechnungspreise sind in der heutigen, globalisierten Welt nahezu nicht mehr wegzudenken. In der einschlägigen Literatur schätzt man, dass zwischen 60 und 70 Prozent des Welthandels zwischen international verbundenen Unternehmen stattfindet.
Obgleich Verrechnungspreise sowohl eine betriebswirtschaftliche als auch steuerliche Funktion wahrnehmen, liest man im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Verrechnungspreisen im Wesentlichen über die steuerliche Relevanz. Das kommt nicht von ungefähr: So lassen sich durch geschickte Steuergestaltungen auf legalem Weg Abgaben sparen und die Konzernsteuerquote optimieren. Ermöglicht wird dies insbesondere durch die Verortung in der Schnittstelle zwischen unterschiedlichen nationalen Steuergesetzen, fehlenden klaren Ermittlungsvorschriften und der Schwierigkeit der Wertbestimmung vorwiegend immaterieller Wirtschaftsgüter. Das macht eine Regulierung einerseits diffizil und trägt andererseits zu einer gesteigerten Dynamik und Regulierungsdichte der Gesetz- und Richtliniengebung bei.
Gleichzeitig stellt die korrekte Ermittlung und Dokumentation steuerlicher Verrechnungspreise eine große Herausforderung für Unternehmen dar, zumal andernfalls schwerwiegende Sanktionen drohen. Das Themengebiet der steuerlichen Verrechnungspreise ist demzufolge von oberster Priorität, nicht zuletzt weil sich die rechtlichen Anforderungen und Dokumentationsvorschriften insbesondere auch durch die Leitlinien der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) stetig weiterentwickeln.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Dieses Kapitel liefert eine Einführung in die Problematik und Relevanz von Verrechnungspreisen in einer globalisierten Wirtschaft sowie den Aufbau der Untersuchung.
2 Grundlagen der Verrechnungspreise: Hier werden Definitionen sowie der steuerliche Zweck und die mit der Verrechnungspreisgestaltung verbundenen Risiken für Unternehmen erörtert.
3 Anzuwendende Vorschriften und aktuelle Entwicklungen: Das Kapitel bietet einen Überblick über nationale Gesetze, OECD-Richtlinien und den zentralen Fremdvergleichsgrundsatz als Basis der Preisfindung.
4 Konstruktionsmerkmale steuerrechtlicher Verrechnungspreise: Dieser Hauptteil behandelt die operative Durchführung der Funktions- und Risikoanalyse sowie die detaillierte Anwendung der verschiedenen Verrechnungspreismethoden.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftigen regulatorischen Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Verrechnungspreise, Außensteuergesetz, Fremdvergleichsgrundsatz, OECD-Richtlinien, BEPS, Funktionsanalyse, Risikoanalyse, Verrechnungspreismethode, Steuergestaltung, Tax Compliance, Gewinnaufteilungsmethode, Nettomargenmethode, Preisvergleichsmethode, Kostenaufschlagsmethode, Wiederverkaufspreismethode
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den steuerrechtlichen Rahmenbedingungen und Konstruktionsmerkmalen von Verrechnungspreisen bei grenzüberschreitenden Transaktionen zwischen verbundenen Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die regulatorischen Vorgaben (AStG, OECD-Leitlinien), die Funktions- und Risikoanalyse als Basis für die Preisfindung sowie die praktische Anwendbarkeit verschiedener Verrechnungspreismethoden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel der Arbeit ist es, eine kompakte und aufschlussreiche Darstellung des aktuellen Stands der steuerrechtlichen Anforderungen zu liefern, die als praktische Entscheidungshilfe für die korrekte Bildung von Verrechnungspreisen dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Rechtsanalyse sowie die systematische Aufbereitung von OECD-Richtlinien und nationalen Gesetzesvorgaben für die praktische Anwendung.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der praktischen Umsetzung: von der Identifikation der Transaktion über die detaillierte Funktions- und Risikoanalyse bis hin zur methodischen Herleitung angemessener Verrechnungspreise.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Verrechnungspreise, AStG, Fremdvergleichsgrundsatz, BEPS, Funktionsanalyse, Risikoanalyse, Verrechnungspreismethoden und Tax Compliance.
Welche Rolle spielt die Risikoanalyse für die Bestimmung der Verrechnungspreise?
Die Risikoanalyse ist essenziell, da sie aufzeigt, ob eine Gesellschaft lediglich Routineaufgaben wahrnimmt oder als strategischer Entscheidungsträger fungiert, was die Wahl der geeigneten Verrechnungspreismethode maßgeblich beeinflusst.
Was unterscheidet die Standardmethoden von den Gewinnmethoden?
Standardmethoden (wie Preisvergleich) orientieren sich an direkten Vergleichswerten, während Gewinnmethoden (wie TNMM oder Profit Split) auf die Aufteilung von erzielten Ergebnissen basieren, wenn direkte Marktvergleiche schwierig sind.
- Arbeit zitieren
- Dominik Weber (Autor:in), 2014, Wesentliche Konstruktionsmerkmale steuerrechtlicher Verrechnungspreise im grenzüberschreitenden Leistungsaustausch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299680