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Ist der Anspruch auf Förderung in Kindertageseinrichtungen von ein- bis dreijährigen Kindern sinnvoll?

Title: Ist der Anspruch auf Förderung in Kindertageseinrichtungen von ein- bis dreijährigen Kindern sinnvoll?

Term Paper , 2013 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marina Raaz (Author)

Social Work
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Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist in der heutigen Gesellschaft kein neues Thema mehr. Lange überlegen Frauen, wie sie ihre Karriere mit einem neugeborenen Kind am besten miteinander kombinieren können. Um speziell diesen Müttern zu helfen, die ohne lange Pause wieder vollständig in ihren Beruf zurückkehren wollen, die richtige Entscheidung zu treffen, wurde zum 01. August 2013 ein Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung in einer Kindertageseinrichtung oder -pflege nun auch für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres bis zum dritten Lebensjahr eingeführt. Können Mütter nun ohne Bedenken ihre Kinder in einer Kindertagesstätte unterbringen und ihre Karriere fortführen?
Schon eine geraume Zeit vor dem Eintreten der Gesetzesänderung bilden sich verschiedene Meinungen zum Thema Kinderbetreuung im Kindergarten ab einem Jahr heraus. Sicherlich gibt es Vorteile für die Mütter, die keine lange Berufspause machen, sondern so schnell wie möglich wieder in das Berufsleben zurückkehren wollen. Kindertageseinrichtungen sind als unterstützende und -ergänzende Hilfe für Familien anzusehen. Sie sollen die Entwicklung des Kindes zu einer stabilen Persönlichkeit fördern und der Familie dabei behilflich sein, die Arbeit mit der Kindererziehung besser miteinander verbinden zu können.
Zu den Aufgaben der ErzieherInnen, die in solchen Kindertageseinrichtungen arbeiten, gehören unter anderem Erziehung, Betreuung und Bildung von Kindern. Für die Entwicklung der Kinder schon im Kleinstkindalter sollten die sozialen, emotionalen, körperlichen und geistigen Aspekte angeregt werden. Auch die Bindung zu den ErzieherInnen spielt eine wichtige Rolle für eine gesunde Entwicklung, denn durch diese erfahren Kinder auch außerhalb ihres engsten Umfelds emotionale Sicherheit. Ob und wie Kleinkinder schon mit einem Jahr bereits eine sichere Bindungsbeziehung zu ihren Eltern entwickeln und gleich zeitig vertrauensvolle Beziehungen zu anderen Erwachsenen aufbauen können und welche Risiken eine frühe Fremdbetreuung haben kann, soll diese Arbeit diskutieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Rechtslage für Kinder zwischen dem ersten und dem dritten Lebensjahr

3 Kindertageseinrichtungen

3.1 Vor- und Nachteile der Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr

3.2 ErzieherIn-Kind-Beziehung

3.3 Alternative Betreuungsmöglichkeiten

4 Bedeutung von Kindertageseinrichtungen aus der Sicht von Familien

4.1 Mutter-Kind-Beziehung

4.2 Vergleich zu Kindern in Kindertageseinrichtungen

5 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Sinnhaftigkeit eines Rechtsanspruchs auf frühkindliche Förderung für Kinder zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr, wobei die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Auswirkungen der Fremdbetreuung auf die kindliche Entwicklung im Fokus stehen.

  • Entwicklung der Rechtslage für Kinder unter drei Jahren
  • Konzept, Aufgaben und Ziele von Kindertageseinrichtungen
  • Bindungstheoretische Aspekte der ErzieherIn-Kind-Beziehung
  • Vergleich zwischen familiärer Betreuung und Fremdbetreuung
  • Qualitätsmerkmale der frühkindlichen Betreuung

Auszug aus dem Buch

3.2 ErzieherIn-Kind-Beziehung

Schon Bowlby erkannte, dass dauerhafte Bindungspersonen unerlässlich für die Entwicklung von sicheren Bindungsbeziehungen eines Kindes sind. Kinder bauen während ihrer Kindheit und auch später sehr vielfältige Beziehungen auf. Auch Betreuungspersonen oder pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen gehören zu solchen Bindungserfahrungen und zeigen Eigenschaften von Bindungspersonen, die wichtig für das Kind sind. Im Gegensatz zu den üblichen Mutter-Kind-Bindungen, die sicherheitsgebende, zuwendende und stressreduzierende Aspekte beinhalten, zeigen ErzieherInnen-Kind-Bindungen jedoch Besonderheiten (vgl. Ahnert 2007: 31). Samt diesen Aspekten schließt diese spezielle Form von Bindung außerdem noch „Unterstützung und Hilfen beim kindlichen Erkunden und Erwerb von Wissen“ (ebd.: 31) ein.

In neuerer Forschung werden diese Besonderheiten durch fünf Eigenschaften beschrieben und bestimmt: Zuwendung, Sicherheit, Stressreduktion, Explorationsunterstützung und Assistenz (vgl. ebd.: 33). Je ausgeprägter diese Eigenschaften in einer Beziehung sind, desto sicherer ist die Bindung. Wenn beispielsweise eine liebevolle Kommunikation zwischen Kind und ErzieherIn herrscht, dem Kind das Gefühl der Sicherheit und Vertrautheit vermittelt werden kann und die Betreuungsperson als vorrangiger Ansprechpartner gewählt wird, kann die ErzieherIn-Kind-Bindung demnach als sicher charakterisiert werden. Jedoch haben ErzieherInnen die Aufgabe, sich um mehrere Kinder gleichzeitig zu kümmern und nicht nur um eins, wie bei einer Mutter-Kind-Beziehung. Somit bauen sie viele individuelle Beziehungen mit mehreren Kindern auf (vgl. ebd.: 34).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein und erläutert den Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung ab dem ersten Lebensjahr.

2 Rechtslage für Kinder zwischen dem ersten und dem dritten Lebensjahr: Das Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen des SGB VIII und die Entwicklung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz.

3 Kindertageseinrichtungen: Hier werden das Konzept von Kindertageseinrichtungen, der Förderauftrag und die verschiedenen Einrichtungsformen sowie deren Vor- und Nachteile dargestellt.

3.1 Vor- und Nachteile der Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr: Dieser Abschnitt diskutiert gesellschaftliche Einstellungen zur frühen Fremdbetreuung und deren Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung.

3.2 ErzieherIn-Kind-Beziehung: Es wird die Bedeutung von Bindungserfahrungen und die spezielle Rolle der pädagogischen Fachkraft als Bindungsperson analysiert.

3.3 Alternative Betreuungsmöglichkeiten: Dieses Kapitel stellt ergänzende Betreuungsformen wie die Tagespflege und Au-Pairs sowie die Rolle des Betreuungsgeldes vor.

4 Bedeutung von Kindertageseinrichtungen aus der Sicht von Familien: Der Fokus liegt hier auf der Perspektive der Eltern und dem Einfluss der Fremdbetreuung auf das familiäre System.

4.1 Mutter-Kind-Beziehung: Es wird erörtert, wie Mutterliebe und die Bindungsentwicklung in den ersten Lebensjahren als Basis für die kindliche Sicherheit fungieren.

4.2 Vergleich zu Kindern in Kindertageseinrichtungen: Auf Basis von Längsschnittstudien wird untersucht, ob sich die Qualität der Fremdbetreuung auf die kognitive und sozioemotionale Entwicklung auswirkt.

5 Resümee: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit hoher Qualitätsstandards in Kitas für eine gesunde Entwicklung des Kindes.

Schlüsselwörter

Kindertageseinrichtung, Rechtsanspruch, frühkindliche Förderung, SGB VIII, Bindungstheorie, Fremdbetreuung, Krippe, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ErzieherIn-Kind-Beziehung, Qualitätssicherung, Sozialisation, Kleinkindalter, Tagespflege, Mutter-Kind-Bindung, Persönlichkeitsentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen und rechtlichen Relevanz des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kinder im Alter von ein bis drei Jahren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den rechtlichen Rahmenbedingungen, der Bedeutung der Bindungstheorie in Kitas und dem Vergleich zwischen häuslicher Betreuung und Fremdbetreuung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob der gesetzlich verankerte Anspruch auf Förderung in Kindertageseinrichtungen für ein- bis dreijährige Kinder unter Berücksichtigung der Bindungsentwicklung sinnvoll ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle Gesetzesgrundlagen, psychologische Bindungstheorien und empirische Studien (z.B. NICHD) ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die rechtliche Ausgangslage, das Konzept der verschiedenen Betreuungseinrichtungen, die Rolle der pädagogischen Fachkräfte und die Auswirkungen der Betreuung auf die Mutter-Kind-Beziehung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Rechtsanspruch, Bindungstheorie, Kindertagesbetreuung, U3-Ausbau, Qualität der Betreuung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Wie bewertet die Autorin die Qualität von Kindertageseinrichtungen?

Die Autorin betont, dass eine qualitativ hochwertige Betreuung entscheidend ist, um negative Entwicklungen zu vermeiden, und fordert daher eine stärkere politische Investition in Personal und Rahmenbedingungen.

Welche Rolle spielt die Bindungstheorie in der Diskussion?

Die Bindungstheorie dient als wissenschaftliches Fundament, um zu zeigen, dass sowohl die Mutter als auch die Erzieherin als sichere Basis für das Kind dienen können, sofern die Qualität der Beziehung stimmt.

Was wird als Konsequenz aus dem Mangel an Kitaplätzen diskutiert?

Als Konsequenz werden alternative Modelle wie die Kindertagespflege oder die Selbstbetreuung (durch Betreuungsgeld) beleuchtet, um Eltern trotz Platzmangel Wahlmöglichkeiten zu bieten.

Welche Bedeutung hat das Wunsch- und Wahlrecht nach § 5 SGB VIII?

Es erlaubt den Eltern, zwischen verschiedenen Trägern und Betreuungsformen zu wählen, wobei jedoch die tatsächliche Verfügbarkeit von Plätzen die praktische Umsetzung oft einschränkt.

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Details

Title
Ist der Anspruch auf Förderung in Kindertageseinrichtungen von ein- bis dreijährigen Kindern sinnvoll?
College
University of Kassel
Grade
1,0
Author
Marina Raaz (Author)
Publication Year
2013
Pages
27
Catalog Number
V299702
ISBN (eBook)
9783656964711
ISBN (Book)
9783656964728
Language
German
Tags
Sozialrecht Kindergarten Kindertageseinrichtung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marina Raaz (Author), 2013, Ist der Anspruch auf Förderung in Kindertageseinrichtungen von ein- bis dreijährigen Kindern sinnvoll?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299702
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