In diesem Essay wird erläutert, warum der Klimazertifikatshandel in Deutschland nicht zielorientiert umgesetzt wurde und welche bedeutende Rolle der Lobbyismus einnahm.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Klimazertifikatshandel ist in Deutschland nicht zielorientiert umgesetzt worden
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Gründe für das aus Sicht der Autorin gescheiterte System des Emissionsrechtehandels in Deutschland und untersucht, warum die Umsetzung der ursprünglich intendierten klimapolitischen Ziele verfehlt wurde.
- Analyse des EU-Emissionshandelssystems (EU-ETS) in Deutschland
- Einfluss politischer Interessenkonstellationen und Lobbyismus
- Problematik der Überallokation von Zertifikaten
- Wechselwirkungen zwischen Klimazielen und wirtschaftlichen Interessen
- Notwendigkeit von Anpassungsmechanismen (Backloading)
Auszug aus dem Buch
Der Klimazertifikatshandel ist in Deutschland nicht zielorientiert umgesetzt worden
Aus der allgemeinen Beobachtung, dass ein Gut, das keine Kosten verursacht, leicht der Verschwendung anheimfällt, ist die Idee geboren, Emissionen, die die Luft belasten, mit Kosten zu belegen. Es sollten hierbei aber nicht nur Kosten pro Einheit der Luftverschmutzung berechnet werden. Vielmehr sollte ein Anreiz gegeben werden, mit den einmal zugeteilten Rechten auf Verschmutzung der Luft nicht nur sparsam umzugehen, sondern die zugeteilte Menge dadurch zu reduzieren, dass für die nicht benötigte Menge eine mit Einkommen verbundene Übertragungsmöglichkeit auf andere Unternehmen geschaffen werden würde. Es wurde so ein Markt für Emissionsrechte geschaffen. Warum die Umsetzung dieser Idee nicht zum erwarteten Erfolg führte, ist Gegenstand der nachfolgenden Erörterung.
Auf den ersten Blick scheinen die internationalen Abkommen zum Kyoto-Protokoll und die nationalen Klimapolitischen Ziele der Bundesregierung, die Energiewende in Deutschland kräftig voran zu bringen. Der zweite Blick verrät jedoch, dass die Markteinführung des Handels mit Emissionsrechten nicht geglückt ist. Durch die Einführung so genannter CO2-Zertifikate, sollte vor allem dem Klimawandel entgegen gewirkt werden. Bei der Implementierung jedoch, entwickelte sich, durch die unzureichenden Voraussetzungen und Berücksichtigung gegenläufiger Interessen ein subjektiv organisiertes Systemdesign, welches die ursprünglichen Absichten des Zertifikatshandel verfehlen ließ. Warum und an welcher Stelle es dazu kommen konnte, gilt es mit dieser Auseinandersetzung genauer aufzuzeigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Klimazertifikatshandel ist in Deutschland nicht zielorientiert umgesetzt worden: Die Einleitung skizziert die Grundidee des Emissionsrechtehandels, identifiziert das Scheitern der Umsetzung durch Interessenskonflikte und stellt die zentrale Fragestellung der Arbeit dar.
Schlüsselwörter
Emissionsrechtehandel, CO2-Zertifikate, Klimapolitik, EU-ETS, Kyoto-Protokoll, Energiewende, Überallokation, Lobbyismus, Marktversagen, Klimaziele, Backloading, Umweltökonomie, Allokationsplan, Treibhausgasreduktion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, warum das Instrument des Emissionsrechtehandels in Deutschland seine ursprünglichen klimapolitischen Ziele verfehlt hat.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Themen sind die Implementierung des EU-Emissionshandelssystems, der Einfluss politischer Entscheidungsstrukturen und die Auswirkungen der Zertifikatsvergabe auf die Energiewirtschaft.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Autorin geht der Frage nach, warum und an welcher Stelle die Umsetzung der Idee des Emissionsrechtehandels zum Scheitern verurteilt war und die angestrebten Effekte ausblieben.
Welche wissenschaftliche Perspektive wird eingenommen?
Es handelt sich um eine erörternde Analyse, die wirtschaftswissenschaftliche Konzepte wie das Coase-Theorem mit politologischen Aspekten der Interessenvertretung verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Phasen des Zertifikatshandels, die Rolle von Allokationsplänen, den Einfluss von Lobbyismus und die Problematik, dass wirtschaftliche Interessen die ökologischen Ziele dominierten.
Was zeichnet die Arbeit inhaltlich aus?
Besonders charakteristisch ist die kritische Auseinandersetzung mit der politischen Einflussnahme und der sogenannten Überallokation von Zertifikaten, die zu einem Preisverfall führte.
Warum spielt der Bundesrat eine Rolle?
Der Bundesrat wird als maßgebliche Vetoinstanz identifiziert, die es ermöglichte, den Allokationsplan zugunsten der produzierenden Wirtschaft zu beeinflussen.
Was bedeutet der Begriff Backloading im Kontext der Arbeit?
Backloading bezeichnet die nachträgliche Reduktion von Zertifikaten, die laut Autorin als notwendiger Schritt zur Preisstabilität und Erreichung der Klimaziele dient.
Welche Rolle spielen private Endverbraucher?
Die Autorin argumentiert, dass die Kosten der Zertifikate von Stromerzeugern auf die Verbraucher abgewälzt wurden, während die Industrie von Opportunitätskosten befreit blieb.
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- Annike Abromeit (Author), 2013, Emissionsrechtehandel in Deutschland. Zur Umsetzung des Klimazertifikatshandels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299716