„A leader is someone who walks out in front of his men, but he doesn't get too far out in front to where he cannot hear their footsteps.” (Dumaine, 1989).
Dieses Zitat zum idealtypischen Bild eines Führenden stammt von Tommy Lasorda, einem ehemaligen US-amerikanischen Baseballspieler und heutigem Manager der Los Angeles Dodgers. Es lässt vermuten, dass zur Führung mehr gehört, als einfach nur vorweg zu gehen. Lasorda bringt mit dem Zitat die Bedeutung der Persönlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes ins Spiel (Dumaine, 1989).
Die Führung von Menschen ist in unserer Gesellschaft überall und im Rahmen ganz unterschiedlicher Zusammenhänge existent. Nicht nur in Unternehmen oder im Sport, auch in der Familie wird bereits eine Führungskultur gelebt, wenn Eltern beispielweise ihre Kinder auffordern das Zimmer aufzuräumen. Im weiteren Verlauf der Kindheit wird ebenfalls in Kindergarten, Schule oder auch auf einer Hochschule geführt. Für unsere Gesellschaft ist Führung also von klein auf an allseits präsent und stets unabhängig davon, ob man sich innerhalb oder außerhalb einer Institution oder Organisation befindet (von Rosenstiel, 2007).
In der heutigen Zeit wachsen Menschen in einer globalisierten Welt auf. Dies führt dazu, dass es viel mehr Möglichkeiten gibt, seinen Lebensweg zu bestreiten, als noch vor einigen Jahrzehnten. Es gibt keinen klassischen, idealtypischen Lebenslauf mehr, welcher einem früher noch oftmals bestimmte Entscheidungen einfach abgenommen hat. Diese Tatsache erfordert, dass sich jeder Mensch noch mehr mit sich selbst beschäftigen muss. Jeder muss nach seinen individuellen Wünschen und Vorstellungen forschen, um sich selbst gerecht zu werden – einfach gesagt: Es gilt heute mehr denn je die eigene Persönlichkeit zu entdecken (Krampen & Reichle, 2008).
Das Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, zu untersuchen, wie Persönlichkeit und Führung tatsächlich zusammenhängen, um im Detail die Frage beantworten zu können, ob und welche Persönlichkeitseigenschaften erfolgreiche Führungskräfte aufweisen. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Analyse von Führung und Führenden im unternehmerischen Kontext. Der Zusammenhang von Führung und Persönlichkeit im Privatbereich wird bei dieser Untersuchung nicht berücksichtigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Führung
2.1 Definitionen
2.2 Führungstheorien
2.2.1 klassische Theorien
2.2.2 moderne Theorien
3 Persönlichkeit
3.1 Definitionen
3.2 Persönlichkeitstheorien
3.2.1 Ansatz der Typenlehre
3.2.2 Eigenschaftstheorie / Trait-Ansatz
4 Persönlichkeit und Führung
4.1 Die Bedeutung der Eigenschaftsansätze der Führung
4.2 Studie SOEP – Persönlichkeit und Karriere
4.2.1 Datenbasis und Modelle
4.2.2 Ergebnisse
4.3 Vergleich mit anderen Studien
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, inwiefern ein Zusammenhang zwischen der Persönlichkeit von Individuen und ihrem Erfolg als Führungskraft besteht, um die Forschungsfrage zu beantworten, ob erfolgreiche Führungskräfte spezifische Persönlichkeitseigenschaften aufweisen.
- Theoretische Grundlagen von Führung und Führungsstilen
- Persönlichkeitstheorien und das Fünf-Faktoren-Modell (Big Five)
- Analyse der Studie SOEP hinsichtlich Persönlichkeit und Karriere
- Vergleich empirischer Studien zur Bedeutung von Führungseigenschaften
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Ergebnisse
Bei der Bewertung der folgenden Ergebnisse ist zu beachten, dass die Analyse an bestimmte Grenzen stößt. Bei allen Angaben handelt es sich stets um Selbstauskünfte der Befragten, welche nicht zwingend der Realität entsprechen. Ein bewusstes Täuschen ist ebenso denkbar wie eine fehlerhafte Angabe aufgrund falscher Selbsteinschätzung oder durch typisches Rollenverhalten bedingt (Fietze et al., 2009). Unabhängig davon gibt es jedoch bereits Studien, die belegen, dass Selbstauskünfte stark mit dem tatsächlichen Verhalten übereinstimmen (Dohmen et al., 2005). Weiterhin ist zu beachten, dass bei einer Person im Laufe der Zeit mehrere Karrierestufen erreicht werden können. Eine Person, die 1990 noch ein sonstiger Angestellter war, kann 2000 eine Führungsposition innehaben und 2005 wieder ein sonstiger Angestellter sein (Fietze et al., 2009).
Die Studie unterscheidet zunächst drei Stichprobengruppen voneinander: Die Gesamtbevölkerung, die Angestellten der Privatwirtschaft sowie die Führungskräfte der Privatwirtschaft. Die Studie ergibt, dass sich zunächst Angestellte der Privatwirtschaft vom Durchschnitt der Gesamtbevölkerung unterscheiden. Sie haben in der Regel eine höhere emotionale Stabilität und sind weniger verträglich. Zusätzlich weisen Angestellte der Privatwirtschaft höhere Werte in den Dimensionen Offenheit, Extraversion und Gewissenhaftigkeit auf. Führungskräfte hingegen haben ebenfalls diese Ausprägungen, jedoch in einem noch stärkeren Umfang. Sie sind emotional noch stabiler, offener und gewissenhafter als sonstige Angestellte der Privatwirtschaft. Auch der niedrige Wert der sonstigen Angestellten der Privatwirtschaft in der Dimension Verträglichkeit wird von Führungskräften nochmals unterschritten. Im Hinblick auf die Risikobereitschaft weisen sonstige Angestellte der Privatwirtschaft höhere Werte als der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung auf und Führungskräfte wiederrum höhere Werte als sonstige Angestellte (Fietze et al., 2009).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz von Führung und Persönlichkeit in der heutigen Gesellschaft und definiert das Ziel sowie die Forschungsfrage der Arbeit.
2 Führung: Dieses Kapitel behandelt verschiedene Definitionsansätze von Führung sowie klassische und moderne Führungstheorien, um ein theoretisches Fundament zu schaffen.
3 Persönlichkeit: Es werden zentrale Begriffsbestimmungen der Persönlichkeit sowie relevante Persönlichkeitstheorien vorgestellt, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Fünf-Faktoren-Modell liegt.
4 Persönlichkeit und Führung: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Grundlagen durch die Analyse der SOEP-Studie und den Vergleich mit weiteren Forschungsergebnissen, um Zusammenhänge zwischen Persönlichkeit und Führungserfolg aufzuzeigen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf potenzielle zukünftige Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Persönlichkeit, Führung, Führungskraft, Eigenschaftstheorie, Big-Five-Modell, Fünf-Faktoren-Modell, Führungstheorien, SOEP, Karriereerfolg, Risikobereitschaft, Extraversion, Gewissenhaftigkeit, Neurotizismus, Arbeitspsychologie, Führungsforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen menschlicher Persönlichkeit und Führung, um zu klären, ob Führungskräfte bestimmte, konsistente Persönlichkeitseigenschaften besitzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Theorien von Führung, die psychologische Persönlichkeitsforschung sowie die empirische Analyse von Karrierewegen in Abhängigkeit von Persönlichkeitsprofilen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob Führungskräfte statistisch signifikant andere Persönlichkeitseigenschaften aufweisen als Angestellte ohne Führungsposition.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse theoretischer Konzepte sowie eine Auswertung empirischer Daten, insbesondere der SOEP-Studie, im Vergleich mit existierenden Forschungsergebnissen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung von Führungs- und Persönlichkeitsmodellen sowie die darauf aufbauende Untersuchung spezifischer Studien zum Zusammenhang von Persönlichkeit und Führung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Persönlichkeit, Führung, Big-Five-Modell, Karriereerfolg und Eigenschaftstheorie geprägt.
Welche Rolle spielt die Risikobereitschaft in der Untersuchung?
Die Risikobereitschaft wird in der SOEP-Studie als ergänzende Dimension zum Fünf-Faktoren-Modell herangezogen und als signifikanter Faktor für den beruflichen Aufstieg identifiziert.
Ist der Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Führung eindeutig belegbar?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass zwar Unterschiede in Persönlichkeitseigenschaften zwischen Führungskräften und anderen Angestellten bestehen, ein direkter kausaler Zusammenhang mit Führungserfolg jedoch komplex bleibt und je nach Definition variiert.
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- Lars Dethlefs (Autor), 2015, Der Zusammenhang von Führung und Persönlichkeit. Weisen Führungskräfte bestimmte Persönlichkeitseigenschaften auf?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299759