Diese Arbeit beschreibt den Entwicklungsweg des Erzhandels von den Anfängen im Frühmittelalter bis hin in das Spätmittelalter, als die Augsburger Kaufmannsfamilien und allen voran die Familie Fugger, den Handel von Erzen beherrschten.
Der Aufstieg des Handels im Mittelalter legte den Grundstein für die folgende, immer weitergehende Entwicklung von Transportmitteln und Transportwegen. Der Weg hierhin, die verschiedenen Erze und Abbaugebiete sowie wichtige Akteure des Handels von Erzen im Mittelalter, werden in dieser Arbeit beleuchtet. Den Akteuren, wie der Hanse und der Kaufmannsfamilie Fugger, kommt hierbei innerhalb dieser Arbeit eine besondere Bedeutung zu.
Die Anfänge des Abbaus von Erzen sowie deren Handel reichen weit in der Geschichte des Menschen zurück. Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den Schwerpunkten des Abbaus von Erzen und deren Handelsströmen im Mittelalter auseinander.
Die Menschheit sieht sich seit jeher einer Knappheit von Gütern ausgesetzt. Da Ressourcen auf der Erde im Allgemeinen ungleich verteilt sind, entstand der Handel mit Gütern. Die Vorkommen von Erzen auf der Erde sind somit ebenfalls ungleich verteilt.
Im Mittelalter entwickelte sich der Handel mit Erzen zu Zeiten des Frühmittelalters, aus dem Abbau in bäuerlichen Kleinbetrieben heraus. Diese bauten Erze als Nebenerwerb ab. Erst im Hochmittelalter entstand der Handel von Erzen im größeren Rahmen, da durch die zahlreichen Städtegründungen neue Märkte entstanden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Einführung in die Thematik
1.2. Vorgehensweise und Zielsetzung
1.3. Aufbau der Arbeit
1.4. Zeitliche Abgrenzung
1.5. Handelsgüter und Abbau
2. Stätten des Bergbaus im Mittelalter
2.1. Schwazer Silberbergwerk
2.2. Ungarn
2.3. Oberpfalz und Harz
2.4. Schweden
3. Handelsströme
3.1. Entwicklung des Handels
3.2. Transportwege
3.3. Märkte
3.4. Zölle
3.5. Die Hanse
3.6. Die Fugger
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung des Abbaus von Erzen sowie die damit verbundenen Handelsströme im Mittelalter, um aufzuzeigen, wie diese Prozesse das Fundament für den heutigen Welthandel legten.
- Entwicklung des mittelalterlichen Bergbaus und dessen technologische sowie soziale Strukturen.
- Die Bedeutung wichtiger Abbaugebiete wie Schwaz, Ungarn und Falun.
- Analyse der Handelsströme, Transportwege und der entstehenden Märkte.
- Die Rolle bedeutender Akteure wie der Hanse bei der Organisation des Fernhandels.
- Der Einfluss der Kaufmannsfamilie Fugger auf Bergbau, Kreditwesen und Weltpolitik.
Auszug aus dem Buch
3.5. Die Hanse
Bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts dominierten die Skandinavier den Handel an der Nord und Ostsee. Vor allem die Norweger waren Vorreiter im Handel zur See. So wurden die Hafenstädte Mitteleuropas wie Bremen und Utrecht bis hin zur Normandie mit Waren wie Fisch, Fellen und Bauholz beliefert. Der Handel von Erzen entwickelte sich hier vor allem durch die Flamen, welche Erze aus Nordeuropa im Tausch gegen Tücher erwarben. So wurde Brügge ein wichtiges Zentrum für den Handel mit Erzen. Ab Mitte des 12. Jahrhunderts, trat an Nord- und Ostsee die sogenannte „Hanse“ als Akteur des Handels zur See in Erscheinung.
Das Wort „Hansa“ kommt aus dem Gotisch-Altdeutschen und bedeutet in etwa Gruppe oder Schar. Bei der Hanse handelt es sich um eine der ersten Handelssysteme der Geschichte. Sie stellt gleichzeitig eines der komplexesten und auch größten Zusammenschlüsse von Kaufleuten im Mittelalter dar. Oftmals wird auch behauptet, das System der Hanse habe sehr dem der Venezianer im Mittelmeer geähnelt. Allerdings wird hier verkannt, dass der Handel der Hanse deutlich mehr Massengüter umfasste. Die Hansen stellten Genossenschaften dar, die zum Zweck der Erleichterung des Handels in den Hafenstädten an der Ostsee gegründet wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des mittelalterlichen Erzabbaus und Handels ein, erläutert das methodische Vorgehen sowie die zeitliche Eingrenzung und skizziert den weiteren Aufbau der Arbeit.
2. Stätten des Bergbaus im Mittelalter: Dieses Kapitel stellt die wichtigsten Bergbauregionen in Mittel- und Nordeuropa vor, darunter das bedeutende Schwazer Silberbergwerk, Abbaugebiete in Ungarn, der Oberpfalz, im Harz sowie in Schweden.
3. Handelsströme: Der Hauptteil analysiert die Entstehung und Entwicklung mittelalterlicher Handelsstrukturen, beleuchtet Transportwege und Märkte und würdigt die Rolle der Hanse sowie der Fugger für den wirtschaftlichen Aufstieg.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie der kommerzielle Bergbau und der damit einhergehende Handel die Grundlage für moderne Märkte und das Finanzwesen schufen, wobei insbesondere der Einfluss bedeutender Akteure wie der Fugger hervorgehoben wird.
Schlüsselwörter
Mittelalter, Bergbau, Erzhandel, Handelsströme, Schwazer Silberbergwerk, Familie Fugger, Hanse, Kupfer, Silber, Transportwege, Märkte, Fernhandel, Wirtschaftsgeschichte, Kreditwesen, Städtegründungen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Zusammenhänge zwischen der Rohstoffgewinnung, speziell dem Bergbau von Erzen, und der Entwicklung von Handelsnetzwerken im europäischen Mittelalter.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der mittelalterliche Bergbau, die Organisation des Fernhandels, die Entstehung städtischer Märkte sowie die Machtausübung durch einflussreiche Kaufmannsfamilien und Handelsbünde.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über die historischen Vorgänge im Erzhandel vom Frühmittelalter bis zum Ende des Spätmittelalters zu geben und aufzuzeigen, wie diese Entwicklungen in den heutigen Welthandel mündeten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Sichtung und Auswertung relevanter Fachliteratur zur Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters, zur Geschichte des Bergbaus und zum Welthandel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der geografischen Abbaugebiete, eine detaillierte Analyse der Handelsströme, Logistik, Transportmittel sowie die Untersuchung bedeutender Akteure wie der Hanse und der Fugger.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bergbau, Handelsströme, Fugger, Hanse, Silber, Kupfer und die Transformation des mittelalterlichen Handels zum modernen Welthandel charakterisieren.
Warum war das Schwazer Silberbergwerk so bedeutend?
Schwaz war Ende des 15. Jahrhunderts die größte Bergbaumetropole Europas, die rund 85 % der weltweiten Silberproduktion deckte und somit einen massiven Einfluss auf die Münzprägung und das europäische Finanzwesen ausübte.
Welche Rolle spielten die Fugger als „Kaisermacher“?
Die Fugger finanzierten durch Kredite und Bestechungsgelder bedeutende politische Akteure ihrer Zeit, darunter Kaiser Karl V., und erlangten dadurch Privilegien sowie eine enorme Marktmacht, die weit über den reinen Rohstoffhandel hinausging.
- Citar trabajo
- Christian Kohnle (Autor), 2014, Schwerpunkte des Abbaus von Erzen und Handelsströme im Mittelalter, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299872