Die Arbeit wird in zwei Teilen aufgebaut. Der erste Teil befasst sich mit dem Ansatz der lernenden Organisation von Argyris / Schön. Der Ansatz wird theoretisch erläutert, und die Wichtigkeit des Lernens für Organisationen wird herausgestellt.
Nachdem die theoretische Grundlagenarbeit geleistet ist, soll der Ansatz im zweiten Teil der Arbeit angewendet werden. Hierfür wird ein praktisches Fallbeispiel eingeführt, welches an hand einer konkreten Fragestellung bearbeitet wird.
Außerdem wird eine Einteilung der Wissenschaften vorgenommen, die einen Einfluss auf den Ansatz haben könnten. Abschließend werden die Theorien kritisch betrachtet und ein Fazit gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorgehensweise
Teil I
1.1 Einleitung
1.2 Definitionen
2. Das Lernen nach Argyris / Schön
2.1 Theory-of-action, Theory-in-use und Espoused-theory
2.2 Lernebenen und Lerntypen
Teil II
3. praktische Anwendung des Ansatzes von Argyris /Schön
3.2 Fallbeispiel Chemieunternehmen
3.3 Wissenschaftliche Einordnung des Ansatzes von Argyris / Schön
4. Kritische Würdigung und Fazit
5. Literatur
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht den handlungstheoretischen Ansatz der "lernenden Organisation" nach Argyris und Schön, um zu analysieren, wie Organisationen durch organisationales Lernen auf sich ändernde Umweltbedingungen reagieren und sich weiterentwickeln können. Ziel ist es, die theoretischen Konzepte durch ein Fallbeispiel aus der Wirtschaftspraxis zu veranschaulichen und kritisch einzuordnen.
- Theoretische Grundlagen des organisationalen Lernens und Begriffsdefinitionen.
- Differenzierung der Lernebenen: Single-Loop, Double-Loop und Deutero-Learning.
- Analyse von Handlungs- und Organisationstheorien in der Unternehmenspraxis.
- Transfer der Erkenntnisse auf ein Fallbeispiel zur strategischen Neuausrichtung.
- Wissenschaftliche Kontextualisierung und kritische Reflektion des Ansatzes.
Auszug aus dem Buch
3.2 Fallbeispiel Chemieunternehmen
Als Beispiel dient ein stagnierendes Chemieunternehmen, das eine Forschungs und Entwicklungsabteilung (F+E-Abteilung) eingesetzt hat, um neue Technologien zu erkunden und zu entwickeln. Das Unternehmen hat die Notwendigkeit erkannt Umsatz und Gewinn zu steigern. Die F+E-Abteilung wurde gegründet, weil das Management glaubt, dass interne technologische Innovationen der „Schlüssel zu Erfolg“ sind. Die neue Abteilung entwickelt allerdings Technologien, die nicht in das übliche Betriebsschema passen. Um die neuen Technologien nutzen zu können, muss die Unternehmung statt Zwischenerzeugnissen nun Fertigerzeugnisse herstellen und die Distribution zu den Großhändlern übernehmen.
Dies stellt eine große Herausforderung für das ganze Unternehmen dar, da es hierbei über keinerlei Erfahrungen verfügt. Schließlich zieht diese Produktionsänderung viele Änderungen nach sich. So müssen die Mitglieder der Unternehmung neue Ansätze für Marketing, Unternehmensführung und Werbung entwickeln um sich zukünftig auf einen schnelleren Tätigkeitswechsel und auf kürzere Produktlebenszyklen einstellen zu können. Hier wird bereits der erste Konflikt deutlich. Diese Änderungen und neuen Anforderungen stehen im Gegensatz zu einer bisherigen Unternehmensnorm, die Berechenbarkeit bei der Führung von Unternehmensgeschäften verlangt. So stehen die Ziele der Berechenbarkeit in konkurrierendem Verhältnis zu den Wachstumszielen. Würde sich das Management diesem Konflikt nicht stellen, sondern neue Prozesse einführen um weiteres Wachstum zu gewährleisten, würde ein Fall des Einschleifen-Lernen vorliegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorgehensweise: Das Kapitel erläutert den Aufbau der Arbeit in zwei Teile, beginnend mit der theoretischen Herleitung des Lernansatzes und endend mit dessen praktischer Anwendung.
Teil I: Dieser Abschnitt widmet sich den theoretischen Grundlagen der lernenden Organisation und definiert zentrale Begriffe.
1.1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit organisationalen Lernens aufgrund steigender exogener Anpassungsanforderungen an Unternehmen.
1.2 Definitionen: Hier werden grundlegende Termini wie "Lernen", "Organisation" und "organisationales Lernen" systematisch erfasst.
2. Das Lernen nach Argyris / Schön: In diesem Kapitel wird das Kernmodell der handlungstheoretischen Perspektive der Autoren detailliert dargestellt.
2.1 Theory-of-action, Theory-in-use und Espoused-theory: Das Kapitel erklärt den Zusammenhang zwischen den zugrunde liegenden Aktionstheorien und dem tatsächlichen Handeln in Organisationen.
2.2 Lernebenen und Lerntypen: Die Differenzierung zwischen Single-Loop, Double-Loop und Deutero-Learning bildet den theoretischen Schwerpunkt für die Lernniveaus.
Teil II: Dieser Teil fokussiert sich auf die praktische Anwendbarkeit der vorgestellten Konzepte in der betriebswirtschaftlichen Realität.
3. praktische Anwendung des Ansatzes von Argyris /Schön: Einführung in die methodische Beantwortung unternehmerischer Fragestellungen durch die vorgestellten Lerntypen.
3.2 Fallbeispiel Chemieunternehmen: Anhand eines stagnierenden Unternehmens wird aufgezeigt, wie Konflikte zwischen Organisationsnormen und Wachstumszielen durch organisationales Lernen gelöst werden können.
3.3 Wissenschaftliche Einordnung des Ansatzes von Argyris / Schön: Diskussion über die Anschlussfähigkeit des Ansatzes an verschiedene wissenschaftliche Disziplinen wie Personal- und Betriebswirtschaftslehre.
4. Kritische Würdigung und Fazit: Eine kritische Reflexion des Ansatzes hinsichtlich seiner Stärken, Schwächen und seiner Bedeutung in der heutigen Zeit.
5. Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzwerke.
Schlüsselwörter
Organisationales Lernen, Argyris und Schön, Single-Loop Learning, Double-Loop Learning, Deutero-Learning, Aktionstheorie, Theory-in-use, Espoused-theory, Organisationsentwicklung, Unternehmensnormen, Strategiewechsel, Lernniveaus, Innovationsmanagement, Handlungstheorie, Wissenstransfer.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit dem handlungstheoretischen Konzept der "lernenden Organisation" nach Chris Argyris und Donald Schön und untersucht, wie Organisationen ihre Wissens- und Handlungsstrukturen anpassen können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung verschiedener Lernformen, die Unterscheidung zwischen explizit formulierten und real angewandten Theorien sowie die praktische Implementierung von Lernprozessen bei organisationalen Konflikten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den theoretischen Lernansatz von Argyris und Schön verständlich darzulegen und anhand eines praktischen Fallbeispiels zu zeigen, wie Unternehmen durch den Wandel von Normen und Strategien auf Marktveränderungen reagieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse kombiniert mit einem Fallstudienansatz, um die Übertragbarkeit des Modells auf ein konkretes Szenario (Chemieunternehmen) zu prüfen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil fokussiert?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Differenzierung von drei Lernebenen (Single-, Double-Loop und Deutero-Learning) sowie auf der Analyse von Strategiewechseln in einer Organisation, die zwischen Berechenbarkeit und notwendigem Wachstum vermitteln muss.
Wodurch lässt sich diese Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von abstrakten handlungstheoretischen Annahmen mit konkreten, teils kritischen, praxisnahen Anwendungsbeispielen aus.
Was unterscheidet das "Single-Loop" vom "Double-Loop" Lernen im Fallbeispiel?
Das Single-Loop Learning zielt auf die Fehlerkorrektur innerhalb bestehender Normen ab, während das Double-Loop Learning die bestehenden Normen und Grundannahmen selbst hinterfragt, um einen tiefergreifenden Strategiewechsel zu ermöglichen.
Warum wird das "Deutero-Learning" als "Lernen zu Lernen" bezeichnet?
Beim Deutero-Learning reflektiert die Organisation ihre eigenen Lernprozesse und Erfahrungen, um die allgemeine Lernfähigkeit und Bereitschaft des Systems nachhaltig zu verbessern.
Welche Kritikpunkte werden gegenüber dem Ansatz von Argyris / Schön angeführt?
Die Kritikpunkte umfassen das Fehlen einer Beschreibung von Verlernprozessen, das Ausbleiben konkreter Anleitungen für proaktives, vorausschauendes Lernen sowie die Tatsache, dass das Modell oft erst bei auftretenden Problemen (Soll-Ist-Differenz) greift.
- Quote paper
- Andre Lampel (Author), 2004, Der handlungstheoretische Ansatz: Die lernende Organisation nach Argyris / Schön, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29990