Ziel der Arbeit soll es sein, die Bedeutung des Marketings für NGOs im Bereich sportbezogene Entwicklungsarbeit zu erarbeiten und herauszustellen, welchen Adaptionen sich verwandte Marketingkonzepte und -modelle unterziehen müssten, um für den Markt angewendet werden zu können.
Aus den gewonnenen Erkenntnissen soll dann ein Marketing-Konzept für NGOs im Bereich sportbezogene Entwicklungsarbeit erstellt werden.
Es lassen sich also folgende Forschungsfragen aufstellen:
Forschungsfrage 1: Welche Bedeutung hat das Marketing für NGOs im Bereich der sportbenzogenen Entwicklungsarbeit?
Forschungsfrage 2: Wie kann ein Marketing-Modell für NGOs im Bereich sportbezogene Entwicklungsarbeit aussehen und welchen Adaptionen müssen sich verwandte Marketingkonzepte und -modelle unterziehen, um auf den Bereich anwendbar zu sein?
In den letzten Jahren wurde die Bedeutsamkeit des Sports für die Entwicklungspolitik und für deren Ziele als immer größer eingeschätzt. Sport wird als ein passendes Vehikel verstanden, um sozialen Wandel und Entwicklung voranzutreiben. Auch die Vereinten Nationen (UN) messen dem Sport in der Erreichung ihrer „Milleniums-Entwicklungsziele“. So entstand daraus unter anderem das “United Nations Office on Sport for Development and Peace” (UNOSDP). Willi Lemke, Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden, bezeichnet die „positive Rolle des Sports in Verbindung mit Entwicklungsprojekten [als] heutzutage unumstritten“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Relevanz
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau
1.4 Forschungsstand
2. Theoretischer Rahmen und Vorgehensweise
3. Besonderheiten der sportbezogenen Entwicklungsarbeit
3.1 Akteursebene - NGOs
3.1.1 Finanzierung
3.1.2 Konsequenzen für zweckfremde Mittelverwendung
3.2 Marktebene - Konkurrenz
4. Erkenntnisse und Modelle aus verwandten Marketingfeldern
4.1 Relevante Erkenntnisse aus dem NPO-Marketing
4.2 Relevante Erkenntnisse aus dem Sportmarketing
5. Marketing-Modell für NGOs im Bereich sportbezogene Entwicklungsarbeit
6. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung des Marketings für Nichtregierungsorganisationen (NGOs) im Bereich der sportbezogenen Entwicklungsarbeit zu untersuchen. Auf Basis einer Analyse der Spezifika dieses Sektors soll ein adaptiertes Marketing-Modell entwickelt werden, das diesen Organisationen eine systematische und effiziente strategische Ausrichtung ermöglicht.
- Bedeutung des Marketings für sportbezogene Entwicklungs-NGOs
- Herausforderungen in Finanzierung und Mittelverwendung
- Konkurrenzsituation auf dem NGO-Markt
- Adaption von Modellen aus NPO-Marketing und Sportmarketing
- Entwicklung eines anwendungsorientierten Marketing-Modells
Auszug aus dem Buch
3.2 Marktebene - Konkurrenz
Ziel von Marketingstrategien ist es u.a., die eigene Leistung von der Leistung anderer Marktakteure oder Konkurrenten abzuheben und sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen (Schwarz et al., 2005). Aufgrund des meist philanthropischen Bildes von NGOs, stellt sich die Frage, ob NGOs überhaupt in gegenseitiger Konkurrenz stehen, da sie für die annähernd gleichen Ziele einstehen. Nach Fusts (2004) Ansicht ist der Markt der NGOs keine „Art Naturpark für geschützte Arten“ (ebd., S. 136), sondern ein Markt, auf dem Wettbewerb zwischen den Akteuren herrscht. Es lassen sich mehrere Konkurrenzsituationen definieren: „NGOs des Nordens“ (Fust, 2004, S. 135) stehen auf den internationalen Zielmärkten nicht nur in Konkurrenz zu horizontal differenzierten NGOs (Aldashev & Verdier, 2008), sondern auch zu „NGOs des Südens“ (Fust, 2004, S. 135), also lokalen NGOs im Zielland. Zwei weitere Phänomene werden in der internationalen Entwicklungsarbeit immer bedeutsamer: NGOs des Nordens bilden immer häufiger Allianzen mit NGOs des Südens, die dann in Konkurrenz zu ‚normalen‘ NGOs stehen. Zudem gibt es mittlerweile private Unternehmen, die sich für entwicklungspolitische Programme bewerben und diese umsetzen möchten (Fust, 2004). Diese Konkurenz betrifft hauptsächlich den Spendenmarkt und die Bewerbung um Beihilfe von politischen Institutionen (Aldashev & Verdier, 2008), trifft aber wohl auch auf den Mitgliedermarkt für NGOs zu.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Relevanz des Sports in der Entwicklungspolitik und definiert die Forschungsfragen bezüglich der Bedeutung und Modellanpassung für das Marketing von NGOs.
2. Theoretischer Rahmen und Vorgehensweise: Dieses Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise, bei der bewährte Management-Konzepte als Grundlage für die Untersuchung des spezifischen NGO-Sektors kombiniert werden.
3. Besonderheiten der sportbezogenen Entwicklungsarbeit: Das Kapitel analysiert die NGO-Akteursebene mit Fokus auf Finanzierungsmodelle und Mittelverwendung sowie die Konkurrenzsituation im Sektor.
4. Erkenntnisse und Modelle aus verwandten Marketingfeldern: Hier werden das "Freiburger Marketing-Modell für NPO" sowie Erkenntnisse aus dem Sportmarketing auf ihre Übertragbarkeit geprüft.
5. Marketing-Modell für NGOs im Bereich sportbezogene Entwicklungsarbeit: Dieses Kapitel führt die theoretischen Ansätze zusammen und präsentiert das erarbeitete Modell für die Praxis.
6. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das entwickelte Modell ein systematisches Grundgerüst bietet, jedoch für die Anwendung in der Praxis eine individuelle Adaption erfordert.
Schlüsselwörter
Marketing, Sportmarketing, NGOs, NPO-Marketing, Entwicklungsarbeit, Finanzierung, Mittelverwendung, Positionierung, Fundraising, Dienstleistungsmarketing, Stakeholder, Modellentwicklung, NGO-Management, Sport, Kooperation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Marketing-Modells, das speziell auf die Bedürfnisse von Nichtregierungsorganisationen im Bereich der sportbezogenen Entwicklungsarbeit zugeschnitten ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der spezifischen Markt- und Finanzierungsbedingungen für NGOs sowie der Adaption von Marketingkonzepten aus dem NPO-Bereich und dem Sportmarketing.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, welche Bedeutung Marketing für diese NGOs hat und wie ein Marketing-Modell gestaltet sein muss, damit es auf den Bereich der sportbezogenen Entwicklungsarbeit anwendbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und die methodische Kombination bestehender Management- und Marketingmodelle, um ein spezifisches, adaptiertes Modell für das Zielsegment zu generieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Besonderheiten der NGOs, bewertet bestehende Marketing-Theorien und leitet daraus ein systematisches Marketing-Modell ab, das von der Konzeption bis zur Umsetzung reicht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Marketing, Sportmarketing, NGOs, Entwicklungsarbeit, Finanzierung und Modellentwicklung charakterisiert.
Warum spielt die Mittelverwendung eine kritische Rolle bei NGOs?
Aufgrund strenger Reglementierungen für Spenden-Siegel (wie z.B. vom DZI) müssen NGOs bei zweckfremden Ausgaben für Marketing sehr vorsichtig sein, da dies die Glaubwürdigkeit bei Spendern beeinträchtigen kann.
Wie unterscheidet sich die Konkurrenzsituation für NGOs?
Der Markt ist kein "Naturpark für geschützte Arten", sondern ein umkämpftes Feld, in dem NGOs mit anderen lokalen Akteuren, internationalen Organisationen und teils sogar privaten Unternehmen um Spenden und Beihilfen konkurrieren.
- Quote paper
- Maximilian Seltmann (Author), 2015, Marketing für NGOs in der sportbezogenen Entwicklungsarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299915