DCF-Verfahren und Multiplikatormethode. Schwächen bei Unternehmensbewertungsverfahren


Hausarbeit, 2014
15 Seiten, Note: 1,3
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Überblick der Verfahren
2.1 DCF-Verfahren
2.2Multiplikatorverfahren

3. Schwächen des DCF-Verfahrens
3.1 Prognose der Free Cash Flows
3.1.1 Vergangenheitsanalyse
3.1.2 Bestimmung des Planungshorizonts
3.1.3 Exkurs: Prognosen mit limitierter Verfügbarkeit von Informationen
3.1.4 Umsatzprognose
3.2 Berechnung der Weighted Average Cost of Capital
3.2.1 Festlegung der Zielkapitalstruktur
3.2.2 Bestimmung der Fremdkapitalkosten
3.2.3 Berechnung der Eigenkapitalkosten
3.3 Bestimmung des Terminal Values

4. Schwächen des Multiplikator-Verfahrens
4.1 Bildung der Peer-Group
4.2 Verwendung von Multiplikatoren

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

7. Anhänge

7.1 Weltweite M&A Deals

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2: Ablauf des DCF-Verfahrens (FCF-Variante)

Abbildung 3: Ablauf des Multiplikatorverfahrens

Abbildung 1: Weltweite M&A Deals

1. Einleitung

Die wohl häufigsten Anlässe für die Durchführung einer Unternehmensbewertung, mit insgesamt ca. 43 Prozent, sind Unternehmenskäufe, -verkäufe und -zusammenschlüsse1. Den zentralen Aspekt bei solchen Unternehmenstransaktionen,welche allgemein als Mergers & Acquisitions (M&A) bezeichnet und zusammengefasst werden, bildet die Einigung von Käufer und Verkäufer auf einen angemessenen Kauf- bzw. Verkaufspreis. Grundlegend für das Gelingen dieser Transaktionen ist demnach eine fundierte Unternehmensbewertung2. Besondere Bedeutung gewinnt das Thema Unternehmensbewertung folglich dann, wenn die Anzahl und das Volumen der M&A Deals hoch ist. Abbildung 13 zeigt, dass vor allem der Wert der Transaktionen weltweit im Jahr 2014 drastisch ansteigt und einen neuen Höchstwert seit 2007 von 3,7 Billionen US-Dollar erreicht. Diese Entwicklung führt dazu, dass der Bedarf für eine möglichst genaue Unternehmensbewertung wächst und somit auch für die Reduktion von Fehlern bei der Bewertung.

Durch die Ausarbeitung von Bellinger und Vahl ist deutlich geworden, dass eine exakte und allgemein gültige Unternehmensbewertung nicht möglich ist, da diese von zu vielen verschiedenen Parametern beeinflusst wird. Zudem kommt, dass „Unternehmenswerte [...] nur ’mögliche’ Preise, nicht ’wirkliche’ (effektiv zustande gekommene Preise)“4 darstellen. In dieser Hausarbeit wird daher nicht versucht, durch die Identifikation von Schwachstellen der Bewertungsverfahren eine exakte Bewertung zu ermöglichen, sondern durch das Herausarbeiten von Schwächen bei der Anwendung von Bewertungsverfahrenfahrlässige Fehler zu vermeiden, um einen realistischeren Unternehmenswert zu erlangen. Verschiedene Bewertungsverfahren setzten ihre Schwerpunkte an unterschiedlichen Stellen, was zur Folge hat, dass selbst die Wahl des Bewertungsverfahrens einen Einfluss auf das Ergebnis und dessen Genauigkeit hat5. Diese Hausarbeit wird sich jedoch ausschließlich auf mögliche Schwächen innerhalb von einzelnen Bewertungsmethoden konzentrieren.

Insbesondere behandelt und auf mögliche Schwachstellen untersucht werden im Rahmen dieser Hausarbeit die zwei in der Praxis am häufigsten benutzen Verfahren zur Unternehmensbewertung, die Free-Cash-Flow-Variante (FCF) des Discounted-Cash-Flow-Verfahrens (DCF) und die Multiplikatormethode6.Dabei wird zuerst ein Überblick über die Abläufe der beiden Verfahren geschaffen. Anschließend werden die beiden Verfahren schrittweise genauestens analysiert, um mögliche Ursachen von bzw. Anfälligkeiten für Ungenauigkeiten offenzulegen,und um ein Bewusstsein für die entscheidenden Schritte der Verfahren zu schaffen. Insgesamt soll diese Hausarbeit also aufzeigen, wo bei den zwei genannten Bewertungsverfahren mögliche Schwächen liegen. Dabei wird sich etwas mehr auf das DCF-Verfahren konzentriert, da dieses in der Praxis noch häufiger Anwendung findet.

2. Überblick der Verfahren

2.1 DCF-Verfahren

Das Discounted-Cash-Flow-Verfahren stellt international gesehen die am weitesten verbreitete Methode zur Unternehmensbewertung dar7. Es handelt sich bei diesem Verfahren um einen Ansatz bei dem „der Wert eines Unternehmens – analog zur Ermittlung des Wertes einer Investition – auf Basis der auf den Bewertungszeitpunkt abgezinsten, zukünftig zu erwartenden Cash-flows berechnet wird.“8 Die in der Zukunft erwarteten Cash-flows werden dabei als finanzieller Nutzen interpretiert, welchen das bewertete Unternehmen für seinen Käufer generieren wird. Nichtfinanzielle Nutzenfaktoren werden in dieser Berechnung nicht mit einbezogen9. In dieser Hausarbeitwird das DCF-Verfahrenschrittweise auf mögliche Schwächen und häufige Fehlerquellen geprüft.Die FCF-Variante des DCF-Verfahrens besteht aus folgenden Schritten, mit den jeweils aufgelisteten wichtigsten Elementen:

Abbildung 2: Ablauf des DCF-Verfahrens (FCF-Variante)10

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2Multiplikatorverfahren

Auch die Multiplikatormethode findet in der Praxis häufig Anwendung, da sie relativ schnell zu Ergebnissen führt11. Das Multiplikatorverfahren ist ein Vergleichsverfahren welches „den Wert des zu bewertenden Unternehmens aus den Börsenkursen vergleichbarer Unternehmen“12 ableitet. Die dabei verwendeten Multiplikatoren werden Trading-Multiplikatoren genannt. Die Unternehmensbewertung mittels Trading-Multiplikatoren geht davon aus, dass vergleichbare Unternehmen ähnlich bewertet werden wie das zu bewertende Unternehmen. Der Unternehmenswert ergibt sich daher als Produkt des aus den Vergleichsunternehmen abgeleitetem Multiplikators und einer operationalen Kennzahl des Bewertungsobjekts13. Die wesentlichen Schritte des Verfahrens sind:

Abbildung 3: Ablauf des Multiplikatorverfahrens14

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Schwächen des DCF-Verfahrens

3.1 Prognose der Free Cash Flows

Als erste Unsicherheit in der Praxis bei der Prognose der zukünftigen Free Cash Flows eines Unternehmens kann die Tatsache, dass es sich dabei um nicht exakt vorhersehbare Zahlungsströme in der Zukunft handelt selbst genannt werden. Unvorhersehbare Ereignisse können somit eine Bewertung umstoßen. Üblicherweise werden historische Werte, zusammen mit Hilfe und Rat des Managements, verwendet, um Annahmen über die zukünftige Entwicklung eines Unternehmens zu treffen15. Obwohl diese Vorgehensweise voraussetzt, dass sich frühere Bedingungen und Muster auf die Zukunft übertragen lassen, hat sie sich in der Praxis bewährt, da keine zuverlässigeren Methoden existieren.

Diese sogenannte Vergangenheitsanalyse hat somit einen großen Einfluss auf die Prognosen der Free Cash Flows eines Unternehmens16.

3.1.1 Vergangenheitsanalyse

Der vergangene Zeitraum der für die Vergangenheitsanalyse herangezogen wird sollte mit Bedacht gewählt werden. Im Falle der Wahl einer zu kurz bestimmten historischen Periode kann die bisherige Entwicklung des Unternehmens nicht hinreichend für die Prognose miteinbezogen werden. Ballwieser stellte z.B. fest, dass es bei einem kurzen Auswertungszeitraum unwahrscheinlich ist, die Besonderheiten der Wettbewerbssituation zu erkennen oder die Bilanzpolitik der Geschäftsleitung zu verstehen17.

3.1.2 Bestimmung des Planungshorizonts

Neben der Länge der Periode die für die Vergangenheitsanalyse hinzugezogen wird, muss auch eine Entscheidung über die Länge der prognostizierten Periode für die Free Cash Flows gefällt werden. Ziel dabei ist es die Zahlungsströme bis zu einem Zeitpunkt zu prognostizieren, an dem die wirtschaftliche Lage des bewerteten Unternehmens einen stabilenZustand erreicht hat18.Dieser Zeitpunkt unterscheidet sich bei Unternehmen von Branche zu Branche und ist abhängig von dem Entwicklungsstadium und sollte daher mit Sorgfalt ausgewählt werden.

Die wesentliche Schwäche bei der Unternehmensbewertung durch ein DCF-Verfahren liegt hier hauptsächlich in der Schwierigkeit bei der Wahl des richtigen Zeitraums für Vergangenheitsanalyse und Planungsperiode. Neben der Herausforderung einer sinnvollen Bestimmung der Zeiträume bei der FCF-Prognose, kann auch genannt werden, dass bei unvorteilhaften Entscheidungen, schwerwiegende Effekte auf das Bewertungsresultat entstehen19.

3.1.3 Exkurs: Prognosen mit limitierter Verfügbarkeit von Informationen

Die Verfügbarkeit von Informationen über das Bewertungsobjekt stellt einen wichtigen Faktor für den Erfolg einer Unternehmensbewertung dar20. Entscheidend ist dabei auch, ob es sich um z.B. eine Aktiengesellschaft oder ein privatwirtschaftliches Unternehmen handelt, da jeweils unterschiedliche Verpflichtungen zur Veröffentlichung von finanziellen Informationen bestehen und ob das Management des bewerteten Unternehmens bereit ist, Informationen bereit zu stellen. Sollte das nicht der Fall sein, ist es wichtig, dass die Person welche die Unternehmensbewertung durchführt in der Lage ist angemessene und begründete Vorhersagen über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und finanziellen Ergebnisse des Bewertungsobjekts zu treffen21.Kleber identifizierte drei fundamentale Schritte für den richtigen Informationsverarbeitungsprozess für diese Vorhersagen. Er erklärt, dass Informationen zuerst beschafft werden müssen, ehe sie auf Ihrer Relevanz geprüft und gefiltert werden sollten. Im letzten Schritt geht es dann um die Richtige Verwendung der ausgewählten Informationen22.

[...]


1 Frère und Schyra 2011, S. 8

2 Vgl. Florentz 2014

3 (Siehe Anhänge), Thomson Financial, IMAA 2014

4 Bellinger und Vahl 1992 S.111

5 Vgl. Frère und Schyra 2011, S. 33

6 Vgl. Lorenz 2009, S. 16

7 Vgl. Ernst, Schneider und Thielen 2006, S. 8

8 Ernst, Schneider und Thielen 2006, S. 8

9 Vgl. Ernst, Schneider und Thielen 2006, S. 8-9

10 In Anlehnung an Rosenbaum und Pearl 2013, S. 126-128

11 Vgl. Ernst, Schneider und Thielen 2006, S. 10

12 Ernst, Schneider und Thielen 2006, S. 10

13 Wenzel 2010, S. 10

14 In Anlehnung an Wenzel 2010, S.10

15 Vgl. Rosenbaum und Pearl 2013, S. 127

16 Vgl. Rosenbaum und Pearl 2013, S. 127, S. 131

17 Vgl. Ballwieser 2011, S. 220

18 Vgl. Ernst, Schneider und Thielen 2006, S. 44

19 Vgl. Ernst, Schneider und Thielen 2006, S. 44

20 Vgl. Kleber 1989, S. 366

21 Vgl. Rosenbaum und Pearl 2013, S. 132

22 Vgl. Kleber 1989, S. 366

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
DCF-Verfahren und Multiplikatormethode. Schwächen bei Unternehmensbewertungsverfahren
Hochschule
Hochschule Reutlingen
Veranstaltung
Coporate Finance
Note
1,3
Jahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V300070
ISBN (eBook)
9783656965558
ISBN (Buch)
9783656965565
Dateigröße
732 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Corporate Finance, Valuation, DCF, Multiples, Unternehmensbewertung, Multiplikatorverfahren
Arbeit zitieren
Anonym, 2014, DCF-Verfahren und Multiplikatormethode. Schwächen bei Unternehmensbewertungsverfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300070

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