Die wohl häufigsten Anlässe für die Durchführung einer Unternehmensbewertung, mit insgesamt ca. 43 Prozent, sind Unternehmenskäufe, -verkäufe und -zusammenschlüsse.
Den zentralen Aspekt bei solchen Unternehmenstransaktionen, welche allgemein als Mergers & Acquisitions bezeichnet und zusammengefasst werden, bildet die Einigung von Käufer und Verkäufer auf einen angemessenen Kauf- bzw. Verkaufspreis. Grundlegend für das Gelingen dieser Transaktionen ist demnach eine fundierte Unternehmensbewertung. Besondere Bedeutung gewinnt das Thema Unternehmensbewertung folglich dann, wenn die Anzahl und das Volumen der M&A Deals hoch ist.
Durch die Ausarbeitung von Bellinger und Vahl ist deutlich geworden, dass eine exakte und allgemein gültige Unternehmensbewertung nicht möglich ist, da diese von zu vielen verschiedenen Parametern beeinflusst wird. Zudem kommt, dass „Unternehmenswerte [...] nur ’mögliche’ Preise, nicht ’wirkliche’ (effektiv zustande gekommene Preise)“ darstellen.
In dieser Hausarbeit wird daher nicht versucht, durch die Identifikation von Schwachstellen der Bewertungsverfahren eine exakte Bewertung zu ermöglichen, sondern durch das Herausarbeiten von Schwächen bei der Anwendung von Bewertungsverfahren fahrlässige Fehler zu vermeiden, um einen realistischeren Unternehmenswert zu erlangen.
Verschiedene Bewertungsverfahren setzten ihre Schwerpunkte an unterschiedlichen Stellen, was zur Folge hat, dass selbst die Wahl des Bewertungsverfahrens einen Einfluss auf das Ergebnis und dessen Genauigkeit hat. Diese Hausarbeit wird sich jedoch ausschließlich auf mögliche Schwächen innerhalb von einzelnen Bewertungsmethoden konzentrieren.
Inhaltsverzeichnis
- 1. EINLEITUNG.
- 2. ÜBERBLICK DER VERFAHREN
- 2.1 DCF-VERFAHREN.
- 2.2 MULTIPLIKATORVERFAHREN.
- 3. SCHWÄCHEN DES DCF-VERFAHRENS.
- 3.1 PROGNOSE DER FREE CASH FLOWS.
- 3.1.1 Vergangenheitsanalyse.
- 3.1.2 Bestimmung des Planungshorizonts.
- 3.1.3 Exkurs: Prognosen mit limitierter Verfügbarkeit von Informationen.
- 3.1.4 Umsatzprognose.
- 3.2 BERECHNUNG DER WEIGHTED AVERAGE COST OF CAPITAL.
- 3.2.1 Festlegung der Zielkapitalstruktur.
- 3.2.2 Bestimmung der Fremdkapitalkosten.
- 3.2.2 Berechnung der Eigenkapitalkosten.
- 3.3 BESTIMMUNG DES TERMINAL VALUES
- 4. SCHWÄCHEN DES MULTIPLIKATOR-VERFAHRENS.
- 4.1 BILDUNG DER PEER-GROUP
- 4.2 VERWENDUNG VON MULTIPLIKATOREN.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit den Schwachstellen von zwei häufig verwendeten Unternehmensbewertungsverfahren: dem Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF) und der Multiplikatormethode. Die Analyse zielt darauf ab, potenzielle Fehlerquellen und Anfälligkeiten aufzuzeigen, um eine realistischere Unternehmensbewertung zu ermöglichen. Dabei liegt der Fokus auf der Identifikation von Schwächen bei der Anwendung der Verfahren, anstatt eine exakte Bewertung zu ermöglichen.
- Analyse der Schwachstellen des DCF-Verfahrens, insbesondere der Prognose der Free Cash Flows und der Berechnung des Weighted Average Cost of Capital (WACC).
- Untersuchung der Schwächen der Multiplikatormethode, mit Schwerpunkt auf der Bildung der Peer-Group und der Auswahl der Multiplikatoren.
- Hervorhebung der Bedeutung einer fundierten Unternehmensbewertung im Kontext von Mergers & Acquisitions (M&A).
- Verdeutlichung der Herausforderungen, die mit der Vorhersagbarkeit von zukünftigen Cash-Flows verbunden sind.
- Aufzeigen der Bedeutung von vergleichenden Ansätzen bei der Unternehmensbewertung.
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 führt in die Thematik der Unternehmensbewertung ein und beleuchtet die Bedeutung des Themas im Kontext von M&A-Transaktionen. Kapitel 2 bietet einen Überblick über die beiden im Fokus stehenden Bewertungsverfahren, das DCF-Verfahren und die Multiplikatormethode. Kapitel 3 analysiert die Schwachstellen des DCF-Verfahrens, insbesondere die Prognose der Free Cash Flows und die Berechnung des WACC. Kapitel 4 untersucht die Schwächen der Multiplikatormethode, mit Schwerpunkt auf der Bildung der Peer-Group und der Auswahl der Multiplikatoren.
Schlüsselwörter
Unternehmensbewertung, Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF), Free Cash Flow (FCF), Weighted Average Cost of Capital (WACC), Multiplikatormethode, Peer-Group, Mergers & Acquisitions (M&A), Prognose, Kapitalkosten, Unternehmenswert, Fehlerquellen, Anfälligkeiten.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist eine exakte Unternehmensbewertung oft unmöglich?
Unternehmenswerte hängen von zu vielen variablen Parametern ab. Sie stellen eher „mögliche Preise“ als absolute Wahrheiten dar, da sie stark von Prognosen und Annahmen beeinflusst werden.
Was sind die Hauptschwachstellen des DCF-Verfahrens?
Kritische Punkte sind die Prognose der Free Cash Flows, die Bestimmung des Planungshorizonts und die Berechnung der gewichteten Kapitalkosten (WACC), die oft auf unsicheren Annahmen beruhen.
Welche Probleme treten bei der Multiplikatormethode auf?
Die größte Schwierigkeit liegt in der Bildung einer wirklich vergleichbaren „Peer-Group“ und der Auswahl der passenden Multiplikatoren, was zu verzerrten Ergebnissen führen kann.
Was ist der WACC und warum ist er fehleranfällig?
Der WACC (Weighted Average Cost of Capital) stellt die durchschnittlichen Kapitalkosten dar. Fehler entstehen häufig bei der Festlegung der Zielkapitalstruktur oder der Bestimmung der Eigenkapitalkosten.
Wann ist eine fundierte Unternehmensbewertung besonders wichtig?
Besonders bei Mergers & Acquisitions (M&A) – also Unternehmenskäufen, -verkäufen und -zusammenschlüssen – ist sie die Grundlage für die Einigung auf einen angemessenen Preis.
Was ist der Terminal Value?
Der Terminal Value beschreibt den Fortführungswert eines Unternehmens nach dem detaillierten Planungszeitraum. Kleine Änderungen in den Wachstumsannahmen können hier den Gesamtwert massiv verändern.
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- Anonym (Author), 2014, DCF-Verfahren und Multiplikatormethode. Schwächen bei Unternehmensbewertungsverfahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300070