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Zweitspracherwerb mit Hindernissen? Theoretische Grundlagen und Einflussfaktoren "beyond the language"

Title: Zweitspracherwerb mit Hindernissen? Theoretische Grundlagen und Einflussfaktoren "beyond the language"

Thesis (M.A.) , 2014 , 98 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Kristina Bornemann (Author)

Pedagogy - Miscellaneous Topics
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Summary Excerpt Details

Im ersten Teil der Arbeit werden in einer umfassenden und klar strukturierten Übersicht die theoretischen Grundlagen des Erst- und Zweitspracherwerbs dargestellt.
Im zweiten Teil wird der These nachgegangen, gemäß der der Zweitspracherwerb kein isolierter Prozess linguistischer Natur ist, sondern sich in einer komplexen Interaktion zwischen den von der Mehrheitsgesellschaft gestellten Rahmenbedingungen und den humanen Ressourcen der Lerner, die in bestimmten sozio-ökonomischen Lebenswelten leben, vollzieht. Diese Einflussfaktoren "jenseits der Sprache" werden entsprechend auf der Makro- und Mikroebene untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Zur Entstehung einer pluralistischen Gesellschaft

1.2 Zwei- und Mehrsprachigkeit als wichtige Themen unseres Zeitalters

1.3 Allgemeine Anmerkungen

2. Fragestellung

2.1 Zweitspracherwerb (ZSE) als ein komplexer Prozess

2.2 Zum Aufbau der Arbeit

3. Begriffsbestimmung und Konzepte

3.1 Die Termini Zwei-/Mehrsprachigkeit bzw. Bi-/Multilingualität

3.2 Konzepte und Unterscheidungen bezüglich der Zweisprachigkeit

3.3 Die Formen der Zweisprachkompetenz

4. Spracherwerb - Die theoretischen Grundlagen

4.1 Wygotski – Ein sprachpsychologischer Erklärungsansatz

4.2 Piaget – Der kognitive Ansatz

4.3 Skinner – Der behavioristische Ansatz

4.4 Chomsky – der nativistische Ansatz (Mentalismus)

4.5 Der interaktionistische Ansatz

4.6 Der konnektivistische Ansatz

5. Hypothesen zum Zweitspracherwerb

5.1 Einfluss der Erstsprache beim Zweitspracherwerb

5.2 Interdependence Hypothese

5.2.1 Kritik der Balance Effect Hypothese

5.2.2 Die SUP und CUP - Modelle

5.3 Interlanguage-Hypothese

5.4 Die Schwellenhypothese (Threshold Hypothesis)

5.4.1 Die Unterscheidung zwischen BICS und CALP Sprachkompetenzen

5.5 Andere Hypothesen zum Zweitspracherwerb

6. Die Bedeutung der Muttersprache beim Zweitspracherwerb

6. 1 Jim Cummins - Die Bedeutung der Muttersprache für den Zweitspracherwerb

6.2 Skutnabb-Kangas

6.3 Überwiegend bestehender Konsens

7. Zur Lage des Muttersprachlichen Unterrichts im Schulwesen Deutschlands

7.1 Der rechtliche Rahmen

7.2 Zum aktuellen Stand des Muttersprachlichen Unterrichts

7.3 Der Muttersprachliche Unterricht auf dem ideologisch-politischen Schlachtfeld

7.3.1 Streitfall Zweisprachigkeit – The biligualism Controversy

7.3.2 Die allgemeine Debatte

7.4 DaZ - Deutsch als Zweitsprache

8. Zweitspracherwerb ist mehr als ein isolierter Prozess linguistischer Natur

8.1 Jenseits der Sprache - Einfluss von äußeren gestaltbaren Faktoren

8.1.1 Rahmenbedingungen: Von der Mehrheitsgesellschaft gestaltet

8.1.2 Die Frage des Alters beim Zweitspracherwerb

8.2 Jenseits der Sprache - Einfluss von im Unterricht nicht gestaltbaren Variablen

8.2.1 Kultur

8.2.1.1 Zum Begriff

8.2.1.2 Kultur und Sprache

8.2.1.3 Skutnabb-Kangas – 3 „Seiten“ der Sprache

8.2.2 Kognitive Aspekte

8.2.2.1 The Think Tank Model

8.2.2.2 Die strukturelle Distanz zwischen L1 und L2

8.2.3 Soziale Einflussfaktoren

8.2.3.1 Sozio-ökonomische Einflussfaktoren

8.2.3.2 Das Kulturkapital in der Familie

8.2.4 Affektive/Motivationale Aspekte beim Zweitspracherwerb

8.2.4.1 Einstellung zur Mehrheitsgesellschaft

8.2.4.2 Identität

8.2.4.3 Angst/Hemmungen beim Sprechen einer fremden Sprache

8.2.5 Interindividuelle Unterschiede

9. Fazit, Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Komplexität und Multidimensionalität des Zweitspracherwerbs (ZSE). Ziel ist es, neben den linguistischen Grundlagen bedeutende nicht-linguistische Einflussfaktoren zu identifizieren, die den Erfolg beim Erlernen des Deutschen als Zweitsprache (DaZ) in einem schulischen Kontext maßgeblich beeinflussen und oft über Schulversagen oder -erfolg entscheiden.

  • Interdisziplinäre Untersuchung des Zweitspracherwerbs
  • Analyse theoretischer Modelle (Chomsky, Piaget, Wygotski, Cummins)
  • Die Rolle der Muttersprache und deren Förderung im Bildungssystem
  • Sozio-ökonomische und psychologische Einflussfaktoren auf den Spracherwerb

Auszug aus dem Buch

Die soziale Basis der Sprache

Die Grundthese Wygotskis (1978, 1979) besagt, dass zwischen Denken, Sprache und dem sozial-kulturellen Kontext Wechselwirkungen bestehen. Denken und Sprache werden als zwei verschiedene Bewusstseinsfunktionen verstanden, die sich im Prozess der Entwicklung in einer sozialen Umgebung zu einem verbinden.

„Das Bewusstsein spiegelt sich im Wort wie die Sonne in einem Wassertropfen. Das Wort verhält sich zum Bewusstsein wie die kleine Welt zur großen, wie die lebende Zelle zum Organismus, wie das Atom zum Kosmos. Das sinnvolle Wort ist der Mikrokosmos des Bewusstseins.“ (Wygotski 1979, S. 359)

Das Bewusstsein spiegelt sich in der Sprache und der Geist bildet durch das Medium Sprache die Welt ab. Das Bewusstsein kann nur in Verbindung mit „surrounding society“ verstanden werden. Die soziale Umgebung versorge das Individuum mit „technology“, „tools“ und „signs“ (Zeichen/-Symbole) - darunter wird vor allem (s.o.) die Sprache verstanden, deren Komplexität und Symbolreichtum von den jeweils herrschenden sozial-historischen Formen bestimmt wird; und diese Sprache in ihrem spezifischen sozial-historisch bestimmten „Zustand“ liegt dem Bewusstsein und den geistigen Prozessen zugrunde. (Vygotsky 1978).

„ Alle höheren psychischen Funktionen, eingeschlossen das Sprechen und das begriffliche Denken, haben einen sozialen Ursprung. Sie entstehen als Mittel zur gegenseitigen Hilfeleistung und werden schrittweise Teil des alltäglichen Verhaltens eines Menschen.“ (Wygotski 1979, S.152)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Transformation Deutschlands in eine pluralistische Gesellschaft und die damit verbundenen Herausforderungen für das Bildungssystem im Umgang mit mehrsprachigen Schülern.

2. Fragestellung: Es wird die hohe Komplexität des Zweitspracherwerbs (ZSE) hervorgehoben und die Notwendigkeit einer Perspektiverweiterung über rein linguistische Ansätze hinaus begründet.

3. Begriffsbestimmung und Konzepte: Dieser Abschnitt klärt die terminologischen Grundlagen wie Zwei-/Mehrsprachigkeit, Erst- und Zielsprache sowie verschiedene Ausprägungen der Zweisprachkompetenz.

4. Spracherwerb - Die theoretischen Grundlagen: Hier werden zentrale Theorien von Wygotski, Piaget, Skinner, Chomsky u.a. dargelegt, die den Spracherwerb aus psychologischer und linguistischer Sicht erklären.

5. Hypothesen zum Zweitspracherwerb: Verschiedene wissenschaftliche Hypothesen (z.B. Interdependence, Schwellenhypothese, Interlanguage) werden auf ihre Gültigkeit für den ZSE geprüft.

6. Die Bedeutung der Muttersprache beim Zweitspracherwerb: Es wird die zentrale Rolle einer soliden Erstsprachenbasis für den erfolgreichen Erwerb einer Zweitsprache unter Berufung auf Cummins und Skutnabb-Kangas betont.

7. Zur Lage des Muttersprachlichen Unterrichts im Schulwesen Deutschlands: Das Kapitel analysiert den rechtlichen Rahmen und die bildungspolitische Praxis des muttersprachlichen Unterrichts (MSU) in Deutschland.

8. Zweitspracherwerb ist mehr als ein isolierter Prozess linguistischer Natur: Dieser Hauptteil identifiziert komplexe, oft verdeckte Faktoren wie Kultur, sozio-ökonomische Bedingungen und psychologische Aspekte, die den Spracherwerb maßgeblich beeinflussen.

9. Fazit, Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird konstatiert, dass der Erfolg beim ZSE institutionell verankert werden muss und eine konsequente Bildungspolitik unter Einbeziehung des kulturellen Hintergrunds erforderlich ist.

Schlüsselwörter

Zweitspracherwerb, DaZ, Mehrsprachigkeit, Muttersprache, Bildungserfolg, Interkulturelle Erziehung, Cummins, Wygotski, Schwellenhypothese, Interdependenz, Integration, Sprachkompetenz, Bildungsungleichheit, Schulversagen, Bilingualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den komplexen Bedingungen des Zweitspracherwerbs (ZSE) bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland, insbesondere unter dem Aspekt, dass erfolgreicher Spracherwerb weit über linguistische Lernprozesse hinausgeht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Spracherwerbs, die Rolle der Erstsprache (Muttersprache) für den Erfolg in der Zweitsprache sowie die Einflüsse sozio-kultureller und systemischer Rahmenbedingungen in der deutschen Schullandschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die "Hochkomplexität" des ZSE darzustellen und Einflussfaktoren jenseits der Sprache zu identifizieren, um zu erklären, warum der Erwerb der deutschen Sprache oft mit erheblichen Hürden verbunden ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literatur- und Theorieanalyse sowie auf die Auswertung internationaler und nationaler Studien zur Zweisprachigkeitsforschung und Bildungsstatistik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Modelle, Hypothesen zum ZSE, die Bedeutung des muttersprachlichen Unterrichts und externe Einflussfaktoren wie Kultur, Identität, sozio-ökonomische Aspekte und das Alter des Lernenden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Zweitspracherwerb (ZSE), Mehrsprachigkeit, Interdependence-Hypothese, Identität, Bildungschancen und Sprachförderung charakterisiert.

Warum ist das Konzept des „Think Tank“ nach Cummins so wichtig?

Das Modell veranschaulicht, dass Wissen und Sprachkapazitäten in einem gemeinsamen kognitiven Speicher ("Think Tank") liegen, wodurch eine starke Erstsprachenkompetenz die Basis für den Erwerb einer zweiten Sprache bildet.

Inwiefern spielt das "Kulturkapital" eine Rolle für den Schulerfolg?

Das Kulturkapital bestimmt maßgeblich die Sprachpraxis und den Informationsvorsprung in einer Familie, was den direkten Zugang zu Bildungschancen und die Unterstützung im Lernprozess erheblich erleichtert.

Warum kritisiert die Autorin die deutsche "Ausländerpädagogik"?

Sie kritisiert, dass traditionelle Ansätze oft einseitig auf Defizite fokussieren und die Förderung der Muttersprache als "Bremse" für den Erwerb der deutschen Sprache missverstehen, anstatt deren Potenzial als "Brücke" für den Bildungserfolg zu nutzen.

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Details

Title
Zweitspracherwerb mit Hindernissen? Theoretische Grundlagen und Einflussfaktoren "beyond the language"
College
University of Hagen  (Kultur und Sozialwissenschaften)
Grade
1,2
Author
Kristina Bornemann (Author)
Publication Year
2014
Pages
98
Catalog Number
V300132
ISBN (eBook)
9783656963660
ISBN (Book)
9783656963677
Language
German
Tags
Erstspracherwerb Zweitspracherwerb Zweisprachigkeit Mehrsprachigkeit Muttersprachlicher Unterricht Interdependence Hypothese Balance Effekt Hypothese Interlanguage Hypothese Schwellenhypothese Kultur und Sprache Soziale Einflussfaktoren Semilingualismus Think Tank Model Motherese Model Outputregulierungsmodell Zweisprachkompetenz Cummins Chomsky Skutnabb-Kangas Wygotski BICS und CALP Halbsprachigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristina Bornemann (Author), 2014, Zweitspracherwerb mit Hindernissen? Theoretische Grundlagen und Einflussfaktoren "beyond the language", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300132
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