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Raumentwicklung und Raumplanung in der Bundesrepublik Deutschland seit 1970. Leitbilder in ihrer Funktion und Wirkungsweise

Title: Raumentwicklung und Raumplanung in der Bundesrepublik Deutschland seit 1970. Leitbilder in ihrer Funktion und Wirkungsweise

Term Paper , 2013 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Philipp Sacher (Author)

Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning
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Leitbilder gelten als "weiches", d. h. unverbindliches Instrument der Raumplanung und werden daher in ihrer Bedeutung meist unterschätzt. Seit die Ministerkonferenz für Raumordnung im Jahr 2006 neue Leitbilder und Handlungsstrategien für die Raumentwicklung in Deutschland aufgestellt hatte, gewann das Instrument des Leitbildes für die Raumplanung stark an Bedeutung. Dennoch blieb es im Ermessen der Planungsträger, insbesondere der Länder, inwieweit sie die hier definierten Ziele umsetzten.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Idee des räumlichen Leitbildes, arbeitet seine wechselvolle Geschichte in der Bundesrepublik Deutschland seit 1970 auf und stellt diese in den Kontext der modernen Raumplanung dieses Landes. Dabei wird versucht, das Leitbild als ein wirksames Mittel zur Erfüllung von Zielen der Bundesraumordnung zu beschreiben und gleichzeitig dessen Stärken und Schwächen zu beleuchten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Leitbilder in der Raumplanung

2. Der Begriff des Leitbilds

3. Funktionen und Aufgaben von Leitbildern

4. Leitbilder der Raumentwicklung seit 1970

4.1 Das Bundesraumordnungsprogramm

4.2 Raumordnungspolitischer Orientierungs- und Handlungsrahmen

4.3 Die Leitbilder von 2006

4.3.1 Die Entstehung des Leitbilddokuments

4.3.2 Leitbild 1: Wachstum und Innovation

4.3.3 Leitbild 2: Daseinsvorsorge sichern

4.3.4 Leitbild 3: Ressourcen bewahren, Kulturlandschaften stärken

5. Aktualisierung der Leitbilder

6. Wirksamkeit von Leitbildern und Kritik

7. Leitbilder – Planungsinstrument der Zukunft?

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit untersucht die Funktion, Wirkungsweise und historische Entwicklung von Leitbildern in der Raumplanung und Raumentwicklung der Bundesrepublik Deutschland seit den 1970er Jahren. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob diese informellen Planungsinstrumente trotz ihrer fehlenden Rechtsverbindlichkeit erfolgreich zur Steuerung räumlicher Prozesse beitragen können und wie sie in ein übergeordnetes Planungsverständnis eingebettet sind.

  • Historische Einordnung der deutschen Leitbildprogramme seit 1970
  • Analyse der Funktionen und der Bedeutung informeller Planungsinstrumente
  • Detaillierte Untersuchung der drei Leitbilder aus dem Jahr 2006
  • Diskussion über die Wirksamkeit, Kritik und Aktualisierungsmöglichkeiten
  • Bewertung von Leitbildern als zukünftige Instrumente der Regionalentwicklung

Auszug aus dem Buch

4.3.2 Leitbild 1: Wachstum und Innovation

Das erste der drei Leitbilder stellt gleichzeitig das wohl umstrittenste dar. Mit der Aufstellung dieses Leitbilds wurde die Abkehr vom Gedanken der Schaffung gleichwertiger Lebensbedingungen in der Bundesrepublik für viele am deutlichsten erkennbar (vgl. ARING 2006, 619). Blotevogel sieht bereits in der Position dieses Leitbilds, welches im Dokument als erstes genannt wird, ein Anzeichen für einen Wertewandel in der Raumentwicklung, wodurch das Leitbild1 aber auch als das innovativste angesehen werden kann (vgl. BLOTEVOGEL 2006, 465).

Ziel dieses Leitbilds ist es vor allem, „Stärken zu stärken“, d.h. bereits vorhandene Wachstumspotenziale zu fördern (vgl. BMVBS 2006, 12). Da diese Potenziale in erster Linie in wirtschaftsstarken und verdichteten Räumen vorzufinden sind, scheinen diese bevorzugt behandelt zu werden. Dennoch wird im Leitbilddokument explizit betont, dass „spezifische Potenziale aller Regionen, d.h. der wirtschaftlich starken wie der schwachen Regionen, aktiviert werden sollen“ (WEILAND/WOHLLEBER-FELLER 2007, 65).

Die vom BMVBS zum Leitbild 1 erstellte Rahmenkarte (Abbildung 1) verdeutlicht, wie die einzelnen Ziele wie „wirtschaftliche Wachstumsimpulse, Innovation und die Entwicklung hin zu einer Wissensgesellschaft“ (BMVBS 2006, 12), mithilfe bestimmter Raum-kategorien erreicht werden sollen bzw. können. Eine besondere Rolle kommt demnach den sog. Metropolräumen zu, welche als Wachstumsmotoren fungieren und dadurch die Raum-struktur vorgeben sollen, auch wenn diese Funktion nicht mehr so stark betont wird, wie es z.B. noch beim ORA der Fall war (vgl. BLOTEVOGEL 2006, 467). Dabei werden die Metropolräume weiter in Kerne und metropolitane Verflechtungsräume ausdifferenziert. Es handelt sich um rein analytische Räume, die nicht mit den bereits im ORA ausgewiesenen Europäischen Metropolregionen übereinstimmen (vgl. WEILAND/WOHLLEBER-FELLER 2007, 65).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Leitbilder in der Raumplanung: Einführung in die Bedeutung und die informelle Natur von Leitbildern als Planungsinstrumente in der deutschen Raumplanung.

2. Der Begriff des Leitbilds: Definition des Begriffs Leitbild im Kontext der räumlichen Planung und dessen Wandel hin zu einem „weichen“ Planungsinstrument.

3. Funktionen und Aufgaben von Leitbildern: Erläuterung der zentralen Funktionen, insbesondere der Kommunikations-, Koordinations- und Aktivierungsfunktion bei der räumlichen Planung.

4. Leitbilder der Raumentwicklung seit 1970: Historischer Überblick über die Entwicklung von Leitprogrammen, beginnend beim Bundesraumordnungsprogramm über den ORA/HARA bis hin zu den Leitbildern von 2006.

5. Aktualisierung der Leitbilder: Diskussion der Notwendigkeit, Leitbildprogramme aufgrund sich wandelnder Rahmenbedingungen in kürzeren Zyklen zu aktualisieren.

6. Wirksamkeit von Leitbildern und Kritik: Kritische Auseinandersetzung mit der inhaltlichen Bandbreite, der Operationalisierbarkeit und dem Risiko der Entwertung durch eine Häufung von Leitbildern.

7. Leitbilder – Planungsinstrument der Zukunft?: Fazit über den Erfolg und die Zukunftschancen von Leitbildern als nützliche, wenn auch kritisch zu betrachtende Steuerungsinstrumente.

Schlüsselwörter

Raumplanung, Raumentwicklung, Leitbilder, Leitvorstellungen, Bundesraumordnungsprogramm, ORA, HARA, Daseinsvorsorge, Wachstum, Innovation, Kulturlandschaften, informelle Planungsinstrumente, Regionalentwicklung, Raumordnungsgesetz, Nachhaltigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Funktion von Leitbildern als informelle Planungsinstrumente in der deutschen Raumplanung seit den 1970er Jahren.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese der Leitbildprogramme, deren inhaltlicher Ausgestaltung (insbesondere der Leitbilder von 2006) sowie der kritischen Diskussion ihrer Wirksamkeit und Operationalisierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Funktionsweise von Leitbildern in der Raumentwicklung zu untersuchen, ihre historische Entwicklung aufzuarbeiten und kritisch zu bewerten, inwieweit sie als Planungsinstrument erfolgreich sein können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse und die systematische Aufarbeitung der offiziellen Leitbilddokumente verschiedener Zeitabschnitte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die historische Darstellung der Leitbildprogramme von 1970 bis 2006 sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit dieser Instrumente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Raumplanung, Leitbilder, Raumentwicklung, Daseinsvorsorge, Wachstum, Innovation und informelle Planung.

Wie unterscheiden sich die Leitbilder von 2006 in ihrer Ausrichtung?

Sie setzen Schwerpunkte in den Bereichen ökonomisches Wachstum (Leitbild 1), Sicherung der Daseinsvorsorge (Leitbild 2) sowie ökologische Ressourcenbewahrung und Kulturlandschaftsentwicklung (Leitbild 3).

Warum wird das erste Leitbild „Wachstum und Innovation“ oft als besonders umstritten angesehen?

Weil es als Abkehr vom klassischen Paradigma gleichwertiger Lebensbedingungen in der Bundesrepublik interpretiert wurde, da es sich primär auf die Förderung bereits vorhandener Potenziale in wirtschaftsstarken Räumen konzentriert.

Welches Problem beschreibt der Autor im Zusammenhang mit der kritischen Rezeption von Leitbildern?

Leitbilder werden oft als zu abstrakt, unflexibel oder als bloße „Leerformeln“ kritisiert, die sich einer klaren Operationalisierung entziehen und in Konkurrenz zueinander treten können.

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Details

Title
Raumentwicklung und Raumplanung in der Bundesrepublik Deutschland seit 1970. Leitbilder in ihrer Funktion und Wirkungsweise
College
University of Würzburg  (Geographie und Geologie)
Course
Raumforschung und Regionalentwicklung
Grade
1,7
Author
Philipp Sacher (Author)
Publication Year
2013
Pages
21
Catalog Number
V300153
ISBN (eBook)
9783656964858
ISBN (Book)
9783656964865
Language
German
Tags
raumentwicklung raumplanung bundesrepublik deutschland leitbilder funktion wirkungsweise
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Sacher (Author), 2013, Raumentwicklung und Raumplanung in der Bundesrepublik Deutschland seit 1970. Leitbilder in ihrer Funktion und Wirkungsweise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300153
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