Die mittelfristige Produktionsprogrammplanung zählt aus Sicht produzierender Unternehmen zu den Kernaufgaben innerhalb der Produktionsplanung und -steuerung, da erst auf Basis dieser weitere Planungsschritte eingeleitet werden können. Für eine präzise und transparente Planung sind dabei die Informationsflüsse von großer Bedeutung. Aktuell existieren verschiedene Auffassungen darüber, welche Informationen tatsächlich zur Planung benötigt werden.
Im Rahmen der Arbeit werden die verschiedenen Informationsbedarfe und -flüsse analysiert und es wird ermittelt, welche Informationen für eine reaktionsfähige und beherrschbare Produktionsprogrammplanung erforderlich sind. Aufbauend auf den Analyseergebnissen, ist das Ziel der Arbeit eine hochgradig detaillierte Visualisierung der ermittelten Informationsflüsse.
Zur Zielerreichung wird zu Beginn eine umfassende Literaturrecherche durchgeführt. Danach werden die terminologischen Begriffe und die Methodik erläutert sowie der Untersuchungsbereich eingegrenzt. Nach Durchführung der Analyse erfolgt die grafische Darstellung in der gewählten Form.
Das erwartete Ergebnis ist eine Verbesserung der Präzision und Transparenz in der mittelfristigen Produktionsprogrammplanung. Diese Verbesserung sollte sich vor allem in der Kongruenz zwischen subjektiv empfundenen und dem tatsächlichen objektiven Informationsbedarf widerspiegeln.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage
1.3 Gliederung der Arbeit
2. Grundlagen
2.1 Terminologische Grundlagen
2.1.1 Produktionsprogrammplanung
2.1.2 Information
2.1.3 Informationsbedarfsanalyse
2.1.4 System
2.1.5 Systemgrenze
2.2 Eingrenzung des Untersuchungsbereiches
2.2.1 Zeithorizont
2.2.2 Fertigungsart
2.2.3 Systemgrenze der Untersuchung
2.3 Methodik
2.3.1 Vorgehensweise bei der Analyse
2.3.2 Beschreibung der grafischen Modellierungsstandards
3. Informationsbedarfsanalyse und grafische Modellierung der Informationsflüsse
3.1 Grobmodellierung des Ablaufs der mittelfristigen Produktionsprogrammplanung
3.1.1 Involvierte Funktionsbereiche im Unternehmen
3.1.2 Identifizierung der grundlegenden Planungsschritte und der jeweils angewendeten Verfahren und Methoden
3.2 Feinmodellierung der Informationsflüsse in der mittelfristigen Produktionsprogrammplanung
3.2.1 Ableitung des Informationsbedarfs je Planungsschritt
3.2.2 Ermittlung von Möglichkeiten zur Erhöhung der Reaktionsfähigkeit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit hat zum Ziel, den objektiven Informationsbedarf für eine reaktionsfähige, mittelfristige Produktionsprogrammplanung zu identifizieren und die entsprechenden Informationsflüsse grafisch darzustellen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die notwendigen Informationsflüsse und deren geeignete Modellierung, um die Reaktionsfähigkeit gegenüber dynamischen Marktveränderungen zu erhöhen.
- Analyse und Strukturierung von Informationsbedarfen in der mittelfristigen Produktionsplanung.
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Produktinnovation, -variation und -elimination.
- Anwendung grafischer Modellierungsmethoden wie funktionsübergreifende Flussdiagramme und UML 2 Aktivitätsdiagramme.
- Erarbeitung von Strategien zur Erhöhung der Robustheit und Adaptionsfähigkeit in der Produktionsplanung.
- Identifizierung der Schnittstellen zwischen verschiedenen Funktionsbereichen im Unternehmen.
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Ermittlung von Möglichkeiten zur Erhöhung der Reaktionsfähigkeit
Die mittelfristige Produktionsprogrammplanung (PPP) eines Lagerfertigers beruht aufgrund der nicht bestehenden Aufträge und des Zeithorizontes von 3 bis 5 bzw. mindestens 1 bis 2 Jahren hauptsächlich auf Prognosen und den ihnen zugrundeliegenden Annahmen über die Entwicklung des Marktes. Ist es das Ziel, diese reaktionsfähiger zu gestalten, sind die Hauptstörfaktoren zu ermitteln. Bei Betrachtung der in die PPP einfließenden Informationen lassen sich vier wesentliche Faktoren identifizieren:
• generelle Hindernisse bei Informationsaustausch und –bereitstellung
• Fehlerhafte bzw. nicht eintreffende Prognosen und Einschätzungen bezüglich der qualitativen und quantitativen Marktentwicklung (Absatzmenge, Kundenbedürfnisse)
• Technologischer Fortschritt (Geschwindigkeit, Ausmaß von Innovationen)
• Abweichung von Ist- und Plan-Kapazität (Anlagenausfälle, Fehlverhalten des Personals)
Die Reaktionsfähigkeit lässt sich in die zwei Ausprägungen Robustheit und Adaptionsfähigkeit untergliedern. Robustheit liegt vor, wenn die Planung durch externe Störungen unwesentlich beeinflusst wird. Adaptionsfähigkeit dagegen bedeutet, dass Störungen zu einer entsprechenden Anpassung der Fehlfunktionen in der Planung führen (vgl. VÁNCZA; MONOSTORI; LUTTERS [et. al.] 2011, S.797f.). Im Folgenden sollen daher zuerst Möglichkeiten zur Verbesserung der Robustheit und anschließend Maßnahmen für die Adaptionsfähigkeit dargelegt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Herausforderungen in der Produktionsprogrammplanung durch kurze Produktlebenszyklen und den Wandel zu Käufermärkten sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Grundlagen: Definiert zentrale Begriffe wie Produktionsprogrammplanung, Information und System und stellt die verwendete Methodik zur grafischen Modellierung vor.
3. Informationsbedarfsanalyse und grafische Modellierung der Informationsflüsse: Analysiert den Planungsprozess in Grob- und Feinmodellierung und identifiziert Möglichkeiten zur Steigerung der Reaktionsfähigkeit.
Schlüsselwörter
Produktionsprogrammplanung, Informationsbedarf, Informationsfluss, Mittelfristige Planung, Reaktionsfähigkeit, Robustheit, Adaptionsfähigkeit, Prozessmodellierung, UML, Produktionswirtschaft, Lagerfertiger, System Engineering, Prognoseverfahren, Fertigungstiefe, Produktlebenszyklus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse und Identifizierung des objektiven Informationsbedarfs für eine mittelfristige Produktionsprogrammplanung unter der Prämisse, die Reaktionsfähigkeit in einem dynamischen Marktumfeld zu steigern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Analyse der Informationsflüsse bei der Bestimmung der Breite und Tiefe des Produktionsprogramms sowie bei der Kapazitätsplanung, ergänzt durch Ansätze zur Erhöhung der System-Robustheit.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist die Erstellung eines transparenten Modells der notwendigen Informationsflüsse, das Planungsunsicherheiten reduziert und Entscheidungsträgern bei der mittelfristigen Produktionsprogrammplanung eine bessere Informationsgrundlage bietet.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Der Autor nutzt einen Top-Down-Ansatz aus dem Systems Engineering, um den Planungsprozess schrittweise zu analysieren. Zur Visualisierung kommen funktionsübergreifende Flussdiagramme und UML 2 Aktivitätsdiagramme zum Einsatz.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Grobmodellierung der Planungsschritte und Funktionsbereiche sowie eine anschließende Feinmodellierung der Informationsbedarfe je Teilschritt, inklusive der Ableitung von Maßnahmen zur Reaktionssteigerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die zentralen Begriffe sind Produktionsprogrammplanung, Informationsbedarfsanalyse, Reaktionsfähigkeit (Robustheit/Adaptionsfähigkeit) und grafische Modellierung (UML).
Warum ist die Analyse der Informationsflüsse gerade für Lagerfertiger so wichtig?
Lagerfertiger tragen aufgrund der Produktion ohne konkrete Kundenaufträge ein höheres Planungsrisiko, da sie stärker von Marktprognosen und Absatzentwicklungen abhängig sind, was einen präzisen Informationsstand unerlässlich macht.
Was unterscheidet Robustheit von Adaptionsfähigkeit im Kontext dieser Arbeit?
Robustheit bezeichnet die Fähigkeit eines Systems, trotz externer Störungen unverändert stabil zu funktionieren, während Adaptionsfähigkeit die aktive Anpassung des Systems an geänderte Bedingungen (z.B. durch rekonfigurierbare Produktionsanlagen) beschreibt.
- Citation du texte
- Simon Fey (Auteur), 2012, Informationsbedarfsanalyse für eine reaktionsfähige mittelfristige Produktionsprogrammplanung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300221