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Die "Causa Curiana". Prozessfakten und Einfluss des Prozessrechts auf die Entscheidungsfindung

Título: Die "Causa Curiana". Prozessfakten und Einfluss des Prozessrechts auf die Entscheidungsfindung

Trabajo de Seminario , 2009 , 33 Páginas , Calificación: 12 Punkte

Autor:in: Nadine Schlierkamp (Autor)

Derecho - Filosofía, Sociología e Historia del Derecho
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Meine Seminararbeit befasst sich mit der „Causa Curiana“, einem berühmten Erbschaftsprozess aus der Zeit der späten römischen Republik.
Im Folgenden werde ich zuerst auf die Prozessfakten und die Streitfrage und danach auf die Wirkungen des angewendeten Prozessrechts auf die Rechtsfindung eingehen. Dabei komme ich auch auf die Einflüsse der griechischen Rhetorik zu sprechen.
Zum Ende gebe ich einen Ausblick auf die weitere rechtliche Entwicklung der behandelten Streitfrage in Rom und über die heutige Regelung, bevor ich mit meinem persönlichen Fazit in der Sache abschließe.

Die „Causa Curiana“ wird auch der „Prozess des Curius“ genannt und ist ein berühmter Erbschaftsstreit, der im 1. Jahrhundert v. Chr. vor dem Zentumviralgericht in Rom verhandelt wurde. Ob sich der Fall nun 93 oder doch 92 v. Chr. ereignet hat, ist nicht abschließend geklärt. Es kann jedoch festgehalten werden, dass er in die Zeit Sullas fällt und somit in der ausgehenden Republik stattfand.
In dem „Prozess des Curius“, der so genannt wird, obwohl gar nicht er, Manius Curius, sondern ein gewisser Marcus Coponius der Kläger war, hatte ersterer eine Erbschaft in Besitz genommen, die Coponius nun vor dem zuständigen Zentumviralgericht herausverlangte, weil er sich für den rechtmäßigen Erben hielt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

A. FAKTEN ZUM PROZESS

I. Sachverhalt der „Causa Curiana“

II. Die Beteiligten des Prozesses

1. Kläger und Beklagter

a) Marcus Coponius als Kläger

b) Manius Curius als Beklagter

2. Prozessvertretung der beiden Parteien

a) Vertretung des Klägers durch Quintus Mucius Scaevola (Pontifex)

b) Vertretung des Beklagten durch Lucius Licinius Crassus

III. Plädoyers der Parteivertreter

1. Plädoyers in der „Causa Curiana“

2. Konflikt zwischen den „iuris consulti“ und den „oratores“?

a) Entwicklung des Juristenberufs („iuris consultus“) in Rom

b) Entwicklung des Rednerberufs („oratores“)

aa) Einfluss der griechischen Rhetorik in Rom

bb) Rhetoriker als Gerichtsredner

c) Ergebnis

3. Streit unter den Juristen

IV. Die Streitfrage in der „Causa Curiana“ und ihre juristischen Grundlagen

1. Die Streitfrage

2. Verhältnis Testaterbfolge und gesetzliche Erbfolge im Römischen Recht

3. Wirksame Erbeinsetzung des ungeborenen Kindes?

4. Pupillar- oder Vulgarsubstitution oder beides zusammen?

a) Pupillarsubstitution („Nacherbschaft“)

b) Vulgarsubstitution (Ersatzerbschaft)

c) „Verhältnis“ zueinander

aa) Testamentsauslegung nach dem strengen Wortlaut („verba“)

bb) Testamentsauslegung nach dem Parteiwillen des Erblassers („voluntas“)

cc) Ergebnis

V. Urteil des Prozesses

B. EINFLUSS DES PROZESSRECHTS AUF DIE ENTSCHEIDUNGSFINDUNG

I. Prozessuales Verfahren

1. Das Zentumviralgericht („centumviri“)

a) Geschichte des Zentumviralgerichtes

b) Aufbau und Besetzung zur Zeit der „Causa Curiana“

c) Streitigkeiten vor dem Gericht der „centumviri“/Zuständigkeit

2. Anwendung des Legisaktionenverfahrens („legis actiones“)

a) Allgemeines

b) Zweiteilung des Verfahrens

aa) Das Verfahren „in iure“

(1) Zuständigkeit, Gerichtsstätte, Zeit der Verhandlungen

(2) Verfahren „in iure“ in der „Causa Curiana“

(3) Verwendete „Legis actio” in der „Causa Curiana“

(4) Zur Durchsetzung einer erbrechtlichen Klageart

bb) Das Verfahren „ad/apud iudicem“

II. Einfluss des Prozessrechts auf die Entscheidungsfindung

C. WEITERE ENTWICKLUNG DER TESTAMENTSAUSLEGUNG

I. Im Römischen Reich

II. Heutige Regelungen

D. FAZIT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit analysiert den historischen Erbschaftsprozess „Causa Curiana“ der späten römischen Republik, um den Wandel in der juristischen Testamentsauslegung vom strikten Wortlaut hin zum hypothetischen Erblasserwillen zu beleuchten. Dabei wird untersucht, wie das Zusammenwirken von rhetorischer Argumentationskunst und prozessualen Rahmenbedingungen die Rechtsfindung maßgeblich beeinflusste und den Grundstein für moderne erbrechtliche Prinzipien legte.

  • Historische Aufarbeitung des Erbschaftsstreits zwischen Coponius und Curius.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen den „iuris consulti“ und den Rhetorikern.
  • Einfluss des Legisaktionenverfahrens und des Zentumviralgerichts auf die Urteilsfindung.
  • Juristische Grundlagen der Testamentsauslegung („verba“ vs. „voluntas“).
  • Nachwirkung der „Causa Curiana“ auf das klassische römische Recht und moderne europäische Rechtsordnungen.

Auszug aus dem Buch

1. Plädoyers in der „Causa Curiana“

Zunächst zu den Plädoyers vor dem Zentumviralgericht. Als erster sprach Quintus Mucius Scaevola als Vertreter des Klägers. Über Scaevolas Standpunkt und die Art und Weise seines Plädoyers erfahren wir einiges bei Cicero in seiner Abhandlung über die Geschichte der römischen Beredsamkeit, „Brutus“, aus den Jahren 47/46 v. Chr.:

(196) Quam captiosum esse populo, quod scriptum esset, neglegi et opinione quaeri voluntates et interpretatione disertorum scripta simplicium hominum pervertere? (197) Quam illi multa de auctoritate patris sui, qui semper ius illud esse defenderat? Quam omnino multa de conservando iure civili? Quae quidem omnia cum perite et scienter, item breviter et presse et satis ornate et pereleganter diceret, quis esset in populo, qui aut exspectaret aut fieri posse quicquam melius putaret?

Zu den gerade gelesenen Versen kann man zusammenfassend sagen, dass Scaevola der Pontifex in typisch juristisch abgeklärter Weise und voller Ernst seine Ansicht darlegte. Diese bestand darin, dass der Fall, wie er schließlich eingetreten ist, nicht vom Wortlaut des Testaments gedeckt sei und folglich seinem Mandanten als gesetzlichem Erben die Erbschaft zustehe. Damit entschied er sich gegen den Erblasserwillen und die Billigkeit und für eine reine Wortlautinterpretation „secundum verba“. Curius sei nämlich nach dem strikten Wortlaut, des Testaments nicht für den Fall zum Erben eingesetzt worden, dass es gar kein unmündiges Kind jemals gegeben hat, sondern nur für die Konstruktion, dass das Kind irgendwann während der Geburt oder der Unmündigkeit gestorben wäre.

Zusammenfassung der Kapitel

A. FAKTEN ZUM PROZESS: Dieses Kapitel liefert den historischen Kontext des Falls, stellt die Beteiligten und ihre Anwälte vor und erläutert die zentrale Streitfrage sowie die juristischen Grundlagen des römischen Erbrechts.

B. EINFLUSS DES PROZESSRECHTS AUF DIE ENTSCHEIDUNGSFINDUNG: Der Abschnitt untersucht die verfahrenstechnischen Rahmenbedingungen, insbesondere das Zentumviralgericht und das Legisaktionenverfahren, und analysiert deren Auswirkungen auf die Argumentationsspielräume der Parteien.

C. WEITERE ENTWICKLUNG DER TESTAMENTSAUSLEGUNG: Hier wird der langfristige Einfluss der „Causa Curiana“ auf das spätrömische Recht bis hin zu den Kodifizierungen der Moderne, wie dem BGB, dargestellt.

D. FAZIT: Das Kapitel resümiert die Bedeutung des Falls als Wendepunkt zur Lockerung des starren römischen Formalismus zugunsten von Billigkeitserwägungen und dem Erblasserwillen.

Schlüsselwörter

Causa Curiana, Römische Republik, Testamentsauslegung, Zentumviralgericht, Legisaktionenverfahren, Quintus Mucius Scaevola, Lucius Licinius Crassus, Erbrecht, Pupillarsubstitution, Vulgarsubstitution, Rhetorik, Rechtsfindung, Voluntas, Verba, Rechtsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht den berühmten römischen Erbschaftsprozess „Causa Curiana“, in dem es zentral um die Frage ging, ob ein Testament strikt nach seinem Wortlaut oder nach dem hypothetischen Willen des Erblassers auszulegen ist.

Welche Personen standen im Zentrum des juristischen Streits?

Die Hauptakteure waren der Kläger Marcus Coponius und der Beklagte Manius Curius, vertreten durch zwei der bedeutendsten Persönlichkeiten Roms: den Juristen Quintus Mucius Scaevola und den Rhetoriker Lucius Licinius Crassus.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie dieser spezifische Prozess als Katalysator für eine freiere Rechtsanwendung in der römischen Vorklassik diente und den Übergang von einer formalistischen Wortlautinterpretation hin zur stärkeren Berücksichtigung der „voluntas“ markierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende historische und rechtsgeschichtliche Analyse antiker Quellen, insbesondere Ciceros Schriften, ergänzt durch eine Auswertung der relevanten Fachliteratur zum römischen Zivilprozessrecht.

Welche zentralen Themenfelder werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Plädoyers der Parteivertreter, den Konflikt zwischen Jurisprudenz und Rhetorik, die prozessuale Rolle des Zentumviralgerichts sowie die erbrechtlichen Konzepte der Pupillar- und Vulgarsubstitution.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Typische Begriffe sind Causa Curiana, Testamentsauslegung, Rhetorik, Rechtsfindung, Zentumviralgericht und die Begriffe „verba“ (Wortlaut) sowie „voluntas“ (Wille).

Warum konnte sich der Anwalt Crassus mit seiner Argumentation durchsetzen?

Crassus nutzte rhetorische Mittel, um das Zentumviralgericht zu überzeugen, welches als großes Geschworenengremium eher empfänglich für billigkeitsorientierte und lebensnahe Argumente war als für rein formaljuristische Spitzfindigkeiten.

Inwiefern beeinflusste die Rhetorik die römische Rechtswissenschaft dauerhaft?

Die „Causa Curiana“ verdeutlicht, dass die Rhetorik die Juristen zwang, ihre starre, an Formalismen haftende Auslegungsmethode zu überdenken, was letztlich zu einer flexibleren Auslegung von Rechtsgeschäften in der römischen Kaiserzeit führte.

Final del extracto de 33 páginas  - subir

Detalles

Título
Die "Causa Curiana". Prozessfakten und Einfluss des Prozessrechts auf die Entscheidungsfindung
Universidad
University of Trier  (Fachbereich V Rechtswissenschaften)
Curso
Seminar "Rechtsfindung im Prozess"
Calificación
12 Punkte
Autor
Nadine Schlierkamp (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
33
No. de catálogo
V300241
ISBN (Ebook)
9783656965671
ISBN (Libro)
9783656965688
Idioma
Alemán
Etiqueta
Causa Curiana Rhetorik Erbschaftsprozess Römisches Recht Testament Erbrecht Marcus Coponius Quintus Mucius Scaevola Pontifex Curius Lucius Licinius Rechtsfindung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nadine Schlierkamp (Autor), 2009, Die "Causa Curiana". Prozessfakten und Einfluss des Prozessrechts auf die Entscheidungsfindung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300241
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