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Impact Investing. Neokoloniale Landnahme oder ein Beitrag zur Ernährungssouveränität?

Title: Impact Investing. Neokoloniale Landnahme oder ein Beitrag zur Ernährungssouveränität?

Master's Thesis , 2013 , 66 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Michael Baur (Author)

Business economics - Economic Policy
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Es erscheint als wichtig, zunächst den elementaren Begriff Ernährungssouveränität von dem der Ernährungssicherheit abzugrenzen und die Bedeutung der Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft zu definieren.

Darauf aufbauend werden die potenziellen Formen der Landnahme vorgestellt. Begonnen wird mit der positiven Variante von Investitionen in den Agrarsektor. Dazu folgt die Erklärung des sogenannten "Impact Investing", inklusive dessen Investortypen und der derzeitigen Situation im landwirtschaftlichen Bereich. Schließlich werden ausgewählte Standards dargestellt, die eine Erfolgsmessung ermöglichen.

Im Anschluss daran wird die Kehrseite, das Phänomen "Land Grabbing", beleuchtet. Nach einer kurzen Einführung in die Ausgangslage werden Faktoren aufgezeigt, welche die illegale Landnahme begünstigen. Dabei wird auch der maßgebliche Anteil des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbankgruppe untersucht, bevor auf Kriterien zur Regulierung von Land Grabbing eingegangen wird.

Im vierten Kapitel wird der Fonds "Root Capital" und die ecuadorianische Kooperation "SumakLife" vorgestellt. Die Bedeutung von "Pachamama ", der "Mutter Erde". sowie die
Philosophie des "Buen Vivir", des "guten Lebens", werden für eine ganzheitliche Beurteilung gleichfalls berücksichtigt.

Abschließend wird auf Grundlage der Theorie und des Anwendungsbeispiels eine Diskussion vorgenommen, ehe ein Gesamtfazit gezogen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Gesellschaftliche Relevanz

1.2 Aufbau der Arbeit

1.3 Methodische Vorgehensweise

2. Allgemeine Grundlagen und Definitionen

2.1 Ernährungssouveränität contra Ernährungssicherheit

2.2 Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft

3. Formen der Landnahme

3.1 Impact Investing – Gewinn für Investoren und Gesellschaft?

3.1.1 Financial First Investors und Impact First Investors

3.1.2 Ausgangslage im Agrarsektor

3.1.3 Erfolgsmessung von Impact Investing

3.1.3.1 Die Struktur des Global Impact Investing Rating Systems

3.1.3.2 Die Impact Reporting and Investment Standards

3.2 Land Grabbing – Das Geschäft mit Land

3.2.1 Faktoren die Land Grabbing begünstigen

3.2.2 Die Rolle des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank

3.2.3 Kriterien zur Regulierung von Land Grabbing: Prinzipien für verantwortliche Agrarinvestitionen

4. Beispiel eines Impact-Investing-Fonds

4.1 Root Capital – Vorstellung des Investmentfonds

4.2 Kriterien der Kreditvergabe

4.3 SumakLife – Productos Orgánicos Chimborazo Cía. Ltda.

4.4 Der Einfluss von „Pachamama“ und „Buen Vivir“

5. Diskussion

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob das Finanzinstrument "Impact Investing" im Agrarsektor eine tatsächliche Alternative zu spekulativen Anlagen und potenziell neokolonialer Landnahme darstellt oder ob es zur Ernährungssouveränität der lokalen Bevölkerung beitragen kann.

  • Unterscheidung zwischen Ernährungssouveränität und Ernährungssicherheit
  • Analyse der Dynamiken und Akteure im globalen "Land Grabbing"
  • Evaluierung der Wirkungsweise und Standards von Impact Investing (GIIRS/IRIS)
  • Fallstudienanalyse des Investmentfonds "Root Capital" und der Kooperative "SumakLife"
  • Bedeutung lokaler Philosophien wie "Buen Vivir" und "Pachamama" für nachhaltige Landwirtschaft

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Financial First Investors und Impact First Investors

Im nachfolgenden Schaubild werden durch die Kombination der Zielvorstellungen „finanzieller Ertrag“ und „Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt“, die beiden möglichen Typen von Impact Investoren sowie gleichzeitig eine Mischform aus beiden Anlagemöglichkeiten visualisiert (vgl. MONITOR INSTITUTE 2009, S. 4f):

Impact First-Investoren legen die Priorität auf die Optimierung sozialer oder ökologischer Belange. Innerhalb eines gewissen Spielraums sind sie oftmals bereit, auf einen Teil der Verzinsung zu verzichten. Diese Art von Investoren ist experimentierfreudig, indem sie sich der vorhandenen Marktmechanismen bedient, und ihre Vorgehensweise variiert.

Für Financial First-Investoren dagegen steht die Optimierung der Finanzen im Vordergrund, bevor soziale und ökologische Belange tiefgehender berücksichtigt werden. Es handelt sich bei diesem Typus in der Regel um kommerzielle Geldgeber, die in Subsektoren mit marktüblichen Renditen investieren, bei denen allerdings soziale und ökologische Werttreiber für Investitionsentscheidungen mit ausschlaggebend sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Definition des Themenbereichs, Klärung der Relevanz und methodische Einordnung der Untersuchung zur Landnutzung.

2. Allgemeine Grundlagen und Definitionen: Abgrenzung zentraler Begriffe wie Ernährungssouveränität und Nachhaltigkeit im landwirtschaftlichen Kontext.

3. Formen der Landnahme: Gegenüberstellung von Impact Investing und spekulativem Land Grabbing sowie deren Einflussfaktoren und Regulierungsversuche.

4. Beispiel eines Impact-Investing-Fonds: Praktische Untersuchung des Fonds Root Capital und der Kooperative SumakLife als konkrete Anwendungsbeispiele.

5. Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse vor dem Hintergrund der Ausgangsfragestellung zur neokolonialen Landnahme.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Potenzials von Impact Investing zur Förderung lokaler Ernährungssouveränität.

Schlüsselwörter

Impact Investing, Land Grabbing, Ernährungssouveränität, Agrarinvestitionen, Nachhaltigkeit, Root Capital, SumakLife, Buen Vivir, Pachamama, Global Impact Investing Rating System, Landnutzung, Kleinbauern, Finanzspekulation, Ernährungssicherheit, Agrarsektor.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert kritisch das Phänomen der großflächigen Landnahme für Agrarzwecke und untersucht, ob Impact Investing ein nachhaltiges und ethisches Gegenmodell darstellen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Schnittstelle zwischen Finanzwelt und Landwirtschaft, wobei ökologische Auswirkungen, soziale Gerechtigkeit und globale Machtstrukturen im Agrarsektor beleuchtet werden.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob Impact Investing lediglich eine neue, kaschierte Form der neokolonialen Landnahme ist oder tatsächlich einen substanziellen Beitrag zur Ernährungssouveränität leisten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und nutzt eine Fallstudienmethode, um die Arbeit von Akteuren wie Root Capital und SumakLife in Ecuador zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Begriffsdefinitionen), eine detaillierte Analyse der Investitionsformen (Impact Investing vs. Land Grabbing) sowie eine konkrete Fallstudie.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?

Wichtige Begriffe sind Land Grabbing, Impact Investing, Ernährungssouveränität, Nachhaltigkeit und das Finanzierungskonzept hinter den betrachteten Investmentfonds.

Wie unterscheidet sich die Philosophie von „SumakLife“ von herkömmlichen Unternehmen?

SumakLife integriert indigene Werte wie „Buen Vivir“ und „Pachamama“ in sein Geschäftsmodell, wodurch ökologische Bewahrung und soziale Entwicklung vor die reine Gewinnmaximierung gestellt werden.

Welche Rolle spielen der IWF und die Weltbank bei der Landnahme?

Die Arbeit identifiziert diese Institutionen als Akteure, die durch Strukturvorgaben und die Förderung einer marktliberalen Agrarpolitik indirekt Bedingungen schaffen, die Land Grabbing begünstigen können.

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Details

Title
Impact Investing. Neokoloniale Landnahme oder ein Beitrag zur Ernährungssouveränität?
College
University of Passau
Course
Impact Investing
Grade
2,0
Author
Michael Baur (Author)
Publication Year
2013
Pages
66
Catalog Number
V300266
ISBN (eBook)
9783656976004
ISBN (Book)
9783656976011
Language
German
Tags
impact investing neokoloniale landnahme beitrag ernährungssouveränität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Baur (Author), 2013, Impact Investing. Neokoloniale Landnahme oder ein Beitrag zur Ernährungssouveränität?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300266
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