Analyse des Risiko-Management-Prozesses bei der Douglas Holding AG


Hausarbeit, 2014
20 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einführung
1.1 Relevanz des Themas und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
1.3 Die DOUGLAS HOLDING AG

2 Grundlagen
2.1 Begriffserklärung „Risiko-Management-Prozess“
2.2 Rechtliche Hintergründe

3 Risikoidentifikation
3.1 Markt- & Absatzrisiken - Veränderung der Konsumenten
3.2 Gesamtwirtschaftliche Veränderungen – Konsolidierung und Internationalisierung.
3.3 Politische Risiken – Einfluss neuer Regularien und politischer Spannungen
3.4 Personalrisiken

4 Risikoanalyse & -Bewältigung
4.1 Methodische Risikoanalyse & -bewertung – Theoretische Hintergründe
4.2 Analyse & Bewältigung von Risiken
4.2.1 Absatzrisiken/ Geschäftsrisiken
4.2.2 Umfeld- & Beschaffungsrisiken
4.2.3 Finanzwirtschaftliche Risiken
4.2.4 Personalrisiken
4.2.5 Informationstechnologische Risiken

5 Organisationsstruktur des RisikomanagementProzesses
5.1 Bedeutung des Risikomanagementprozesses bei der DOUGLAS HOLDING AG
5.2 Internes Kontrollsystem (IKS)
5.3 Die 6 Stufen des Risikomanagementprozesses

6 Fazit
6.1 Erkenntnisse und Grenzen der Arbeit
6.2 Ausblick

Anhang

Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Risikoindexberechnung

Abb. 2: Die 6 Stufen des Risikomanagements

1 Einführung

1.1 Relevanz des Themas und Problemstellung

Spätestens seit den verheerenden Folgen von Fehlentscheidungen im Finanzsektor hat der Begriff des Risikomanagements deutlich an Bedeutung gewonnen. Doch nicht nur in der Finanzbranche sind Unternehmen Risiken bzw. volatilen Märkten ausgesetzt, auch in anderen Branchen gibt es eine Vielzahl von Faktoren die im täglichen Umgang berücksichtigt werden sollten. Jedes Unternehmen, welches heute am freien Markt agiert ist verschiedensten Risiken ausgesetzt. Nicht alle Risiken kann man direkt beeinflussen, dennoch sollte sich das Unternehmen darüber bewusst sein, welche Risiken den eigenen Geschäftserfolg beeinflussen können. Ein durchdachtes Risikomanagementsystem ist somit unabdinglich, um im immer stärker werdenden Wettbewerb zusätzliche Wettbewerbsvorteile gewinnen zu können. Auf Grund der Komplexität von Risikobeziehungen zueinander, erfordert die analytische Bewertung jedoch spezielle Methodenkompetenzen, die nicht jedes Unternehmen beherrscht.

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist die Auseinandersetzung mit dem Thema „Risikomanagment-Prozess“. Dieser soll anhand der DOUGLAS HOLDING AG betrachtet und im Detail diskutiert werden. Hierbei wird untersucht, welchen branchentypischen Risikofeldern die Unternehmensgruppe ausgesetzt ist und die Risiken werden quantifiziert bzw. bewertet. Anschließend wird geprüft welche Risikobewältigungsstrategien genutzt werden und es wird eine Aussage zur Organisation des Risikomanagementprozesses in Bezug auf die Überwachung getroffen. Das Ergebnis soll eine strukturierte Erläuterung der Risikoidentifikation, Risikoanalyse, Risikobewertung sowie Risikobewältigungs-strategien darstellen.

1.3 Die DOUGLAS HOLDING AG

Die DOUGLAS Gruppe besteht aus vier zentralen Geschäftsbereichen, den Douglas Parfümerien, Thalia Buchhandlungen, Christ Juwelieren sowie AppelrathCüpper Modehäusern, welche im Einzelhandel sowie E-Commerce aktiv sind.[1] Mit einem Gesamtumsatz von über 3 Milliarden Euro und rund 23.000 Mitarbeitern zählt die Gruppe zu den bedeutendsten europäischen Handelsunternehmen. Das Unternehmen ist mit ca. 1.700 Fachgeschäften in 18 Ländern Europas vertreten und ist einer der führenden Multichannel Anbieter im Einzelhandel.

Die Gruppe handelt steht’s nach dem Motto „Handeln mit Herz und Verstand“ und verkörpert hiermit die Unternehmenskultur in den verschiedensten Unternehmensbereichen.[2]

Seit dem Geschäftsjahr 2012/2013 ist das Unternehmen nicht mehr verpflichtet den Geschäftsbericht offenzulegen, somit wird für die weitere Analyse grundsätzlich der Geschäftsbericht aus dem Geschäftsjahr 2011/2012 zu Grunde gelegt. Diese Angaben werden, soweit möglich, über weitere öffentlich verfügbare Informationen ergänzt. Im Geschäftsjahr 2013 wurde die Süßwarenkette Hussel verkauft. Nach neusten Medienberichten steht ebenfalls die Modekette AppelrathCüpper zum Verkauf.[3] Auf Grund dieser Tatsachen wird im weiteren Verlauf vorrangig auf das Parfümerie- sowie Buchhandelsgeschäft eingegangen.

2 Grundlagen

2.1 Begriffserklärung „Risiko-Management-Prozess“

Zunächst ist zu definieren in wie fern der Begriff „Risiko“ in Bezug auf die betriebswirtschaftliche Auseinandersetzung mit einem Unternehmen zu verstehen ist.

Gemäß Risikohandbuch der DOUGLAS-Gruppe wird ein Risiko als eine Möglichkeit definiert, welche zum jeweiligen Betrachtungszeitpunkt absehbare negative Auswirkungen auf eine Einzelgesellschaft bzw. die gesamte Holding und deren wirtschaftliche Lage haben kann. Dieses Risiko ist bedingt durch ein ungewolltes Ereignis welches zu einem zukünftigen Zeitpunkt eintreten kann.[4] Um derartige Risiken abzuwägen hat sich die DOUGLAS-Gruppe einerseits aus strategischen Gesichtspunkten, andererseits aus rechtlichen Gründen dafür entschieden ein Risikomanagement einzurichten.

Die Voraussetzung für ein funktionierendes Risikomanagement ist die Existenz einer Unternehmensstrategie, aus welcher sich Unternehmensziele sowie Risikomanagementziele ableiten lassen.[5] Wichtig ist deshalb insbesondere, dass das Risikomanagement im Unternehmen keinesfalls isoliert betrachtet wird, sondern immer in Abstimmung auf die Unternehmensziele korrespondieren. Ein funktionierendes Risikomanagement vereint somit alle Regularien und Maßnahmen zur Risikofrüherkennung und gibt Aufschluss über den Umgang mit den Risiken der unternehmerischen Betätigung.[6]

Ziel des Risikomanagementsystems und dem damit aufgesetzten Risikomanagement-Prozesses ist es generell Risiken aus den verschiedensten Bereichen zunächst einmal zu verstehen und somit kalkulierbar und kontrollierbar zu machen.[7] Langfristig soll somit der Unternehmenswert nachhaltig erhöht und der zukünftige Erfolg des Unternehmens gesichert werden. Darüber hinaus dient es zur Sicherung der Unternehmensziele und der Wettbewerbsvorteilsschaffung. In den letzten Jahren hat sich das Risikomanagement auch verstärkt im Bereich der Sicherung von sozialen Zielen aus der gesellschaftlichen Verantwortung heraus bewahrheitet.[8]

2.2 Rechtliche Hintergründe

Unternehmen sind in vielfältiger Hinsicht dazu verpflichtet Risiken des Unternehmens zu identifizieren. Je nach Unternehmensgröße muss ein Risiko-Management-Prozess auf verschiedene Art und Weise realisiert werden. Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich hatte in Bezug auf das Risikomanagement weitreichende Folgen. Aktiengesellschaften sind gemäß §91 Abs. 2 AktG. ausdrücklich dazu verpflichtet ein Überwachungssystem einzurichten, welches darauf abzielt für den Fortbestand der Gesellschaft zu sorgen und gefährdende Entwicklungen früh zu erkennen. Handelt es sich um eine börsennotierte Gesellschaft, so muss nach § 317 Abs. 4 HGB der Abschlussprüfer darüber hinaus beurteilen ob das Überwachungssystem seine Aufgaben erfüllt.

Neben diesen rechtlichen Vorschriften gibt es zahlreiche weitere Verpflichtungen zur Einrichtung eines Risikomanagementsystems. Unter anderem regeln der Deutsche Corporate Governance Codex sowie verschiedene Organisationsrichtlinien wie COSO, ONR dem Umgang mit Risiken für Unternehmen.

Als börsennotierte Gesellschaft ist die DOUGLAS HOLDING AG an eine Vielzahl von rechtlichen Verpflichtungen gebunden.

3 Risikoidentifikation

Um die Risiken für die DOUGLAS HOLDING AG detailliert zu analysieren ist es zunächst notwendig, die für das Unternehmen existierenden Risiken zu identifizieren. Hierzu gibt es verschiedene Methoden. Die DOUGLAS HOLDING AG nutzt hierzu einerseits allgemeinwirtschaftliche Kennzahlen wie z.B. die Arbeitslosenquote, Inflationsrate und Marktentwicklung aber natürlich auch unternehmensspezifische Frühindikatoren. Hierzu werden die Plandaten stets mit den Istdaten abgeglichen, mit Hilfe dieser Methode lassen sich so frühzeitig Chancen und Risiken identifizieren und weiter verarbeiten. Um zu gewährleisten, dass die Identifikation von Risiken professionell durchgeführt wird, bedient die DOUGLAS HOLDING AG sich einem eigenen Team aus Risk-Managern. Organisatorisch ist dieses Team an die Konzernrevision gebunden und erfüllt somit die Vorgaben des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG). Darüber hinaus lassen sich mit Hilfe von Risikoworkshops, Brainstormings, der Beobachtung aktueller Marktentwicklungen, SWOT-Analysen und der Einholung von Expertenmeinungen Chancen und Risiken analysieren.

Das seit einigen Jahren immer häufiger praktizierte Crowd Sourcing beschreibt eine Möglichkeit mit der intern gelagerte Aufgaben an eine externe Gruppe von Personen ausgelagert wird. Diese Methode verspricht sich einen umfassenderen Blick und die Erkenntnis neuer Risiken, da sich betriebsferne Personen in einem Risikoworkshop mit den Gefahren der Branche auseinandersetzen.

Zur weiteren Betrachtung werden im Folgenden branchentypische Risikofelder des Einzelhandels beschrieben, hierbei wird ebenfalls auf Risiken, welche die DOUGLAS HOLDING AG im speziellen betreffen eingegangen.

3.1 Markt- & Absatzrisiken - Veränderung der Konsumenten

In den letzten Jahren war besonders im Einzelhandel eine starke Veränderung des Konsumentenverhaltens zu beobachten. Der klassische Kaufprozess welcher über die Bekanntheit eines Produktes, über die Erwägung des Kaufs, den Kauf an sich und über die Loyalität zum Händler geht, verändert sich zunehmend.[9] Heutzutage wird nicht erst der Händler gewählt und sich dann für ein Produkt entschieden, sondern zunächst über eine Internetrecherche das Produkt und anschließend der Händler ausgewählt. Auf dieses Konsumentenverhalten musste sich auch die DOUGLAS HOLDING AG entsprechend einrichten. Der moderne Kunde verlangt heutzutage einen vollwertigen Multichannel Anbieter. Durch die Präsenz in verschiedenen Kanälen wird die Gefahr verringert, den Kunden an einen anderen Händler zu verlieren.

Darüber hinaus ist zu beobachten, dass sich die Dauer eines Trend- sowie Produktlebenszykluses stetig verkürzt.[10] Besonders für den Einzelhandel stellt sich hierbei die Herausforderung, frühzeitig entsprechende Trends zu erkennen und als einer der ersten am Markt entsprechende Produkte anzubieten.

3.2 Gesamtwirtschaftliche Veränderungen – Konsolidierung und Internationalisierung.

Auch Gesamtwirtschaftlich verändert sich der Markt zunehmend im Einzelhandel. Insbesondere ist hier der wachsende Wettbewerbsdruck zu nennen. Stetig steigende Mieten und die Konkurrenz durch Anbieter aus dem Internet verschärfen diesen noch weiter. Bedingt durch die Globalisierung zeichnet sich ab, dass besonders große Händler hier deutliche Vorteile in Punkto Marktkenntnisse vorweisen können. Große Konzerne wie die DOUGLAS HOLDING AG können so gezielter ihr Markenimage beeinflussen und sich gegenüber kleineren lokalen Anbietern behaupten. Besonders der Umweltschutz, welcher durch immer wieder neue EU-Ökorichtlinien verschärft wird, wird den Endkunden immer wichtiger. Dies führt dazu, dass die Konsumenten verstärkt auch auf Produktionsverfahren und Produktionsstandorte achten und sich so indirekt für den Schutz von Menschen- und Umweltrechten einsetzen.[11]

3.3 Politische Risiken – Einfluss neuer Regularien und politischer Spannungen

Bedingt durch die Internationalisierung und Globalisierung werden politische Themen auch zu einem immer größer werdenden Risiko, wie zuletzt durch die russischen Wirtschaftssanktionen gegenüber der EU deutlich wurde. Ein scheinbar sicheres Marktumfeld kann sich so durch politische Auseinandersetzungen kurzfristig deutlich verändern. Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang im Besonderen auch die Gefahr durch Terrorismus. Bedingt durch die geschäftlichen Beziehungen in kritischen Ländern kann sich diese Gefahr nochmals verstärken. Terrorismus hat mehrere Dimensionen, einerseits müssen vorhandene Gebäude und Mitarbeiter gegenüber potenziellen Angriffen abgesichert werden, anderseits gilt es auch die eigene Ware, insbesondere Lebensmittel abzusichern. Darüber hinaus müssen Lieferketten, Informationsflüsse und die Logistik weitreichend gegenüber gefährdenden Fremdeinwirkungen gesichert werden.

[...]


[1] Vgl. http://www.douglas-holding.com/index.php?id=522 (Abgerufen am 22.08.2014).

[2] Vgl. http://www.douglas-holding.com/index.php?id=522 (Abgerufen am 22.08.2014).

[3] http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/handelskonzern-douglas-appelrath-cuepper-steht-zum-verkauf-12959632.html (Abgerufen am 27.08.2014).

[4] Vgl. Risikohandbuch DOUGLAS-Gruppe (Stand 24.05.2013).

[5] Vgl. Wolf, Klaus/ Runzheimer, Bodo (2009), S.35.

[6] Vgl. Script Risk Management Teil 1 von Dipl.-Kfm. Thorsten Kuznik, S. 11.

[7] Vgl. Wolf, Klaus/ Runzheimer, Bodo (2009), S.32.

[8] Vgl. Kaiser, Thomas (2007), S. 161.

[9] Vgl. http://www.digitalhandeln.de/analysen/online-kundenverhalten-und-kaufprozesse-veraendern-sich-durch-e-commerce (Abgerufen am 23.08.2014).

[10] Vgl. Kaiser, Thomas (2009), S. 145.

[11] Vgl. Einzelhandelsstudie: Risiken und Chancen der Branche 2014 (http://www.wiwi-treff.de/home/index.php?mainkatid=1&ukatid=9&sid=9&artikelid=2710&pagenr=0 – Abgerufen am 24.08.2014).

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Analyse des Risiko-Management-Prozesses bei der Douglas Holding AG
Hochschule
Business and Information Technology School - Die Unternehmer Hochschule Iserlohn
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
20
Katalognummer
V300272
ISBN (eBook)
9783656977322
ISBN (Buch)
9783656977339
Dateigröße
564 KB
Sprache
Deutsch
Reihe
Aus der Reihe: e-fellows.net stipendiaten-wissen
Schlagworte
analyse, risiko-management-prozesses, douglas, holding
Arbeit zitieren
Oliver Tomaschewski (Autor), 2014, Analyse des Risiko-Management-Prozesses bei der Douglas Holding AG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300272

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