Die Sprecher des Pennsylvaniadeutsch erhalten über mehrere Jahrhunderte eine Varietät des Pfälzischen Dialekts in Sprachinseln der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Varietät entwickelte sich nach einer Auswanderungswelle deutschsprachiger Migranten im 18. und 19. Jahrhundert.
Der Großteil dieser sind vor allem Amische und Mennoniten, die bis heute den Dialekt bewahren und nur eine bestimmte Anzahl von Lehngut in das Lexikon des Pennsylvaniadeutschen integrieren. Die Möglichkeit des Spracherhalts ist vor allem durch kulturelle und religiöse Werte gegeben, die die Nutzung technischer Mittel, wie Hilfsmittel für die Landwirtschaft, Telefone, Fernsehgeräte sowie eine Internetverbindung, untersagt.
In dieser Arbeit möchte ich aufzeigen, inwiefern die Erhaltung der Sprachvariation des Pennsylvaniadeutschen im 20. Jahrhundert möglich ist und ob diese resistent ist gegenüber der überlagernden Sprache, dem Englischen. Zur Verdeutlichung dessen werde verschiedene Artikel der Zeitung Hiwwe wie Driwwe, die einzige Zeitung, welche in der Varietät des Pennsylvaniadeutschen veröffentlicht wird, auf lexikalische Phänomene untersuchen, die vom Englischen als Entlehnungen in das Vokabular des Pennsylvaniadeutschen übernommen worden sind.
Hierbei untersuche ich zwei verschiedene Exemplare, eines aus dem Jahr 1998 sowie ein weiteres aus dem Jahr 2000. Primär will ich untersuchen, inwieweit Lehnwörter in aktuellem Pennsylvaniadeutschem Schriftgut vorhanden sind und ebenso darstellen, ob eine erhöhte Anzahl von Lehnwörtern innerhalb von zwei Jahren erkennbar ist. Weiterhin stellt sich die Frage, inwiefern es möglich ist, eine Sprachinsel über mehrere Jahrhunderte beizubehalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historische Darstellung amischer Immigration in die Vereinigten Staaten von Amerika
3. Sprachinseln
3.1. Entwicklung von Sprachinseln
3.2. Sprachinseltot
4. Das Pennsylvaniadeutsche
4.1. Entwicklung der Varietät des Pennsylvaniadeutschen
4.2. Variation des Pennsylvaniadeutschen
4.3. Spracherhalt oder Sprachtot des Pennsylvaniadeutschen im 20. und 21. Jahrhundert
5. Analyse englischer Lehnwörter im Pennsylvaniadeutschen der Zeitung Hiwwe wie Driwwe
5.1. Entlehnungstypen
5.2. Verben
5.3. Adjektive und Adverbien
5.4. Substantive
5.5. Zukunftsaussichten
6. Schluss
7. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Widerstandsfähigkeit und den Erhalt der Sprachvariation des Pennsylvaniadeutschen unter dem Einfluss der englischen Sprache im 20. und 21. Jahrhundert zu untersuchen, wobei der Fokus auf lexikalischen Entlehnungen in der Zeitung Hiwwe wie Driwwe liegt.
- Historische Hintergründe der amischen Migration in die USA
- Linguistische Definition und Dynamik von Sprachinseln
- Analyse von Entlehnungstypen englischer Wörter im Pennsylvaniadeutschen
- Untersuchung von Sprachwandelerscheinungen nach Wortarten
- Prognose zum Spracherhalt oder Sprachtod der Varietät
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die Sprecher des Pennsylvaniadeutsch erhalten über mehrere Jahrhunderte eine Varietät des Pfälzischen Dialekts in Sprachinseln der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Varietät entwickelte sich nach einer Auswanderungswelle deutschsprachiger Migranten im 18. und 19. Jahrhundert. Der Großteil dieser sind vor allem Amische und Mennoniten, die bis heute den Dialekt bewahren und nur eine bestimmte Anzahl von Lehngut in das Lexikon des Pennsylvaniadeutschen integrieren. Die Möglichkeit des Spracherhalts ist vor allem durch kulturelle und religiöse Werte gegeben, die die Nutzung technischer Mittel, wie Hilfsmittel für die Landwirtschaft, Telefone, Fernsehgeräte sowie eine Internetverbindung, untersagt.
In dieser Arbeit möchte ich aufzeigen, inwiefern die Erhaltung der Sprachvariation des Pennsylvaniadeutschen im 20. Jahrhundert möglich ist und ob diese resistent ist gegenüber der überlagernden Sprache, dem Englischen. Zur Verdeutlichung dessen werde verschiedene Artikel der Zeitung Hiwwe wie Driwwe, die einzige Zeitung, welche in der Varietät des Pennsylvaniadeutschen veröffentlicht wird, auf lexikalische Phänomene untersuchen, die vom Englischen als Entlehnungen in das Vokabular des Pennsylvaniadeutschen übernommen worden sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den historischen Kontext des Pennsylvaniadeutschen und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Resistenz gegenüber englischen Entlehnungen.
2. Historische Darstellung amischer Immigration in die Vereinigten Staaten von Amerika: Das Kapitel beschreibt die drei Phasen der deutschen Einwanderung und die Siedlungsmuster der amischen Gemeinschaften.
3. Sprachinseln: Es werden theoretische Grundlagen zu Sprachinseln, deren Lebenszyklus und den Prozessen des Sprachverlusts und Sprachtods erläutert.
4. Das Pennsylvaniadeutsche: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung der Varietät, ihre interne Variation und die Bedingungen für den Spracherhalt in konservativen Gruppen.
5. Analyse englischer Lehnwörter im Pennsylvaniadeutschen der Zeitung Hiwwe wie Driwwe: Die Autorin untersucht die Entlehnungstypen, analysiert spezifisch Verben, Adjektive, Adverbien und Substantive und bewertet Zukunftsaussichten der Sprache.
6. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftschancen des Pennsylvaniadeutschen angesichts zunehmender Mobilität und technischer Modernisierung.
7. Bibliographie: Das Verzeichnis listet die verwendeten Textquellen und wissenschaftlichen Monographien sowie Aufsätze auf.
Schlüsselwörter
Pennsylvaniadeutsch, Sprachinsel, Amische, Sprachtod, Lehnwörter, Sprachkontakt, Hiwwe wie Driwwe, Bilingualismus, Assimilation, Sprachwandel, Dialekt, Pfälzisch, Migration, Sprachvariation, Entlehnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Spracherhalt und dem möglichen Sprachtod des Pennsylvaniadeutschen im Kontext des anhaltenden Einflusses der englischen Sprache.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Migrationsgeschichte, die linguistische Beschreibung von Sprachinseln, die Analyse von englischen Lehnwörtern in der Zeitung Hiwwe wie Driwwe sowie Faktoren der Assimilation.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu ermitteln, ob die Sprachvariation des Pennsylvaniadeutschen gegenüber dem Englischen resistent bleibt oder ob sie durch zunehmende Entlehnungen einen schleichenden Sprachtod erfährt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Fundierung über Sprachinseln mit einer empirischen lexikalischen Analyse von Artikeln aus der Zeitung Hiwwe wie Driwwe aus den Jahren 1998 und 2000.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine theoretische Definition von Sprachinseln, eine Beschreibung des Pennsylvaniadeutschen und eine detaillierte Analyse von Lehnwörtern nach grammatikalischen Kategorien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Sprachinsel, amische Gemeinschaft, Entlehnung, Bilingualismus und Sprachtod geprägt.
Inwiefern beeinflussen moderne Medien wie das Internet den Sprachwandel im Pennsylvaniadeutschen?
Durch technische Neuerungen und die Verbreitung des Internets entstehen neue Notwendigkeiten für Benennungen, was zu einer erhöhten Aufnahme englischer Begriffe oder zur Bildung von Neologismen im Pennsylvaniadeutschen führt.
Welche Rolle spielen die sogenannten "plain people" für den Erhalt der Sprache?
Die "plain people" (wie die Amischen) tragen durch ihre bewusste soziale Abgrenzung und ländliche Lebensweise maßgeblich zur Stabilität und Bewahrung der Sprachvarietät bei.
Was unterscheidet "sectarians" von "nonsectarians" in Bezug auf ihre Sprache?
Während nonsectarians weitgehend die Assimilierungsphase erreicht haben, beherrschen sectarians das Pennsylvaniadeutsche aufgrund ihrer konfessionellen Bindung oft fließender.
Was bedeutet der Begriff "dutchify" im Kontext der Arbeit?
Dies bezeichnet das Phänomen, dass aufgenommene englische Lexeme in die Grammatik und das phonologische System des Pennsylvaniadeutschen eingepasst werden.
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- Thomas Gantner (Author), 2014, Verfall der deutschen Sprachinsel des Pennsylvaniadeutschen in den Vereinigten Staaten von Amerika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300321