Diese Religionsstunde mit dem Thema "Verlorener Sohn" wurde in einer 5. Klasse einer Realschule gehalten. Das Thema ist die bedingungslose Liebe Gottes den Menschen gegenüber anhand des Gleichnisses des verlorenen Sohnes. Es wird ein Bezug zu Reinhard Meys Lied "Zeugnistag" hergestellt.
Thema:
Die bedingungslose Liebe Gottes den Menschen gegenüber; anhand des Gleichnisses des verlorenen Sohnes
Kompetenzen:
- Die SuS setzen sich mit dem Text zu Reinhard Meys Zeugnistag auseinander und können die Gefühle des Sohnes benennen.
- Die SuS überlegen sich mögliche Reaktionen der Eltern auf den Betrugsversuch des Sohnes.
- Die SuS lernen eine vereinfachte Version des Gleichnisses des verlorenen Sohnes kennen. (Es wird hier auf die Benennung „Gleichnis“ verzichtet, da der Fokus der Stunde nicht auf Gleichnissen liegt, sondern auf der Liebe Gottes zum Menschen.)
- Die SuS können die Gefühle des Sohnes nach seiner Rückkehr benennen.
- Die SuS können einen Bezug zu Gott herstellen und verstehen, dass Gott jeden einzelnen bedingungslos liebt.
Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsanalyse
1.1 Institutionelle Bedingungen
1.2 Anthropologische Bedingungen
1.3 Entwicklungspsychologische Bedingungen
2. Sachanalyse
3. Didaktische Analyse
3.1 Begründung der Themenwahl
3.2 Einordnung der Stunde in die Gesamteinheit
3.3 Bezug zum Bildungsplan
4. Kompetenzen
4.1 Leitkompetenz
4.2 Weitere Kompetenzen
5. Methodische Analyse
6. Verlaufsskizze
7. Literaturliste
7.1 Hilfsmittel & Quellen
7.2 Lexikon- und Wörterbuchartikel
7.3 Aufsätze und Monographien
7.3.1 Fachwissenschaftliche Literatur
7.3.2 Religionspädagogische Literatur
7.4. Schulbuch, Lehrerhandbücher
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel der vorliegenden Unterrichtsplanung ist es, Schülern der fünften Klasse die vergebende und bedingungslose Liebe Gottes durch die Erzählung des Gleichnisses vom verlorenen Sohn näherzubringen und auf ihre eigene Lebenswirklichkeit zu übertragen.
- Analyse der kindlichen Lebenswelt und Voraussetzungen für den Religionsunterricht.
- Biblisch-theologische Erschließung des Gleichnisses vom verlorenen Sohn als Ausdruck göttlicher Barmherzigkeit.
- Didaktische Reduktion und methodische Rahmung durch den Popsong „Zeugnistag“ von Reinhard Mey.
- Förderung der Identifikationsfähigkeit und Reflexion über eigene Erfahrungen von Schuld und Vergebung.
Auszug aus dem Buch
Die Gottesvorstellungen des Neuen Testaments
Die Gottesvorstellungen des Neuen Testaments sind „eng mit Person, Lehre und Werk Jesu Christi verknüpft“. In denen Erzählungen und Handlungen, in den Gleichnissen und Wundern offenbart sich Gott. Eine von Jesus getrennte Lehre von Gott kennt das Neue Testament nicht. Doch der Gott, von dem Jesus spricht, ist kein neuer Gott. Jesus setzt nicht nur das Gottesbild des Alten Testaments voraus, sondern will den zeitgenössischen Juden einschärfen, „wer der Gott Israels, der Schöpfer, Weltregent, Gesetzgeber und Richter ist“.
Im Mittelpunkt von Jesu Rede von Gott steht die Verkündigung der nahenden Gottesherrschaft: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen“ (Mk 1,15). Dieses Gottesreich wird zum einen als sozialethische Größe zum anderen als Wunderreich verstanden. Der Ausdruck steht in der Tradition alttestamentlicher Vorstellungen vom Königtum Gottes (z.B. Lk 14,16-24) und eschatologischer Endzeitprophetie (z.B. Mt 13,3-8).
Jesus setzt in seinen Erzählungen über das Reich Gottes häufig Bilder ein, die der zeitgenössischen Lebenswelt der Menschen entsprechen, zu denen er spricht. Damit knüpft er an die alltägliche Erfahrung an und „bringt zur Sprache, was vor Augen liegt, [...] beruft sich auf allgemein Gültiges oder Anerkanntes“. Die Bilder fügt Jesus zu Bildfolgen zusammen, indem er kleine, spannungsgeladene Geschichten erzählt, mit denen er ausdrückt, dass Gott ein handelnder Gott ist, und in denen er zeigt, wie dieses Handeln Gottes aussieht. Dadurch erhalten die kleinen Geschichten, die Jesus von Gott erzählt, immer auch eine zweite Ebene.
„Eine Wirklichkeit aus dem irdischen Erfahrungsbereich der Hörer wird neben eine religiöse Wirklichkeit gestellt; sie ist irdisches ‚Bild’ für die in Jesu Verkündigung gemeinte ‚Sache’. So spricht man von der ‚Bildhälfte’ und der ‚Sachhälfte’ eines Gleichnisses“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel untersucht die institutionellen, anthropologischen und entwicklungspsychologischen Voraussetzungen der Zielgruppe, um eine passgenaue Unterrichtsplanung zu ermöglichen.
2. Sachanalyse: Hier wird der bibelwissenschaftliche Hintergrund des Gleichnisses vom verlorenen Sohn erarbeitet, insbesondere die Intention der Rede Jesu und die Struktur der Parabel.
3. Didaktische Analyse: Dieser Teil begründet die Auswahl des Themas vor dem Hintergrund einer leistungsorientierten Gesellschaft und ordnet die Stunde in die übergeordnete Unterrichtseinheit ein.
4. Kompetenzen: Hier werden die angestrebten Lernziele definiert, die von der reinen Wissensvermittlung bis zur Übertragung biblischer Inhalte auf die eigene Lebenswelt reichen.
5. Methodische Analyse: In diesem Abschnitt wird die Entscheidung für den Popsong „Zeugnistag“ als methodischer Zugang zur Identifikationsförderung erläutert.
6. Verlaufsskizze: Diese tabellarische Übersicht stellt den zeitlichen und methodischen Ablauf der Unterrichtsstunde detailliert dar.
7. Literaturliste: Die Literaturliste bietet einen umfassenden Überblick über die verwendeten fachwissenschaftlichen und religionspädagogischen Quellen sowie Hilfsmittel.
Schlüsselwörter
Verlorener Sohn, Gottesbild, Bedingungslose Liebe, Religionsunterricht, Gleichnis, Parabel, Jesus, Gerechtigkeit, Vergebung, Zeugnistag, Reinhard Mey, Didaktik, Kindliche Entwicklung, Biblische Geschichten, Werteerziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit umfasst eine detaillierte Unterrichtsplanung für den Religionsunterricht in der fünften Klasse zum Gleichnis vom verlorenen Sohn.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das christliche Gottesbild, die Erfahrung von unbedingter Annahme, biblische Gleichniserzählung und deren Übertragung auf die heutige Lebenswirklichkeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Schülern erfahrbar zu machen, dass Gott den Menschen unabhängig von dessen persönlicher Leistung liebt und annimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein religionspädagogischer Ansatz gewählt, der die biblische Exegese mit der Lebensweltorientierung verbindet und methodisch durch einen Popsong als „Ankerpunkt“ unterstützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ausgangsbedingungen der Klasse, die sachanalytische Aufarbeitung des Gleichnistextes sowie die didaktisch-methodische Umsetzung in einer Verlaufsskizze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie „bedingungslose Liebe“, „Gleichnis“, „Lebensweltorientierung“ und „Religionsdidaktik“ aus.
Warum wird der Popsong „Zeugnistag“ als Einstieg gewählt?
Der Song dient als moderne Rahmung, um das Gefühl von Schuld und unerwarteter Vergebung unmittelbar erfahrbar zu machen, bevor der biblische Text eingeführt wird.
Warum wird der ältere Sohn in der Stunde bewusst ausgeklammert?
Die Autorin verzichtet auf diesen Teil, um den Fokus vollständig auf die Vater-Sohn-Beziehung und die bedingungslose Liebe zu legen, was für die Zielgruppe der Fünftklässler didaktisch einfacher zu verarbeiten ist.
- Citar trabajo
- Sina Leidig (Autor), 2013, Das Gleichnis vom verlorenen Sohn, Lk 15, 11-24 (Fach Religion, 5. Klasse Realschule), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300369