Schon in jungen Jahren werden Kinder oft gefragt, oftmals von entfernten Verwandten auf Familienfeiern, was sie denn später einmal werden wollen. Die typischen Kinderantworten sorgen für kräftige Lacher und sehnsüchtiges Seufzen. Wer wollte denn früher nicht als Tierärztin niedliche Tiere retten bzw. als starker Feuerwehrmann kleine Katzen vom Baum holen. Diese Szenerie könnte sich auf ganz unterschiedlichen Familienzusammenkünften ereignen, man wird sicherlich immer die gleiche Palette von Berufen zu hören bekommen, die vom Polizisten über die Friseurin bis zum Piloten reicht. In jungen Jahren ist schon deutlich das geschlechtsspezifische Rollenverhalten zu erkennen.
Doch spätestens beim Klassenbesuch einer Job-Messe lösen sich die Berufswünsche der Kinder in Luft auf. Plötzlich gibt es nicht mehr nur den Feuerwehrmann, sondern das Studium „Rescue Engineering“ wird einem anhand eines vierseitigen Flyers schmackhaft gemacht. Die Tierärztin wird durch eine Tierarzthelferin unterstützt, auch das kann man also werden und sowieso ist das Medizin-Studium viel zu aufwendig. Das umfangreiche und vielseitige Angebot an Ausbildungsplätzen für Jugendliche ist einerseits eine tolle Möglichkeit genau den richtigen Beruf für sich zu ergreifen, andererseits kann eine große Auswahl auch schnell ermüden und Orientierungslosigkeit hervorrufen.
Zudem scheint es auch häufig nur so, dass die zahlreichen Berufe, Studiengänge und Ausbildungsmöglichkeiten uns zu Füßen liegen und nur darauf warten von uns ergriffen zu werden. Stattdessen laufen wir unseren Traumberufen nahezu hinterher und bewerben uns als 100. Kandidat auf eine Stelle. Unsere Lebensläufe werden nebenbei ebenfalls noch von Familie und Freunden beeinflusst und immer mal wieder ist der eine oder andere sicherlich dankbar, wenn er in die Fußstapfen seiner Eltern treten kann, so muss man sich jedenfalls keine Gedanken mehr machen, was einen in der Zukunft erwartet.
Doch wann genau wird diese Möglichkeit auch zum Fluch? Inwieweit werden junge Erwachsene beim Eintritt in das Berufsleben von den Lebensläufen der Eltern überhaupt beeinflusst? Und welche Rolle spielt dieser Einfluss bei der Realisierung des Traumberufs?
Inhaltsverzeichnis
„Fällt der Apfel weit vom Stamm?“
1. Die Erweiterung des Bildungswesens mit den dadurch steigenden Anforderungen
Großes Angebot und doch wenig Möglichkeiten
2. Schichtspezifische Ungleichheit in Bezug auf Bildung und Beruf Wie die Eltern, so die Kinder!
3. Formulierung der Hypothesen
4. Ergebnisse der empirischen Analyse:
4.1 Hypothese 1:
4.2 Hypothese 2:
4.3 Hypothese 3:
Nur eines ist sicher: Der Apfel fällt irgendwann vom Stamm
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht empirisch, inwieweit die Berufsfindung von Kindern durch den sozioökonomischen Status und das Bildungsverhalten der Eltern beeinflusst wird. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob eine soziale Reproduktion stattfindet oder ob Jugendliche eigenständige Berufsbiografien unabhängig vom Elternhaus entwickeln können.
- Einfluss des elterlichen Bildungsniveaus auf den Bildungserfolg von Kindern
- Schichtspezifische Unterschiede in der Bildungs- und Berufswahl
- Zusammenhang zwischen dem Berufsstatus des Vaters und dem Berufsweg der Kinder
- Analyse der subjektiven Schichtzugehörigkeit im Kontext des erreichten Schulabschlusses
- Statistische Auswertung von Datensätzen des Allbus 2010
Auszug aus dem Buch
„Fällt der Apfel weit vom Stamm?“
Schon in jungen Jahren werden Kinder oft gefragt, oftmals von entfernten Verwandten auf Familienfeiern, was sie denn später einmal werden wollen. Die typischen Kinderantworten sorgen für kräftige Lacher und sehnsüchtiges Seufzen. Wer wollte denn früher nicht als Tierärztin niedliche Tiere retten bzw. als starker Feuerwehrmann kleine Katzen vom Baum holen. Diese Szenerie könnte sich auf ganz unterschiedlichen Familienzusammenkünften ereignen, man wird sicherlich immer die gleiche Palette von Berufen zu hören bekommen, die vom Polizisten über die Friseurin bis zum Piloten reicht. In jungen Jahren ist schon deutlich das geschlechtsspezifische Rollenverhalten zu erkennen.
Doch spätestens beim Klassenbesuch einer Job-Messe lösen sich die Berufswünsche der Kinder in Luft auf. Plötzlich gibt es nicht mehr nur den Feuerwehrmann, sondern das Studium „Rescue Engineering“ wird einem anhand eines vierseitigen Flyers schmackhaft gemacht. Die Tierärztin wird durch eine Tierarzthelferin unterstützt, auch das kann man also werden und sowieso ist das Medizin-Studium viel zu aufwendig. Das umfangreiche und vielseitige Angebot an Ausbildungsplätzen für Jugendliche ist einerseits eine tolle Möglichkeit genau den richtigen Beruf für sich zu ergreifen, andererseits kann eine große Auswahl auch schnell ermüden und Orientierungslosigkeit hervorrufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Erweiterung des Bildungswesens mit den dadurch steigenden Anforderungen: Dieses Kapitel erläutert den Wandel der Bildungsanforderungen und die gestiegene Komplexität bei der Wahl eines Ausbildungsweges, die oft soziale Ungleichheiten in der Ressourcenausstattung offenlegt.
2. Schichtspezifische Ungleichheit in Bezug auf Bildung und Beruf Wie die Eltern, so die Kinder!: Der Autor thematisiert den soziologischen Zusammenhang zwischen dem beruflichen Status der Eltern, dem elterlichen Erziehungsstil und dem daraus resultierenden Einfluss auf die Orientierung der Kinder.
3. Formulierung der Hypothesen: Basierend auf den theoretischen Grundlagen werden drei zentrale Hypothesen zur Interdependenz von elterlicher Bildung, Berufsstatus und dem Werdegang der Jugendlichen aufgestellt.
4. Ergebnisse der empirischen Analyse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Hypothesen unter Verwendung des Allbus 2010-Datensatzes, wobei Kreuztabellen und Chi-Quadrat-Tests zur Prüfung der Zusammenhänge genutzt werden.
Nur eines ist sicher: Der Apfel fällt irgendwann vom Stamm: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der statistischen Signifikanz und wirft einen kritischen Blick auf die komplexen Faktoren der Berufswahl.
Schlüsselwörter
Berufsfindung, soziale Ungleichheit, Bildungschancen, soziale Reproduktion, Schichtzugehörigkeit, Allbus 2010, Bildungsabschluss, Berufswahl, ISEI-Maß, intergenerationale Mobilität, Elterneinfluss, Berufsstatus, Arbeitsmarkt, Sozialstruktur, empirische Analyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Einfluss, den Eltern auf die berufliche Laufbahn und die Bildungsentscheidungen ihrer Kinder ausüben, insbesondere vor dem Hintergrund sozialer Ungleichheiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die soziale Schichtung, intergenerationale Bildungs- und Statusübertragung sowie die Herausforderungen der Berufswahl in einem komplexen Bildungssystem.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit der Lebenslauf und der Berufsstatus der Eltern die Realisierung des Traumberufs der Kinder beeinflussen und ob eine soziale Reproduktion stattfindet.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?
Die Arbeit verwendet eine empirische quantitative Methode, basierend auf Datensätzen des Allbus 2010, die mittels Kreuztabellen und statistischen Tests (Chi-Quadrat, Cramers-V) analysiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Konzepte zur sozialen Ungleichheit dargelegt, Hypothesen aufgestellt und diese durch eine systematische statistische Analyse und Interpretation von Daten untermauert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Soziale Ungleichheit, Berufsfindung, Bildungsabschluss, ISEI-Status und die intergenerationale Mobilität.
Warum wurde das ISEI-Maß für die Untersuchung der zweiten Hypothese gewählt?
Das ISEI-Maß wurde gewählt, um den sozioökonomischen Status von Berufen objektiv vergleichbar zu machen und den Zusammenhang zwischen dem väterlichen Berufsstatus und der Tätigkeit des Kindes quantitativ zu erfassen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zur „sozialen Reproduktion“?
Die Autorin stellt fest, dass zwar ein Zusammenhang existiert, dieser jedoch statistisch oft nur schwach bis mittel ausgeprägt ist, was darauf hindeutet, dass andere Faktoren die Berufsentscheidung ebenfalls beeinflussen.
- Citation du texte
- Lena Semmler (Auteur), 2014, Fällt der Apfel weit vom Stamm? Eine empirische Untersuchung des Einflusses der Eltern auf die Berufsfindung der Kinder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300386