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Der Massenmarkt und die Entstehung einer automobil fundierten Gesellschaft

Titre: Der Massenmarkt und die Entstehung einer automobil fundierten Gesellschaft

Dossier / Travail de Séminaire , 2012 , 24 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Manuel Schwalm (Auteur)

Gestion d'entreprise - Histoire Economique et Sociale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Als Carl Benz im Jahre 1886 das erste Automobil mit Verbrennungsmotor erfand, waren sich Zeitgenossen nicht darüber im Klaren, welche tiefgreifenden wirtschaftlichen und sozialen Veränderungen aus dieser Erfindung resultieren sollten.
Um die Jahrhundertwende gab es etwa 8000 registrierte Automobile in den USA, am Vorabend der Weltwirtschaftskrise stieg diese Zahl auf 23,1 Millionen Fahrzeuge an. Aus einem kleinen und volkswirtschaftlich unbedeutenden Nischenmarkt wurde ein Massenmarkt, in dem sich die Hersteller einer scheinbar unendlichen Nachfrage ausgesetzt sahen.

Ausgehend von diesem Befund soll die Entwicklung der Automobilindustrie und der Verbreitung des Automobils im Zeitraum zwischen 1895 und 1929 nachgezeichnet werden. Diese zeitliche Beschränkung folgt der Interpretation, dass mit der ersten amerikanischen Entwicklung eines benzinbetriebenen Automobils durch die Brüder Duryea in Chicago die amerikanische Automobilgeschichte beginnt, und der einbrechenden Nachfrage durch den Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929 der entstandene Massenmarkt vorerst gesättigt war.

Als Erklärung für die rasche Verbreitung des Automobils führen Historiker zwei Thesen an. Einerseits rekurrieren sie auf Länderspezifika, die die Verbreitung des Automobils in den Vereinigten Staaten besonders gefördert habe. Die Erfahrung der Frontier habe zu einer gesellschaftlichen Ideologie geführt, die durch Individualität, Mobilität und Offenheit gegenüber der Technik geprägt ist. Die schnelle Adaption des Automobils ist demnach ganz und gar durch den amerikanischen Exzeptionalismus zu erklären.

Ein anderer Erklärungsansatz ist nutzentheoretischer Natur. Das Automobil vereine die Vorteile einer individuellen schienenunabhängigen Fahrt mit der Kutsche, sowie mit der Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit der Eisenbahn. Die reduzierten Fahrzeugpreise in der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts verbesserten die Nutzen-Kosten-Relation und führten zur der breiten Adaption des Automobils.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Aufeinandertreffen von Automobil und amerikanischer Kultur

2.1 Technik- und Fortschrittsoptimismus

2.2 Zum Mobilitätsbegriff

3 Automobile Frühphase

3.1 Fortschritt durch Rückschritt

3.2 Spielzeug der Reichen

3.3 Zwischenfazit

4 Automobiler Massenmarkt

4.1 Fordismus

4.2 Wahrnehmungswandel

4.3 Automobile Sozialisation

5 Banalität des Alltäglichen

5.1 Automobilclubs

5.2 Automobilmessen und Autorennen

5.3 Alltagskultur

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der amerikanischen Automobilindustrie zwischen 1895 und 1929 und analysiert, welche Faktoren zur raschen Adoption des Automobils in den USA führten. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwieweit kulturelle Spezifika wie der amerikanische Exzeptionalismus oder ökonomische Faktoren wie das fordistische Produktionsregime ausschlaggebend für die Entstehung des Massenmarktes waren.

  • Analyse der Rolle des amerikanischen Exzeptionalismus und der Frontierthese.
  • Untersuchung des technologischen Wandels und des fordistischen Produktionsregimes.
  • Erforschung der Automobilisierung im Alltag und der damit verbundenen sozialen Auswirkungen.
  • Betrachtung von Widerständen gegen die Motorisierung und deren Überwindung durch Nostalgie.
  • Bewertung der ökonomischen Rahmenbedingungen für die Entstehung eines Massenmarktes.

Auszug aus dem Buch

3.1 Fortschritt durch Rückschritt

Als das Automobil Ende des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten erschien, war die Eisenbahn das beherrschende neuzeitliche Transportmittel. Sie war längst nicht nur alltäglich geworden, sondern sie war auch das Symbol der Industrialisierung und somit des Fortschritts. Aber gerade gegenüber diesem Verkehrsträger artikulierten die Automobilisten eine besondere Abneigung. Sie verstanden die Reise mit der Eisenbahn als eine „unbequeme Notwendigkeit“. Einerseits empfanden sie die Reise als unpersönlich. Sie war gekennzeichnet durch anonyme Mitreisende, einen unsichtbaren Lokführer und gesichtslosen Gepäckträgern. Andererseits sahen sie sich durch die Reise zahllosen Zwängen ausgeliefert, seien es die starren Fahrpläne oder das Schienennetz.

Durch das Automobil sollte die Loslösung von diesen Zwängen gelingen. Wenige Jahre zuvor jedoch, waren diese zentralisierten Fahrpläne als eine große Errungenschaft wahrgenommen wurden. Im Zuge des Ausbaus des Eisenbahnnetzes zeigte sich, dass eine Zeitzone, insbesondere hinsichtlich der quer zum Kontinent verlaufenden Strecken, nicht ausreichend für die Entwicklung eines zuverlässigen Fahrplans war. Die langwierigen Bemühungen der Eisenbahngesellschaften führten dann 1883 auch zu der Entwicklung von mehreren systematischen Zeitzonen. Diese Reform wurde als bahnbrechende Modernisierung gefeiert.

Sie war Ausdruck der technologischen Beherrschung von schlechtem Wetter, menschlichen Launen und schwierigem Gelände. Die Reisepläne bedingten jedoch einen Eingriff in den natürlichen Lebensrhythmus der Menschen. Während der Automobilist seine Fahrten während der Mittagszeit und der Nacht unterbrach, musste sich der Bahnreisende den Fahrplänen voll und ganz unterwerfen. Dies konnte dazu führen, dass er auf einen schnellen Imbiss angewiesen war oder mitten in der Nacht umsteigen musste. Jedoch konnte die Fahrt mit dem Automobil durch unvorhergesehene Ereignisse unterbrochen werden, wie zum Beispiel einem plötzlichen Wetterumschwung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung steckt den Untersuchungszeitraum von 1895 bis 1929 ab und führt in die zentralen Thesen ein, welche die schnelle Verbreitung des Automobils durch kulturelle bzw. ökonomische Faktoren erklären.

2 Das Aufeinandertreffen von Automobil und amerikanischer Kultur: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle von Technikoptimismus und Mobilitätsvorstellungen, insbesondere im Kontext der amerikanischen Frontierthese.

3 Automobile Frühphase: Hier wird der Gegensatz zwischen Eisenbahn und Automobil analysiert, wobei das Automobil zunächst als "Spielzeug der Reichen" und nostalgisches Objekt interpretiert wird.

4 Automobiler Massenmarkt: Fokus liegt auf dem Fordismus und dem Wahrnehmungswandel, der durch sinkende Produktionskosten und neue Sozialisationsformen zum Massenkonsum führte.

5 Banalität des Alltäglichen: Das Kapitel beschreibt, wie Automobilclubs, Messen und Autorennen das Automobil fest in der Alltagskultur der US-amerikanischen Gesellschaft verankerten.

6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine monokausale Erklärung für den Aufstieg des Automobils nicht ausreicht und betont die Bedeutung sozioökonomischer Faktoren gegenüber rein kulturellen Determinanten.

Schlüsselwörter

Automobilindustrie, USA, Massenmarkt, Fordismus, Mobilität, Technikoptimismus, Frontierthese, Automobilclubs, Sozialisation, Industrialisierung, Automobilgeschichte, Infrastruktur, Konsumgesellschaft, Modernität, Transportmittel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung der amerikanischen Automobilindustrie und die Prozesse, die zwischen 1895 und 1929 zu einer massenhaften Verbreitung des Automobils in den USA führten.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf dem kulturellen Einfluss des Automobils, der Bedeutung der Automobilclubs, dem Einfluss der Massenproduktion (Fordismus) und der Veränderung der Mobilitätswahrnehmung.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Es wird untersucht, ob die rasche Adoption des Automobils in den USA primär durch spezifisch amerikanische kulturelle Identitäten (Exzeptionalismus) oder durch ökonomische Rahmenbedingungen zu erklären ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor führt eine historisch-analytische Untersuchung durch, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen, historischer Studien und technikhistorischer Literatur basiert.

Was behandelt der Hauptteil der Publikation?

Der Hauptteil gliedert sich in die Frühphase der Automobilisierung, die Transformation zum Massenmarkt durch das fordistische Produktionsregime und die Einbettung des Automobils in die Alltagskultur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Automobilgeschichte, Massenmotorisierung, Fordismus, US-amerikanische Kultur, Mobilitätsbegriff und gesellschaftlicher Wandel.

Welche Bedeutung kommt der "Frontierthese" in dieser Untersuchung zu?

Die Frontierthese von Frederick Jackson Turner dient als theoretischer Rahmen, um die amerikanische Technikbegeisterung und den individuellen Freiheitsbegriff im Zusammenhang mit dem neuen technischen Artefakt Automobil zu prüfen.

Warum wird im Text zwischen "freier" und "unfreier" Mobilität unterschieden?

Diese Unterscheidung hilft zu verstehen, wie das Automobil als Befreiung von den Zwängen der Eisenbahn (starre Fahrpläne) und als Instrument der individuellen Freiheit wahrgenommen wurde.

Welche Rolle spielten die frühen Automobilclubs für die Verbreitung des Autos?

Anfangs dienten sie der elitären Distinktion, wandelten sich dann jedoch zu wichtigen Institutionen für die Aufklärung über Technik und die Förderung des Automobiltourismus durch Karten und Routenplaner.

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Résumé des informations

Titre
Der Massenmarkt und die Entstehung einer automobil fundierten Gesellschaft
Université
University of Göttingen  (Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte)
Cours
Lernen vom großen Vorbild. Die US-amerikanische Automobilindustrie und die deutschen Anbieter im Heimatland der Automobilität, 1913-2010
Note
1,3
Auteur
Manuel Schwalm (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
24
N° de catalogue
V300398
ISBN (ebook)
9783656970248
ISBN (Livre)
9783656970255
Langue
allemand
mots-clé
USA Massenmarkt Automobil Exzeptionalismus Ford Automobilclubs Mobilität Fordismus Distinktion Automobilmessen Autorennen Kultur Massenmotorisierung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Manuel Schwalm (Auteur), 2012, Der Massenmarkt und die Entstehung einer automobil fundierten Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300398
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Extrait de  24  pages
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