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Direkte Demokratie im politischen System Deutschlands

Título: Direkte Demokratie im politischen System Deutschlands

Trabajo Escrito , 2010 , 13 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Carsten Müller (Autor)

Política - Principios básicos y general
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Die Proteste gegen den Umbau des Stuttgarter Bahnhofs gingen soweit, dass der Begriff „Wutbürger“ zum Wort des Jahres 2010 gewählt wurde. Dieser Begriff beschreibt die Empörung der Bürger darüber, im Prozess der politischen Entscheidungsfindung nicht genügend berücksichtigt zu werden und lässt darauf schließen, dass die Politikverdrossenheit der Deutschen allmählich in Unmut umschlägt. Der Ruf nach mehr Direkter Demokratie, auch auf Bundesebene, wurde laut und man befand sich in Mitten einer Debatte, die seit Bestehen der BRD immer wieder geführt wird.

Direkte Demokratie ist in Deutschland so alt, wie die parlamentarische Demokratie auf deutschem Boden. Die Weimarer Republik kannte die Volksgesetzgebung in ihrer Verfassung auch der Nationalsozialismus benutzte sie zur Legitimation seines Handels. Nach der Naziherrschaft entschied sich der Parlamentarische Rat dagegen direktdemokratische Elemente auf Bundesebene in die Verfassung der BRD aufzunehmen. In den Verfassungen der Bundesländer und der Kommunen waren sie allerdings integraler Bestandteil. Seitdem flammt die Debatte im Zuge von Verfassungsrevisionen, beispielsweise zur Wiedervereinigung, immer wieder neu auf. Für die Direktdemokratischen Elemente sprechen der hohe Grad der Legitimation von politischen Entscheidungen durch das Volk und die positiven Erfahrungen in anderen Ländern. Dagegen sprechen der Widerspruch zur Funktionsweise der repräsentativen Demokratie und die negativen Erfahrungen aus der jüngeren deutschen Geschichte.

Die neue Landesregierung in Baden- Württemberg hat sich auf die Fahne geschrieben mehr direkte Demokratie zu ermöglichen und umfassende Verfassungsänderungen in diese Richtung in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart. Aus historischer Sicht wäre die Realisierung des Vorhabens ein Meilenstein für die Direktdemokratie in Deutschland. Diese Arbeit befasst sich mit den Argumenten, die für und gegen Direkte Demokratie im politischen System Deutschlands sprechen, unterscheidet dabei auch zwischen Bundes- Landes- und Kommunalebene und stellt am konkreten Beispiel Stuttgart 21 dar, welche Einflussfaktoren bestehen können. Zunächst aber wird Direkte Demokratie genauer definiert und der theoretische Hintergrund dargestellt. Hier wird vor allem die Vereinbarkeit der repräsentativen Demokratie mit direktdemokratischen Elementen beleuchtet. Es wird erwartet, dass sich direktdemokratische Elemente durchaus als sinnvolle Ergänzung zum repräsentativen System erweisen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition und theoretischer Hintergrund

3. Historischer Hintergrund

4. Kritische Auseinandersetzung

5. Fallbeispiel

6. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle und die Argumentationslinien von direktdemokratischen Elementen innerhalb des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland, wobei insbesondere das Spannungsfeld zur repräsentativen Demokratie sowie die praktische Anwendung auf Landes- und Kommunalebene analysiert werden.

  • Definition und theoretische Einordnung direktdemokratischer Verfahren
  • Historische Entwicklung der Volksgesetzgebung in Deutschland
  • Kontroverse Debatte um direkte Demokratie auf Bundesebene
  • Analyse der Einflussfaktoren und Hürden in Landesverfassungen
  • Fallstudie: Das Projekt Stuttgart 21 als Herausforderung für politische Entscheidungsebenen

Auszug aus dem Buch

4. Kritische Auseinandersetzung

Es mangelt nicht an Veröffentlichungen zum Thema Direkte Demokratie, besonders nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Umgestaltung vieler Länder entstand eine Vielzahl von Publikationen. Allerdings besteht ein Problem bei der Vergleichbarkeit der empirischen Arbeiten, da es sich oft um Einzelstudien der beliebten Untersuchungsobjekte Schweiz und Kalifornien handelt und die Ergebnisse sich sehr schwer auf andere Systemtypen übertragen lassen, was nach Sabine Jung unter anderem daran liegen soll, dass demokratietypologische Forschung es versäumt hat direktdemokratische Elemente bei der Typenbildung zu berücksichtigen. Am schönsten beschreibt das Zitat des Staatsrechtlers Karl Loewenstein 1959 (Heyne 2011) die Debatte, um die Direktdemokratie in Deutschland:

„Anscheinend muss jede Generation den Kampf zwischen Montesquieu und Rousseau neu austragen“

Gilt der bereits dargestellte Ansatz von Rousseau als Grundgedanke der Direkten Demokratie, so gilt Montesquieu als Mitbegründer der Repräsentativen Demokratie, bei der das Volk vor allem durch Wahlen Einfluss ausüben soll (Hörster 2001). In Realität hat sich die Repräsentative Demokratie längst durchgesetzt, allerdings kann man bei den meisten westlichen Demokratien von Mischformen sprechen, die aus einem ´strukturprägenden Basisprinzip´ (repräsentative Demokratie) und einem ´strukturgestaltenden Funktionselement´ (direkte Demokratie) bestehen (Heyne 2011). Im Zuge der Verfassungsrevision nach der Wiedervereinigung und vor dem Hintergrund der Krise des Repräsentativsystems, der verteilungspolitischen Konflikte und der Politikverdrossenheit, wurde vielfach mehr Direkte Demokratie auf Bundesebene gefordert. Die Handlungsunfähigkeit der politischen Klasse spiegelt das Wort des Jahres 1997 „Reformblockade“ wieder. (Jung S. 2001; Patzelt 2000). Direktdemokratische Elemente sollten das Legitimations- Akzeptanzdefizit lösen. Die Gegner kennen die Krise der politischen Klasse zwar an, bezweifeln aber den Nutzen bundesweiter Direktdemokratie. Der Bürger sei angesichts der Komplexität überfordert und leichter zu manipulieren. Außerdem kennen direktdemokratische Verfahren nur ja/ nein Antworten und ermöglichen keine Kompromissbereitschaft; die Verantwortung sei verwischt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz direktdemokratischer Debatten vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Proteste wie Stuttgart 21 und skizziert die Fragestellung der Arbeit.

2. Begriffsdefinition und theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel klärt die begriffliche Schärfe von Direkter Demokratie und setzt sie in den Kontext der klassischen und normativen Demokratietheorie.

3. Historischer Hintergrund: Der Abschnitt zeichnet die Entwicklung direktdemokratischer Elemente von der Weimarer Republik über die Zeit des Nationalsozialismus bis hin zur Geschichte der Bundesrepublik nach.

4. Kritische Auseinandersetzung: Hier werden die pro- und contra-Argumente sowie die demokratietheoretischen Konflikte zwischen repräsentativen und plebiszitären Modellen diskutiert.

5. Fallbeispiel: Das Kapitel analysiert das Projekt Stuttgart 21 als konkretes Beispiel für die Schwierigkeiten bei der Bestimmung politischer Zuständigkeiten und Finanzierungsfragen.

6. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Notwendigkeit einer „Justierung“ bestehender direktdemokratischer Hürden auf Landesebene.

Schlüsselwörter

Direkte Demokratie, Repräsentative Demokratie, Volksgesetzgebung, Volksentscheid, Volksbegehren, Politische Partizipation, Politikverdrossenheit, Stuttgart 21, Verfassungsrecht, Deutschland, Föderalismus, Politische Opposition, Demokratietheorie, Legitimation, Quoren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der Rolle und Bedeutung direktdemokratischer Elemente im politischen System Deutschlands und untersucht, wie diese als Ergänzung zur repräsentativen Demokratie fungieren können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die begriffliche Definition, der historische Rückblick auf die deutsche Geschichte, die kritische Diskussion der Auswirkungen auf das politische System sowie die Untersuchung konkreter Fallbeispiele auf kommunaler und Landesebene.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es, die Argumente für und gegen die Stärkung direktdemokratischer Elemente in Deutschland zu analysieren und zu prüfen, inwieweit diese das repräsentative System ergänzen oder untergraben könnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Literatur- und Diskursanalyse, um theoretische Konzepte sowie empirische Befunde zur Volksgesetzgebung zu bewerten und auf das Fallbeispiel Stuttgart 21 anzuwenden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, einen geschichtlichen Abriss, eine kritische Diskussion der Vor- und Nachteile sowie eine Fallstudie zu Stuttgart 21.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Direkte Demokratie, Volksgesetzgebung, repräsentative Demokratie, Politikverdrossenheit und politische Partizipation.

Warum wird Stuttgart 21 als zentrales Fallbeispiel gewählt?

Stuttgart 21 dient als prominentes Beispiel für die Komplexität politischer Entscheidungsfindungen und verdeutlicht die rechtlichen Hürden für Volksentscheide bei großen Infrastrukturprojekten mit komplexer Finanzierung.

Wie steht die Autorin/der Autor zu direktdemokratischen Elementen auf Bundesebene?

Die Arbeit äußert sich zurückhaltend gegenüber direktdemokratischen Elementen auf Bundesebene, da hier eine Aushöhlung des repräsentativen Systems befürchtet wird, plädiert jedoch für eine Anpassung der Hürden auf Landesebene.

Final del extracto de 13 páginas  - subir

Detalles

Título
Direkte Demokratie im politischen System Deutschlands
Universidad
University of Mannheim
Curso
Parlamentarische Opposition
Calificación
2,3
Autor
Carsten Müller (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
13
No. de catálogo
V300448
ISBN (Ebook)
9783668001787
ISBN (Libro)
9783668001794
Idioma
Alemán
Etiqueta
direkte demokratie system deutschlands
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Carsten Müller (Autor), 2010, Direkte Demokratie im politischen System Deutschlands, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300448
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