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Auskunftsansprüche der Presse gegenüber dem BND. Klagebefugnis, Fristen und Prozessfähigkeit

Title: Auskunftsansprüche der Presse gegenüber dem BND. Klagebefugnis, Fristen und Prozessfähigkeit

Term Paper , 2015 , 19 Pages

Autor:in: Anonym (Author)

Law - Public Law / Administrative Law
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Möglicherweise stellt § 9 IV IFG unter Berücksichtigung der amtlichen Überschrift der Norm eine aufdrängende Sonderzuweisung zu den Verwaltungsgerichten dar. Ob dem zuzustimmen ist, könnte allerdings offen bleiben, wenn der Verwaltungsrechtsweg nach § 40 I VwGO eröffnet ist.
Es müsste eine öffentlich-rechtliche Streitigkeit nicht verfassungsrechtlicher Art vorliegen und es dürfte keine abdrängende Sonderzuweisung bestehen. Eine Streitigkeit ist öffentlich-rechtlicher Art, wenn die streitentscheidenden Normen dem öffentlichen Recht zuzuordnen sind. J stützt sein Auskunftsbegehren auf Art. 4 I 1 Bayerisches Pressegesetz, § 1 I Informationsfreiheitsgesetz, Arts. 5 I 2 Alt.1 GG und 10 I EMRK.
Diese Normen verpflichten einseitig einen Träger hoheitlicher Gewalt und sind daher öffentlich-rechtlich (modifizierte Subjekttheorie). Trotz Relevanz der vom Grundgesetz geschützten Pressefreiheit handelt es sich nicht um eine verfassungsrechtliche Streitigkeit. Mangels Stellung des J als Verfassungsorgan fehlt es an der doppelten Verfassungsunmittelbarkeit. Eine abdrängende Sonderzuweisung ist nicht ersichtlich; der Verwaltungsrechtsweg ist somit nach § 40 I VwGO eröffnet, ein Streitentscheid bezüglich § 9 IV IFG ist nicht notwendig.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Sachentscheidungsvoraussetzungen

I. Eröffnung des Verwaltungsrechtswegs

II. Statthafter Rechtsbehelf

1. Anspruch aus § 1 I IFG

2. Anspruch aus den Arts. 4 I BayPrG, 5 I 2 GG, 10 I EMRK

III. Klagebefugnis

1. Klagebefugnis für die Allgemeine Leistungsklage

2. Klagebefugnis für die Verpflichtungsklage, § 42 II VwGO

IV. Vorverfahren

1. Vorverfahren für die Allgemeine Leistungsklage

2. Widerspruch gegen den ablehnenden Bescheid aus dem IFG

V. Klagefrist

1. Klagefrist für die Verpflichtungsklage

2. Klagefrist für die allgemeine Leistungsklage

VI. Ordnungsgemäße Klageerhebung

1. Form, § 81 VwGO (analog)

2. Inhalt, § 82 VwGO (analog)

VII. Beteiligten- und Prozessfähigkeit

VIII. Zuständiges Gericht

IX. Rechtsschutzbedürfnis

X. Zwischenergebnis

B. Objektive Klagehäufung

C. Begründetheit

I. Passivlegitimation

II. Anspruch auf Beantwortung der Fragen

1. Anspruch aus Art. 4 I BayPrG

2. Anspruch aus § 1 IFG

3. Anspruch aus Art. 5 I 2 1.Alt. GG

D. Ergebnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Zulässigkeit und Begründetheit einer Klage auf Auskunftserteilung gegen den Bundesnachrichtendienst (BND), wobei insbesondere die Anspruchsgrundlagen für Pressevertreter im Kontext von Bundesbehörden geprüft werden.

  • Rechtliche Voraussetzungen für einen presserechtlichen Auskunftsanspruch gegenüber Bundesbehörden.
  • Verhältnis zwischen dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) und landesrechtlichen Pressegesetzen.
  • Bedeutung der Pressefreiheit als verfassungsunmittelbarer Leistungsanspruch.
  • Zulässigkeitsprüfung im verwaltungsgerichtlichen Prozess (Klagearten, Klagebefugnis, Zuständigkeit).
  • Umgang mit Geheimhaltungsvorschriften und Sicherheitsinteressen bei Nachrichtendiensten.

Auszug aus dem Buch

3. Anspruch aus Art. 5 I 2 1.Alt. GG

Der Schutzbereich von Art. 5 I 2 GG umfasst neben einer individuellen auch die institutionelle Pressefreiheit. Hierbei wird die Beschaffung der Information bis zu Verbreitung geschützt. Es ist allerdings fraglich, ob sich daraus auch Leistungsrechte ergeben. Primär sind Grundrechte nämlich Abwehrrechte gegen staatliche Eingriffe. Auch Art. 5 I 2 GG schützt vorrangig Presseorgane vor staatlichen Störungen bei der Aufgabenerfüllung. Ein unmittelbarer Rückgriff auf die verfassungsrechtliche Grundlage kann daher nach überwiegender Ansicht nur in Betracht kommen, wenn die (mangelnde) einfachgesetzliche Ausgestaltung der Rechtsordnung dies zwingend erfordert.

Die prinzipielle Notwendigkeit eines pressespezifischen Auskunftsanspruchs gegen Bundesbehörden besteht. Erst der ungehinderte Zugang zu Informationen versetzt die Presse in den Stand ihre Kontroll- und Vermittlungsfunktion in einer freiheitlich repräsentativen Demokratie wirksam wahrzunehmen. Die Presse soll die Öffentlichkeit umfassend und wahrheitsgetreu informieren, dies setzt zwingend publizistische Vorbereitung in Form von Informationsempfang voraus. Daher ist das Bestehen eines durchsetzbaren Anspruchs auf Auskunft von Bundesbehörden für eine funktionsgemäße Betätigung der Presse unerlässlich.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Sachentscheidungsvoraussetzungen: Prüfung der prozessualen Voraussetzungen wie Verwaltungsrechtsweg, statthafter Rechtsbehelf, Klagebefugnis und ordnungsgemäße Klageerhebung.

B. Objektive Klagehäufung: Analyse der Voraussetzungen, unter denen mehrere Klageanträge in einem Prozess zusammen verhandelt werden können.

C. Begründetheit: Inhaltliche Prüfung, ob der Kläger einen materiell-rechtlichen Anspruch auf die begehrte Auskunft gegenüber dem Beklagten (Bund) hat.

D. Ergebnis: Abschließendes Fazit, welches feststellt, dass die Klage bezüglich der allgemeinen Leistungsklage zulässig und begründet ist.

Schlüsselwörter

Verwaltungsrecht, Auskunftsanspruch, BND, Pressefreiheit, Informationsfreiheitsgesetz, Verpflichtungsklage, Leistungsklage, Klagebefugnis, Zuständigkeit, Geheimhaltungsvorschriften, Öffentliches Interesse, Verwaltungsgerichtsbarkeit, Grundrechte, Rechtsweg, Informationszugang

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die juristische Prüfung eines Auskunftsbegehrens eines Journalisten gegenüber dem Bundesnachrichtendienst (BND) im Hinblick auf presse- und verfassungsrechtliche Anspruchsgrundlagen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf das Informationsfreiheitsgesetz, landesrechtliche Pressegesetze, verfassungsunmittelbare Leistungsansprüche aus Art. 5 GG sowie prozessuale Fragen der Verwaltungsgerichtsordnung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob ein Journalist einen rechtlich durchsetzbaren Anspruch auf Auskunftserteilung gegen eine Bundesbehörde wie den BND geltend machen kann, auch wenn keine explizite gesetzliche Regelung greift.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine klassische juristische Fallbearbeitungsmethodik angewandt, die auf der Prüfung von Anspruchsgrundlagen, der Auslegung von Normen und der Einbeziehung aktueller Rechtsprechung basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der Sachentscheidungsvoraussetzungen und die materielle Prüfung der Anspruchsgrundlagen (Art. 4 BayPrG, § 1 IFG, Art. 5 GG) unter Berücksichtigung von Schranken und Geheimhaltungsinteressen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Verwaltungsrecht, Auskunftsanspruch, Pressefreiheit, Klagebefugnis und Informationszugang definiert.

Warum spielt das Oktoberfestattentat eine Rolle im Text?

Das Attentat dient als konkretes Fallbeispiel, anhand dessen das öffentliche Informationsinteresse gegen die Geheimhaltungsbedürfnisse des Nachrichtendienstes abgewogen wird.

Ist der BND an das Bayerische Pressegesetz gebunden?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass keine Gesetzgebungskompetenz des Landes Bayern besteht, um Auskunftspflichten für Bundesbehörden wie den BND normativ festzulegen.

Wie wirkt sich die Einstufung als Verschlusssache auf den Anspruch aus?

Die Arbeit prüft, ob eine formale Einstufung nach der Verschlusssachenanweisung besteht und ob diese durch Zeitablauf oder ein entgegenstehendes materielles Geheimhaltungsbedürfnis an Wirkung verloren hat.

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Details

Title
Auskunftsansprüche der Presse gegenüber dem BND. Klagebefugnis, Fristen und Prozessfähigkeit
College
University of Passau
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2015
Pages
19
Catalog Number
V300590
ISBN (eBook)
9783656968382
ISBN (Book)
9783656968399
Language
German
Tags
Öffentliches Recht Medienrecht Jura Auskunftsanspruch Pressefreiheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2015, Auskunftsansprüche der Presse gegenüber dem BND. Klagebefugnis, Fristen und Prozessfähigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300590
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