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Motive für empathisches prosoziales Verhalten. Egoistische und altruistische Erklärungsansätze

Titre: Motive für empathisches prosoziales Verhalten. Egoistische und altruistische Erklärungsansätze

Dossier / Travail , 2015 , 23 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Melanie Erdmann (Auteur)

Psychologie - Psychosociologie
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Immer wieder hört man von Menschen, die sich prosozial Verhalten: Manche spenden Geld für hilfsbedürftige Kinder, andere greifen ein, wenn jemand auf der Straße bedroht wird und wie-der andere engagieren sich ehrenamtlich.

Im Jahr 2012 erregte ein Wohltäter in Braunschweig aufsehen, der anonym Kuverts, die hohe Geldsummen enthielten, an Bedürftige verteilte. So bekamen zum Beispiel ein Kindergarten, die Braunschweiger Tafel und ein 14-jähriger, schwer behinderter Junge je zehntausend Euro von ihm (Gantenbrink, 2012)

Nicht selten kommt es auch vor, dass hilfsbereite Personen einen hohen Preis für ihr prosoziales Verhalten bezahlen. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist Tuğçe Albayrak. Im November 2014 hat die 22- jährige Frau zwei Mädchen geholfen, die von drei Männern auf der Toilette einer McDonalds-Filiale belästigt wurden. Die Situation eskalierte und einer der Männer schlug auf Tuğçe ein, wobei diese tödliche Kopfverletzungen erlitt (Stern, 2014).

Warum verhalten Menschen sich prosozial und riskieren manchmal sogar ihr Leben, um anderen Personen zu helfen? Gibt es rein altruistische Motive für ein solches prosoziales Verhalten, bei denen es das vorrangige Ziel des Helfers ist, das Wohlergehen der leidenden Person zu verringern? Oder ist jegliches Hilfeverhalten letztendlich auf egoistische Motive zurückzuführen, weil man hofft, durch die erbrachte Hilfe einen eigenen Vorteil zu gewinnen. Mit dieser Frage beschäftigt sich die Hausarbeit.

In erster Linie sollen die Motive für prosoziales Verhalten betrachtet werden, wenn der Helfer für die betroffene Person Empathie empfindet. Verhält sich eine Person ohne vorhandene Empathie prosozial, so gibt es eine relativ gute Übereinstimmung in der Annahme, dass dieses Verhalten in erster Linie egoistisch motiviert ist. Bei vorhandener Empathie jedoch gibt es eine solche Einstimmigkeit nicht. Durch diese Schwerpunktsetzung werden zudem evolutions-psychologische Erklärungen für prosoziales Verhalten außer acht gelassen, wie beispielsweise das Modell der inklusiven Fitness von Hamilton (1964), laut welchem Menschen anderen Personen in Abhängigkeit vom Grad ihrer Verwandtschaft helfen. Dieser Erklärungsansatz kann das empathische prosoziale Verhalten, welches auch unter nicht verwandten Personen gefunden wird, nicht erklären.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen

2.1 Prosoziales Verhalten

2.2 Altruismus

2.3 Egoismus

2.4 Empathie

3 Erklärungsansätze für empathisches prosoziales Verhalten

3.1 Empathie-Altruismus Hypothese

3.2 Egoistische Ansätze

3.2.1 Aversive Erregungsreduktion

3.2.2 Empathiespezifische Belohnung

3.2.3 Empathiespezifische Bestrafung

4. Empirische Prüfung der Erklärungsansätze

5. Diskussion der empirischen Befunde

6. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Motive hinter empathisch induziertem, prosozialem Verhalten, wobei insbesondere die Frage im Fokus steht, ob dieses Verhalten einen wahrhaft altruistischen Kern besitzt oder letztlich auf egoistischen Beweggründen beruht.

  • Die Empathie-Altruismus Hypothese als theoretisches Fundament.
  • Egoistische Alternativerklärungen wie aversive Erregungsreduktion, Belohnung und Bestrafung.
  • Empirische Evidenz und experimentelle Überprüfungen der zugrunde liegenden Motivsysteme.
  • Differenzierung zwischen selbstlosen altruistischen Zielen und instrumentellen egoistischen Motiven.
  • Diskussion von Methodik und Validität in der aktuellen sozialpsychologischen Forschung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Empathie-Altruismus Hypothese

Die Empathie-Altruismus Hypothese von Batson (1991) geht davon aus, dass es sowohl ein egoistisches als auch ein altruistisches Motivsystem gibt. Wenn man für eine Person eine empathische Sorge empfindet, so hilft man ihr aus altruistischen Gründen mit dem übergeordneten Ziel, das Wohlergehen der Person zu verbessern. Bei fehlender Empathie hingegen wird man von egoistischen Motiven geleitet und hilft der Person, um seine eigenen, durch das Leiden der anderen Person entstandenen, negativen Emotionen zu reduzieren. Ist letzteres der Fall, sollte sich das negative Befinden einer Person ebenfalls reduzieren, wenn sie die Situation verlässt.

Aufgrund dieser Überlegungen geht Batson davon aus, dass egoistisch motivierte Menschen nur dann helfen, wenn für sie keine Fluchtmöglichkeit besteht. Gibt es hingegen die Möglichkeit, aus der unangenehmen Situation zu fliehen, so würden sie diese nutzen. Anders verhält es sich bei den altruistisch motivierten Personen, die, unabhängig von den Fluchtmöglichkeiten, immer versuchen würden, zu helfen, da es ihnen einzig um das Wohlergehen der hilfsbedürftigen Person geht. Somit ergibt sich eine 1:3 Hypothese: Wenn man Empathie für die andere Person empfindet, also altruistisch motiviert ist, wird man der Person, unabhängig von den Fluchtmöglichkeiten, helfen. Wenn man hingegen aufgrund fehlender Empathie egoistisch motiviert ist, wird man nur helfen, wenn es schwierig ist, der Situation zu entkommen. Eine verringerte Hilfeleistung wird es somit nur in der egoistischen Bedingung mit guter Fluchtmöglichkeit geben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik prosozialen Verhaltens ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Unterscheidung zwischen altruistischen und egoistischen Motiven.

2 Definitionen: Hier werden die zentralen Fachbegriffe wie prosoziales Verhalten, Altruismus, Egoismus und Empathie definiert, um eine einheitliche Grundlage für die Arbeit zu schaffen.

3 Erklärungsansätze für empathisches prosoziales Verhalten: In diesem Kapitel werden die Empathie-Altruismus Hypothese sowie drei konkurrierende egoistische Erklärungsansätze theoretisch gegenübergestellt.

4. Empirische Prüfung der Erklärungsansätze: Dieses Kapitel präsentiert und analysiert verschiedene experimentelle Studien, die darauf abzielen, die Hypothesen aus dem vorherigen Kapitel empirisch zu untermauern oder zu widerlegen.

5. Diskussion der empirischen Befunde: Die Ergebnisse der Studien werden kritisch diskutiert, wobei die Validität der Befunde sowie methodische Herausforderungen der Motivforschung beleuchtet werden.

6. Ausblick: Der Ausblick erörtert die Bedeutung der Empathieförderung für das gesellschaftliche Miteinander und skizziert mögliche zukünftige Forschungsrichtungen.

Schlüsselwörter

Empathie, Altruismus, Egoismus, prosoziales Verhalten, Empathie-Altruismus Hypothese, Hilfeverhalten, aversive Erregungsreduktion, empathiespezifische Belohnung, empathiespezifische Bestrafung, Motivation, Sozialpsychologie, Experimentelle Psychologie, negative-state-relief Hypothese, Schuldgefühle, Wohlbefinden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die psychologischen Hintergründe, warum Menschen anderen Personen prosozial helfen, und ob diese Handlungen einem selbstlosen, altruistischen Ziel folgen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Empathie-Altruismus Hypothese und stellt diese verschiedenen egoistischen Modellen gegenüber, welche Hilfeverhalten als Mittel zur eigenen Stimmungsverbesserung oder Vermeidung negativer Konsequenzen interpretieren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Existenz eines genuin altruistischen Motivsystems durch die Analyse experimenteller Befunde zu hinterfragen und zu prüfen, ob Empathie tatsächlich zu altruistischem Verhalten führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Theorieanalyse sowie einer vergleichenden Auswertung klassischer und moderner sozialpsychologischer Experimente zu Empathie und Hilfeverhalten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch Definitionen und Hypothesen sowie eine detaillierte empirische Prüfung, in der Studien wie jene von Batson oder Cialdini analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Empathie, Altruismus, prosoziales Verhalten, Motivsysteme und die verschiedenen egoistischen Alternativhypothesen.

Welche Rolle spielt die "Fluchtmöglichkeit" in den Experimenten?

Die Fluchtmöglichkeit dient als zentraler Indikator: Wenn Hilfeverhalten auch dann gezeigt wird, wenn ein Entkommen aus der Situation möglich wäre, deutet dies laut Batson auf eine altruistische statt auf eine egoistische Motivation hin.

Warum wird die Studie von Cialdini kritisch betrachtet?

Die Ergebnisse von Cialdini widersprechen teilweise der altruistischen Hypothese, wobei jedoch methodische Schwächen, wie mögliche Ablenkungseffekte bei den Probanden, deren Validität in Zweifel ziehen.

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Résumé des informations

Titre
Motive für empathisches prosoziales Verhalten. Egoistische und altruistische Erklärungsansätze
Université
University of Cologne  (Sozialpsychologie)
Note
1,3
Auteur
Melanie Erdmann (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
23
N° de catalogue
V300591
ISBN (ebook)
9783656966968
ISBN (Livre)
9783656966975
Langue
allemand
mots-clé
motive verhalten egoistische erklärungsansätze
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Melanie Erdmann (Auteur), 2015, Motive für empathisches prosoziales Verhalten. Egoistische und altruistische Erklärungsansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300591
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Extrait de  23  pages
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