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Die schwäbisch-alemannische Fastnacht als immaterielles Kulturerbe

Titre: Die schwäbisch-alemannische Fastnacht als immaterielles Kulturerbe

Dossier / Travail , 2015 , 16 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Lukas Kammer (Auteur)

Études Culturelles - Études Culturelles empiriques
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Résumé Extrait Résumé des informations

Um die Vergangenheit als konstitutive Ressource für gegenwärtiges Leben zu erhalten – und unter dem Eindruck einer potentiell viel stärkeren und schnelleren Zerstörung von Kultur in der Postmoderne – hat es sich die UNESCO zum Ziel gesetzt, durch Kennzeichnung und Förderung „kulturelles Erbe“ zu erhalten.
Das Übereinkommen der Tagung in Paris vom 16. November 1972 findet klare Worte dafür: „daß der Verfall oder der Untergang jedes einzelnen Bestandteils des Kultur- oder Naturerbes eine beklagenswerte Schmälerung des Erbes aller Völker der Welt“, der „gesamten Menschheit“, darstelle.
Da einzelne Staaten oft nicht in der Lage seien, dieses Erbe ausreichend zu erhalten, stellt die UNESCO finanzielle und institutionelle Hilfen bereit und legt den Mitgliedsstaaten zugleich die moralische Verpflichtung einer angemessenen Verwaltung auf.

Kulturelles Erbe bezeichnet mit David Lowenthal die Manifestation sowohl historischer Fakten als auch Mythen, die für die Identität einer Gruppe konstitutiv sind und hat bei der UNESCO zwei Ebenen:
Die materielle der Kulturerbe-Stätten und -Gegenstände (als Parallele zum ebenso materiellen Naturerbe) sowie die Ebene des immateriellen Kulturerbes. Seit dem 12.12.2014 ist die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht als immaterielles Erbe gelistet.
Es stellt sich die Frage, wie viel Konstruktion hinter der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht als Erbe steckt, welchen Einfluss das Prädikat Kulturerbe auf das Selbstverständnis der Ausübenden hat und wie es die Beziehung zu nicht in den Brauch Eingebunden aussieht. Dies geschieht in Auseinandersetzung mit Beobachtungen, die am 23. und 24. Januar 2015 im Narrenschopf Bad Dürrheim und beim 125-jährigen Jubiläum der VSAN in Bräunlingen gemacht wurden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung: Was heißt Kulturerbe?

2. Das Konzept „Intangible Heritage“

3. Konstruktion von Indentität und Kontinuität

4. Lokalität und Abgrenzung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht im Kontext ihrer Anerkennung als immaterielles Kulturerbe. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwieweit das Erbe-Prädikat Identitätskonstruktionen beeinflusst, welche Rolle Authentizität und Dynamik innerhalb der Tradition spielen und wie sich lokale Akteure durch Abgrenzungsmechanismen gegenüber Einflüssen von außen positionieren.

  • Kulturelles Erbe und das Konzept "Intangible Heritage"
  • Identitätskonstruktion durch Tradition und Repetition
  • Die Rolle von Authentizität in der Fastnacht
  • Lokalität, Abgrenzung und regionale Identität
  • Das Spannungsfeld zwischen bewahrter Tradition und Wandel

Auszug aus dem Buch

Konstruktion von Indentität und Kontinuität

Eine Tradition, die als schützenswert angesehen wird, muss für die Identität einer Person oder einer Gruppe wichtig sein, denn sonst müsste sie nicht erhalten werden. Kramer bezeichnet kulturelle Güter als ein „identitätsstiftendes Moment“ und als Ressource, die dem Individuum kulturelle Differenzierung ermöglicht. Für Giddens sind Traditionen eine Auswahl von Werten, die eine Gruppe für relevant für ihre Lebenswelt hält, sie erscheinen dem Individuum natürlich und funktionieren wie ein „Prisma“, durch das alle anderen Kulturen 'hindurchscheinen' und so geprüft werden. Weiterhin führt er aus, dass eine schlüssige Begründung für die Existenz der Tradition deren Fortbestehen ermöglicht: „Ganz allgemein überleben Traditionen nur insoweit, wie sie sich diskursiv zu rechtfertigen vermögen und in der Lage sind, mit anderen […] anderen Formen, die Dinge anzugehen, in einen offenen Dialog eintreten.“ Eine kulturelle Gruppe braucht ein schlüssiges Narrativ, um ihre Traditionen begründen zu können, da diese sonst keine ideologische Grundlage mehr bieten und „zur bloßen Sitte und Gewohnheit“ werden.

In einer 'zusammengerückten' und vernetzten Welt kann davon ausgegangen werden, dass die Selbstreflexion von Traditionsträgern und -beobachtern zunimmt, da diese zunehmend Einflüssen von außen ausgesetzt sind. Daher braucht kulturelles Erbe auch Erklärungen für die Ausübenden. Erst in der Narration, im Zusammenhang mit den Situationen, auf die man kulturelles Erbe anwenden kann, transportiert dieses Wissen und bietet Interpretationsspielräume für zukünftige Anwendungen – es ist dadurch aber auch „immer selektiv und ideologisch gefärbt“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Was heißt Kulturerbe?: Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehung des Kulturerbe-Begriffs und die Rolle der UNESCO bei der Bewahrung lokaler kultureller Identitäten vor dem Hintergrund globaler Wandlungsprozesse.

2. Das Konzept „Intangible Heritage“: Hier wird der theoretische Diskurs zum immateriellen Erbe analysiert, wobei der Paradigmenwechsel von einer musealen Fixierung hin zur Anerkennung performativer und dynamischer Praktiken im Vordergrund steht.

3. Konstruktion von Indentität und Kontinuität: Das Kapitel untersucht, wie Traditionen als identitätsstiftende Ressourcen dienen und durch diskursive Rechtfertigungen und diskursive Zuschreibungen von Vergangenheit an Bedeutung gewinnen.

4. Lokalität und Abgrenzung: Diese Analyse widmet sich den Mechanismen der sozialen und räumlichen Abgrenzung innerhalb der Fastnachtsszene, insbesondere gegenüber neuen Zünften oder fremden Einflüssen.

5. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass die Fastnacht trotz ihrer UNESCO-Anerkennung primär von einer tiefsitzenden lokalen Begeisterung lebt, die gleichzeitig starke Tendenzen zur inneren Abgrenzung aufweist.

Schlüsselwörter

Schwäbisch-Alemannische Fastnacht, Immaterielles Kulturerbe, Intangible Heritage, Identitätskonstruktion, Tradition, Authentizität, Lokalität, Abgrenzung, Performativität, UNESCO, Brauchforschung, VSAN, kulturelle Identität, soziale Kohäsion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht und deren Wahrnehmung durch die Ausübenden sowie Beobachter im Kontext der UNESCO-Anerkennung als immaterielles Kulturerbe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit thematisiert insbesondere das Spannungsfeld zwischen gelebter Tradition, der Notwendigkeit der Identitätskonstruktion und den Abgrenzungsmechanismen innerhalb einer regional verwurzelten Gemeinschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu verstehen, wie das Prädikat "Kulturerbe" das Selbstverständnis der Narren beeinflusst und wie der Brauch trotz oder gerade wegen seiner Institutionalisierung als lebendige Praxis erhalten bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus kulturwissenschaftlicher Theoriearbeit und empirischen Beobachtungen, die bei Fastnachtsveranstaltungen in Bad Dürrheim und Bräunlingen getätigt wurden.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Einbettung des Kulturerbe-Konzepts sowie der konkreten Analyse von Identitätskonstruktionen und Abgrenzungsstrategien bei der Fastnacht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben der Fastnacht selbst die Konzepte von "Intangible Heritage", Authentizität, "Repetition" als Mechanismus der Einübung sowie die Funktion von Tradition als identitätsstiftendes Prisma.

Warum spielt die Abgrenzung zu anderen Zünften eine so große Rolle für den Autor?

Die Abgrenzung dient dem Autor als Indikator dafür, wie Traditionsträger Deutungshoheit über ihr Erbe beanspruchen, um sich gegenüber dem, was sie als "falsche" oder "schlechte" Kopien empfinden, zu profilieren.

Welche Rolle spielen Touristen in der Argumentation des Autors?

Touristen werden als notwendige Beobachter, aber nicht als konstitutive Faktoren des Erbes eingestuft, da ihnen die tiefe Einbindung in die rituelle Praxis und das lokale Vorwissen fehlen.

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Résumé des informations

Titre
Die schwäbisch-alemannische Fastnacht als immaterielles Kulturerbe
Université
University of Tubingen  (Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft)
Cours
Kulturanalyse des Regionalen: Kulturelles Erbe
Note
1,0
Auteur
Lukas Kammer (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
16
N° de catalogue
V300648
ISBN (ebook)
9783656975649
ISBN (Livre)
9783656975656
Langue
allemand
mots-clé
Kulturerbe Fastnacht VSAN UNESCO Welterbe Globalisierung Lokalkultur
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Lukas Kammer (Auteur), 2015, Die schwäbisch-alemannische Fastnacht als immaterielles Kulturerbe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300648
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Extrait de  16  pages
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