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Das Currency-Board-System als währungspolitisches Instrument und seine Rolle in der Wirtschaftskrise von Argentinien 2001/02

Título: Das Currency-Board-System als währungspolitisches Instrument und seine Rolle in der Wirtschaftskrise von Argentinien 2001/02

Tesis , 2007 , 129 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Diplom-Volkswirtin Rukiye Hamza (Autor)

Economía de las empresas - Política económica
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Nachdem Currency-Board-Systeme lange Zeit von der wirtschaftspolitischen Agenda verschwanden, hat ihre Bedeutung in den 1990er Jahren sowohl in der ökonomischen Theorie als auch in der Wirtschaftspolitik wieder zugenommen. Das Currency-Board stammt ursprünglich aus der Kolonialzeit und wurde erstmals 1849 in der damaligen britischen Kolonie Mauritius eingeführt. Empirische Studien zeigen, dass Currency-Boards in inflationären Ökonomien, die durch eine instabile Währung und eine vertrauensunwürdige Geldpolitik geprägt sind, umgehend monetäre Stabilisierung hervorrufen können. Diese Eigenschaft macht sie gegenüber anderen Festkurssystemen überlegen. Da hohe Inflationsraten mit Wachstumsverlusten und realwirtschaftlichen Kosten verbunden sind, zielen Volkswirtschaften darauf ab, ihre Makroökonomie zu stabilisieren. In diesem Zusammenhang erhält die Wechselkurs- politik einen großen Stellenwert, da sie zentrales Element der Stabilitätspolitik ist und ohne monetäre Stabilität kein dauerhaftes Wachstum möglich ist.
So führte die Rezession in Argentinien Ende der 1980er Jahre, die durch eine Hyperinflation und negative Wachstumsraten gekennzeichnet war, dazu, dass die Regierung im Jahre 1991 den Plan-Cavallo mit dem „Currency-Board“ als Kernbestandteil einführte. Durch die Bindung der Landeswährung an den stabilen US-Dollar sollte zum einen das Preisniveau stabilisiert und zum anderen das Vertrauen in die nationale Währung hergestellt werden. Der wesentliche Erfolg des „Currency-Board“ war, dass bis Mitte der 1990er Jahre die Inflationsrate auf unter 4% sank und durchschnittlich eine Wachstumsrate von 8% erzielt wurde. Die Inflationsbekämpfung geschah jedoch zu hohen Kosten. Der Plan-Cavallo führte zu einem Prozess der Auslandsverschuldung und scheiterte an der Unfähigkeit der Regierung, das Haushaltsdefizit unter Kontrolle zu halten. Durch die feste Bindung des Wechselkurses an den US-Dollar verlor die Zentralbank ihre geldpolitische Autonomie und somit die Kontrolle über die makroökonomische Entwicklung. Das monetäre System erwies sich als nicht souverän genug, um reale Wechselkurs- ungleichgewichte auszugleichen und ökonomische Schocks zu absorbieren. Im Januar 2002 schließlich wurde der Peso abgewertet und das „Currency-Board“ aufgelöst....

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Teil: Das Currency-Board als währungspolitisches Instrument zur makroökonomischen Stabilisierung

1. Konzept des Currency-Board

1.1 Definition orthodoxer und moderner Currency-Boards

1.2 Institutionelle Grundzüge eines Currency-Board

1.3 Currency-Board versus Zentralbank

1.4 Currency-Board und Trilemma-Modell: Aufgabe der autonomen Geldpolitik – um welchen Preis?

2. Funktionsweise eines Currency-Board

2.1 Konvergenz der Zinssätze nach der Zinsparitätentheorie

2.2 Angleichung der Preisniveaus nach der Kaufkraftparitätentheorie

2.3 Einhaltung des Wechselkursziels

3. Optimale Voraussetzungen für die Einführung eines Currency-Board

3.1 Für welche Ökonomien eignet sich das Currency-Board?

3.2 Adäquate Wahl der Ankerwährung: Theorie der Optimalen Währungsräume

3.3 Flexible Faktor- und Gütermärkte: Das „Standard Dependent Economy Model“

3.3.1 Anpassungsprozesse beim Currency-Board bei inflexiblen Güterpreisen

3.3.2 Anpassungsprozesse beim Currency-Board bei flexiblen Güterpreisen

3.3.3 Anpassungsmechanismen bei flexiblen Faktormärkten

3.4 Monetäre Disziplin und Glaubwürdigkeit

3.5 Stabiles Banken- und Finanzsystem

3.6 Fiskaldisziplin

4. Vor- und Nachteile eines Currency-Board

5. Zwischenergebnisse

II. Teil: Die Rolle des „Currency-Board“ in der Argentinienkrise 2001/02

1. Die wirtschaftliche Ausgangslage in Argentinien (1989-91)

2. Das argentinische „Currency-Board“ im Rahmen des Plan-Cavallo

2.1 Das argentinische „Currency-Board”-Modell

2.2 War das „Konvertibilitätssystem“ tatsächlich ein Currency-Board?

2.2.1 Verletzung der institutionellen Grundzüge

2.2.2 Geldpolitischer Spielraum

2.3 Waren die klassischen Kriterien für ein Currency-Board erfüllt?

2.3.1 Größe und Offenheit der Ökonomie

2.3.2 Hatte Argentinien den richtigen Peg?

2.3.3 Flexibilität der Güter- und Faktormärkte

2.3.4 Stabilität des Banken- und Finanzsystems

2.3.5 Fiskaldisziplin

3. Effekte auf die makroökonomische Entwicklung

3.1 Der Weg zu Prosperität: 1991-94

3.2 Rezession und Aufschwung: 1995-98

3.3 Rezession und Krise: 1998-2002

4. Die Rolle des „Currency-Board“ in der Argentinienkrise

5. Dollarisierung als währungspolitische Alternative

III. Gesamtergebnisse und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Diplomarbeit untersucht, ob das Currency-Board-System ein effektives geld- und währungspolitisches Instrument zur Erreichung von Preisniveaustabilität und makroökonomischer Stabilisierung für Schwellenländer darstellt, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle des Systems in der Argentinienkrise 2001/02.

  • Konzept und theoretische Grundlagen des Currency-Board-Systems.
  • Analyse der notwendigen ökonomischen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Currency-Board.
  • Untersuchung der Rolle des "Konvertibilitätssystems" in Argentinien.
  • Bewertung der Stabilität des Banken- und Finanzsystems unter dem Currency-Board.
  • Diskussion der Dollarisierung als währungspolitische Alternative.

Auszug aus dem Buch

1.1 Definition orthodoxer und moderner Currency-Boards

Das Currency-Board ist ein Währungssystem, das ursprünglich aus den spezifischen Strukturen der Kolonialzeit entstanden ist. Es stellt die extremste Form der Wechselkursfixierung dar und steht hinsichtlich des Bindungsgrades unmittelbar vor einer offiziellen Währungssubstitution. Laut monetärer Theorie ist das Currency-Board ein regelgebundenes System, das anstelle der Zentralbank implementiert wird und unabhängig vom Finanzministerium agiert (Baliño et al. 1997, 1). Als monetäre Institution verfügt es über das Notenemissionsmonopol der nationalen Währung, sorgt dafür, dass die Geldbasis der Ökonomie vollständig durch Währungsreserven gedeckt ist und gewährleistet bei gegebener Nachfrage die Konvertibilität der inländischen Währung gegen die Ankerwährung zu einem festen Wechselkurs (Hanke et al. 1993, 5).

In its simplest form, a Currency Board Arrangement can be defined as a monetary regime based on an explicit legislative commitment to exchange domestic currency for a specified foreign currency at a fixed exchange rate, combined with restrictions on the issuing authority – the currency board – to ensure the fulfilment of its legal obligation. This structure implies that domestic currency be issued only against foreign exchange and that it remains fully backed by foreign assets. This eliminates traditional central bank functions like monetary regulation and the lender of last resort; such a Currency Board Arrangement is defined […] as a “pure Currency Board Arrangement3.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Konzept des Currency-Board: Definiert die Grundlagen von Currency-Boards und grenzt orthodoxe von modernen Systemen sowie von Zentralbanken ab.

2. Funktionsweise eines Currency-Board: Erläutert die Mechanismen der Zins- und Preiskonvergenz sowie die Einhaltung des Wechselkursziels.

3. Optimale Voraussetzungen für die Einführung eines Currency-Board: Analysiert theoretische Rahmenbedingungen wie die Theorie der Optimalen Währungsräume und die Notwendigkeit flexibler Märkte.

4. Vor- und Nachteile eines Currency-Board: Bewertet die institutionellen Vorzüge wie Transparenz gegen die Risiken der Inflexibilität.

5. Zwischenergebnisse: Führt die theoretischen Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung für Entwicklungsländer kritisch.

II. Teil: Die Rolle des „Currency-Board“ in der Argentinienkrise 2001/02: Untersucht die historische Fallstudie Argentiniens hinsichtlich der Implementierung des Systems und seiner Rolle in der Krise.

III. Gesamtergebnisse und Ausblick: Fasst die Erkenntnisse über das Scheitern des argentinischen Modells zusammen und zieht Schlüsse für die wirtschaftspolitische Stabilität.

Schlüsselwörter

Currency-Board, Argentinien, Wechselkursfixierung, Geldpolitik, Währungskrise, Konvertibilität, Zentralbank, Dollarisierung, Preisniveaustabilität, Makroökonomische Stabilisierung, Fiskaldisziplin, Kapitalströme, Inflation, Währungsanker.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktionsweise und Eignung von Currency-Board-Systemen als währungspolitisches Stabilisierungsinstrument, insbesondere für Entwicklungs- und Schwellenländer.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen regelgebundener Währungssysteme, die optimalen Voraussetzungen für deren Erfolg und eine detaillierte Fallstudie zur argentinischen Währungspolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob ein Currency-Board eine effiziente und nachhaltige Strategie zur Erreichung von Preisniveaustabilität und makroökonomischer Stabilität darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine modelltheoretische Analyse, ergänzt durch eine empirische Fallstudie, die Daten und politische Rahmenbedingungen Argentiniens kritisch auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das Konzept des Currency-Board, seine Funktionsweise und optimale Voraussetzungen theoretisch erarbeitet, gefolgt von einer Analyse des argentinischen "Konvertibilitätssystems" und dessen Scheitern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Currency-Board, Argentinienkrise, Geldwertstabilität, Währungskopplung und geldpolitische Autonomie.

Warum war das argentinische System kein "reines" Currency-Board?

Es verletzte zentrale Grundsätze wie die strikte Deckungsregel, behielt zentrale Zentralbankfunktionen bei und ermöglichte eine diskretionäre Geldpolitik.

Welche Rolle spielte die Fiskaldisziplin beim Scheitern Argentiniens?

Die mangelnde fiskalische Disziplin führte zu einer hohen Verschuldung, die das System unter Druck setzte und die Glaubwürdigkeit des "Pegs" letztlich zerstörte.

Final del extracto de 129 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Currency-Board-System als währungspolitisches Instrument und seine Rolle in der Wirtschaftskrise von Argentinien 2001/02
Universidad
Free University of Berlin  (Wirtschaftswissenschaften)
Curso
Volkswirtschaftspolitik
Calificación
1,3
Autor
Diplom-Volkswirtin Rukiye Hamza (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
129
No. de catálogo
V300666
ISBN (Ebook)
9783656967163
ISBN (Libro)
9783656967170
Idioma
Alemán
Etiqueta
currency-board-system instrument rolle wirtschaftskrise argentinien
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Diplom-Volkswirtin Rukiye Hamza (Autor), 2007, Das Currency-Board-System als währungspolitisches Instrument und seine Rolle in der Wirtschaftskrise von Argentinien 2001/02, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300666
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