In meiner Seminararbeit wollte ich mich mit dem Thema Rauchen beschäftigen und eben der Absurdität daran, dass sich mit dem Vertrieb eines zweifelsfrei krankmachenenden Produktes Geld verdienen lässt. Um der Vielschichtigkeit dieses Themas gerecht zu werden habe ich meine Abrbeit in vier Teile gegliedert. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt dabei auf der Analyse der Wirkstoffe der Zigarette, sowie deren biochemische Wirkung auf den Organismus Mensch. Mein zusätzliches Engagement galt vor allem der Durchführung meines "StopSmoking Projektes".
Teil I. Historische Entwicklung des Rauchens:
„Wer raucht, der setzt sein Leben aufs Spiel“. Diese Aussage ist heute zu einer vielfach vertretenen Devise geworden. Doch das galt nicht immer so. Vielmehr hat das Rauchen auf dem europäischen Kontinent eine lange und facettenreiche Entwicklung durchlaufen, welche stets auf dem Zusammenspiel zweier grundlegender Aspekte beruhte:
Teil II. Die Zigarette - eine Versuchung der es zu widerstehen gilt:
Da ich mit meinem Vorstellungsvermögen in Bezug auf den globalen Umgang mit der kommerziellen Vermarktung der Krankheit Rauchen an meine Grenzen kam, habe ich nun versucht, mir in meinem persönlichen Umfeld „von der anderen Seite des Aschenbechers“ berichten zu lassen.
Zu diesem Zweck habe ich 15 Jugendliche zwischen 16 und 23 Jahren via facebook zu einem Projekt „StopSmoking2012“ eingeladen.
Teil III. Wirkstoffe der Zigarette:
„Ich lehne das Rauchen ab, denn ich bin für das Leben.“ Mit diesen Worten beginnt mein Gemeindepfarrer, Prof. Dr. Olivier Ndjimbi-Tshiende, einen kurzen Text, in welchem er mir seinen Kerngedanken über das Rauchen aus seiner christlichen Sicht darlegt. Jene Worte bedeuten im Umkehrschluss nichts Geringeres, als die wissenschaftlich vielfältig belegte Aussage, dass Rauchen tötet. Aber welche Stoffe bewirken das? - Welche einzelnen Schädigungen werden durch diese Stoffe hervorgerufen? - Und vor Allem, wie entstehen jene Schädigungen?
Teil IV. Gesellschaftliche Akzeptanz:
Wie soeben beschrieben, steht die Anzahl der Abhängigen von einer bestimmten Droge in enger Relation zur spezifischen gesellschaftlichen Akzeptanz. Ein geeignetes Beispiel, wie enorm diese Akzeptanz beim Rauchen ist, bietet die Zigarettenpause. So ist diese etablierte Arbeitspause weder fair gegenüber Nichtrauchern, noch auf irgendeine Art oder Weise legitimiert, wird aber dennoch meist ohne jede Beanstandung toleriert. Doch wie kommt es zu dieser breiten Akzeptanz?
Inhaltsverzeichnis
I. Historische Entwicklung des Rauchens
1. Kultur
2. Kommerz
II. Die Zigarette - eine Versuchung der es zu widerstehen gilt
III. Wirkstoffe der Zigarette
1. Physioaktiv
a. Nikotin
b. Tabakteer
c. Toxische Verbindungen
2. Psychoaktiv
a. Vorübergehend
b. Dauerhaft
IV. Gesellschaftliche Akzeptanz
1. Ein sich selbst erhaltender Kreislauf
2. Ausbruch aus dem Teufelskreis ?
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht das Rauchen unter Berücksichtigung seiner historischen Genese, der biologischen Wirkungsweise der enthaltenen Substanzen und der soziokulturellen Faktoren, die den Konsum in der Gesellschaft trotz gesundheitlicher Gefahren etablieren. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit dem Widerspruch zwischen der zerstörerischen Wirkung der Tabakprodukte und ihrer kommerziellen sowie gesellschaftlichen Akzeptanz.
- Historische Entwicklung des Tabakkonsums
- Biochemische und physiologische Wirkungsweisen von Nikotin und anderen Inhaltsstoffen
- Mechanismen der körperlichen und psychischen Abhängigkeit
- Kommerzielle Strategien der Tabakindustrie und deren Einflussnahme
- Soziologische Analyse der Akzeptanz des Rauchens im Alltag
Auszug aus dem Buch
a. Nikotin
Meine Wirkstoffanalyse beginnt mit der bereits des Öfteren erwähnten und vielseitigsten Substanz im Zigarettenrauch, dem Nikotin. Nikotin ist ein dem Menschen schon seit Jahrhunderten bekannter Wirkstoff, welcher um das Jahr 1500 durch Columbus in Europa bekannt wurde. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts begann die Medizin nach und nach, dem ominösen Wirkstoff der Tabakpflanze „beruhigende und erregende Wirkungen auf das Nervensystem“ zuzuordnen, bis schließlich Posselt und Reichmann 1928 aus Tabakblättern eine farblose, fast geruchsfreie Flüssigkeit isolieren konnten, das Nikotin. Korrekt chemisch bezeichnet ist es das linksdrehende-Beta-Pyridyl-Alpha-Methylpyrrolidin (siehe Abb. 1), kurz L-Nicotine. Die durchschnittliche Zigarette hat einen Nikotingehalt von 1%. Gesundheitlich relevant ist allerdings nur der Nikotinwert, welcher auch durch den entstandenen Rauch inhaliert wird. Ein Gramm Tabak verbrennt durchschnittlich zu 2l Rauch, von diesem werden nur ca. 30% als Hauptstromrauch eingeatmet. Die letztendliche Nikotinaufnahme hängt noch einmal massiv vom Rauchverhalten ab. Beim exzessiven Inhalieren nimmt der Organismus 3,0 mg, beim bloßen Mundrauch nur 5 bis 10% davon an Nikotin auf. Für starke Raucher ist es realistisch, dass folglich 60 bis 200mg reines Nikotin pro Tag in ihren Blutkreislauf resorbieren – eine theoretisch drei- bis vierfach tödliche Menge!
Zusammenfassung der Kapitel
I. Historische Entwicklung des Rauchens: Dieses Kapitel skizziert den Wandel des Tabaks von einem rituellen Kulturgut der indigenen Bevölkerung hin zu einem kommerzialisierten Massenprodukt im Zuge europäischer Konflikte.
II. Die Zigarette - eine Versuchung der es zu widerstehen gilt: Der Autor beschreibt hier ein eigenes Pilotprojekt zur Tabakentwöhnung, das trotz intensiver Bemühungen bei jugendlichen Teilnehmern scheiterte.
III. Wirkstoffe der Zigarette: Dieser Abschnitt analysiert detailliert die physioaktiven und psychoaktiven Bestandteile des Zigarettenrauchs sowie deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus.
IV. Gesellschaftliche Akzeptanz: Abschließend wird erörtert, warum Rauchen trotz seiner Schädlichkeit gesellschaftlich toleriert wird und welche Rolle Sponsoring sowie die psychologische Konditionierung dabei spielen.
Schlüsselwörter
Rauchen, Tabakindustrie, Nikotin, Tabakteer, Kohlenstoffmonooxid, Abhängigkeit, Suchtprävention, Gesundheitsfolgen, Kommerzielle Vermarktung, Gesellschaftliche Akzeptanz, Atemwegserkrankungen, Karzinogene, Konditionierung, Nervensystem, Pharmaindustrie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Rauchen unter biologischen, historischen und soziologischen Gesichtspunkten und beleuchtet die Rolle der Tabakindustrie sowie die Schwierigkeit der Entwöhnung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Kulturgeschichte des Tabaks, die Inhaltsstoffe der Zigarette, die Mechanismen der Suchtentstehung und die Akzeptanz des Rauchens in der modernen Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu ergründen, warum ein nachweislich gesundheitsschädliches Produkt wie die Zigarette global massiv vermarktet wird und eine so breite gesellschaftliche Akzeptanz erfährt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis von Literatur und Langzeitstudien, ergänzt durch ein empirisches Pilotprojekt zur Tabakentwöhnung im jugendlichen Umfeld.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der physioaktiven Stoffe wie Nikotin, der krebserzeugenden Teerpartikel, der toxischen Verbindungen sowie eine Analyse der psychischen Suchtmechanismen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Tabakindustrie, Nikotinabhängigkeit, Kommerzialisierung, Gesundheitsschäden und gesellschaftliche Toleranz geprägt.
Warum scheiterte das Pilotprojekt des Autors?
Der Autor führt das Scheitern auf die starke körperliche und psychische Abhängigkeit sowie das Fehlen triftiger Gründe für die Jugendlichen zurück, ihre Gewohnheiten dauerhaft zu ändern.
Welche Rolle spielt das Nikotin bei der Abhängigkeit laut der Arbeit?
Das Nikotin gilt als primärer Faktor, der durch seine Wirkung auf das Nervensystem zur körperlichen Abhängigkeit führt und als Basis für alle weiteren Suchterscheinungen dient.
- Citation du texte
- Florian Klein (Auteur), 2012, Rauchen als kommerzielle Krankheit. Wirkstoffe der Zigarette und gesellschaftliche Akzeptanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300693