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Die Viererkoalition. Politische Voraussetzungen, Arbeit und Scheitern

Title: Die Viererkoalition. Politische Voraussetzungen, Arbeit und Scheitern

Pre-University Paper , 2013 , 30 Pages , Grade: 15 Punkte (1,00)

Autor:in: Daniel Zierhut (Author)

History - Basics
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Die Seminararbeit behandelt die bayerische Viererkoalition unter Wilhelm Hoegner (SPD) von 1954 bis 1957. Sie untersucht die Umstände ihrer Entstehung, die wichtigsten politischen Ziele der Regierung Hoegner und ihre Umsetzung und die Gründe für ihr frühzeitiges Scheitern. Zugrunde gelegt wird hierbei der Koalitionsvertrag zwischen den vier Parteien SPD, FDP, GB/BHE und Bayernpartei. Auch wird der Frage nachgegangen, welche Rolle die CSU als Oppositionspartei spielte.

Was die Viererkoalition von den anderen bayerischen Regierungen der Nachkriegsjahrzehnte abhebt und sie so einmalig in der bayerischen und deutschen Geschichte macht, ist die Tatsache, dass sich vier vollkommen verschiedene Parteien mit großen programmatischen Unterschieden zu einer Koalition zusammenschlossen, um eine Regierung unter Ausschluss der CSU zu bilden und der bayerischen Politik so eine neue Richtung zu geben. Unter dem Motto „Licht übers Land“ setzte sich diese Regierung das Ziel, dringend notwendige Reformen im Bereich der Bildungspolitik und der Kulturpolitik allgemein voranzutreiben. Diese und weitere Arbeitsfelder der Viererkoalition sollen im Folgenden näher behandelt werden.
Auch bietet eine eingehende Beschäftigung mit dem engbemessenen Zeitraum, in dem die CSU nicht die Regierung stellte, die Gelegenheit, sich aus einer anderen Perspektive als der gewohnten mit dieser Partei und ihrer Rolle als Oppositionskraft zu befassen.
Ich möchte mich jedoch nicht nur den Erfolgen und Niederlagen der Koalition widmen, sondern auch darauf eingehen, wie und unter welchen Umständen dieses in Deutschland einmalige Bündnis zustande kam und warum der Traum von einer bayerischen Regierung ohne die CSU letztendlich doch vorzeitig zu Ende ging.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Politische Voraussetzungen und Bildung der Viererkoalition

2.1. Die politische Situation nach der Landtagswahl 1954

2.2. Die Bildung der Viererkoalition unter dem Vorzeichen der Bildungspolitik

2.3. Die Kompromissfindung der Koalitionspartner anhand der Koalitionsvereinbarung

3. Die politische Arbeit der Viererkoalition

3.1. Die Bildungs- und Wissenschaftspolitik der Koalition

3.1.1. Das Scheitern der Lehrerbildungsreform

3.1.2. Der „Rucker-Plan“ als Beginn der geplanten und gelenkten Bildungspolitik

3.1.3. Der Ausbau Bayerns zum Wissenschaftsstandort

3.1.4. Der Einsatz für die politische Bildung

3.2. Das Scheitern der Rückführung der Pfalz nach Bayern

3.2.1. Historische Voraussetzungen

3.2.2. Argumente der Politik für die Rückführung

3.2.3. Die Bemühungen der Staatsregierung

3.2.4. Das Scheitern des Volksbegehrens für die Eingliederung

3.2.5. Politische Bedeutung

3.3. Die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Koalition

3.3.1. Die Wirtschaftspolitik

3.3.2. Die Sozialpolitik

4. Die Ursachen für das Scheitern der Viererkoalition

4.1. Die Spielbankenaffäre

4.1.1. Politischer Hintergrund:

4.1.2. Verlauf und Problematik

4.1.3. Politische Bedeutung für die Koalition und die BP

4.2. Die Destabilisierung der Regierung durch die CSU

4.3. Die Bundestagswahl 1957 und der Zerfall der Koalition

5. Resümee und Würdigung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die bayerische Viererkoalition von 1954 bis 1957, die nach der Landtagswahl 1954 die CSU aus der Regierung verdrängte. Das Ziel ist es, die Umstände der Regierungsbildung, die politischen Schwerpunkte der Koalition – insbesondere in der Bildungs-, Kultur- und Wirtschaftspolitik – sowie die internen und externen Faktoren zu untersuchen, die schließlich zum Zusammenbruch des Bündnisses und zur Rückkehr der CSU an die Macht führten.

  • Entstehung und politische Dynamik der Viererkoalition ohne die CSU.
  • Reformversuche in der Bildungs- und Kulturpolitik, insbesondere die Lehrerbildungsreform.
  • Strukturförderung und Ansiedlung von Wissenschaftseinrichtungen in Bayern.
  • Die Rolle der Pfalzfrage und das Scheitern des Volksbegehrens.
  • Destabilisierung durch die Spielbankenaffäre und parteipolitischer Druck der CSU-Opposition.

Auszug aus dem Buch

Die Bildung der Viererkoalition unter dem Vorzeichen der Bildungspolitik

Gestärkt durch das gute Wahlergebnis fühlte sich die CSU in ihrem politischen Kurs bestätigt und verhielt sich dementsprechend selbstbewusst, wenn nicht gar überheblich. Prälat Georg Meixner (CSU) stellte unmissverständlich den „Führungsanspruch“ der CSU in jeder Regierungskoalition klar und betonte das Anliegen der CSU, in der Bildungspolitik ohne Rücksicht auf mögliche Koalitionspartner die Konfessionalisierung des Schulwesens voranzutreiben. Hierbei grenzte sich die CSU stark von allen anderen Parteien im Landtag (SPD, FDP, BP, GB/BHE) und den meisten Lehrerverbänden, die eine Modernisierung des Schulwesens und als ersten Schritt dazu die „Akademisierung und Entkonfessionalisierung der Lehrerbildung“ anstrebten, ab.

Da die CSU in der Bildungspolitik nun jegliche Hoffnungen auf einen Kompromiss mit der SPD zunichte gemacht hatte, also die Fortsetzung der großen Koalition unmöglich schien, beschloss der leidenschaftliche Bildungspolitiker und Landesvorsitzende der SPD, Waldemar von Knoeringen, selbst die Initiative zu ergreifen und lud sämtliche kleinen Parteien, die ebenfalls eine Entkonfessionalisierung des Schulwesens anstrebten, zwei Tage nach der Wahl zu Verhandlungen ein. Am 6. Dezember schließlich bewirkte ein von Knoeringen initiiertes Treffen von Hoegner, dem BP- Vorsitzenden Joseph Baumgartner und dem stellvertretenden Vorsitzenden der BP, Carljörg Lacherbauer, den „Durchbruch“ und man einigte sich auf eine vorläufige Koalitionsvereinbarung. Nachdem auch der GB/BHE und die FDP, die am längsten gezögert hatte, für eine Viererkoalition gewonnen werden konnten, kamen die vier Koalitionsparteien darin überein, dass Wilhelm Hoegner der zukünftige Ministerpräsident werden sollte, was dieser nach eigenem Bekunden nicht besonders begrüßte. Er sprach sogar davon, „[…] in den sauren Apfel beißen […]“ zu müssen. Am 14. Dezember schließlich wurde das Kabinett Hoegner vereidigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Der Autor erläutert die Beweggründe für die Untersuchung der Viererkoalition, die in der bayerischen Geschichte eine einmalige Konstellation unter Ausschluss der CSU darstellt.

2. Politische Voraussetzungen und Bildung der Viererkoalition: Dieses Kapitel analysiert das Wahlergebnis von 1954 und die daraus resultierende Notwendigkeit bzw. Möglichkeit, eine Koalition aus vier unterschiedlichen Parteien zu bilden, um Bildungsreformen voranzutreiben.

3. Die politische Arbeit der Viererkoalition: Hier werden die Schwerpunkte der Regierungsarbeit behandelt, insbesondere im Bereich der Bildungs- und Kulturpolitik sowie der gescheiterte Versuch der Rückführung der Pfalz und wirtschaftspolitische Maßnahmen.

4. Die Ursachen für das Scheitern der Viererkoalition: Das Kapitel untersucht die Faktoren, die zur Destabilisierung führten, darunter insbesondere die Spielbankenaffäre, der politische Druck der CSU und die Auswirkungen der Bundestagswahl 1957.

5. Resümee und Würdigung: Der Autor zieht ein Fazit über die Erfolge und Misserfolge der Koalition und reflektiert deren langfristige Bedeutung für Bayern sowie die strategische Entwicklung der CSU während ihrer Oppositionsjahre.

Schlüsselwörter

Viererkoalition, Wilhelm Hoegner, bayerische Landespolitik, CSU, SPD, Bayernpartei, Lehrerbildungsreform, Rucker-Plan, Spielbankenaffäre, politische Bildung, Atomforschung, Kulturpolitik, Nachkriegsgeschichte, Regierungsbildung, Waldemar von Knoeringen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Ausnahmesituation der bayerischen Viererkoalition (1954–1957), einer Regierung ohne die CSU, und analysiert deren politische Ziele, Erfolge sowie die Gründe für ihr letztendliches Scheitern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Bildungspolitik, insbesondere die Lehrerbildungsreform, die Förderung von Wissenschaft und Atomforschung, der Versuch der Rückgewinnung der Pfalz sowie die wirtschaftspolitischen Bemühungen der Regierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein fast vergessenes Kapitel der bayerischen Nachkriegsgeschichte aufzuarbeiten und zu erklären, wie und warum dieses Bündnis entstand, wie es agierte und welche Auswirkungen es auf die politische Landschaft Bayerns hatte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Es handelt sich um eine politikgeschichtliche Analyse, die primär auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Dokumenten, Autobiographien und Presseberichten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Konstellation nach 1954, die detaillierte Darstellung der politischen Reformprojekte in der Kultur-, Bildungs- und Wirtschaftspolitik sowie eine eingehende Untersuchung der Destabilisierungsfaktoren durch die Opposition und parteiinterne Probleme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Viererkoalition, Wilhelm Hoegner, Lehrerbildungsreform, Spielbankenaffäre, bayerische Nachkriegspolitik und das Ringen zwischen staatlicher Planung und föderaler Bildungspolitik.

Warum scheiterte das ambitionierte Ziel der Lehrerbildungsreform?

Die Reform scheiterte maßgeblich am Widerstand der katholischen Kirche und der CSU, die eine Konfessionalisierung des Schulwesens forderten, sowie an einer mangelnden Konsensfähigkeit, die das Projekt schließlich zu einer ungelösten Belastung für die Koalition machte.

Welche Rolle spielte die sogenannte Spielbankenaffäre für das Ende des Bündnisses?

Die Affäre destabilisierte die Koalition nachhaltig, da Bestechungsvorwürfe gegen Politiker der Bayernpartei das Vertrauen der Bevölkerung untergruben und von der CSU gezielt instrumentalisiert wurden, um die Koalitionspartner zu schwächen und das Bündnis zu zerrütten.

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Details

Title
Die Viererkoalition. Politische Voraussetzungen, Arbeit und Scheitern
Course
W- Seminar Geschichte
Grade
15 Punkte (1,00)
Author
Daniel Zierhut (Author)
Publication Year
2013
Pages
30
Catalog Number
V300719
ISBN (eBook)
9783656977629
ISBN (Book)
9783656977636
Language
German
Tags
viererkoalition politische voraussetzungen arbeit scheitern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Zierhut (Author), 2013, Die Viererkoalition. Politische Voraussetzungen, Arbeit und Scheitern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300719
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