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Innerstaatliche und internationale Restriktionen der Außenpolitik Saudi-Arabiens seit 1979

Eine Zwei-Ebenen-Analyse

Title: Innerstaatliche und internationale Restriktionen der Außenpolitik Saudi-Arabiens seit 1979

Diploma Thesis , 2011 , 76 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Julia Kristin Ehrhardt (Author)

Politics - Region: Near East, Near Orient
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Summary Excerpt Details

Betrachtet man die bilateralen Beziehungen, die Saudi-Arabien zu zahlreichen Ländern unterhält, sticht eine sofort ins Auge und wirft zugleich Fragen auf: die zu den USA.
Wie ist es zu erklären, dass ein autoritär regierter Staat wie Saudi-Arabien mit einem demokratisch und freiheitlich organisierten Staat wie den USA seit Jahrzehnten relativ enge und im Großen und Ganzen stabile Beziehungen unterhält? [...]
In der Politikwissenschaft existieren zahlreiche Analysen zu den amerikanisch-saudischen Beziehungen – die meisten davon mit einem Schwerpunkt auf die Analyse der USAußenpolitik. Welche Anreize, Interessen und Bedingungen aber veranlassen den saudischen Staat, mit den USA zu kooperieren? [...]
In der Analyse sollen ‚Zwänge’ und Dependenzen berücksichtigt werden, die sich sowohl auf innerstaatlicher als auch auf internationaler Ebene für Saudi-Arabien ergeben. [...] Bei wechselseitigen Dependenzen wird von Interdependenz gesprochen. Der übergeordnete Rahmen dieser Arbeit orientiert sich daher an dem Konzept der Interdependenz. [...]
Die Frage, die in dieser Arbeit gestellt wird, kann wie folgt formuliert werden: Haben innerstaatliche bzw. wirtschaftliche Faktoren des saudischen Königreiches eine relativ
betrachtet größere Erklärungskraft für den außenpolitischen Output Saudi-Arabiens gegenüber den USA als Faktoren des internationalen Systems et vice versa? [...]
Geht man davon aus, dass Staaten neben Sicherheit auch nach Wohlfahrt und ebenso nach Herrschaftssicherung – in diesem Fall durch die Dynastie Saud – streben, bietet der
Rentierstaats-Ansatz eine Grundlage, auch das außenpolitische Verhalten eines nahöstlichen Staates anhand seiner inneren Verfasstheit auf der subsystemischen Ebene zu analysieren. Saudi-Arabiens außenpolitischer Handlungsspielraum wird – so wird die Annahme lauten – unter anderem über den Bereich der Wohlfahrt aufgrund vorhandener wirtschaftlicher Abhängigkeiten determiniert. Diese wirtschaftlichen Abhängigkeiten ergeben sich vor allem im Hinblick auf die Tatsache, dass das Königreich als klassischer Rentierstaat beschrieben werden kann. [...]
In der vorliegenden Arbeit wird versucht, das Außenverhalten Saudi-Arabiens demnach nicht nur über den Bereich der Wohlfahrt zu erklären, sondern ergänzend auch über den Bereich der Sicherheit. Diese Analyse wird auf der systemischen Ebene anhand einer Bedrohungsanalyse durchgeführt, die eine Weiterentwicklung der 'Balance-of-Power'-Theorie
und damit einen Teil der neorealistisc

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung, Definitionen und Theorien

1.1 Einführung in das Thema

1.2 Begriffsbestimmungen

1.2.1 Außenpolitik

1.2.2 Innerstaatliche Restriktionen

1.2.3 Internationale Restriktionen

1.3 Herangezogene Theorien

1.3.1 Das Konzept der Interdependenz

1.3.2 Rentierstaats-Ansatz

1.3.3 Balance-of-Threat-Theorie

2 Innerstaatliche Restriktionen – Wohlfahrt &Herrschaft

2.1 Politisches System Saudi-Arabiens

2.2 Saudi-Arabien – ein Rentierstaat

2.2.1 Die herrschende Elite – Das Königshaus Saud

2.2.2 Die saudische Volkswirtschaft

2.3 Die Erdölwirtschaft

2.3.1 Entstehung der Erdölwirtschaft und Saudi ARAMCO

2.3.2 Der Ölpreis und die OPEC

2.3.3 Zusammenhang zwischen Ölpreis und BIP bzw. Staatseinnahmen

2.4 Die Abhängigkeiten von den USA

2.4.1 Weltweite Erdöl-Nettoexporteure und Erdöl-Nettoimporteure

2.4.2 USA als Handelspartner

2.5 Versuche der Reduzierung der Abhängigkeit

2.5.1 Ausbau der Beziehungen zu China

2.5.2 Diversifizierungsversuche der saudischen Volkswirtschaft

3 Internationale Restriktionen – Sicherheit

3.1 Militärische Fähigkeiten Saudi-Arabiens

3.2 Bedrohungsquellen aus Sicht Saudi-Arabiens

3.2.1 Die Jahre 1979-2000

3.2.1.1 Iran und die Islamische Revolution 1979

3.2.1.2 Iran-Irak-Krieg 1980-1988

3.2.1.3 Irakische Invasion in Kuwait 1990/91

3.2.2 Nach dem 11. September 2001

3.2.2.1 Iran

3.2.2.2 Instabilität Iraks

3.2.2.3 Jemen

3.2.2.4 Israel

3.3 Sicherheitspolitische Allianzen als Reaktion auf Bedrohungen

3.3.1 Regionale Allianzen

3.3.2 USA

3.3.2 Alternativen

3.4 Die Abhängigkeiten von den USA

4 Fazit/Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Paradoxon, warum ein autoritär regiertes Saudi-Arabien seit 1979 enge und stabile diplomatische Beziehungen zum demokratischen Staat der USA unterhält. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob innerstaatliche wirtschaftliche Faktoren oder sicherheitspolitische Anforderungen des internationalen Systems eine größere Erklärungskraft für diesen außenpolitischen Output besitzen.

  • Analyse von Interdependenzen im Rahmen der internationalen Beziehungen
  • Untersuchung von Saudi-Arabien als klassischer Rentierstaat
  • Bedrohungsanalyse nach der Balance-of-Threat-Theorie von Stephen Walt
  • Bewertung der Rolle des Erdöls und der Abhängigkeit von US-Importen
  • Diversifizierungsversuche durch Ausbau der Beziehungen zu ostasiatischen Staaten

Auszug aus dem Buch

1.1 Einführung in das Thema

Das Königreich Saudi-Arabien (arab. Al-Mamlaka al-Arabia as-Saudia) ist flächenmäßig das größte und das bevölkerungsreichste Land der Arabischen Halbinsel. Zahlenmäßig handelt es sich um die größte Volkswirtschaft im arabischen Raum. Der saudische Staat verfügt zudem über knapp ein Viertel der weltweiten Ölreserven.

Erdöl ist der wichtigste Energierohstoff und wird es auch in nächster Zukunft bleiben. Ausgehend vom gegenwärtigen Erschöpfungsgrad der Reserven wird konventionelles Erdöl allerdings in absehbarer Zeit nicht mehr im bisherigen Maße zur Verfügung stehen.

Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Tatsache, dass die weltweiten Vorkommen und der Verbrauch dieses Rohstoffes nach Regionen differieren, birgt gerade der Nahe Osten, der mit über 50% der weltweiten Ressourcen ausgestattet ist, und Saudi-Arabien im Speziellen ein großes Konfliktpotential. Auf der Website des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland (BRD) heißt es unter anderem, dass „Saudi-Arabien [...] ein bedeutender regionalpolitischer Akteur und als solcher ein gefragter Gesprächspartner“ sei.

Diese Ansicht vertritt nicht nur die BRD. Betrachtet man die bilateralen Beziehungen, die Saudi-Arabien zu zahlreichen Ländern unterhält, sticht eine sofort ins Auge und wirft zugleich Fragen auf: die zu den USA.

Wie ist es zu erklären, dass ein autoritär regierter Staat wie Saudi-Arabien mit einem demokratisch und freiheitlich organisierten Staat wie den USA seit Jahrzehnten relativ enge und im Großen und Ganzen stabile Beziehungen unterhält? Zwar existieren weltweit zahlreiche bilaterale Beziehungen zwischen verschiedenen Staaten, auf die ähnliches zutrifft. Nichtsdestotrotz darf hier von einem Paradoxon gesprochen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung, Definitionen und Theorien: Dieses Kapitel erläutert das Forschungsziel und führt in die zentralen Theorien (Interdependenz-Ansatz, Rentierstaats-Ansatz und Balance-of-Threat-Theorie) ein, die zur Erklärung der saudischen Außenpolitik dienen.

2 Innerstaatliche Restriktionen – Wohlfahrt &Herrschaft: Hier wird das politische System Saudi-Arabiens analysiert und der Rentierstaats-Ansatz angewandt, um die Abhängigkeit des Staates von Erdölrenten und die daraus resultierende Klientelpolitik zu verdeutlichen.

3 Internationale Restriktionen – Sicherheit: Dieses Kapitel widmet sich der sicherheitspolitischen Bedrohungsanalyse, insbesondere durch das Prisma der Balance-of-Threat-Theorie, und untersucht Allianzen sowie die militärische Kooperation mit den USA.

4 Fazit/Ausblick: Das Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und kommt zu dem Schluss, dass die Bedingungen des internationalen Systems (Sicherheit) eine höhere Erklärungskraft für die saudische Außenpolitik besitzen als die innerstaatlichen Faktoren (Wohlfahrt).

Schlüsselwörter

Saudi-Arabien, USA, Außenpolitik, Erdölwirtschaft, Rentierstaat, Interdependenz, Balance-of-Threat-Theorie, Nationale Sicherheit, Regionale Stabilität, Allianzbildung, Nahostpolitik, Wirtschaftsabhängigkeit, Energierohstoffe, Politische Ökonomie, Saudi ARAMCO

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die saudische Außenpolitik gegenüber den USA seit 1979 und analysiert die Gründe für die Stabilität dieser oft als paradox empfundenen bilateralen Partnerschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf die ökonomische Wohlfahrt durch Erdölrenten sowie auf sicherheitspolitische Aspekte, wie die regionale Bedrohungswahrnehmung durch Akteure wie den Iran.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob innere wirtschaftliche Faktoren oder internationale sicherheitspolitische Zwänge eine stärkere Erklärungskraft für das außenpolitische Handeln Saudi-Arabiens liefern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden politikwissenschaftliche Theorien wie der Rentierstaats-Ansatz, das Konzept der Interdependenz nach Keohane und Nye sowie die Balance-of-Threat-Theorie von Stephen Walt zur Analyse herangezogen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert einerseits das Rentierstaats-Modell zur Klärung der Innen-Außen-Verknüpfung durch Erdölrenten und andererseits die Bedrohungslage im Nahen Osten seit 1979 sowie die strategischen Allianzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rentierstaat, Interdependenz, regionale Stabilität, Erdölrente, Sicherheitsallianz und Hegemonie geprägt.

Warum wird Saudi-Arabien als „Rentierstaat“ bezeichnet?

Weil das Königreich sein Staatseinkommen vornehmlich aus externen Renten – in diesem Fall der Erdölrente – bezieht, anstatt primär durch intern erhobene Steuern, was das politische Handeln der Elite maßgeblich bestimmt.

Wie beeinflusst der Iran die saudische Außenpolitik?

Der Iran wird als regionale Hegemonialmacht wahrgenommen, deren Einflussnahme und Nuklearstreben Saudi-Arabien bedrohen, was das Land dazu veranlasst, sicherheitsstrategische Allianzen mit den USA zu suchen.

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Details

Title
Innerstaatliche und internationale Restriktionen der Außenpolitik Saudi-Arabiens seit 1979
Subtitle
Eine Zwei-Ebenen-Analyse
College
University of Cologne  (Lehrstuhl für Internationale Politik und Außenpolitik)
Course
Diplomarbeit
Grade
1,0
Author
Julia Kristin Ehrhardt (Author)
Publication Year
2011
Pages
76
Catalog Number
V300935
ISBN (eBook)
9783656971009
ISBN (Book)
9783656971016
Language
German
Tags
Saudi-Arabien USA Konzept der Interdependenz Rentierstaatsansatz Balance of Threat-Theorie saudische Außenpolitik Verwundbarkeit Empfindlichkeit Wohlfahrt Sicherheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Kristin Ehrhardt (Author), 2011, Innerstaatliche und internationale Restriktionen der Außenpolitik Saudi-Arabiens seit 1979, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300935
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