Rechte auf Elternzeit und deren Effekte auf die Arbeitsergebnisse junger Frauen


Bachelorarbeit, 2013

42 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Anhangsverzeichnis

1. Einleitung

2 Elternzeit
2.1 Eltemzeit in Deutschland
2.2 Eltemzeit im internationalen Vergleich

3 Theoretische Grundlagen
3.1 Arbeitsmarktpartizipation
3.2 Löhne der Frau
3.3 Humankapitalinvestition

4 Empirie der Arbeitsergebnisse junger Frauen
4.1 Datengrundlagen
4.2 Schätzmethoden
4.3 Ergebnisse
4.3.1 Arbeitsmarktpartizipation
4.3.2 Löhne der Frau
4.3.3 Humankapitalinvestition
4.4 Diskussion und Kritik

5 Programme zur Verbesserung der Work - Family - Balance
5.1 Politische Programme
5.2 Unternehmensinterne Programme

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 internationaler Vergleich totaler und bezahlter Eltemzeiten in Wochen

Abbildung 2 Dauer des Mutterschutzes in ausgewählten EU - Staaten in Wochen

Abbildung 3 Frauenerwerbsquote Deutschland von 1972-2006

Abbildung 4 Anzahl der Vollzeit- und Teilzeiterwerbstätigen Frauen pro 1000 Einwohner in Deutschland (1985-2012)

Abbildung 5 Bezugsrahmen: Arbeitsergebnisse

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhangsverzeichnis

Anhang I Entwicklung Mutterschutz und Mutterschaftsurlaub/ Eltemzeit in Wochen Al

Anhang II Erwerbstätigkeitsquote von Müttern nach Alter des jüngsten Kindes Deutschland 20l0in Prozent A2

Anhang III Deutschlands Teilzeitquote der Frau im europäischen Vergleich A3

Anhang IV Gender Pay Gap Deutschland (gesamt) in Prozent A4

Anhang V Ehrenwörtliche Erklärung A5

1. Einleitung

Gegenwärtig gewinnt das Thema Eltemzeit, vor dem Hintergrund der beruflichen Gleichberechtigung von Männern und Frauen, zunehmend an Bedeutung. Auch aufgrund der erhöhten Bedeutung beider Elternteile, mehr Zeit mit ihrer Familie und vor allem mit ihrem Kind zu verbringen, verändert die Richtlinien der Familienpolitik. Aktuell stehen die Themen der „Work-Family-Balance“ und die verstärkte Einbindung beider Elternteile in die Elternzeit zur Diskussion (vgl. Schröder, 2012).

Befürworter der Elternzeit argumentieren, dass durch die Ausweitung dieser, die Rückkehr junger Frauen an ihren ursprünglichen Arbeitsplatz beschleunigt und vereinfacht werden kann. Kritiker sind der Meinung, dass die lange Abwesenheit der Mutter die Position der Frau auf dem Arbeitsmarkt verschlechtert (vgl. Schönberg und Ludsteck, 2007, S.2). Zwar können sich Mütter aufgrund des Kündigungsschutzes sicher sein, ihre Arbeitsstelle nicht zu verlieren, allerdings sind diese Voraussetzungen teilweise mit Einbußen seitens des Arbeitgebers verbunden. Viele Arbeitgeber stellen junge Frauen ungern in aufsteigende Positionen ein, weil sie wissen, dass sie sich in einem gebärfreundlichen Alter befinden. Somit muss der Arbeitgeber damit rechnen, dass diese in einigen Jahren einen Mutterschaftsurlaub beantragen wird und ihre Arbeitskraft kurzzeitig, wenn nicht langfristig, ersetzt werden muss (vgl. Puhani und Sonderhof, 2011, S.738).

Teilweise verlieren Mütter auch an Humankapital während sie in Mutterschaft sind. Studien bezeugen, dass gerade lange gesetzlich festgelegte Elternzeiten dazu führen, dass Mütter im Beruf schlechter gestellt sind als Frauen, die keine Kinder haben (vgl. z.B. Ondrich et al., 1996; Schönberg und Ludsteck, 2007; Ruhm, 1998). Welche Effekte sind also durch die Elternzeit auf die Arbeitsergebnisse junger Frauen festzustellen? Arbeitsergebnisse sind hierbei im Sinne von Arbeitslöhnen, Wiedereinstiegschancen, sowie Humankapitalinvestition1 zu verstehen.

Im Folgenden Verlauf der Bachelorarbeit sollen diese Fragen anhand geeigneter Literatur und Empirie beantwortet werden. Da Deutschland im internationalen Vergleich einen deutlich ausgeprägten Zeitraum für die Elternzeit eingeräumt hat (vgl. Ondrich et al., 1996, S.249), untersucht diese Arbeit die Auswirkungen der Arbeitsergebnisse junger Frauen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Weil verschiedene Studien unterschiedliche Altersgrenzen fur junge Frauen inne haben, wird in der vorliegenden Arbeit eine junge Frau im gebärfreudigen und arbeitsfähigen Alter erfasst. Hierbei wird ein großzügiger Spielraum von 18-45 Jahren gewährt.

Um in die Thematik einzusteigen, wird erst eine Übersicht über die Elternzeit in Deutschland und im internationalen Vergleich gegeben. Im dritten Teil wird die Zusammensetzung des Bezugsrahmens vorgestellt. Der vierte Abschnitt stellt empirische Studien vor, die als Grundlage für die anschließende Diskussion dienen sollen. Der fünfte Teil stellt verstärkende Gegenmaßnahmen aus der politischen und unternehmerischen Perspektive dar. Zum Schluss werden die zentralen Ergebnisse der Bachelorarbeit zusammengefasst und ein Ausblick gegeben.

2 Elternzeit

Im Folgenden werden die Geschichte und der gegenwärtige Stand der Elternzeit in Deutschland näher betrachtet. Im Anschluss wird ein kurzer Überblick über internationale Mutterschutzgesetze und die Elternzeit gegeben, um später folgende Studien besser nachvollziehen zu können. Der internationale Vergleich wird anhand der Grafik in Abbildung 1 noch einmal visuell gegenüber gestellt. Für die Bachelorarbeit wichtige Länder werden kurz erläutert.

2.1 Elternzeit in Deutschland

Die Elternzeit beschreibt eine Periode, die beide Elternteile nutzen können, um die ersten Anfänge ihres neugeborenen Kindes mitzuerleben. Während dieser Periode werden Eltern vor Entlassungen ihres gegenwärtigen Arbeitgebers geschützt und können nach dieser Periode wieder an ihren ursprünglichen Arbeitsplatz zurückkehren (vgl. Waldfogel et al., 1999, S.331).

Begonnen hat die Elternzeit in Deutschland mit dem Gesetz des Mutterschutzes, welches vor allem dazu dienen sollte, die Gesundheit der Mutter und die ihres Kindes kurz vor und nach der Geburt sicherzustellen. Ferner sollte die Mutter vor der Überforderung am Arbeitsplatz, vor finanzielle Einbußen und vor dem Verlust des Arbeitsplatzes abgesichert werden (vgl. Schröder K., 2012,S. 8; Puhani und Sonderhof, 2011, S.736).

In Deutschland greift das Gesetz des Mutterschutzes bereits seit 1952. Seither wird Frauen das Recht eingeräumt, den Mutterschutz 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt ihres Kindes in Anspruch zu nehmen.2 Dieser Zeitraum wird seit 1968 durch den Arbeitgeber, den Staat und die Versicherung der Mutter finanziell unterstützt. Weiterhin haben Mütter das Recht, nach diesen 14 Wochen wieder zu ihrem ursprünglichen Arbeitgeber zurückzukehren und einer vergleichbaren Beschäftigung nachzugehen (vgl. Schönberg und Ludsteck, 2007, S.8).

Eine arbeitsplatzschützende Erweiterung dieses Gesetzes erfolgte durch die Reform im Jahre 1979. Diese gewährte Frauen über den Mutterschutz hinaus, einen Mutterschaftsurlaub. Demnach betrug der Arbeitsschutz der Mutter nach der Geburt statt 2, volle 6 Monate. Das Hauptargument für diese Reform war die Gesundheit der Mutter. Forschungen zufolge benötigt der weibliche Körper länger als 2 Monate, um sich nach der Entbindung wieder vollständig zu regenerieren. Erst nach dieser Zeit ist eine Frau soweit erholt, um wieder in den Arbeitsalltag einsteigen zu können (vgl. Schönberg und Ludsteck, 2007, S.9).

In den Jahren 1986-19923 wurde der Mutterschaftsurlaub nach und nach auf insgesamt 36 Monate ausgeweitet (vgl. Schönberg und Ludsteck, 2007, S.10). Das heißt, nach den verpflichtenden 14 Wochen des Mutterschutzes konnte der Mutterschaftsurlaub beantragt werden, der den Kündigungsschutz des Arbeitgebers bis zum 36. Monat nach der Entbindung sicherstellte (vgl. Schröder K., 2012,S.15). Während der 14 Pflichtwochen des Mutterschutzes erfolgt der finanzielle Ausgleich seitens des Arbeitgebers und der mütterlichen Krankenkasse. Dabei zahlt die Krankenkasse maximal 13 Euro pro Arbeitstag. Der Arbeitgeber stockt dieses Mutterschaftsgeld bis zur Höhe des Nettogehaltes auf (vgl. Schröder K., 2012, S.21; Schönberg und Ludsteck, 2007, S.8).

Der Grund für die zusätzlichen Erweiterungen des Mutterschaftsurlaubs und der anschließenden Elternzeit war sowohl die Gesundheit der Mutter, als auch die Stärkung des Wohlergehens des Kindes. Politiker sind der Überzeugung, dass die ersten Jahre des Kindes die wichtigsten in dessen Leben seien, weshalb die Mutter mehr Zeit in seine frühe Entwicklung investieren sollte (vgl. Schönberg und Ludsteck, 2007, S.2).

Seit der Reform im Jahre 1986 wurde mit der Ausweitung des Mutterschaftsurlaubs der Begriff in „Elternurlaub“ und später in „Elternzeit“ reformiert. Seither können beide Elternteile die Elternzeit in Anspruch nehmen und gleichmäßig aufteilen. Eine simultane Elternpause ist ebenfalls möglich, was einen Unterschied zu der Familienpolitik zu Schweden darstellt (vgl. Schröder K., 2012, S.26).

Mit der Einbindung des Vaters in die Elternzeit soll die beruflichen Voraussetzungen von Männern und Frauen angeglichen werden. Frauen bekommen heute einen bis zu 23% niedrigeren Lohn als Männer, was die so genannten Gender Pay Gap darstellt (statista, 2012). Als Vorbild für die Elternzeit gilt das Land Schweden, das bereits im Jahre 1974 die „Daddy - Days“ einführte. Diese Regelung sorgte dafür, dass sich die Arbeitsauszeit der Mutter verkürzte und die Erwerbstätigkeit der Frau nach ihrer Schwangerschaft erhöht werden konnte (vgl. Duvander et al., 2010, S.46).

Während der Elternzeit gilt auch für Väter der Kündigungsschutz seitens des Arbeitgebers. Neusten Statistiken zufolge liegt die aktuelle Väterquote in Deutschland für die im Jahr 2011 geboren Kinder bei 27,3% und ist damit um 2,0 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr angestiegen (vgl. BMFSFJ, 2013b).

2.2 Elternzeit im internationalen Vergleich

Waldfogel und Harkness (1999) orientieren sich nach den Ergebnissen von Esping-Anderson (1993) und teilen die Weltbevölkerung in drei verschiedene Sektoren auf, den Anglo- Amerikanischen, kontinental europäischen und den skandinavischen Raum auf (vgl. Waldfogel undHarkness, 1999, S.2).

In den USA und Groß Britannien, die zum Anglo-Amerikanischen Raum gehören, herrschen unterschiedliche Regelungen bezüglich des Mutterschutzes. Der Mutterschutz beschreibt eine Periode, in der eine Mutter vor Entlassungen ihres gegenwärtigen Arbeitgebers geschützt ist und nach dieser Periode das Recht, hat an ihrem ursprünglichen Arbeitsplatz zurückzukehren (vgl.

Waldfogel et al., 1999, S.531). Vor der Einführung des nationalen Mutterschutzes FIMLA (Family and Medical Leave Act) im Jahre 1993, gab es keine schützenden Maßnahmen für Mütter in den USA. Werdende Mütter mussten ihren Urlaub hierfür aufopfern oder eine Absprache mit dem Arbeitgeber treffen, der ihnen Mutterschutz gewährt (vgl. Waldfogel, 2004, S.332). Seit 1993 haben Mütter das Recht auf maximal 12 Wochen unbezahlten Arbeitsplatzschutz nach ihrer Schwangerschaft. Weiterer Urlaub ist abhängig von ihrem Arbeitgeber, der im Schnitt 20 Wochen beträgt (vgl. Waldfogel, 1998, S.509 f.). Qualifiziert hierfür sind alle Frauen, die in einem Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern beschäftigt sind und mindesens 1250 Stunden in den letzten 12 Monaten vor der Inanspruchnahme des Mutterschutzes gearbeitet haben (vgl. Waldfogel und Berger, 2004, S.332 f.)

Groß Britannien verfügt bereits seit 1976 über ein nationales Mutterschutzgesetz. Seit 1993 beträgt die Periode des Mutterschaftsurlaubs maximal 52 Wochen, wovon 12 Wochen bezahlt werden. Dazu sind maximal 26 Wochen sowohl Voll -als auch Teilzeitarbeit4 notwendig, bzw.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 internationaler Vergleich totaler und bezahlter Elternzeiten in Wochen Quelle: Ray et al., 2010

muss die Mutter 26 Wochen vor der Pause über eine gesetzliche Gesundheitsversicherung verfugen, um qualifiziert zu sein (vgl. Waldfogel, 1998, S.536 f.).

Im Gegensatz zu den beschränkten politischen Maßnahmen im Anglo - Amerikanischen Raum, profitieren skandinavische Länder von strengen Familien - und Gleichberechtigungsmaßnahmen der Politik (vgl. Waldfogel und Harkness, 1999, S.2). Schweden war der Vorreiter der nordischen Länder und setzte im Jahre 1974 eine gleichgeschlechtliche Elternzeit fest, welche heute bis zu 85 Wochen andauert und bis zu 40 Wochen bezahlten Urlaub gewährt (vgl. Berger und Waldfogel, 2004, S.335). Diese Zahlungen orientieren sich nach dem beruflichen Einkommen. Dabei darf die Mutter nicht den vollständigen Elternurlaub nutzen. Die Eltern bekommen nur eine fortwährende Zahlung, wenn ein Teil des Urlaubs zwischen beiden Partner aufgeteilt wird. Allerdings kann dieser Urlaub nicht simultan von beiden Elternteilen in Anspruch genommen werden. Diese gleichberechtigte Aufteilung der Elternzeit auf beide Partner macht es möglich, hohe Beschäftigungsraten sowohl von Männern als auch Frauen in den skandinavischen Ländern zu erreichen (vgl. Duvander et al., 2010, S.46 f.)5.

Im europäischen Vergleich, zu sehen in Abbildung 2, nimmt Deutschland den letzten Rang des bezahlten Mutterschutzes ein und entspricht damit dem im Jahre 1992 festgelegten Mindestwochenschutz der EU - Richtlinien.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Dauer des Mutterschutzes in ausgewählten EU - Staaten in Wochen Quelle: statista, 2012 (mit Änderung)

Tschechien und Bulgarien verfügen über den längsten Mutterschutz, welcher sich auf 28 bzw. 45 Wochen entsprechend beläuft. Aktuell erwägt die EU - Kommission die Mindestwochenzahl des Mutterschutzes auf mindestens 20 Wochen hoch zu setzen, um auch Vätern die Möglichkeit zu geben, diesen Schutz nutzen zu können (vgl. statista, 2008).

3 Theoretische Grundlagen

Im Folgenden Abschnitt werden Arbeitsergebnisse vorgestellt, die durch bestimmte Faktoren beeinflusst werden können. Anhand statistischer Daten werden die Arbeitsmarktpartizipation, Löhne und Humankaptalinvestition erklärt und durch die deutsche Entwicklung veranschaulicht.

3.1 Arbeitsmarktpartizipation

Durch die gesellschaftliche Veränderung nimmt die Frau eine zunehmend große Rolle in der Erwerbstätigkeit ein und trägt heute vermehrt zum Familieneinkommen mit bei. Im Vergleich zum Jahre 1950 haben sich die Beschäftigungszahlen der Frauen insgesamt erhöht (vgl. Merz, 2005, S.158). Durch die erhöhten Scheidungsrisiken und den damit verbundenden Konsequenzen vieler alleinerziehender Mütter, sowie wegen einer Einkommenssicherung im Alter, ist es für Frauen eine Notwendigkeit geworden, sich am Arbeitsmarkt zu beteiligen (vgl. Dressel und Wanger, 2008, S.481).

Zur Ermittlung von Arbeitsmarktpartizipation der Frau können unterschiedliche ökonomische Kennzahlen hinzugezogen werden. In Abbildung 3 wird die Frauenerwerbsquote im Zeitverlauf, anhand der Datensammlung des Mikrozensus6, dargestellt. Der Definition zufolge, misst die Erwerbsquote den „Anteil der Erwerbsfähigen an der Gesamtbevölkerung“ bzw. den „Beschäftigungsgrad“ (Duden, 2012). Auf der horizontalen Achse der Abb.3 ist der Zeitverlauf von 1972-2006 und auf der vertikalen Achse die Prozentzahl der erwerbstätigen Frauen in Deutschland zu erkennen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Frauenerwerbsquote Deutschland von 1972-2006. Quelle:Dressel und Wanger, 2008, S.482

Demzufolge erschließt sich die Frauenerwerbsquote aus dem Verhältnis erwerbstätiger Frauen in Voll- und Teilzeitbeschäftigung im arbeitsfähigen Alter (15-65) und der Gesamtzahl der Frauen in Deutschland (15-65) multipliziert mit 100. Die Arbeitsgesellschaft der Frauen liegt zwischen 15 und 64 Jahren, da ab 65 Jahren das Rentenalter eingeführt wurde (vgl. Merz, 2005, S.156).

Aus dieser Darstellung geht hervor, dass die Beteiligung der Frau in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen hat. Insgesamt ergibt die Quote einen Sprung von knapp 20% (vgl. Dressel und Wanger, 2008, S.482)7.

Ausschlaggebend ist bei Frauen die Teilzeitquote, die eine hohe Arbeitslücke darstellt (vgl. Dressel und Wanger, 2008, S.482; Merz, 2005, S.161). Das bedeutet, viele Frauen sind im Arbeitsmarkt beschäftigt, allerdings geht eine große Anzahl von diesen einer Teilzeitbeschäftigung nach und erfüllt damit nicht die Merkmale einer Vollzeitbeschäftigung. Von den knappen 70 % der erwerbstätigen Frauen haben fast die Hälfte im Jahre 2012 als Teilzeitkraft gearbeitet (vgl. Statistische Bundesamt 2012).

[...]


1 In der Humankapitaltheorie wird der Aufbau des Humankapitals als Investition verstanden, die entweder durch Bildung, vorberuflichen Schulungen (z.B. Ausbildungen) und/ oder Job Trainings, d.h. direkt am Arbeitsplatz aufgebaut wird (vgl. Lazear & Gibbs, 2007, S.50).

2 Ausnahme: Wenn die Mutter auf ihren eigenen Wunsch 6 Wochen vor der Entbindung arbeiten will, kann dieses ohne weiteres genehmigt werden. Allerdings sind die 8 Wochen (12 Wochen bei Frühgeburt, also Kinder unter 2500g) verpflichtend und werden bei Verstoß als Ordnungswidrigkeit behandelt (Schröder K., 2012,S.22).

3 Siehe Anhang I für detaillierteren Verlauf der Verlängerung der Elternzeit in Deutschland

4 Laut dem Teilzeit- und Befristungsgesetzt (TzuBfG) §2 gilt ein Arbeitnehmer als teilzeitbeschäftigt, wenn „dessen regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist als die eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers.“ (vgl. Boeckenund Joussen, 2012, S.35).

5 In Schweden (Norwegen) betrug die aktive Erwerbstätigkeit der Frau mit Kindern unter einem Jahr 75.1% (67.7%), bei Kindern von 1-2 Jahren 81.1% (78.3%) und bei Kindern von 3-6 Jahren 83.9% (83.0) (vgl. Duvander et al., 2010, S.46). Siehe Deutschland im Vergleich im Anhang II.

6 Der Mikrozensus wird vom statistischen Bundesamt seit dem Jahre 1957 erhoben und beinhaltet offizielle Statistiken der Bevölkerung in Deutschland und dessen „wirtschaftlichen und sozialen Lage der Bevölkerung“ (Statistisches Bundesamt, 2013). Hier wird 1% der Bevölkerung jährlich durch ein Zufallsverfahren ausgewählt, was rund 830 000 Personen ausmachen (vgl. Statistisches Bundesamt, 2013).

7 Allerdings ist die Frauenerwerbsquote verzerrt und gibt nicht die „aktiv“ Erwerbstätigen wieder, da diese auch Frauen impliziert, die sich in der Elternzeit befinden (vgl. Dressel und Wanger, 2008, S.482).

Ende der Leseprobe aus 42 Seiten

Details

Titel
Rechte auf Elternzeit und deren Effekte auf die Arbeitsergebnisse junger Frauen
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Arbeitsökonomik)
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
42
Katalognummer
V300950
ISBN (eBook)
9783656978190
ISBN (Buch)
9783656978206
Dateigröße
739 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
effekte, rechten, elternzeit, arbeitsergebnisse, frauen
Arbeit zitieren
Margarita Kolpakow (Autor:in), 2013, Rechte auf Elternzeit und deren Effekte auf die Arbeitsergebnisse junger Frauen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300950

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