Die Gesundheitswissenschaft hat zur Aufgabe, den Gesundheitszustand und die Förderung der Gesundheit der Gesamtbevölkerung zu deskribieren. Die Epidemiologie ist hier als grundlegende Disziplin der Gesundheitswissenschaft zu sehen.
Brand et al. definiert Epidemiologie wie folgt: „Epidemiologie ist die Bearbeitung von Fragen aus dem Bereich der Medizin, der Gesundheitssystemforschung und der Gesundheitswissenschaft mit Methoden der empirischen Sozialforschung und der Statistik.“.
Man unterscheidet deskriptive und analytische Epidemiologie. Die deskriptive Epidemiologie beschreibt das Auftreten von bestimmten Krankheiten in der Bevölkerung in Verbindung mit demographischen Größen wie z.B. Alter und/oder Geschlecht. Die deskriptive Epidemiologie ist Voraussetzung für die analytische Epidemiologie, die Hintergründe von Krankheiten auf Basis der Daten der deskriptiven Epidemiologie zu eruieren versucht. Darauf aufbauend entwickelt die analytische Epidemiologie Hypothesen und überprüft sie.
Inhaltsverzeichnis
Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung
Definition Epidemiologie
Aufgaben und Methoden der Epidemiologie
Gesundheitsberichterstattung (Begriffsbestimmung und Aufgaben)
Die Gesundheitssituation älterer Menschen
Körperliche Erkrankungen
Psychische Störungen (Demenzen, Depressionen) Demenzen:
Die Versorgungssituation älterer Menschen
Allgemeine Versorgungssituation
Pflegebedarf und pflegerische Versorgung
Ambulante Pflege
Stationäre Pflege
Die Ernährungssituation älterer Menschen
Ernährungsverhalten und Energiezufuhr
Nähstoffversorgung
Schlussbetrachtungen
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen fundierten Überblick über die Gesundheitssituation und die spezifischen Versorgungsherausforderungen älterer Menschen in Deutschland zu geben, mit einem besonderen Fokus auf die kritische Ernährungssituation in verschiedenen Pflegekontexten.
- Grundlagen der Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung
- Analyse des Gesundheitszustands älterer Menschen (körperliche und psychische Aspekte)
- Strukturen der ambulanten und stationären pflegerischen Versorgung
- Ernährungsverhalten, Energiezufuhr und Nährstoffdefizite im Alter
- Notwendigkeit von Public-Health-Maßnahmen und Fortbildungen in der Pflege
Auszug aus dem Buch
Die Ernährungssituation älterer Menschen
Mit zunehmendem Alter entstehen gewisse Risiken, die dazu führen, dass eine Person nicht ausreichend ernährt ist. Das Appetit- und Durstempfinden lässt nach, die Geruchs- und Geschmackswahrnehmung verändert bzw. reduziert sich und es ist im Allgemeinen eine höhere Nährstoffdichte erforderlich um den täglichen Bedarf zu decken. Das bedeutet aber nicht, dass ein höheres Alter gleichzeitig auch ein Risiko für eine unzureichende Aufnahme von Speisen und Getränken ist. Allgemein wirkt sich ein mangelhafter Ernährungszustand ungünstig auf den Gesundheitszustand aus, ganz besonders jedoch auf die Situation von Menschen mit schwerwiegenden und/oder chronischen Erkrankungen. Altersbedingte funktionelle Defizite (z.B. Motorik, Sehvermögen) verstärken eine unzureichende Nahrungsversorgung. Hier muss viel Wert auf ausreichende kalorische, vitamin- und spurenelementreiche Nahrungszufuhr geachtet werden. Einer Unterversorgung bzw. Mangelernährung kann gut mit hochwertigen Zwischenmahlzeiten sowie Nahrungssupplementen vorgebeugt werden. In der professionellen Pflege besteht eine gewisse Problematik bezüglich der Ernährung. Die Bedeutung von Ernährung wird hier häufig unterschätzt bzw. ignoriert. Die Nahrungsaufnahme wird oft auf das Anreichen der Speisen reduziert. Auch wird die Unterstützung beim Essen und Trinken häufig als lästige Pflicht empfunden. Weitgehend fehlende Kenntnis der Bedeutung von Mangelernährung ist hier auch noch zu nennen. Eine Untersuchung von 231 Patienten mit PEG durch den MDK in Hessen hat ergeben, dass bei 40 % der Patienten kein Gewicht ermittelt wurde, ca. 70 % waren nicht ausreichend ernährt. (Vgl. MDS 2003:14)
Zusammenfassung der Kapitel
Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung: Einführung in die wissenschaftlichen Methoden zur Beschreibung des Gesundheitszustands der Bevölkerung und die Aufgaben der Gesundheitsberichterstattung.
Die Gesundheitssituation älterer Menschen: Darstellung körperlicher und psychischer Erkrankungen im Alter, unter Berücksichtigung von Resilienz und gesundheitsbezogener Lebensqualität.
Die Versorgungssituation älterer Menschen: Untersuchung der aktuellen ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen sowie der Entwicklung des Pflegebedarfs.
Die Ernährungssituation älterer Menschen: Analyse der altersbedingten Ernährungsrisiken sowie des Versorgungsbedarfs im Kontext von Mangelernährung.
Schlussbetrachtungen: Fazit zur Relevanz der Thematik und Forderung nach stärkerer Integration von Ernährungsthemen in die professionelle Pflege und Gesundheitspolitik.
Schlüsselwörter
Epidemiologie, Gesundheitsberichterstattung, Alter, Gesundheit, Pflegebedarf, ambulante Pflege, stationäre Pflege, Ernährung, Mangelernährung, Nährstoffversorgung, Public Health, Gerontopsychiatrie, Lebensqualität, Prävention, Krankheitsätiologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Gesundheitszustand und der Versorgung älterer Menschen in Deutschland, wobei ein Schwerpunkt auf der epidemiologischen Datenlage und der Ernährungssituation liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Epidemiologie, die psychische und körperliche Verfassung älterer Menschen, Strukturen der Pflege sowie die Herausforderungen der bedarfsgerechten Nährstoffzufuhr.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie es um die gesundheitliche Versorgung und Ernährung im Alter steht und wo Handlungsbedarf für die professionelle Pflege besteht.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse epidemiologischer Studien, Versorgungsdaten und offizieller Berichte des Gesundheitswesens.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Epidemiologie, körperliche und psychische Erkrankungen, die Versorgungsstrukturen (ambulant/stationär) sowie eine detaillierte Betrachtung des Ernährungsverhaltens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Epidemiologie, Pflegebedarfsanalyse, Mangelernährung im Alter und Public Health in der Gerontologie.
Wie bewertet die Arbeit die Qualität der Ernährung in Pflegeeinrichtungen?
Die Arbeit identifiziert erhebliche Defizite und weist darauf hin, dass eine signifikante Anzahl an Patienten in Pflegeeinrichtungen nicht ausreichend ernährt wird.
Warum wird die Bedeutung von Fortbildungen betont?
Die Autorin argumentiert, dass professionelle Pflegekräfte gezielt in Bezug auf Ernährung geschult werden müssen, um das Bewusstsein für Mangelernährung zu schärfen und die Versorgungsqualität zu sichern.
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- Florian Flügge (Autor), 2008, Die Gesundheitssituation älterer Menschen. Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/300981