Während meiner Hospitation an der Schule habe ich überwiegend im Deutschunterricht einer sechsten Klasse und im Deutsch- und Englisch-Grundkursunterricht einer zehnten Klasse hospitiert – jeweils bei einer der Klassenlehrerinnen der beiden Klassen. Ich empfand es als sehr vorteilhaft, die Hospitationen schwerpunktmäßig in nur zwei, bzw. drei unterschiedlichen Lerngruppen durchzuführen, da ich somit recht fokussiert und intensiv den Unterricht verfolgen konnte. Durch meine häufige Unterrichtsanwesenheit konnte ich mich einerseits mit den SuS vertrauter machen, andererseits habe ich dadurch einen gewissen Längsschnitt des unterrichtlichen Alltags erleben können.
Unterrichtet habe ich während des Praktikums eine Doppelstunde in der sechsten Klasse zum Thema ‚Unfallberichte‘ und eine Einzelstunde in der zehnten Klasse zum Thema ‚Bewer-bungsgespräche‘. Bei der Vorbereitung der Stunden standen mir die Lehrerinnen hilfreich zur Seite. Sie haben mir Material zur Verfügung gestellt, das sich an ihre eigenen Stunden zu den Thematiken anschloss und somit mir, aber auch den SuS einen Orientierungsrahmen lieferte, die trotz eines ‚Lehrerwechsels‘ vertraute Elemente in den Stunden wiederfanden. Die indivi-duelle Ausgestaltung der Stunden wurde jedoch mir überlassen. Im Rahmen dieses Prakti-kumsbericht werde ich die erste der Doppelstunde in der Jahrgangsstufe 6 zum Thema ‚W-Fragen als Vorarbeit für einen Unfallbericht beantworten‘ näher erläutern. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Beschreibung des Schulprofils
2. Bericht über eigene Erfahrungen mit der Lehrerrolle
3. Fachdidaktische Positionen zum Deutschunterricht – Der Zusammenhang zwischen sprachlicher Normbildung und der Textsorte ‚Unfallbericht‘
4. Eigener Unterrichtsentwurf
4.1 Einleitung
4.2 Planung des Unterrichts
4.2.1 Voraussetzungsanalyse
4.2.2 Sachanalyse
4.2.3 Didaktische Überlegungen
4.2.4 Ziele
4.2.5 Methodische Überlegungen
4.2.6 Geplanter Unterrichtsverlauf
4.3 Reflexion der durchgeführten Unterrichtsstunde
4.4 Anhang der verwendeten Materialien
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient der Reflexion eines Schulpraktikums und dokumentiert einen spezifischen Unterrichtsversuch im Fach Deutsch. Ziel ist es, die didaktische Planung einer Unterrichtsstunde zum Thema "W-Fragen als Vorarbeit für einen Unfallbericht" theoretisch zu fundieren und kritisch mit den eigenen Erfahrungen in der Lehrerrolle sowie den Vorgaben des Kernlehrplans abzugleichen.
- Reflexion über die Rolle als angehende Lehrkraft im Schulalltag.
- Analyse fachdidaktischer Positionen zum Zusammenhang von sprachlicher Normbildung und der Textsorte Unfallbericht.
- Planung und didaktische Begründung einer Unterrichtsstunde zum Thema W-Fragen.
- Gegenüberstellung von präskriptiven Lehrplanvorgaben und deskriptiven Möglichkeiten im Unterricht.
- Evaluation des eigenen Unterrichtshandelns basierend auf Hospitationserfahrungen.
Auszug aus dem Buch
Bericht über eigene Erfahrungen mit der Lehrerrolle
Zunächst einmal begleiteten mich einige Unsicherheiten, als ich das vierwöchige Praktikum antrat. Bislang habe ich nur mit jüngeren SuS zusammengearbeitet und kaum selber unterrichtet. Zudem wusste ich natürlich nicht, wie die SuS auf mich reagieren würden. Zu Beginn meiner Hospitation lösten sich meine Vorbehalte jedoch schnell auf. Ich wurde sowohl von den SuS der beiden Klassen, als auch von den beiden Lehrerinnen sehr offen und interessiert empfangen.
In der zehnten Klasse war das Interesse an mir als Praktikantin besonders groß, was wohl auch damit zusammenhängt, dass es zunächst aufgrund meiner äußerlichen Erscheinung und meines Alters für die SuS schwer war, meine Anwesenheit einzuordnen, da ich rein optisch in ihren Augen eher eine Schülerin als eine Lehrerin war. Einerseits empfand ich es als ein Vorteil, dass ich auf die SuS wirkte, als sei ich aufgrund meines ‚nah an ihnen dran‘, andererseits erschwerte mir dies den Balanceakt zwischen ‚Autoritätsperson‘ und ‚Kumpelfigur‘. Diese Schwierigkeit zeigte sich besonders während des Unterrichts, in dem ich meist hinten saß und das Geschehen beobachtete. Es gab zahlreiche Situationen, in denen ich Regelverstöße der SuS beobachtete, wie beispielsweise das Abschreiben der Hausaufgaben oder die Handynutzung während der Stunde. In diesen Situationen war ich oft unsicher, ob ich über dieses Verhalten hinwegsehen soll oder ob ich eingreifen sollte und somit das Risiko eingehe, mich bei den SuS ‚unbeliebt‘ zu machen. Auch in Bezug auf die unterrichtende Lehrerin bestätigten sich diese Unsicherheiten. Ich konnte es schwer einschätzen, ob es den Lehrerinnen eine Hilfe sein würde, dass ich unterstützend eingreife, wenn ich aufgrund meiner Passivität und Position im Klassenraum Dinge wahrnehme, die von ihr nicht wahrgenommen werden oder ob es ‚wichtigtuerisch‘ erscheint und sie den Eindruck haben, ich mische mich in ihr Leherhandeln ein. Leider habe ich die Lehrerinnen nie offen gefragt, wie ich in so einer Situation handeln soll, was ich im Nachhinein jedoch hätte tun müssen und was ich auch definitiv in meinem nächsten Praktikum explizit thematisieren muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Beschreibung des Schulprofils: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die Rahmenbedingungen der Gesamtschule Xxx, einschließlich der Schülerschaft, der Lehrkräfte und des pädagogischen Konzepts.
2. Bericht über eigene Erfahrungen mit der Lehrerrolle: Hier reflektiert die Autorin ihre persönliche Entwicklung, insbesondere den Umgang mit der ungewohnten Lehrerrolle und den Herausforderungen in unterschiedlichen Jahrgangsstufen.
3. Fachdidaktische Positionen zum Deutschunterricht – Der Zusammenhang zwischen sprachlicher Normbildung und der Textsorte ‚Unfallbericht‘: Dieser Teil beleuchtet die theoretische Einbettung des Themas Unfallbericht und hinterfragt kritisch die präskriptive Tendenz der Lehrplanvorgaben.
4. Eigener Unterrichtsentwurf: Dieses zentrale Kapitel umfasst die Planung, die methodisch-didaktische Begründung und die Reflexion der durchgeführten Unterrichtsstunde sowie die verwendeten Materialien.
Schlüsselwörter
Schulpraktikum, Deutschunterricht, Unfallbericht, W-Fragen, Lehrerrolle, Unterrichtsplanung, Fachdidaktik, Kernlehrplan, Deskriptivität, Präskriptivität, Hörverstehen, Unterrichtsreflexion, Sekundarstufe I, Jahrgangsstufenteam, Methodenrepertoire
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert und reflektiert die Erfahrungen einer Lehramtsstudierenden während eines vierwöchigen Fachpraktikums am Germanistischen Institut der Ruhr-Universität Bochum.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Gestaltung und Reflexion des Deutschunterrichts, dem Umgang mit der Rolle als Lehrkraft sowie der fachdidaktischen Auseinandersetzung mit der Textsorte Unfallbericht.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, das eigene Lehrerhandeln zu evaluieren und die im Studium erlernten theoretischen Konzepte, insbesondere zur Normbildung in der Sprache, auf die reale Schulpraxis zu übertragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus unterrichtspraktischer Planung (nach dem Stufenmodell von Heinrich Roth), Hospitation, eigener Erprobung und fachdidaktischer Analyse aktueller Lehrpläne.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Schulentwicklung, die persönliche Reflexion der Lehrerrolle, die theoretische Analyse des Unfallberichts im Kernlehrplan sowie den konkreten Unterrichtsentwurf samt Anhang.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Schulpraktikum, Unfallbericht, W-Fragen, Lehrerrolle, fachdidaktische Positionen und Unterrichtsreflexion.
Warum wurde das Thema "W-Fragen als Vorarbeit für einen Unfallbericht" gewählt?
Das Thema war durch die anstehende Klassenarbeit vorgegeben und bot der Autorin die Möglichkeit, ein bekanntes Thema durch den Fokus auf Hörverstehen auf ein höheres Lernniveau zu heben.
Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen präskriptiver und deskriptiver Sprachwissenschaft für die Autorin?
Sie kritisiert, dass der Unterricht zu stark präskriptiv ausgerichtet ist, und plädiert dafür, deskriptive Ansätze einzubinden, um ein tieferes Sprachbewusstsein bei den Schülern zu fördern.
Wie bewertet die Autorin ihren "Balanceakt" zwischen Autoritätsperson und Kumpelfigur?
Sie beschreibt diesen als große Herausforderung und betont, dass die anfängliche Unsicherheit im Laufe des Praktikums durch ein bewussteres Auftreten als Lehrkraft abgenommen hat.
- Arbeit zitieren
- M.Ed. Katharina Kukasch (Autor:in), 2013, W-Fragen als Vorarbeit für das Schreiben eines Unfallberichts (Deutsch, 6. Klasse Gesamtschule), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301066