Die Theoretische Grundlagen der Morphologie werden erläutert und anhand von Beispielen aus der spanischen Jugendsprache dargestellt. Abschließend werden Probleme der Klassifizierung diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen der Morphologie
2.1 Begriffe und Definitionen
2.2 Morphemtypen und Allomorphe
2.3 Lexikalische und grammatische Morpheme
3. Teilgebiete der Morphologie
3.1 Flexionsmorphologie
3.2 Wortbildung (Lexikogenese)
3.2.1 Derivation
3.2.2 Komposition
4. Jugendsprache als sprachlicher Kontext
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Morphologie und deren praktische Anwendung anhand von Beispielen aus der spanischen Jugendsprache, um die Flexibilität und den stetigen Wandel sprachlicher Strukturen aufzuzeigen.
- Grundlegende morphologische Einheiten wie Morphe, Morpheme und Allomorphe.
- Unterscheidung zwischen Flexionsmorphologie und Wortbildungsprozessen.
- Analyse der Derivation und Komposition in der spanischen Jugendsprache.
- Problematik der Abgrenzung zwischen Fachsprache, Standardsprache und Jugendsprache.
Auszug aus dem Buch
Wortbildung in der Jugendsprache
Des Weiteren existiert auch die Derivation durch die rein in der Jugendsprache verwendeten spezifischen Suffixe –ata, -ota, -eto und –uta, die Elemente der Allgemeinsprache in jugendsprachliche Ausdrücke umwandeln. Unter anderem wird span. bocadillo zu bocata, drogadicto zu drogota, bar zu bareto und bisutería zu bisuta (vgl. Baumann 2001: 43ff). Dabei nennt man den Wegfall von Sprachlauten am Wortende zugunsten der Herausbildung einer dreisilbigen Abkürzung `Apokope´ (vgl. Baumann 2001: 42). Aber auch mit Hilfe von Präfixen können Begriffe der Standardsprache, meist Substantive, in Ausdrücke der Jugendsprache umgewandelt werden, wobei das Produkt dieses Vorgangs ein Verb oder Adjektiv ist. So bilden sich z.B. aus el maricón (`der Schwule´) durch das Präfix a- das Adjektiv amariconado (`schwul´), aus rollo (`Rolle´) wird durch das Präfix en- das Verb enrollarse (`sich mit jmd. einlassen´). Weitere verwendete Präfixe sind des-, re-, sowie requete- (vgl. ebd. 45 ff.).
Beim Wortbildungsverfahren der Komposition werden mindestens zwei lexikalische Morpheme zu einem Wort zusammengesetzt, wobei man zwischen Determinativkomposita, bei denen ein Glied das andere semantisch dominiert und Kopulativkomposita, bei denen alle Glieder des Wortes gleichwertig sind, unterscheidet. Darüber hinaus differenziert das Verfahren der Komposition zwischen der asyndetischen Komposition, einer Verbindung zweier Lexeme ohne Bindeglied und der syndetischen Komposition, bei der eben diese Verbindung durch eine Präposition vollzogen wird. Asyndetische Komposita der Jugendsprache sind u.a. el caraculo (`Arschgesicht´), zusammengesetzt aus la cara und el culo oder la pichafloja (Schlappschwanz), komponiert aus la picha und la floja (vgl. ebd.: 46; vgl. Thaler: Handout Morphologie II).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die grundlegende Frage ein, was ein Wort definiert, und verortet das Arbeitsgebiet der Morphologie im sprachwissenschaftlichen Kontext.
2. Theoretische Grundlagen der Morphologie: Dieses Kapitel erläutert die kleinsten bedeutungstragenden Einheiten der Sprache, wie Morpheme und Allomorphe, sowie die Differenzierung zwischen lexikalischen und grammatischen Formen.
3. Teilgebiete der Morphologie: Hier wird zwischen der Flexionsmorphologie, die die Veränderbarkeit von Wörtern (Konjugation/Deklination) behandelt, und der Wortbildung (Lexikogenese) unterschieden.
4. Jugendsprache als sprachlicher Kontext: Das Kapitel analysiert, wie morphologische Prozesse in der Jugendsprache zur Bildung neuer Lexeme eingesetzt werden und diskutiert die Abgrenzung zur Standardsprache.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Jugendsprache kein festes System darstellt, sondern als dynamischer Prozess ständig auf morphologische Mittel der Standardsprache zurückgreift.
Schlüsselwörter
Morphologie, Morphem, Allomorph, Flexion, Wortbildung, Derivation, Komposition, Jugendsprache, Lexikogenese, Sprachwandel, Standardsprache, Affixe, Deklination, Konjugation, linguistische Analyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den morphologischen Strukturen der Sprache und untersucht, wie diese in der Praxis, insbesondere in der spanischen Jugendsprache, zur Wortbildung genutzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Morphologie, die Unterscheidung zwischen Flexion und Wortbildung sowie die soziolinguistische Einordnung jugendsprachlicher Ausdrücke.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jugendliche morphologische Prozesse wie Derivation und Komposition verwenden, um ihre Sprache zu verändern und sich von der Standardsprache abzugrenzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und einer deskriptiven Untersuchung von Sprachbeispielen der spanischen Jugendsprache.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung theoretischer Begriffe der Morphologie und die Anwendung dieser Konzepte auf konkrete Beispiele aus dem Bereich der spanischen Jugendsprache.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Morphologie, Wortbildung, Derivation, Komposition, Sprachwandel und Jugendsprache.
Wie unterscheiden sich 'grammatische' und 'lexikalische' Wörter?
Das grammatische Wort bezeichnet die konkret realisierte Form im Satz, während das lexikalische Wort oder Lexem die abstrakte Einheit des Wortschatzes darstellt.
Was ist eine 'Apokope' im Kontext der Jugendsprache?
Die Apokope beschreibt den Wegfall von Sprachlauten am Wortende, der zur Verkürzung von Wörtern führt (z. B. 'bocadillo' zu 'bocata').
Warum ist die Abgrenzung der Jugendsprache zur Standardsprache schwierig?
Die Abgrenzung ist schwierig, da die Jugendsprache keine homogene Gruppe darstellt, keine eigene Sprache ist und in ihrer Morphologie und Lexik stets auf der Standardsprache aufbaut.
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- Susanne Becker (Author), 2010, Spanische Morphologie in Theorie und Praxis der Jugendsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301095