Scherzkommunikation kann im Alltag in unterschiedlichsten Formen auftreten. Beispielsweise können Ironie, Witze oder auch Frotzeleien in scherzhafter Rede, mit dem Zweck Humor zu vermitteln, vorkommen.
Möchte man sich genauer mit Aufbau, Funktionen und Wirkungsweisen von Scherzkommunikation beschäftigen, so empfiehlt es sich, Humortheorien anzuwenden. Mithilfe der Inkongruenztheorie, der Framesemantik und der Implikaturtheorie kann man zum Beispiel ganz neue und verschiedenartige Sichtweisen eröffnen und diverse Aspekte konkreter betrachten und untersuchen.
In dieser Arbeit wird zunächst die Inkongruenztheorie vorgestellt. Dazu werden einige markante Unterscheidungen an Beispielen demonstriert und anschließend wird auf diverse Spezifizierungen eingegangen. Im Folgenden werden die Form und der Aufbau des Witzes an einem konkreten Text anschaulich gemacht und mithilfe der Inkongruenztheorie relevante Faktoren herausgearbeitet. Des Weiteren werden anhand einer scherzhaften Rede mit ironischer Aussage markante Merkmale der Ironie, Aufbau und Form der konkreten Rede sowie Implikaturen herausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Inkongruenztheorie
3 Analyse: Witz
4 Analyse: Ironie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Mechanismen und Wirkungsweisen von Scherzkommunikation im Alltag. Das primäre Ziel ist es, anhand theoretischer Modelle wie der Inkongruenztheorie und der Implikaturtheorie die Struktur und Funktionalität von Witzen und ironischen Äußerungen zu analysieren und zu erklären.
- Grundlagen der Inkongruenztheorie und ihre Anwendung auf humorvolle Kommunikation.
- Strukturelle Analyse des Witzes, insbesondere im Hinblick auf Pointe, Handlungsverlauf und Rezeption.
- Untersuchung ironischer Kommunikation als Mittel der Kritik und zwischenmenschlichen Interaktion.
- Die Bedeutung von Wissensbereichen und konversationellen Maximen bei der Entschlüsselung von Humor.
- Interpretation von Machtverhältnissen und Geschlechterrollen in humoristischen Kontexten.
Auszug aus dem Buch
3 Analyse: Witz
In diesem Kapitel soll folgender Witz hinsichtlich Form, Besonderheiten und Inkongruenzen genauer untersucht werden:
Einige Männer plaudern gelassen in der Sauna, als ein Handy klingelt.
„Hallo Schatz, ich bin gerade vor einer Boutique. Die haben einen Nerzmantel ausgestellt zu einem unglaublichen Preis! Was meinst du, soll ich ihn kaufen?“
Der Mann überlegt kurz: „Ok, kauf ihn ruhig!“
„Oh danke Liebster! Übrigens, auf dem Weg hierher habe ich bei der Mercedes Garage das neuste Coupé gesehen. Weißt du, Lederinterieur, Metallic-Lack, full optional… Nur 100.000 Euro. Ich will ja nicht von deiner Güte profitieren, aber was meinst du dazu?“
„Naja, wenn es so ist, kauf es!“
„Vielen Dank. Apropos, weißt du noch als wir an der Cote d’Azur in den Ferien waren, das Haus auf dem Hügel mit Schwimmbad und Tennisplatz? Die verkaufen es für nur 400.000 Euro! Ein echtes Schnäppchen!“
„Na gut, kauf auch das Haus!“
„Liebster, du bist ja so ein Schatz! Das ist der schönste Tag meines Lebens. Ich liebe dich. Bis heute Abend.“
Der Mann legt auf, schaut auf das Handy, lächelt vergnügt, hebt seine Hand, beginnt mit dem Handy rumzuwinken und schreit:
„Wem gehört dieses Handy?!“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema Scherzkommunikation und skizziert die methodische Vorgehensweise anhand von Humortheorien wie der Inkongruenz- und Implikaturtheorie.
2 Inkongruenztheorie: Dieses Kapitel erläutert das zentrale Erklärungsmodell, bei dem Humor durch die unerwartete Auflösung einer Inkongruenz zwischen Erwartung und Tatsächlichem entsteht.
3 Analyse: Witz: Hier wird ein Beispielwitz mittels Inkongruenztheorie analysiert, um die Bedeutung von Pointe, Täuschung und den Aufbau von Erwartungsmustern zu verdeutlichen.
4 Analyse: Ironie: Dieses Kapitel untersucht eine ironische Gesprächssequenz unter Einbeziehung der Implikaturtheorie und beleuchtet, wie bewusste Verstöße gegen Konversationsmaxime zur Humorproduktion genutzt werden.
Schlüsselwörter
Scherzkommunikation, Inkongruenztheorie, Humor, Witz, Ironie, Implikaturtheorie, Konversationsmaxime, Kommunikation, Wissensbereich, Pointe, Bezugsrahmen, Interaktion, Macht, Geschlechterrollen, Rezeption.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen und praktischen Aspekten der Scherzkommunikation im Alltag, insbesondere mit den Mechanismen, die Witze und Ironie für Menschen humorvoll machen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Inkongruenztheorie, die Struktur von Witzen, die Dynamik von Ironie in Gesprächen sowie die Rolle von Weltwissen und sozialen Konventionen bei der humoristischen Interaktion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die wissenschaftliche Analyse von konkreten Beispielen scherzhafter Rede, um die Wirkungsweisen von Humor mithilfe sprachwissenschaftlicher Theorien nachvollziehbar zu machen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden qualitative Analysen auf Basis der Inkongruenztheorie (zur Erklärung von Kontrasten) und der Implikaturtheorie (zur Analyse von Kommunikation unter Einhaltung oder Verletzung von Konversationsmaximen) angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Inkongruenztheorie sowie zwei vertiefende Analysekapitel, die einen Witz und eine ironische Äußerung detailliert untersuchen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Scherzkommunikation, Inkongruenztheorie, Ironie, Witzstruktur und kommunikative Kooperation charakterisiert.
Warum spielt die Unterscheidung von "hartem" und "weichem" Einsatz bei der Inkongruenz eine Rolle?
Die Unterscheidung verdeutlicht, ob eine unerwartete Information abrupt (hart) oder durch ein schrittweise aufgebautes Erwartungsmuster (weich) eingeführt wird, was maßgeblich den Überraschungseffekt beeinflusst.
Wie lässt sich die Funktion von Ironie laut der Untersuchung einordnen?
Ironie dient nicht nur der Unterhaltung, sondern fungiert oft als „Warn- und Gefahrensignal“ oder als Mittel zur Machtausübung und Kritik in einer zwischenmenschlichen Beziehung.
- Arbeit zitieren
- Susan Matz (Autor:in), 2014, Scherzkommunikation im Alltag. Inkongruenztheorie, Witz und Ironie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301170