Der Aspekt der Tradition bei der Auswahl von Vornamen, insbesondere in Adelshäusern, soll in dieser Forschungsarbeit besonders beobachtet werden. Die Forschungsfrage dieser Arbeit lautet: Welche Gesetzmäßigkeiten lassen sich bei der Vergabe der Vornamen innerhalb der adligen Familien erkennen? Zur Beantwortung dieser Frage werden zwei deutsche Adelshäuser, Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und Castell-Castell, betrachtet. Zunächst soll eine Auswertung der jeweiligen Stammbäume der Häuser separat erfolgen und im Anschluss verglichen werden. Im Zuge des Vergleiches wird die aktuelle Forschungslage in Augenschein genommen und ausgewertet. Abschließend soll im Hinblick auf die Forschungsfrage eine mögliche Antwort formuliert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Analyse der Adelshäuser
2.1 Stammbaum Haus Glücksburg-Sonderburg
2.2 Stammbaum Haus Castell-Castell
3 Vergleich der Ergebnisse
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Vererbungsverhalten von Vornamen innerhalb adliger Familien, um Gesetzmäßigkeiten bei der Namensgebung zu identifizieren. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welche Strukturen bei der Namensvergabe erkennbar sind und ob sich durch den Vergleich der Adelshäuser Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und Castell-Castell Rückschlüsse auf Traditionen oder gesellschaftliche Einflüsse ziehen lassen.
- Analyse von Vornamen-Stammbäumen zweier bedeutender Adelshäuser
- Untersuchung von Nachbenennungsmustern in der männlichen Linie
- Vergleich historischer Namensgebungen und deren Häufigkeit
- Evaluation von Einflussfaktoren wie Tradition und preußischer Namensprägung
- Diskussion über die Rolle ungeschriebener Gesetze bei der Adels-Namensgebung
Auszug aus dem Buch
2 Analyse der Adelshäuser
Dieses Geschlecht ist eine Seitenlinie, welche dem Haus Oldenburg entspringt. Sie spaltete sich durch ihren Stammvater Christian III., König von Dänemark Ende des 16. Jahrhunderts ab. Der Forschungsgegenstand setzt allerdings erst bei August Philipp von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Beck (später Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg) ein, der ein Urenkel König Christians III. war. Somit umfasst der Untersuchungsgegenstand des Hauses Sonderburg-Glücksburg den Zeitraum vom beginnenden 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Der zur Untersuchung herangezogene Stammbaum zeigt 44 männliche und 45 weibliche Nachkommen auf. Es wurden insgesamt 27 männliche und 33 weibliche Namen vergeben, die in verschiedenen Kombinationen auftreten. Zur Auswertung wurden sämtliche Personenbezeichnungen in eine Tabelle eingepflegt, welche in der ersten Spalte den Namen aufzeigt und in den folgenden Spalten die Stelle des Vornamens im gesamten Namen. Somit zeigt sich beim männlichen Vornamen Leopold, dass dieser im gesamten Stammbaum einmal als Erstname und einmal als Viertname gewählt wurde.
Zur besseren Übersicht wurden zwei Tabellen, getrennt nach Geschlechtern und alphabetisch sortiert angefertigt. Nach dieser ersten Übersicht fiel auf, dass der männliche Vorname Friedrich am häufigsten als Erstname ausgewählt wurde und zwar bei 13 Personen. Damit kommt in jeder Generationsstufe bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts mindestens eine Person vor, die als ersten Namen Friedrich trägt. An zweiter Position der Häufigkeit steht Karl mit lediglich drei Nennungen. In der Kategorie der Zweitnamen wurde festgestellt, dass Wilhelm bei sechs Personen und Ferdinand vier Mal ausgesucht wurde. Insgesamt wurden 21 Zweitnamen vergeben. Des Weiteren tritt die Kombination Friedrich Wilhelm insgesamt vier Mal auf, welche ebenfalls die größte Häufigkeit der nacheinander gestellten männlichen Erst- und Zweitnamen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Namen als Ausdruck kultureller und familiärer Identität und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Gesetzmäßigkeiten bei der Vornamensvergabe im Adel.
2 Analyse der Adelshäuser: In diesem Kapitel werden die Stammbäume der Häuser Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und Castell-Castell ausgewertet, um die Häufigkeit bestimmter Vornamen und das Vererbungsverhalten an erstgeborene Söhne zu quantifizieren.
2.1 Stammbaum Haus Glücksburg-Sonderburg: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Auswertung der Namenshäufigkeiten für das Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und zeigt eine deutliche Präferenz für den Vornamen Friedrich.
2.2 Stammbaum Haus Castell-Castell: Hier erfolgt die Analyse des Hauses Castell-Castell, wobei neben der Dominanz des Namens Friedrich auch der Einfluss auf die Vererbung an die nachfolgende Generation untersucht wird.
3 Vergleich der Ergebnisse: Dieses Kapitel führt die Daten beider Häuser zusammen und interpretiert die Prävalenz bestimmter Namen im Kontext historischer Entwicklungen und politischer Einflüsse, insbesondere des preußischen Adels.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass zwar keine expliziten schriftlichen Regelwerke zur Namenswahl existieren, jedoch eine gelebte Tradition und ein bewusster Rückgriff auf Ahnen bei der Namensgebung innerhalb der Adelshäuser bestehen.
Schlüsselwörter
Vornamen, Adelshäuser, Namensgebung, Stammbaum, Ahnenforschung, Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, Castell-Castell, Nachbenennung, Friedrich, Tradition, Namensstatistik, Familiengeschichte, Adelsidentität, Vererbung, Onomastik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Vornamensvergabe in deutschen Adelshäusern, um herauszufinden, welchen Mustern und Traditionen die Namenswahl folgt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die historische Namenskunde, die genealogische Untersuchung von Stammbäumen sowie die soziokulturelle Bedeutung von Namen als Identitätsmerkmal in adligen Familien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Gesetzmäßigkeiten bei der Vergabe von Vornamen in adligen Familien zu identifizieren und zu klären, ob es verbindliche Regeln für die Namenswahl gibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine empirische Auswertung genealogischer Daten, bei der Stammbäume in Tabellen überführt und quantitativ hinsichtlich der Häufigkeit von Vor- und Zweitnamen analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die separate Analyse der Adelshäuser Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg und Castell-Castell sowie deren anschließenden direkten Vergleich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Vornamen, Adelshäuser, Nachbenennung, Tradition, Ahnenforschung und Friedrich als dominanter Vorname.
Warum spielt der Name Friedrich eine so zentrale Rolle?
Friedrich war ein bedeutender Herrschername, der über Generationen hinweg in beiden untersuchten Adelshäusern am häufigsten vergeben wurde und als Ausdruck einer bewussten Tradition gilt.
Existieren verbindliche schriftliche Regeln für die Namenswahl im Adel?
Nein, die Untersuchung zeigt, dass es keine offiziellen Regelsysteme gibt; vielmehr handelt es sich um informelle, "ungeschriebene Gesetze" und familiäre Traditionen.
Spiegeln sich heutige Namenstrends auch im Adel wider?
Die Arbeit stellt fest, dass manche Trends in der Bevölkerung auch den Adel beeinflussten, wobei die Namensgebung im Adel jedoch eine stärkere Bindung an die Ahnenreihe aufweist.
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- Kathrin Benck (Author), 2014, Vergabe von Vornamen in Adelskreisen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/301183